Hemmungslos ausgenutzt

… habe ich die Tatsache, dass ich mir in dieser Woche meine Arbeitszeit etwas freier einteilen kann. Unter einem Spätnachmittagshimmel, der leider nicht mehr ganz so blau ist, wie von Herrn Midlifecrisis dokumentiert, aber immer noch babyblau leuchtet, ist wahrlich gut laufen! Allerdings nicht „im Wald und auf der Heide“: Der Heimweg am Apfelgarten vorbei führte über Eisflächen  mit einer dünnen Schmelzwasserschicht darauf  – einige Male konnte ich nur knapp ein Ausrutschen vermeiden. Vor diesem Untergrund würden selbst meine Spikes kapitulieren. Stattdessen mache ich mich in normalen Laufschuhen durch die Stadt auf in Richtung Mosel.

Garminchen zickt mal wieder und behauptet, sein frisch geladener Akku sei leer. Unzuverlässiges kleines ####! Eine letzte Chance bekommt es noch. Aber wenn sich das wiederholt, wird das Gerät eingeschickt. Heute muss es ohne gehen – und geht natürlich auch! Etwa eine halbe Stunde alle zwei bis drei Tage, das ist das Pensum in den nächsten zwei Wochen, gestern auch vom Doc abgesegnet – natürlich immer unter der Voraussetzung, dass keine Beschwerden auftreten.

Der Leinpfad an der Mosel ist noch immer oder schon wieder wegen Hochwassers abgesperrt. Aber noch ist mein Gluteus Maximus ja nicht zu dick geworden, um mich zwischen den Gitterstäben hindurchzuzwängen oder einfach über das Gatter zu klettern.

Hier auf dem stadtseitigen Ufer sind Schnee und Eis fast ganz verschwunden. Nur ein paar Schlammreste vom Weihnachts-Hochwasser beeinträchtigen den Laufgenuss. Ansonsten lässt das milde Licht der tief stehenden Sonne die Wiesen goldgrün leuchten und zeichnet einen weichen Läuferinnenschatten auf den Damm, der die Stadt vor den Fluten schützt.

An der Römerbrücke biege ich wieder ab in die Stadt. Während unten am Fluss schon fast frühlingshafte Atmosphäre herrscht, hier ein ganz anderes Bild: Die Barbarathermen noch immer unter einer dicken, gänzlich unberührten Schneeauflage. Morgen wird wohl auch die in den angekündigten Regenfluten versinken. Aber ich bin sicher, das war längst nicht das letzte Wort des Winters!

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12 Gedanken zu “Hemmungslos ausgenutzt

  1. JAAAAA! Den Luxus der freien Zeiteinteilung wusste ich so sehr zu schätzen! 🙂
    Dass der „große Gesäßmuskel“ auch in meinem Beitrag gelandet ist, ist natürlich ken Zufall, war ich doch vorher schon im Bloggerland unterwegs … dein Beitrag geisterte noch in meinem Kopf rum und die Formulierung passte dann gerade so schön!

    Halt durch, bald ist Feierabend (hoffe ich doch 8) )! Ich muss gleich daheim nochmal ran.

    Liebe Grüße
    Anne

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  2. Was ich außer der Tatsache, dass du und midlifecrisis in einem Ort wohnen und sich sogar rein zufällig treffen, bemerken muss, dass ihr beide heute auch ein gemeinsames Thema habt, es handelt sich um den Gluteus maximus, den ihr beide heute erwähnt – noch irgendwelche Gemeinsamkeiten ?

    Die Römerbrücke erinnert mich an Heidelberg – ansonsten habt ihr ja kaum noch Schnee, der wird ja, wie angekündigt , euch hoffentlich kein unerwünschtes Hochwasser bringen.

    Wie dem auch sei, es war schön, die Sonne schien, die Welt sieht gut aus, gell, liebe Anne ?

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  3. @Margitta: Wir sind beide Läufer! 8)

    Die Römerbrücke ist natürlich viiiiel älter als die in Heidelberg … mit der gewissen Ähnlichkeit hast du natürlich recht. Das Hochwasser wird uns wohl kaum erspart bleiben. Ich hoffe für die Anwohner, dass es nicht allzu wild wird.
    So gaaanz gut sieht die Welt (gerade läuferisch) nicht aus, aber ein klein wenig heller und sonniger war sie heute – das habe ich genossen! Ebenso wie ihr euer Gestapfe im Schnee, liebe Margitta! 😉

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  4. Dein Garminchen zickt rum? Das sind bestimmt die Auswirkungen davon, dass es im Sommer alleine in der Mosel schwimmen war. 😉
    (Meine behauptet steif und fest, ich hätte beim Silvesterlauf ca. 100 Höhenmeter bewältigt. Bin auf der letzten Runde quer über St. Gangolf geklettert. 🙂
    Der Gluteus maximus wird morgen garantiert meckern. Die einzige wirklich schneefreie Strecke in der Nähe eignet sich vorzüglich für bergauf-Intervalle.
    Der blaue Himmel ist inzwischen der Dunkelheit gewichen. Die Geräusche vom Dachfenster sagen: Regen und Tauwetter (vorübergehend?) sind bei uns angekommen.

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  5. Gluteus maximus ?! Boah was ihr für komplizierte Sachen habt. Und was für ein Training macht man daß der dicker wird? Ist doch ein Muskel!
    Icdh hab nur einen ordinären Bauch! Der ist auch dicker geworden. Aber nicht die Muskeln 😉

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    • @Matthias: Was man tut, damit der Gluteus maximus dicker wird? Man polstert ihn durch die überreichliche Aufnahme von Weihnachtsplätzchen, Schokolade etc. Bei Bewegungsmangel braucht man noch nicht einmal so viel überflüssiges Zeug zu futtern, da reicht schon normale Ernährung, um die Fettzellen wieder zu füllen. 😦 Was Männern ihr Bauch, sind Frauen Oberschenkel und Po! 8)

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  6. … das wollte ich nicht so direkt schreiben. „Dicker Gluteus maximus“ klingt für mich einfach weniger abstoßend als „fetter A###“! 😉

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  7. Du konntest den gestrigen Sonnenschein ausnutzen, schöööön 8) !
    Ein wenig neidisch bin ich da schon.
    Sind das an der Mosel nicht noch immer die Absperrungen, die da auch im Hochsommer rumstanden? Ich glaube fast, die stehen da immer.
    Wenn Garminchen weiter zickt, mache kurzen Prozess und schicke sie ein. Ich drücke die Daumen, daß sie sich wieder fängt.
    lG
    Ralph

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  8. @Ralph: Deinen Neid kann ich verstehen! Ein ganz kleines bisschen habe ich mich auch für meine Privilegien geschämt! 😉
    Einige der Absperrungen stehen noch vom Sommer her, das sind allerdings die an der Pegel-Baustelle (die Baustellen-Schilder waren wohl gerade alle, da hat das Bauamt die Hochwasser-Schilder genommen 🙂 ). Aber die Absperrungen der Treppen und Wege an der Römerbrücke sind tatschlich ein Saisonphänomen. 8)

    LG,
    Anne

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