Kriechkälte

Der Himmel sieht so harmlos hellblau-wolkenbetupft aus. Und das Schneeparadies vom Donnerstag hat sich in frühlingsgrüne Wiesen mit kräftigen Matschbeimengungen verwandelt. Das Thermometer zeigt zwar niedrig einstellige Werte, aber herrje, wer wird denn empfindlich sein? Es ist perfektes Radwetter!

Denke ich. Und relativiere diese Sichtweise auf den ersten Kilometern. Iiiih-bäh, die feuchte Kälte kriecht in alle Knochen, zieht durch die Handschuhe, unter den Helm, in die Lücke zwischen (winddichter) Radhose und Schuhen. Aber nachdem ich den Buff über den Kopf und die Ohren gezogen habe, komme ich doch auf Betriebstemperatur, beginne mich wohlzufühlen und habe wieder einen freieren Blick auf die Umgebung.

Und die sieht nass und angeschmuddelt aus. Das Moselhochwasser hat sich zurückgezogen. Was bleibt, sind Schlammreste und Treibgut. Und große Pfützen natürlich, um die ich Slalom fahre, um nicht die Gassi- und Spaziergänger auf dem Uferpfad zu duschen. Zwar wäre ich im Zweifelsfall schnell aus der Reichweite der zu Recht Empörten verschwunden, aber ich muss mich ja nicht unbedingt in die Riege der Radrüpel einreihen.

Bis zur Eisenbahnbrücke in Zewen geht’s, dann mit einem Schlenker Richtung Straße nach Wasserbillig zurück. Auf einem Sträßchen voller Pfützen, die über die gesamte Wegbreite reichen und sozusagen kleine Überraschungseier sind: In jeder 7. Pfütze findest du ein tiefes Schlagloch. 😉

Meinerseits kräftig geduscht und schlammbespritzt strample ich bergauf Richtung Mattheiser Weiher, nicht ohne mich über einen Autofahrer zu ärgern, der 15 cm Sicherheitsabstand beim Überholen für vollkommen ausreichend hält. Endlich mal wieder etwas sportlich anmutende Bewegung im Freien gehabt!  Auch wenn bei dieser Kriechkälte das Laufen die angenehmere Fortbewegungsart darstellt: Radeln ist sehr viel besser als nix!

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14 Gedanken zu “Kriechkälte

  1. Beim Radfahren im Winter wird’s wirklich extrem schnell kalt und sobald die Temperaturen um den Gefrierpunkt rumgeistern, reichen sogar die einfachen Neopren-Handschuhe nur noch für kurze Strecken. Für längere empfehlen sich entweder Doppellagen oder Skihandschuhe. Für die Füße Neopren-Füßlinge für über die Schuhe zu ziehen.

    Und ganzkörpermäßig der Power-Zwiebellook mit möglichst winddichter Unterwäsche, Thermohose oder langer Unterhose, Stirnband, Mütze unterm Helm etc.

    Im Winter brauche ich im Büro erstmal locker 5 Minuten fürs Umziehen, wenn ich ankomme. Ist schon lästig – aber ohne ist’s einfach zu kalt. Und das, obwohl man manchmal am gleichen Tag mit dünnem Hemdchen und ärmelloser Weste LAUFEN könnte … sind einfach komplett anderer Temperaturwelten.

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    • @Lizzy: Winddichte Jacke und Hose hatte ich zum Glück! Das Hauptproblem waren die Finger – künftig bei solchen Bedingungen nur noch mit 2 Paar Handschuhen! Am Kopf wurde es besser, als ich den Buff hochgezogen hatte. Nur die Füße – hast du vielleicht einen Tipp für einigermaßen haltbare Neopren-Überschuhe, die nicht gleich ein Vermögen kosten?

      Tja, beim Laufen kommt man wirklich mit deutlich weniger Klamotten aus! 8)

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  2. Na, radfahren – und dich von Weicheiern wie mir vom Sofa aus bewundern lassen! 🙂 Was ist denn mit dem Paddeln – geht das auch nicht? Ich hatte schon gehofft, dass nach deinem „illegalen“ Läufchen kürzlich langsam Besserung eintritt…

    Gar-nicht-gelangweilte-aber-gemütliche-Sofa-Grüße aus dem Alpenland, Giegi

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  3. Paddeln geht, aber nur sehr vorsichtig, weil dadurch Druck auf den Fuß kommt. Und an der frischen Luft zu sein macht einfach mehr Spaß. Gepaddelt wird unter der Woche, wenn ich im Dunkeln aus dem Haus gehe und im Dunkeln heimkomme. Doch ja, gaaanz langsam wird es besser. Aber in dieser Woche habe ich doch – notgedrungen – einige Strecken zu Fuß zurückgelegt, und das gefiel selbigem gar nicht, so dass ich sicherheitshalber auf das Laufen verzichtet habe.

    Genieß die Gemütlichkeit – ganz liebe Grüße
    Anne (die jetzt auch auf’s Sofa krabbelt)

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  4. Das ist eine gute Verteilung – und ich finde dich supervernünftig! Das wäre doch gelacht, wenn du nicht spätestens, wenn dieses grauenvolle Wetter vorbei ist, wieder loszockeln könntest! Schnegge, das wird – und bis dahin beeindruckst du deine Bloglesefreunde mit solchen Hardcore-Aktionen! Ich lese auch da gerne hin – aber noch ein bisschen lieber bei deinen Laufberichten!

    Liebe Grüße und Genesungswellen von Couch zu Couch 😉
    Giegi

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    • Ach, hier ist das Wetter gar nicht grauenvoll. Bisschen kalt eben und dadurch „unpraktisch“, bisschen nieselgrau und windig gestern, aber wirklich nicht so eklig, dass es Anlass zum Jammern gäbe. 😉

      Daaaanke für die Genesungswellen, ich spüre sie schon ankommen! Vielleicht mache ich diese Woche mal wieder ein kleines Läufchen, damit du was Nettes zu lesen bekommst. Heute und morgen sicher nicht … aber am Mittwoch habe ich nachmittags eine Sitzung; ich glaube, da muss ich mich hinterher mit etwas Schönem belohnen. Aber nur, wenn der Fuß wirklich will. 8)

      Liebe Grüße
      Anne

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  5. Radeln ist besser als nix – aber hallo, es ist Bewegung im Freien – und das bei niedrigen Temperaturen, wo einem normalerweise das Hinterteil und die Hände drohen ab zu frieren, und da gibt es Menschen, denen das Freude bringt, das soll einer mal verstehen !!

    Schön, Anne, ich denke, wir alle verstehen dich sehr gut und empfinden mit dir ! 8)

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  6. @Margitta: Tja, der Spruch „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung“ gilt auch beim Radeln. Allerdings finde ich es schwieriger als beim Laufen, die richtige Kleidung zu finden – da ist mein Schrank wohl nicht gut genug sortiert. Was soll’s, ein wenig habe ich gefroren zu Beginn, aber ich hab mich draußen bewegen können – das war wichtig! 8) Danke!

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  7. Endlich durftest du dich wieder draußen austoben 8) ! Ich fand es gestern beeindruckend, wieviele Radfahrer unterweg waren. Aber es war ja die erste schnee- und hochwasserfreie Gelegenheit seit Tagen.
    Schön, daß du sie nutzen konntest.
    lG
    Ralph

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    • @Ralph: Mir fiel auch auf, dass sehr viele (Renn-)Radler untewegs waren. Die Jungs und Mädels waren bestimmt „auf Entzug“ und genau wie ich glücklich, das die Wege endlich wieder befahrbar waren!

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  8. Mir war gestern bei meiner Runde mit dem Rad nicht kalt geworden, das mag auch daran liegen das ich nicht so schnell fahre und kalter Fahrtwind so nicht durchdringen kann, zudem war ich schön dick angezogen, habe jedoch nicht geschwitzt. Das war gestern auch die letzte Gelegenheit, heute ist hier wieder alles weiß und glatt. Schön das Du gestern auch mit dem Rad unterwegs sein konntest.

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    • @Bernd: „Knackpunkt“ waren bei mir Kopf und Hände. Dank Buff hatte ich das Problem „Kalte Ohren“ schnell im Griff. Aber die Hände .. beim nächsten Mal zwei Paar Handschuhe, d.h. die dünnen Laufhandschuhe und darüber die dickeren Radhandschuhe, das sollte eigentlich schon helfen. – Bin gespannt, wann bei uns der Schnee kommt, kalt ist es schon!

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