Sensenfrau

Die Sense steht mir gut! Fehlen nur das Stundenglas und der wehende schwarze Kapuzenumhang, und schon gehe ich als „Gevatterin Tod“ durch.

Aber ich will ja nur dem fast hüfthohen Gras in der Apfelplantage den Garaus machen, damit im Herbst das Aufsammeln der zahlreichen Früchte nicht so mühselig ist. Jacob, Herr Geheimrat und ihre Kollegen haben so überreichlich angesetzt, dass bereits jetzt die Zweige tief herabhängen und an einigen Bäumen gar zu brechen drohen!  Und das, nachdem Jacob im ersten Pachtjahr lediglich eine Handvoll wurmstichiger Äpfelchen getragen hatte …

Jacob

Unreife Geheimräte

Der Umgang mit der Sense ist gar nicht so einfach: Rund schwingen, nicht zu tief über dem Boden, um das Blatt nicht zu verbiegen, aber natürlich auch nicht zu hoch, weil dann zu viel Gras stehen bleibt. Und bitte den Schwung nicht in Richtung der eigenen Beine durchziehen. Meine Begabung für diese Arbeit ist mäßig, ein sauberer Schnitt sieht anders aus. Aber immerhin: Für den ersten Versuch ist’s in Ordnung – und ein wenig Ergänzungstraining für den Oberkörper war’s allemal.

Das kann ich auch brauchen, denn es scheint – bei aller Vorsicht – auf niedrigem Niveau wieder zu werden mit der Lauferei: Heute früh eine Talrunde im Sonnenschein, der die Morgenfrische vertreibt. 40 Minuten Läufer und Spaziergänger grüßen, die so zahlreich wie selten unterwegs sind. 40 Minuten Farben, Licht, Luft und Vogelgesang in mich aufsaugen. Wieder 40 Minuten für die Seele!

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14 Gedanken zu “Sensenfrau

  1. Liebe Anne, ich kenne nur den Sensemann, zum Glück ist er mir noch nicht begegnet, die Sensefrau war mir bis dato unbekannt, aber Frau lernt bekanntlich dazu.

    Man kann förmlich das Gras riechen, es duftet bis hier her, mit einer Sense würde ich auch mal gerne probieren, es sieht so leicht aus, wenn einer es kann, aber es ist ja bekanntlich auch in Trier noch keine Meisterin vom Himmel gefallen, gell ?

    Liebe Grüße vom seit Tagen klitschnassen und never ending wollenden Regen……. ich schwimme………… ;9

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    • @Margitta: Komm hierher! Heute schon wieder Sonne satt bei relativ angenehmen Temperaturen. Kriegst auch eine Sense von mir und dann üben wir zusammen … 😆

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  2. Jo, mit der Sense zu hantieren ist garnicht so einfach. Daran habe ich mich vor langer Zeit auch mal versucht. Bin froh, dass die Beine dran geblieben sind.

    Gruß aus dem eiskalten Oldenburg vom noch sein Aua auskurierenden

    Volker

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    • @Volker: Ganz geheuer war mir das auch nicht – so großes scharfes Werkzeug flößt mir mordsmäßigen Respekt ein! 8)
      Gute Besserung und liebe Grüße
      Anne

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  3. Und woooo ist das Foto von Dir, hä? Also echt mal. Ich will die Sensenfrau sehen! Sensenfrau! Sensenfrau! Sensenfrau! *dreckichlach*
    Für mich hat es etwas Heimisches und Beruhigendes. Als Kind war ich oft dabei, wenn mein Vater gemäht hat und dieses „grrrritsching,gritsching, gritsching“ gepaart mit harmonischen, langsamen, kraftvollen Bewegungen, das hat was. Und sich hinterher in einen Haufen frischer Gräser und Kräuter zu schmeißen, alles durcheinanderzumachen und sich wegzulachen, auch. Sehr zu empfehlen für`s Seelenheil. Laufen auch, ebenso vorsichtiges. Schön, Anne! 🙂

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    • @Evchen: Ich wollt mich fotografieren lassen, ehrlich! Aber am Samstagnachmittag war niemand außer mir in der Plantage zugange. 😦
      Mich erinnert das Sensen auch an die Kindheit – mein Vater konnte und kann es allerdings viiiel besser als ich. Ich glaube, ich muss es mir von ihm nochmal zeigen lassen, wenn ich wieder bei meinen Eltern bin. Autodidaktisch komme ich nämlich an Grenzen. 8)

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  4. altes Sensenblatt, neuer Stiel, wenn ich das richtig beurteile. Wo haste das Equipment denn aufgetrieben?
    Für mich verkörpern Sensenmähen, Sensenblatt dengeln und Berge an Heu auch erinnerte typische Kindersommer.

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    • @Lizzy: Die Sense gehört unserem Bürgerverein, der die Pflege der Plantage organisiert. Auf dem (abgeschlossenen) Gelände steht ein Schrank, in dem das saisonale Werkzeug zu finden ist – im Frühjahr Sägen und Astscheren, im Sommer die Sensen, im Herbst die Apfelpflücker! 8)

      Kindersommer, genau! Für mich auch!

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  5. Gartenarbeit als Ergänzungstraining für Läufer – so habe ich das noch nicht gesehen. Danke für die Aufklärung 🙂 .

    Beim Blick auf die Bilder läuft mir das Wasser im Munde zusammen. Sieht nach einer tollen Ernte im Herbst aus.
    lG
    Ralph

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  6. @Ralph: Gerne! 8)

    Ich hoffe, die Bäume gehen unter dem extremen Gewicht der Früchte nicht in die Knie. Es wird wirklich ein sensationelles Apfeljahr! Und es sieht so aus, als hätten wir in diesem Jahr wieder eine Mosterei, die uns das Fallobst abnimmt. Der Wintervorrat an Viez und Apfelsaft scheint daher gesichert. Und reichlich Apfelkuchen, Apfelkompott, Bratäpfel und „Äpfel pur“ sowieso! 🙂

    Liebe Grüße
    Anne

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  7. Hallo Frau Gevatterin
    Das hätte ich ja sehen wollen, wie du mit der Sense hantiert hast 🙂
    Einen kleinen Tipp noch, du solltest Jacob und Herrn Geheimrat und ihre Kollegen gut beobachten. Wenn die Zweige wegen den vielen Aepfeln so schwer sind, musst du im schlimmsten Fall die Aeste von unten mit einem Holzstab stützen, sonst brechen die Aeste ab. Die Bäume sind ja nach meiner Einschätzung auch schon etwas älter.
    Aber Gratulation zu deinem grünen Paradies, das sieht wirklich traumhaft aus.
    Liebe Grüsse, Marianne

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  8. @Trinchen: Dankeschön für den Tipp! Ich denke auch, dass es ohne Abstützen nicht gehen wird. Bei meinem Mini-Apfelbäumchen im Garten (das 2 Jahre gar nicht und im vergangenen Jahr nur 2 Äpfel getragen hat) habe ich schon etliche Fruchtansätze entfernt, weil klar war, dass die dünnen Zweiglein einfach brechen würden, wenn ich alle Äpfel reifen lasse.

    Liebe Grüße
    Anne

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