Entengang

Bääääh, was ist das grau heute früh! So der erste Gedanke beim Blick nach draußen. Temperaturen um die Null Grad, wie auch an den Tagen zuvor. Das Tauwetter hat schon große Lücken in das Weiß (und Gelb 😉 )  auf den Wiesen gerissen. Noch Winter – aber irgendwas ist anders: Zum ersten Mal seit ichweißnichtwann höre ich das muntere Gezwitsche der Vögel, als ich das Haus verlasse. Nein, von Frühling reden wir nicht! Trotzdem …

Ein vorsichtiges halbes Stündchen heißt die Devise! Runter zur Mosel und wieder hinauf, in der Hoffnung, dass die Fußwege gut belaufbar sind. Was den Weg von der Haustür bis zur Straße angeht, trügt die Hoffnung nicht. Aber dann … nachts war es kälter als ich dachte. Dazu die hohe Luftfeuchtigkeit. Die Folge: Tückisches Glatteis auf vielen scheinbar gut geräumten Straßenabschnitten!

Zum Glück dringt die Sonne mit aller – noch nicht allzu großen – Kraft durch das Nebelgrau. So erkenne ich am Glitzern des Untergrunds, wo besondere Achtsamkeit geboten ist. Eher tippelnd als laufend, mit verkrampft angewinkelten Armen passiere ich diese Abschnitte. Muss ziemlich bescheuert aussehen, mein Entengang – zum Glück sind erst wenige Menschen unterwegs, die  darüber schmunzeln könnten.

Schade, dass die Konzentration meist auf den Weg gerichtet sein muss. Denn vor mir taucht der noch verschneite Markusberg mit seinem Kapellchen und dem Dorf aus dem Nebel auf. Die grauen Schwaden, das strahlende Weiß des Schnees und das Blassblau des Winterhimmels ergeben ein zauberhaftes Bild. Vor meinen Füßen dagegen das obligatorische Silvester-Elend: Müll ohne Ende: Raketenabschussrampen, Knallerreste, Sektflaschen, Plastik, Pappe, Dreck!

Auf dem Radweg oberhalb der Mosel zwei andere Läufer, ansonsten herrscht noch Sonntagsruhe – das große Faulenzen und Auftanken, bevor morgen das Arbeitsjahr beginnt.  Watschelnd passiere ich auch die besonders glatten Stellen auf der Brücke hinab Richtung Sankt Matthias. Schnell noch durch die Saarstraße, schnaufend den Hopfengarten hinauf, Belohnungsbrötchen organisiert – und als die Ente endlich heimgewatschelt ist, hat die Sonne schon fast gewonnen!


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19 Gedanken zu “Entengang

  1. Bin gerade auch (sogar ein ganzes) Stündchen durch den Matsch gewatschelt! Zuvor allerdings zwei Gottesdienste georgelt – wenn ich da heimkomme ist die gefährliche Alternative immer Sofa oder Laufen. Gelingt mir das Letztere bin ich danach zufrieden 🙂
    Und das Sofa kommt jetzt. Belohnungsbrötchen gibts bei mir auch – und Belohnungskakao

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    • @Matthias: Tapfer – ganz herzlichen Glückwunsch! Sofa kommt bei mir jetzt an die Reihe, dazu ein Weihnachtstee. 8)

      @Ralf: Danke dir! 22 km auf rutschigem Untergrund, alle Achtung! 8) Ich habe im Nachhinein gedacht, ich wäre besser mit Spikes auf den komplett vereisten Wegen gelaufen als mit normalen Laufschuhen auf wechselndem Belag. Egal! Und die Sonne hatte ich eben noch beim Spazierengehen. Kalt ist es allerdings nicht, eher frühlingshaft. 😉

      @Margitta: Tja, den eleganten Laufstil schulen wir bei anderen Bedingungen – jetzt ist „Heil-Ankommen“ das Wichtigste! Momentan freue ich mich über jedes Kilometerchen, bleibe aber natürlich sehr vorsichtig und lasse mir viel Zeit beim Versuch, wieder ins Läuferinnenleben einzusteigen. Das nächste Läufchen folgt frühestens am Dienstagabend, wahrscheinlich erst am Mittwoch. 🙂
      Diese Müllberge zu Silvester sind echt ein Elend. Toll, dass du dir nicht zu schade bist, einen Teil der Hinterlassenschaften einzusammeln. Auf dem Spielplatz traf ich eben auch eine Frau, die eine ganze Tüte Knallerreste zusammengeräumt hatte – ich bin allerdings nicht sicher, ob es nicht die eigenen waren! 😉

      LG,
      Anne

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  2. Zunächst erstmal alles Gute für das neue Jahr!

    Bei uns ist es sonnig, allerdings kalt, sa dass alle Wege und Nebenstraßen komplett vereist sind (soweit sie überhaupt schon geräumt sind). Trotzdem sind es immerhin 22 km geworden, alles was uns nicht tötet, macht uns nur noch härter 😉

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  3. Das Watscheln kommt mir sehr bekannt vor, diese Art des Laufens und Gehens begegnet mir derzeit täglich, gerade auch heute wieder, alle versuchen, möglichst heil über das Eis zu kommen.

    Gräme dich nicht, lieber Watschelgang, als unsanft mit dem Boden in Berührung zu geraten.

    Ja, der Müll, auch dieses Problem haben wir wohl überall, kann man nur hoffen, dass es bald von offizieller Seite entsorgt wird, die, die für diese Schweinerei verantwortlich sind, scheren sich einen Dreck darum, und ich bin dumm genug, am Strand für Sauberkeit zu sorgen, aber nicht zu schade, sonst bleibt er ewig hier liegen.

    Schön, dich vorsichtig auf der Piste zu wissen, freue mich, wenn du wieder laufen kannst/darfst ! 8)

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  4. Mein Watschelgang kommt gleich noch. Zum Glück darf ich in der Sonne raus. „Wiedergutmachungslauf“ für ein ausgiebiges Frühstück bei Freunden. 🙂
    Ich bin allerdings nicht sicher, ob das Watscheln gleich nur am rutschigen Untergrund liegt. 😉
    Hinter dem Haus haben wir schon selber aufgeräumt, vor dem Haus lag erstaunlicher weise gar nichts. Da hat anscheinend ein fleißiger Nachbar weiträumig sauber gemacht. Aber manche Stellen, die man so passiert sehen wirklich schlimm aus. Schade, dass die Menschen nach dem Spaß anscheinend direkt vergessen, dass sie auch beteiligt waren.

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  5. @Birthe: Ach komm, soo umfangreich werden die Portionen nicht gewesen sein. Wenn Du watschelst, dann nur wegen des glatten Untergrundes – war bestimmt toll in der Sonne! 8)

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  6. So eine Belohnung nach einem Lauf-herrlich. Ich kann richtig die Brötchen riechen!
    Heute hatten wir die Sonne und die mussten wir genießen!
    PS: Alisha hat es in der ganzen zeit nicht einmal geschafft an die Mosel zu gehen. Sie kennt sie nur von der Autobahn 😉 Die Jugend halt!

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  7. @Martin: Mittags war’s wirklich toll im Sonnenschein – ich war auch noch ein wenig draußen. Was Alisha und die Mosel angeht: Jugend + Nichtläuferin, da fehlen die Anreize! Aber das wird noch … spätestens im Juli zum Moselfest mit dem großen Feuerwerk. Oder an einem der ersten warmen Vorfrühlingstage. Die lassen sich hervorragend auf einer der Terrassen der Zurlaubener Lokale genießen. Vielleicht solltest du deine Tochter mal an einem schönen Märzwochenende dorthin ausführen! 8)

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  8. Die Sonne war nur noch halb da. Leuchtend gelborange. Schöööön. Das Gewatschel hielt sich in Grenzen. Ich dachte da auch eher an meine schmerzenden Beine als an das Frühstück. Mein Stoffwechsel ist inzwischen recht aktiv. Zwei, spätestens drei, Stunden später habe ich doch eh wieder Hunger, 😉
    Heute früh (im Dunkeln, als bei euch gerade der Sperrmüll abgeholt wurde. Wann sind endlich die blöden Ferien zu Ende?!? Ich will wieder im Hellen laufen.) war ich an der Mosel. Der Leinpfad scheint mit strahlender Unterstützung der Franzosen fast schneefrei zu sein. Ich habe es allerdings nicht getestet, da ich mich da unten im Dunkeln nicht unbedingt wohl fühle.

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    • @Birthe: Na gut, nach der Rennerei dürfen „dicke Beine“ auch sein – dagegen hilft ein lockeres Läufchen am besten! 😉
      Der Leinpfad ist im Dunkeln wirklich nicht so angenehm. Ich benutze ihn trotzdem, aber durchaus mit einem mulmigen Gefühl. Da bin ich im Tiergartental weniger unsicher, obwohl es dort eigentlich viel einsamer und „gefährlicher“ ist!

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  9. Die Stimmung gestern war wirklich traumhaft – Nebel, Schnee und Sonne 8) .
    Momentan kommt man nur mit besonderem Laufstil sicher durch. Hauptsache heil ankommen! Und das ist dir erfolgreich gelungen.
    lG
    Ralph

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    • @Ralph: „Besonderer Laufstil“ – ein Euphemismus für dieses Herumgeeiere! 😉 Aber gut und sicher ankommen ist entscheidend, da muss die Eleganz hintenan stehen!

      LG,
      Anne

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  10. Endlich, seit Monaten (und ich übertreibe nicht) komme ich wieder mal dazu, in Ruhe deinen Blog nachzulesen, und die vielen Bilder zu geniessen.
    Ich wünsche Dir ganz herzlich ein erfolgreiches 2011, was das Berufliche und Private, inklusive das Laufen anbetrifft. Auf dass du deine läuferischen Probleme bald bewältigst, und es vielleicht auch mal wieder für ein gemeinsames Läufchen reichen wird.
    Wir sind ja offen für alles 😉
    Mit vielen lieben Grüssen aus ebenso klirrender Kälte dank Biese,
    Marianne

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  11. Hallo, liebe Marianne! Da erwidere ich doch gleich deine lieben Zeilen: Auf dass 2011 für dich in ruhigeren Bahnen verlaufen und dir mehr Zeit für die schönen Dinge des Lebens lassen möge! Gesundheit, Zufriedenheit und viel Laufspaß gibt’s als gute Wünsche obendrauf.
    Vielleicht klappt’s ja in der zweiten Jahreshälfte tatsächlich mal wieder mit einem Treffen bei einem „offiziellen“ Lauf. 🙂 Die erste Jahreshälfte habe ich komplett abgeschrieben, was Wettkämpfe angeht, um mir keinerlei Druck zu machen beim Versuch des Wiedereinstiegs!

    Liebe Grüße
    Anne

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  12. Nach meinem gestrigen Eiertanz, bin ich der f e s t e n Überzeugung, dass diese Art sich fortzubewegen sich irgendwann in einen superdynamischen, kräftigen Laufstil verwandeln wird….Sicher!!! Also durchhalten….!
    Liebe Anne, ich wünsche dir ein ganz gutes und vor allem glückliches 2011.
    Alles wird gut!!!

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    • @Marga: Dein Wort in Gottes Ohr … der Tanz geht heute oder morgen weiter, mal sehen, wie lange es dann dauert, bis die Dynamik sichtbar und spürbar wird! 😆 Auch dir ein gesundes, erfolgreiches und zufriedenes (Lauf-)Jahr 2011!

      LG,
      Anne

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