Plattgestrampelt

– Auf dem Moselradweg von Trier nach Bullay –

Die Mosel ist schön. Das Maiwetter auch. Sogar zu schön, zu warm, zu sommerlich. Der Schädel brummt noch immer von der Wärme unterm schlecht belüfteten Helm (ich weiß, was meine nächste Neuanschaffung sein wird!), die Beine haben eine puddingähnliche Konsistenz und nach der Rückfahrt mit dem Regionalzug waren die 2 Kilometerchen vom Bahnhof ins Schneckenhaus eine kleine Tortur. Und doch tat der Ausflug gut!

Die nackten Zahlen: 115 Kilometer von Trier bis Bullay mit vielen Pausen zum Durch-die-Orte-Schlendern, Schauen, Staunen, Freuen, Kaffeetrinken und Käsebrötchenvernichten – und zum Fotografieren natürlich. Nur einige Eindrücke …

Detail vom Neumagener Weinschiff

Piesport

Zeltinger Sonnenuhr

Bernkastel-Kues

Eisteekulturen - Ob sich DAS durchsetzt?

Der Strecken-Check: 95 Prozent Asphalt, überwiegend in sehr gutem Zustand und eben, alle Wege sehr gut mit einem Tourenrad befahrbar. Flach bzw. leicht abschüssig, keine Steigungen, von kleinen Rampen zum Brückenqueren abgesehen. Recht belebt durch Radler und Skater, aber im Großen und Ganzen kann man es zügig rollen lassen. Leider etliche Streckenabschnitte direkt neben der Straße auf Radwegen oder Seitenstreifen. Schon an einem Samstagmittag keine Erholung. Am Sonntag, wenn die abreisenden Wochenendurlauber auf  die Motorradfahrer treffen, ist an ruhiges und entspanntes Dahinradeln wegen des Lärms nicht zu denken!

Infrastruktur sehr gut. In jedem Ort – von denen es viele gibt – ein oder mehrere Lokale, dazu die Kioske auf den zahlreichen Campingplätzen. Nur Lebensmittelläden fallen nicht gerade ins Auge. Da muss man schon länger suchen, wenn man auf Selbstversorgung statt auf Gastronomie setzen will. Aber im Notfall rettet auch das reichhaltige Angebot eines Tankstellenshops vor dem drohenden Hungerast (der A**l-Tanke in Zell sei dank! 😉 ).

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17 Gedanken zu “Plattgestrampelt

  1. Liebe Anne, schön Dich wieder zu sehen!

    115 km, Du topst Dich aber auch jedes Mal wieder selber. Einfach zu schön an der Mosel!

    Lass es ruhig angehen.

    Es freut sich
    Volker

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    • @Volker: Ja, schööön war’s! Das war für mich ein Tag „wie in einer anderen Welt“, sowas brauchte ich, bevor ich ab heute wieder in die „normale“ eintauche. Nur den heftigen Gegenwind auf einigen der letzten 30 km hätte ich nicht gebraucht.

      LG,
      Anne

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  2. Na, das war ja mal wieder eine Monstertour 😉
    Aber die Mittelmosel ist toll. Ich fühle mich immer wie im Urlaub, wenn wir z.B. unsere Freunde in Traben-Trarbach besuchen. Wer das Moseltal mal laufend erkunden will, dem sei der Hospizlauf am zweiten Juliwochenende empfohlen. Da geht’s von Koblenz nach Trier. Auch Radfahrer sind willkommen!

    Liebe Grüße
    Rainer

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    • @Rainer: Die Mittelmosel ist wirklich schön! Ein Urlaubsgefühl stellte sich auch bei mir ruckzuck ein, als ich durch Neumagen und Bernkastel schlenderte. Wenn man das konservieren könnte … 8)

      LG,
      Anne

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  3. Hi, liebe Anne, schön, dich wieder zu lesen.

    Deine Tour war ja auch fast eine Tort(o)ur bei diesen Temperaturen, die derzeit wieder dooooooooort unten herrschen, das mag ich gar nicht, bei uns dagegen ist es wirklich erträglich.

    Schöne Tour, sieht aber auch – wie wohl überall – arg, arg trocken aus.

    Ich hoffe, du bist wieder voll da ! ❓

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    • @Margitta: Heiß und viel zu trocken, genau! Zum Glück bin ich sehr früh daheim weg und hatte so das etwas schattigere Stück erreicht, bevor es allzu warm wurde.

      Voll da noch nicht, das wird sicher eine ganze Zeit dauern. Ich mach mir keinen Druck, sondern tue das, wonach mir ist … manchmal schreiben, manchmal schweigen! 8)

      LG,
      Anne

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  4. Wieder wunderschöne Bilder hast du von deiner Ausfahrt mitgebracht 8) . Gut, daß du früh losgefahren bist. Eigentlich ein Traumwetter, doch nachmittags wurde es dann wirklich heftig.

    Täusche ich mich, oder werden deine Radtouren wirklich immer ausgedehnter 😉 ?
    lG
    Ralph

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    • @Ralph: Ja, ich war heilfroh, schon um kurz vor 8 gestartet zu sein. Am Nachmittag wäre es unangenehm heiß geworden, vor allem dort, wo man im freien Feld oder direkt neben der Straße fahren muss.

      Du hast recht, die Touren werden immer ausgedehnter. Nicht jede, aber doch die eine oder andere – diese war mein erster „Hunderter“! 8)

      LG,
      Anne

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  5. Schöne Tour, tolle Fotos!

    Das Spiegelbild von Piesport gefällt mir besonders. Ich stelle mir gerade die brütende Hitze bei Windstille vor — ich bekomme gleich Hitzewallungen …

    lG
    Andreas

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    • Hallo Andi,

      willkommen als Kommentator auf meinem Blog!

      Es kann im Moseltal schon heftig warm werden. Wenn dann noch der aufgeheizte Schiefer seine Wärme wieder abgibt, freuen sich zwar die Reben, aber unsereinem wird’s zu warm. Am Samstag ging’s allerdings gerade noch so. Nur der Wind pustete in den letzten zwei Moselschleifen ein paar km kräftig von vorn. Kühlt zwar, aber kostet Kraft …

      LG,
      Anne

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  6. Liebe Anne,
    da kannst du nicht laufen, und zum Ausgleich machst du ein wenig Alternativtraining.
    115 km? Da tut mir schon beim Gedanken daran der Hintern weh. Aber schön war es bestimmt. Ich stelle immer wieder fest, dass wir doch in einem sehr schönen Ecken von Deutschland wohnen. Was deine Fotos auch jedes Mal wieder eindrucksvoll zum Ausdruck bringen.
    Aber bei dem Wetter… da geht man doch wenn man nichts besseres vor hat, lieber ins Schwimmbad oder steckt die Füße auf dem Balkon gemütlich in eine Wasserschüssel. (das Schwimmbad war bestimmt proppenvoll.)

    LG,
    Birthe

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  7. @Birthe: Meine Gesäßpartie gewöhnt sich langsam an solche Ausritte, auch wenn ich sie auf der gestrigen Regenerationsrunde deutlich gespürt habe. Schwimmbad habe ich wegen befürchteter Überfüllung gemieden, und Balkonien wäre langweilig geworden. Aber ich war schwer in Versuchung, als ich andere Leute in der Mosel baden sah … 8)

    LG,
    Anne

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  8. Oh, sie ist wieder da. Ein ganz wenig!!! Schöne Bilder (mal wieder)!
    Aber du machst mich noch ganz fertig. Mann, was reißt du viele km ab.
    Respekt!!!

    LG,Bianca

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    • @Bianca: Danke! Jede Woche kann ich sowas nicht fahren … aber es ist gut zu merken, dass die Ausdauer noch nicht komplett weg ist. 8)

      LG,
      Anne

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  9. Liebe Anne,
    wenn schon, dann auch richtig! 😉 Da hast Du das alternative Fortbewegungsmittel ja ordentlich getreten! Über hundert Kilometer (genau: einhundertfünfzehn!) – das muss man(n) sich mal auf der Zunge zergehen lassen … und erstmal abfahren! Riesenrespekt und ein dicken, lieber Glückwunsch zu Deiner Ausdauerfähigkeit!

    Gratulieren darf der Fuchs auch zu der gewählten Route, und natürlich auch zu der fotografischen Ausbeute, die Du uns mitgebracht hast. Genial ist z.B. das Spiegelbild von Piesport oder die gekonnte Detailansicht des Weinschiffs oder die Eisteeplantage oder …
    Soooviel zu staunen, teilzunehmen, mitzufreuen. Ich wäre gern dabei gewesen!

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    • @Foxi: Dankeschön! Bei DER Strecke gabes einfach unzählige Motive, die es wert waren, in Bits und Bytes festgehalten zu werden. Und etwas Glück gehört dazu – z.B. beim Spiegelbild von Piesport auf der vollkommen stillen Wasseroberfläche.

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  10. Pingback: Dreistellig | Weinbergschnecke

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