Hubbel und Hängebrücken – Kylltalradweg

Der Kylltal-Radweg führt von der Quelle der Kyll bei Dahlem durch die Eifel bis Ehrang bei Trier, wo das Flüsschen in die Mosel mündet. Insgesamt 130 km. Irgendwann fahre ich mal den kompletten Weg. Aber heute muss eine Teilstrecke reichen – das musste ich wenigstens  meinem Physiotherapeuten versprechen, der sich müht, meine Wadenmuskulatur wieder gängig zu machen und es nicht gern sieht und fühlt, wenn ich seine Arbeit sabotiere (Letzteres wäre ja auch nicht in meinem Interesse).

Also geht’s nur die knapp 50 km bis Bitburg-Erdorf. Zurück teils mit dem Rad,  teils mit dem Zug, der alle paar Kilometer an einsamen kleinen Bahnhöfen aus rotem Sandstein hält, erbaut schon zu Zeiten von Kaiser Wilhelm I.

65 km sind genug für heute, zuzüglich einer kleinen Wanderung durch’s Butzerbachtal bei Kordel unterhalb der Burg Ramstein.

Burg Ramstein

Der Streckencheck: Von Ehrang bis Erdorf praktisch nur asphaltierte Nebenwege in sehr unterschiedlichem Zustand bzw. fein geschotterte Waldwege mit einer kurzen gröberen Schotterpassage. Für’s Tourenrad ok, aber eher nicht Rennrad-tauglich. Nahezu kein Autoverkehr, höchstens in einzelnen Orten, die man durchquert.

Und nicht völlig flach. Dass der Weg insgesamt leicht ansteigt – gut, er bringt mich schließlich hoch in die Eifel. Als es sind immer mal wieder garstige kleine Hubbel drin, nur einige hundert Meter Steigung und wenige Höhenmeter, aber trotzdem lästig, weil von friedlichem Dahinrollen nicht die Rede sein kann – übrigens egal, aus welcher Richtung man kommt!

Dafür aber sehr grün, sehr waldig, überwiegend schattig und auch im Sommer kühl, von einigen Passagen kurz vor Erdorf abgesehen, die durch die Wiesen führen.

Geyersley bei Kordel

Und wenn es doch mal zu warm wird, ist der Fluss zum Abkühlen nie weit!

Die Infrastruktur ist insgesamt nicht besonders, die Strecke ist eher einsam. Kordel hat einige Lokale, dann kommt erst wieder in Erdorf eine Bahnhofskneipe (von dem gehobeneren Restaurant in Daufenbach mal abgesehen). Also Rucksackverpflegung!

Wenn man’s ruhig angehen lässt und die Radtour nicht als „Training“, sondern als „Ausflug“ begreift, bleibt auch Zeit zum Blümchen-Gucken.

Und für einen kleinen Abstecher zu Fuß ins Butzerbachtal. An den „richtigen“ Wasserfällen dort war ich nicht, weil der Weg nach den gestrigen Regenschauern gefährlich glatt war. Aber bis zu den Hängebrücken kam ich doch – kaum zu glauben, wie die Dinger beim Rübergehen schwanken!


Fazit: Landschaftlich sehr lohnend, aber kein wirkliches Schonprogramm! (Psssst! Das braucht mein Physio nicht zu wissen. Bis Dienstag werde ich wohl mit Dehnen und Selbstmassage alle etwaigen Folgen zum Verschwinden gebracht haben 8) . )

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22 Gedanken zu “Hubbel und Hängebrücken – Kylltalradweg

    • @Rainer: ArbeitArbeitArbeit – und zwischendurch bei meinem Foltermeister in der Physiotherapiepraxis. 😉

      Die Tour ist sehr lohnend, gerade in Kombination mit einer kleinen Wanderung zu den Wasserfällen. Mit dem Weg könntest du vielleicht auch deine Jungs locken, er hat schon was Abenteuerliches mit in den Fels gehauenen Treppenstufen, Bachüberquerungen und Hängebrücken. Und vorher oder hinterher ein Abstecher ins Kordeler Freibad!

      Wenn ich läuferisch wieder einsatzfähig bin, werde ich die Strecke sicherlich auch mal ablaufen. Wegen des Schattens auf weiten Streckenabschnitten ist der Weg im Sommer viel angenehmer als der Mosel-Leinpfad. Und bis auf einen fiesen Hubbel zwischen Kordel und Daufenbach gibt’s auch keine wirklich unangenehmen Steigungen. Ich würde einfach per Zug (Haltepunkt Ehrang Ort), Rad oder Auto bis zum Einstieg in den Kylltal-Radweg fahren. Bis Kordel Bahnhof sind es von dort ca. 6,5 km, bis Daufenbach Bahnhof ca. 12 km, bis Auw Bahnhof ca. 18 km.

      Liebe Grüße
      Anne

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    • @Lizzy: Ganz untergetaucht bin ich nicht, aber ich hatte die Schuhe aus und hab die Beine in die Kyll gehängt – ganz schön eisig! 😉 Und gut ist’s dort – auf jeden Fall!

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  1. Die Tour war bei dem Königswetter bestimmt besser als eine Schloßbesichtigung mit vorheriger Alpenetappe 😉 . Schöne Gegend, in der Du da unterwegs warst.

    LG Rono

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    • @Rono: Auf jeden Fall! Wer braucht schon venezianischen Eifel-Barock auf Schloss Malberg, wenn er Wasserfälle und bemooste Felsen haben kann?! 😉

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  2. Mir scheint, da hat FrauWeinbergschnecke Angst vor ihrem Physiotherapeuten – oder was ? Zurecht ? ❓

    Sehr schöner Ausflug mit wundervollen Motiven vor der Kamera, das Radfahren hat den Vorteil, dass man doch ein wenig weiter kommt als beim Laufen (normalerweise !).

    Die Stimmung scheint gut zu sein, das Wetter spielt auch mit, und die Bewegung – wenn auch anders – ist ebenso gegeben.

    und………………. wir lernen auch noch was dabei ! 😉

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    • @Margitta: Nööö! 😉 So schlimm ist er nicht – und er hätte auch keinen wirklichen Grund. Dass da doch ein paar Hubbel waren und nicht nur sanfte Anstiege, hab ich nicht geahnt – dafür hätte ich eh mildernde Umstände verdient. Aber ich habe mich wirklich zurückgehalten und spüre heute keinerlei Nachwirkungen. 🙂

      Sehr schön war’s tatsächlich – und wie ich Rainer schon schrieb: Der Weg eignet sich durchaus auch zum Laufen! 8)

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  3. Da hast du dir eine schöne Strecke rausgesucht. Zu Fuß bin ich auf dem Radweg bislang nur bis Kordel gekommen, was aber auch daran lag, dass ich zu Hause gestartet bin und nicht in Ehrang.
    Die Butzerbachfälle warten noch auf´s belaufen werden. (Bei der nächsten Runde Weißhaus – Burg Ramstein wird die Schleife drangehängt. Ich hoffe nur, dass dann der Schlussanstieg zurück zum Schusters Kreuz dann nicht zu schlimm wird.)
    Zum Wandern bzw. spazieren schleichen (mit den Kindern dauert es halt) sind wir jedes Jahr mindestens einmal da. Die Pfade und Brücken sind ja ein richtiges Abenteuer. Dass du da bei nassem Wetter vorsichtshalber irgendwo vor Ende umdrehst, kann ich nur zu gut verstehen. Das wird echt rutschig.

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    • @Birthe: Hm, ob der Weg unten am Bach sich zum Laufen eignet? Man muss ja doch immer mal wieder über Steine etc. Ich bin auf dem Rückweg (vom Parkplatz aus gesehen) rechts oberhalb vom Bach gegangen, ein schmaler Trail, der besser belaufbar ist. Auf jeden Fall ist es ein toller Weg … überhaupt gibt es sehr schöne Strecken dort oben. 8)

      Normalerweise bin ich nicht so vorsichtig. Aber nachdem mir der zweite Wanderer mit einem nassen A### begegnet war, hab ich beschlossen, nicht die dritte sein zu wollen … 😉

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  4. Da machst wirklich schöne Radtouren. Das nächste was ich wieder anfange ist Radfahren ganz bestimmt hab ja auch ein tolles Rad. So schöne Bilder „schwelg“

    LG Bärbel, die heute im Garten geschuftet hat und jetzt geht bei uns gerade die Welt unter oh

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    • @Bärbel: Genau, kram dein Rad auch mal wieder hervor! Macht Spaß und fördert die Kondition. Du muss ja auch vorsichtig wieder aufbauen. – Dein Garten sieht wieder prima aus! Ich hoffe, das Unwetter richtet nicht zu viel Schaden an!

      LG,
      Anne

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  5. Eine tolle Tour hast du wieder gemacht. Einfach schön, was du da immer vor die Linse bekommst. Da lohnt das Radfahren ja nicht nur sportlich, sondern ist auch echt was für’s Auge. 🙂

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    • @Bianca: Ja, das war wirklich eine gelungene Runde. Wir haben einfach tolle Strecken vor der Haustür. Und wenn man es mit der sportlichen Seite des Touren nicht zu ernst nimmt, fallen auch ein paar schöne Bilder ab!

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  6. Endlich wieder ein Radbericht – schööön 8) ! Und eine wunderschöne Strecke hast du dir ausgesucht, liest sich richtig interessant. Und dazu noch tolle Bilder mitgebracht.
    Dein Physio wird schon nichts merken …
    lG
    Ralph

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    • @Ralph: Die Strecke ist wirklich toll. Vor Jahren bin ich schon mal von Gerolstein aus zurück bis Trier gefahren. Kann man für einen Sonntagsausflug per Rad leider nicht empfehlen, da ein Teil der Strecke zwischen Gerolstein und St. Thomas über eine von buchstäblichen „Sonntagsfahrern“ (Autos und Motorräder!) benutzte Straße führt. Aber irgendwann diesen Sommer nehme ich mal einen Tag unter der Woche frei und fahre von der Quelle bis zur Mündung … 🙂

      LG,
      Anne

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  7. *schluck* Hübsche Hängebrücke.

    Ach, ich finde es so schön, in anderen Blogs Bilder von der Gegend zu sehen. Gut, Deine liebreizende Gegend kenne ich schon ganz gut, aber das läßt sie nicht minder reizvoll erscheinen. 🙂
    Aber 65km mit dem Rad? Danach könntest Du mich in die Tonne treten. Zumindest (Hinter-)Teile von mir. 😉

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    • @Evchen: 😆 Geschluckt habe ich auch, v.a. als vor mir zwei Steppkes die Brücke betraten und einen Heidenspaß daran hatten, das Ding in Schwung zu versetzen. Aber das konnte natürlich die Schönheit der Umgebung nicht trüben! Meine rückwärtige Anatomie hat sich zum Glück relativ schnell an die neuen Anforderungen gewöhnt; dazu haben gut gepolsterte Radhosen nicht unwesentlich beigetragen. 8)

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  8. Hängebrücken kenne ich nur aus Abenteuerfilmen, da werden sie meistens gerade dann angesägt, wenn man drüber will;-) Ich wußte garnicht, das es so etwas in unserer Zivilisation überhaupt gibt.

    Viel Glück morgen beim Physiotherapeuten!!!
    LG Volker

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    • @Volker: An das Ansägen musste ich auch denken, als ich drauf war 8) Aber die Dinger sind mit Kunststoffseilen praktisch verrottungsfrei und relativ zerstörungssicher befestigt. Danke! 🙂

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  9. Ich ahnte es schon, als ich die Bilder sah, die zusammen mit den prägnanten Texten von einer „idyllischen“ Strecke kündeten und so ganz nebenbei auch von ein paar Gemeinheiten kündeten:
    „es sind immer mal wieder garstige kleine Hubbel drin, nur einige hundert Meter Steigung und wenige Höhenmeter, aber trotzdem lästig, weil von friedlichem Dahinrollen nicht die Rede sein kann – übrigens egal, aus welcher Richtung man kommt!“ Gib es ruhig zu: Du hast Du an den steilen Rampen als kleine „Rampensau“ 😉 😉 erwiesen, die zähnefletschend und fühlerwedelnd die Höhenmeter gemeistert hat…

    Und Deinen neuen Helm hast Du auch gleich ausgeführt … ich hab gesehen! Du. lass Dir ganz doll gratulieren zu dieser wirklich außergewöhnlich schönen Tour! Und den Klaschmohn hab ich auch gesehen… 😉

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  10. @Foxi: Soll ich dir was sagen? Ich bin zwischendurch mal fluchend abgestiegen … ***rotwerd***
    Helm trägt sich gut, könnte allerdings noch etwas besser belüftet sein. Aber dafür muss man wohl eine oder zwei Preisklassen höher suchen. Den Mohn habe ich in einem Bauerngarten gefunden, kein kleiner Klatschmohn, sondern richtig große Blüten. Einfach schön! Leider halten sie nicht lange.

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