Rumgehoppel

Die Wege im Tiergarten spiegeln meinen Zustand wieder: Matschig! Nee, es läuft nicht gut momentan, in jeglicher Hinsicht. Da gilt es einiges zu klären und wohl auch zu verändern in den nächsten Wochen.

Bis dahin werde ich immer mal wieder müde durch die Gegend hoppeln, um Luft zu bekommen. „Laufen“ kann man das gerade nicht wirklich nennen. „Training“ schon gar nicht. Worauf sollte ich auch hintrainieren, wenn ich nur von kleiner Hoppelei zu kleiner Hoppelei planen kann, immer darauf bedacht, dass ich nichts schlimmer mache?

Immerhin: Gestern eine knappe halbe Stunde um die Weiher, den Enten und dem Nilganspärchen beim Planschen zugucken. Heute gut 40 Minuten durch den Modder im Tiergarten. Für Sauberkeitsfanatiker ist der Weg derzeit nichts. Für Pollenallergiker auch nicht. Gelb leuchten die Wegränder, gelb der Wald – die Haselkätzchen stehen noch in voller Blüte und bilden Farbtupfer im Nebelgrau. Feuchte Schneeflocken fusseln durch die Luft. Nein, heute wären nackische Waden nicht das Richtige! Ich bin froh über meine langen Hosen, Fleecemütze und dünne Handschuhe.

Wahre Läufer kann solch ein Wetter dennoch nicht schrecken. Und so bin ich nicht allein im Tal, immer wieder kommen mir mal flottere, mal gemächlichere Kollegen entgegen. Rückschlüsse auf ihr Lauftempo kann man aus dem Zustand ihrer Hosen ziehen: Je weiter die Schlammspritzer nach oben reichen, desto flotter! Bei mir ist irgendwo im unteren Drittel der Wade Schluss – müdes Rumgehoppel, sag ich doch! Aber Hauptsache gehoppelt.

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28 Gedanken zu “Rumgehoppel

  1. Oh Anne,
    wie kann ich dich aufmuntern? Lass dich nicht unterkriegen! Wenn wieder einmal die Sonne scheint, sieht die Welt schon anders aus.
    Ich hoffe nicht, dass du auch noch beruflich in die Krise kommst!

    Am Samstag war ich übrigens mit 3/4-Tights unterwegs. Davon hat mich auch das kühle Wetter nicht abgehalten.

    Besonders liebe Grüße
    Rainer

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    • @Rainer: DANKE! Ich geb mir alle Mühe! 8)

      Samstag trug ich auch 3/4. Aber heute war’s mir irgendwie zu garstig dafür. Kalt + nass, nee, da war „lang“ die bessere Wahl für mich!

      LG,
      Anne

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  2. Das klingt doch ganz prima – und zwei Tage hintereinander eine Erholungsrunde zum Kopf-frei-machen und erkennen, dass und was verändert werden muss, sind doch wunderbar und viel viel mehr als vor Kurzem noch möglich schien! Und das „Trainieren“, das kommt dann schon wieder, wenn der Kopf und die Beine wieder erholt sind, wenn du es denn willst und/oder brauchst.
    Liebe Sonntagsgrüße und ein paar Strahlen „Zufriedenheit“ für den Moment und einen Haufen Energie für später und für das, was du verändern willst!
    Giegi

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    • @Giegi: Dankeschön! Ja, irgendwie freu ich mich über die zwei Runden – und doch wieder nicht, weil ich eben merke, dass die Füß nicht in Ordnung sind und ich dauernd besorgt und unsicher bin, ob denn nun Laufen oder Nichtlaufen besser wäre. Durch Pausieren wurde es nach 2 Wochen wieder schlimmer, beim Laufen fühle ich mich aber auch nicht ganz wohl. Wenn’s mit dem Verändern so einfach wäre … manches habe ich nicht in der Hand, die berühmten „Sachzwänge“.

      LG,
      Anne

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  3. Sehe ich genau wie Giegi, zwei Tage hintereinander das ist doch schon mal was, freue dich, dass du überhaupt und so……

    Und was den Schlamm angeht, lieber Schlamm an den Hosen, als gar nicht laufen können – oder was ?

    Ich freue mich mit dir über deine kleinen Erfolge, die dich offensichtlich nicht ganz befriedigen ! 8)

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    • @Danke, liebe Margitta! Irgendwie freu ich mich ja auch über jeden gelaufenen Meter. Und doch sind da viel Sorge und Verunsicherung im Hinterkopf, weil es sich nicht wirklich gut anfühlt (andererseits aber nach gut 2 Wochen totaler Laufpause wieder schlimmer wurde). Da ich aber z.B. heute abnd völlig schmerzfrei gehen kann, denke ich, die Runde kann mir nicht geschadet haben. Vieleicht kriege ich so Lauf für Lauf wieder Vertrauen in meinen Körper!

      Und gegen den Schlamm gibt es Waschmaschinen, an der Hose stört er mich daher gar nicht. Wenn ich der Länge nach hinein fallen würde, wäre das wohl anders …

      Liebe Grüße
      Anne

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  4. Ich trau mir gar nicht was zu schreiben, weil ich selbst etwas deprimiert bin. Leider kann ich dir das alles nachfühlen. Tun wir uns virtuell zusammen und kämpfen dagegen an, das uns unser Körper mit solchen lästigen Wehwehchen von einer sehr liebgewonnenen Freizeitbeschäftigung abhalten will.
    Viele liebe Grüße
    Tati

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    • @Tati: Ach ja, liebe Tati, hab gerade im Forum gelesen, dass du jetzt auf das orthopädische Standardprogramm (scheint mir wenigstens so) serviert bekommst! Man könnte verrückt werden – wenn es denn was nützen würde! Ich glaube, auch zu kämpfen, hat nicht so viel Sinn – mich irgendwie mit den Problemen zu arrangieren, ist mein Ziel. Vielleicht verkrümeln sie sich dann irgendwann, weil es ihnen zu langweilig wird mit mir. 😉

      Auch dir ein ganz lieber Gruß und eine tröstende Umarmung
      Anne

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  5. Anne, das liest sich… so, daß ich genau nachvollziehen kannst, wie es Dir geht.
    Ich werde mich hüten, Dir schnöde Tips zu geben, aber ich wünsche Dir Kraft, die Dinge anzupacken und zu verbessern, die Du ändern kannst. Dann geht es auch mit den Sachen, die man nicht ändern kann, ein wenig leichter. Hopp hopp hopp, Pferdchen lauf Galopp. 😀

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    • @Evchen: Danke – eine gute Dosis Kraft kann ich brauchen! Nur das mit dem Galopp lasse ich vorsichtshalber noch bleiben, ein friedlicher Schneckentrab tut meinen Füßen doch besser. 😉

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  6. Ach, liebe Schnecke, ich fühle intensiv mit Dir … und kann doch so wenig dagegen tun. Immerhin hast Du es zwei Tage in Folge geschafft, ein wenig zu hoppeln; hoppelnde Schnecken auf schlammigen Pfaden sind mir aber allemal lieber als Schnecken im beruflichen Laufrad … 😉

    Und falls Du es selbst nicht gemerkt haben solltest: Du hast so ganz nebenbei einen kleinen, aber feinen Bericht geschrieben. Die Kunst, feine Formulierungen über wenig spektakuläre Runden zu drechseln, ist Dir jedenfalls nicht abhanden gekommen. Und darüber habe ich mich beim Lesen richtig gefreut.

    DANKE!

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  7. Sachzwänge – ganz ätzend. Das sind die Felsbrocken, die im Leben so rumliegen und gegen die man gar nix machen kann. Aber umso mehr ist es wichtig, alles, was da drumrum ist, so gut wie möglich zu gestalten – und da scheinst du dich ja dran zu machen.

    Und mit der Lauferei – das wird schon. Wenn Pausieren nichts bringt, ist es doch genau richtig, wie du es machst – vorsichtig wieder loszockeln und moderat belasten und das dann so gut wie möglich genießen und nutzen für die Gedanken über die Gestaltung der Freiräume zwischen den Felsen 🙂

    Das wird alles wieder – und die Daumen bleiben gedrückt!
    Ich wünsche dir einen guten Start in die Woche!
    Giegi

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    • @Giegi: Tja, Slalomlaufen ist angesagt um die Felsbrocken. Was die Hoppelei betrifft: Ich hoffe auch, dass moderate Belastung besser ist als absolutes Nichtstun. Wenn nicht, werde ich doch noch mal auf die Suche nach medizinischer Hilfe gehen. 🙂

      LG,
      Anne

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  8. Du hast dich weder vom Wetter noch von deinen Gräten von den beiden Läufen abhalten lassen – gut so! Wenn Nicht-Laufen nicht hilft, hilft Laufen vielleicht. Für den Kopf hilft es auf jeden Fall.
    Vorsichtig weitermachen – ich drücke die Daumen!
    lG
    Ralph

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    • @Ralph: Vom Wetter lassen wir uns eh nicht abhalten – Extreme wie Sturm, Gewitter und Glatteis ausgenommen. 😉 Und vorsichtig bleibe ich auf jeden Fall! Danke und lG,
      Anne

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  9. Wie Thestral schon sagte:“Wenn nicht laufen nicht hilft, hilft laufen vielleicht.“
    (…deutlich als Zitat gekennzeichnet 😉 )
    Und Rumgehoppel, bei dem man auf diverse Gedanken kommt, Dinge ordnet oder sich einfach mal entspannt ist doch durchaus erfreulich.
    Vom Wetter lassen wir uns eh nicht abhalten? Ich heute schon. Mit Null-Bock-Stimmung aufgestanden, rausgeschaut, Pausentag eingelegt. Der Alltag ist schon stressig genug. (Kann man da nicht mal pausieren?)
    Vermutlich machst du es teilweise mit deinen (Nicht-) Möglichkeiten wie ich. Nächsten Lichtblick raussuchen, darauf zusteuern. Und im Zweifelsfall auch mal Augen zu und durch.
    Halt die Ohren steif, es wird besser. Und hoffentlich ganz schnell auch wieder wärmer. 🙂
    LG Birthe

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    • @Pippi: Aber ja das Quellenverzeichnis nicht vergessen! 😉
      Genau, alles wird besser, alles wird wärmer, alles wird heller, alles wird gut! So einen kleinen Hänger und einen Extra-Pausentag darf man sich gern mal gönnen. Aber dann dnkt man wieder an die nächsten Lichtblicke und kommt wieder „auf Kurs“!

      LG,
      Anne

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  10. Schlammige matschige Wege zum herum hoppeln, schön wäre es wenn die Wege hier auch so wären. Hier sind sie hingegen eisig, oft ordentlich glatt. Heute Morgen oder Vormittag wo ich laufen wollte, da waren hier im kalten Norden unter -5° dafür bin ich nicht (aus)-gerüstet und habe daher auf das Laufen heute verzichtet. Es darf ruhig mal Frühling werden.

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    • @Bernd: Brrrrr! Bei Eisglätte ist Laufen ohne die entsprechende Ausrüstung wirklich zu gefährlich! Ich hoffe SEHR, dass sich das wieder legt … bei uns war’s heute auch weiß draußen, zum Glück aber nicht ganz so kalt.

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