Von Zufällen, Sparsamkeit und ihren Folgen

Hier sollte heute ein Radbericht stehen, denn am Samstag wollte ich eigentlich Rad fahren und Fotos dabei machen. Eigentlich. Aber wie der Zufall es so will … Wer Radberichte lesen will, muss am kommenden Wochenende wieder vorbeischauen. Hier gibt’s heute nur Alternativprogramm.

Zufall Nummer 1: Einkaufen muss ich ja auch noch zum Wochenende. Und als ich so über den Markt schlendere – was gibt es? ERDBEEREN. Groß, rot, saftig, das Kilo zu 2 €, entsprechend dem Preis, den ich auch beim Selbstpflücken zahlen würde. Da lacht das sparsame Herz. Und vor meinem inneren Auge tauchen die Rhabarberurwälder in meinem Garten auf. Erdbeer-Rhabarber-Marmelade – das isses! Also 2,5 Kilo Früchte eintüten lassen, restliche Besorgungen erledigt, ab in den Bus.

Zufall Nummer 2: Ein Ehepaar steigt in den Bus, im Korb zwei riesige Hortensienbüsche, einer blau, einer rosa. Tja, im Baumarkt gibt’s „50 % auf alle Außenpflanzen“. Da bekommt die sparsame Frau Weinbergschnecke erneut leuchtende Augen, haben doch der Winter und die gefräßige Verwandtschaft in den Schneckengarten einige Lücken gerissen. Und ein paar Wünsche hat eine Gärtnerin immer, die sie sich noch erfüllen kann.

So wird aus der Radtour an die Maare eine zum Gartencenter. Und das sogar zweimal, um die reiche Beute abzutransportieren:

– Fliederstrauch, hellviolett gefüllt und angeblich stark duftend (habe ich mir schon ewig gewünscht),

– Blutjohannisbeere, genau wie der Flieder zu einem Viertel des Ursprungspreises, da eh schon reduziert,

– 30 kleine Tagetes, die als Schneckenbarriere rund um das Kohlbeet mit den teils schon etwas angenagten Pflanzen gesetzt werden (vielleicht lassen die Viecher dann mein Essen in Ruhe),

– 10 kleine Lavendel und

– ein 1,20 m hohes rotes Rosenbäumchen, das sich hinten im Fahrradkorb ganz besonders gut macht und viele Blicke auf sich zieht.

Ab in den Garten, alles einpflanzen, wässern, bei der Gelegenheit noch Kompost umschichten, Tomaten anbinden, Rankzaun für die Erbsen setzen, Kartoffeln hacken, Sträucher hinterm Gartenhaus zurückschneiden, weil sie das Dach kaputtmachen … uffff!

Und dann sind da noch die Erdbeeren, die zwar im Kühlschrank gut aufgehoben sind, aber besser noch am gleichen Tag verarbeitet werden. Also einen Teil des Rhabarberurwalds roden und ab in die Küche.

Rhabarber schälen und in Weißwein mit einer halben Vanilleschote dünsten. Erdbeeren waschen, putzen und in grobe Stücke schneiden. Gläser kochend heiß abwaschen und noch mal heiß ausspülen. Dann Erdbeeren und Rhabarber portionsweise mit Gelierzucker mischen und einkochen: Eine Ladung nur Erdbeer-Rhabarber. Eine mit Erdbeer, Rhabarber und Banane. Und einmal Erdbeer pur mit einem kräftigen Schuss Zitronensaft. Uffffff!

21:30 Uhr, feddisch. Nur nach Radfahren ist mir nicht mehr zumute. Am Wochenende, versprochen!

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22 Gedanken zu “Von Zufällen, Sparsamkeit und ihren Folgen

  1. Also eins ist sicher:
    Im Schneckentempo kannst du das alles nicht gemacht haben, denn soviele Stunden hätte kein Tag!!!
    RESPEKT!!

    Und heute hilft dir der Himmel dann beim Giessen, damit alles schön anwächst 😉

    VG
    Dirk

    p.s. Ich hätte da noch einen kleinen Garten der etwas Zuwendung bräuchte 😀

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  2. @Rainer: Gerne! Als „Stift“ stehen ja erst einmal Handlangerarbeiten an – ich kann in einigen Wochen einen Helfer bei der Johannisbeerernte sehr gut brauchen! 😉

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  3. @Dirk: Nee, da musste ich schon ein wenig den Turbo zünden, um das Programm „durchzukriegen“. Entsprechend platt war ich hinterher. Zur Belohnung dürfte der Himmel gern noch etwas freigiebiger sein. 😉

    Und noch ein kleiner Garten? Ach du, nee, lass mal … 8)

    VG,
    Anne

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  4. Aha,jetzt ist es wieder hell bei dir !!

    Eigentlich müsstest du gar nichts anderes im Sommer tun, als dich um deine Gartenarbeit kümmern, nebenbei kannst du noch Gärtner-Kurse halten, und dann wirst du keine Zeit mehr zum Laufen, noch zum Radfahren haben.

    Das einzige, was ich gerne getan hätte, die Marmelade gegessen, ansonsten lasse ich dir sehr gerne den Vortritt ! 😉

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    • @Margitta: Ich müsste nichts anderes tun. Aber ich möchte gern. Im letzten Jahr bin ich viel gelaufen, habe wenig gegärtnert und bin trotzdem nicht aus dem Verein geworfen worden. 😉 Im Moment ist einfachsehr hilfreich, auch ein anderes Hobby als das Laufen pflegen zu können, ich glaube, sonst ginge es mir richtig schlecht mit der langwierigen Verletzung.

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  5. Je länger deine Einkaufsliste im Baumarkt wurde, desto mehr stellte sich mir die Frage: „und das mit nur zwei Fahrten 😮 ?“ Insbesondere das Rosenbäumchen hätte ich gerne im Fahrradkorb gesehen.

    Erbeermarmelade steht bei uns auch noch auf der Wunschliste. Vielleicht reicht die Zeit am kommenden Wochenende.
    lG
    Ralph

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    • @Ralph: Ich war selbst überrascht! Aber es ging – und es ging, ohne mich oder andere zu gefährden dabei.

      Erdbeermarmelade kann ich nur empfehlen. Ich finde, sie macht auch gar nicht so viel Arbeit (vor allem gemessen daran, wie lecker sie ist). 8)

      LG,
      Anne

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  6. Oh ja, Erdbeermarmelade ist bei uns auch noch dran. Möglichst bald, sonst ist das letzte Glas leer, und wir haben noch keinen Nachschub.
    Ich hoffe auch, dass es dieses Jahr wieder viele Pfirsiche werden. Die Marmelade ist der absolute Hit. Sooo lecker.

    Blutjohannisbeeren: Sind das „richtige“ zum essen oder diese Ziersträucher? (Von letzteren haben wir nämlich dank der Vögel immer wieder neue….)

    (P.S.: Unser Garten bräuchte auch dringend Hife…. 😉
    Zum Glück hat es jetzt wenigstens geregnet.)

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  7. @Birthe: Pfirsich mit Himber – seeehr empfehlenswert! Aber Pfirsich pur ist sicher auch sehr lecker!

    Die Blutjohannisbeere ist ein Zierstrauch. Von den essbaren hab ich schon reichlich: 3 schwarze, 3 rote, 1 weiße. Dazu 1 riesige Jostabeere und 2 noch etwas mickerige Stachelbeeren.

    Und wir müssen heute nicht gießen, hurra!!! 8)

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  8. Lecker lecker lecker die Erdbeere pur würde ich glatt nehmen. Mit so einem Flieder liebäugel ich auch, muß nur erst mal wissen wohin der soll.

    Wie machst du das dann mit dem Rosenbäumchen im Winter?

    LG Bärbel

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    • @Bärbel: Ja, das leidige Platzproblem … so manchen Wunsch habe ich noch, aber 300 qm sind definitiv zu wenig! 😆
      Mit dem Bäumchen muss ich mal schauen, evtl. auch im Gartencenter fragen. Vermutlich mache ich so ein Spezialvlies um die Krone als Schutz.

      LG,
      Anne

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  9. *Seufz* kein Bericht über eine schöne Fahrradtour, ich bin ja soooooooo enttäuscht, dafür wird einem der Mund wässrig gemacht mit Bildern von Erdbeeren und Marmelade. Du kannst ja richtig gemein sein;-)

    Da hast Du richtig was geleistet und viele schöne neue Pflanzen im Garten. Das wiegt doch jede verpasste Radtour wieder auf. Dann hat der Himmel auch noch das Gießen übernommen. Herz, was willst Du mehr.

    LG Volker

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    • @Volker: Ja, im „Club der Niederträchtigen“ im RW-Forum bin ich durchaus angesehen 😉
      Herz, was willst du mehr? Wenn ich unbescheiden sein darf: Noch etwas mehr Regen! 8)

      LG,
      Anne

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  10. Der Garten ist echt Deins und das sieht man! Schön! Noch schöner finde ich es, weil ich sehe, welche Arbeit dahinter steckt und es mir selbst nicht im Ansatz zutrauen würde. Jetzt ein Marmeladenbrot mit saurer Sahne druntr, mmh….

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    • @Evchen: Das übt sich! Kannst du auch – einfach mit ein paar Balkontomaten, -gurken und einem Kästchen Salat anfangen! 8)Marmelade mit saurer Sahne hatte ich noch nie … werde ich aber mal probieren! 8)

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  11. Danke. Die Gartenbeiträge haben mich ja nie so interessiert, obwohl ich schon seit vielen Monaten gern Deinen Blog lese, aber mit dem Kommentar hast Du es geschafft, dass ich endlich meinen Balkongarten mal wieder auf Vordermann bringe und mich nun auf eine Tomatenernte freuen kann 🙂

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    • @Ralf:Ja, am Gärtnern scheiden sich die Geister. Was soll ich machen, wenn das mit der Lauferei nicht recht wieder werden will. Viel Spaß und Erfolg jedenfalls mit deinen Balkontomaten! 8)

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  12. *schleck* *sabber* Bei der vorzüglichen Beschreibung Deiner exquisiten Marmeladenkochkünste läuft dem Fuchs doch schon wieder das Wasser im Mund zusammen, es tropft geradezu! 😉 Großartig, was Du da geleistet hast, und von den gärtnerischen Aktivitäten hab ich noch gar nichts gesagt!

    Wenn ich mir das so vorstelle, wie rasch und effektiv Du von den ersten Zufällen über die Nachbarsinformationen bis hin zum Baumarkt und wieder zurück das Ganze umgesetzt, in die Erde und letztlich auch noch zu Papier resp. in die Tastatur gebracht hast, dann ist das wirklich bemerkenswert. So schnell kann keine Vertreterin Deiner gefräßigen Verwandtschaft futtern, wie Du fröhlich dagegen pflanzt. Und es sieht jetzt schon gut aus – wie soll das erst werden, wenn alles etwas gewachsen ist?

    Das verspricht weiter gute Laune bei der Weinbergschnecke und lesenswerte Berichte sowie tolle Fotos in ihrem Blog. 😉 Danke für Deine Mühe; ich drücke wieder einmal die Pfoten, dass alles wächst, blüht und gedeiht!

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    • @Foxi: Dankeschön! Nachdem es heute endlich noch einmal kräftigen Regennachschub gab, bin ich zuversichtlich, was das Wachstum angeht. Allerdings freut sich auch die gefräßige Verwandtschaft über so ein Wetter. Die Selbstverteidigung wird nicht leicht sein.

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