Taub

… ist mein Fuß jetzt für ein paar Stunden. Der Arme hat heute richtig was mitgemacht: Betastet, gedrückt, gequetscht, hin und her bewegt, ultraschalldurchleuchtet, geröntgt, gespritzt, mit Gipssohle versehen und von selbiger wieder befreit.

Im Ultraschall zeigte sich ein Abklingen der Schleimbeutelreizung. Weil der Druckschmerz und das Ziehen in der Plantarsehne aber deutlich spürbar sind, gab’s ein kleines, intimes Fotoshooting mit einer sehr netten Sprechstundenhilfe. Das Resultat: Keine Haglund-Ferse, aber ein auch für Laien wie unsereins auf dem Bild sehr gut erkennbarer plantarer Fersensporn.

Aha! 😦 Und nu?

Traumeel als Spritze in den Fuß, um die Entzündung endgültig zum Verschwinden zu bringen. Nicht schmerzhaft, nur unangenehm brennend. Und in der Folge ein paar Stunden lang ein taubes Gefühl wie nach einer Betäubung beim Zahnarzt. Nächste Woche noch einmal diese Prozedur, fünfmal insgesamt.

Außerdem Einlagen mit Weichbettung der Ferse für die Alltagsschuhe. Daher beide Fußsohlen für einen Abdruck eingipsen und wieder auswickeln – ich hatte Glück, dass der Experte just am Dienstag  in der Praxis ist, so konnte ich mir einen Gang ersparen. Die Einlagen soll ich drei Monate tragen. Erst dann – sofern es was bringt – steht die Entscheidung an, ob Sporteinlagen sinnvoll wären.

Ach ja, und wie sieht’s mit dem Laufen aus? Hab ich selbstverständlich sofort gefragt! 8) Schwimmen wäre besser, Radeln ebenfalls. Wenn ich’s aber partout nicht aushalten kann, darf ich laufen. Natürlich nur so viel, dass die Probleme nicht zunehmen. Nicht in den Schmerz hineinlaufen. Und nach wie vor regelmäßig kühlen.  Ebenfalls auf konkrete Nachfrage: Vorsichtige Fußgymnastik, Dehnen der Fuß-, Waden- und Beinmuskulatur  kann und soll ich weiter machen, all‘ das kann in Maßen betrieben auch nicht schaden. Und der Igelball darf  unter dem Schreibtisch bleiben, damit ich gelegentlich mit der Fußsohle darauf herumrollen kann. Klingt doch gar nicht so schlecht, bei aller dringend  gebotenen Vorsicht und Zurückhaltung! Oder?

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20 Gedanken zu “Taub

  1. Klingt sogar sehr gut, meiner nicht maßgeblichen Meinung nach 🙂 !
    An Fersensporn dachte ich zeitweise bei deinen Schilderungen auch. Besonders, nachdem wir dieses Thema im Lauftreff in letzter Zeit öfter hatten.
    Die Geschichten der Betroffenen sind ermutigend. Sobald die Entzündung abgeklungen ist und die Einlagen da sind, kann (vorsichtig!) wieder gelaufen werden. Das sind jetzt Erzählungen von „Laufverrückten“. Ärzte geben vielleicht andere Ratschäge.
    Aber unsere Leiterin nahm nach 3 Monaten sogar wieder an Wettkämpfen teil und ein anderer Kamerad hielt auch nur eine kurze Laufpause ein.
    Ich drücke die Daumen, daß nach der Diagnose und durch die verordnete Therapie du bald wieder regelmäßig laufen kannst!
    lG
    Ralph

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    • @Ralph: Ich sah die Diagnose auch schon kommen, daher hat der Röntgenbefund mich nicht überrascht. An sowas wie „Wettkämpfe“, geschweige denn Marathon, denke ich im Moment überhaupt nicht mehr. Mein Ziel ist einfach, regelmäßig 2-3x pro Woche eine kleine Runde drehen zu können, um mich fit zu halten. Für alle weiter gehenden Ambitionen ist mein Körper in absehbarer Zeit nicht bereit – keine Ahnung, ob er überhaupt dafür geschaffen ist. Dankeschön, lieber Ralph! 8)

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  2. Gut….dass du nun genau weißt, was du hast….aber woher das Ganze kommt, steht in den Sternen?
    Und was ist mit deiner Rudermaschine? Auch erlaubt?
    Ach… am Besten wäre, du könntest bald wieder schön langsam mit dem Laufen anfangen…ich wünsch es Dir!
    Liebe Grüße
    Marga

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    • @Marga: So wie ich den Arzt verstanden habe, ist Schonen am Besten, danach kommt alles an Sport, was den Fuß nicht zu sehr belastet. Also werde ich gelegentlich mit niedriger Schlagzahl rudern, da hält der Druck sich in Grenzen. WEbenso werde ich gelegentlich mal eine halbe Stunde laufen so wie am Sonntag, wenn ich dabei keine Probleme kriege. Wenn die Beschwerden danach zunehmen, muss ich das halt bleiben lassen, da werde ich sicher vorsichtig sein. Dankeschön, liebe Marga! 8)

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    • Danke, Christian! Ob es wirklich ein Licht ist, muss sich zeigen! Fersensporn kann sehr langwierig sein und neigt dazu, immer wieder Beschwerden zu machen! Ich kann nur hoffen, dass ich durch viel Dehnen (auch nach einem Wiedereinstieg ins Laufen) und evtl. durch Einlagen die Plantarfascie dauerhaft entlasten kann.

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  3. Gut zum Kühlen kannst du ja noch ein paar Schritte im Schnee laufen- das wäre doch perfekt! Zum Fersensporn : Eine Läuferin aus unsere Gruppe leidet auch darunter und es ist wirklich nicht angenehm. Auch sie musste paussieren. Also lass dir Zeit-ist soweiso mistiges Wetter draußen!

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    • @Martin: Ich wollte schon jammern, wo ich denn den Schnee hernehmen soll – aber gerade schneit es hier wie bekloppt! Eigentlich sollte ich barfuß heimgehen! 😉 Ansonsten: Geduld und mir Zeit nehmen – du sagst es! Wäre halt eine schöne Zeit, um Grundlagen-km zu sammeln. Aber was nicht ist, … 😦

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  4. Natürlich hoffe ich sehr für dich, dass die Diagnose stimmt und Aussichten auf Heilung bestehen, aber nachdem, was sie mir dir alles angestellt haben, besteht Hoffnung,daran glauben zu dürfen.

    Nein, ich werde nicht mehr mit erhobenem Zeigefinger unterwegs sind, aber bitte trotzdem nicht übertreiben.

    Dann bin ich gespannt, wann du den Schmerzen für immer Ade sagen kannst.

    Viel Glück !
    Wie gut, dass es Winter ist, da wird es weniger schwer fallen, nicht zu laufen als im Sommer – oder ? ❓

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    • @Margitta: Leider ist das Problem mit Diagnose und Therapie allein noch nicht gelöst. Fersensporne neigen ja dazu, chronisch Beschwerden zu machen. Ich muss mich halt drauf einstellen, dass ich meinen Fuß dauerhaft sehr „pampern“ muss, damit die Reizungen und Schmerzen nicht immer wieder auftreten, da brauche ich mir keine Illusionen zu machen, auch wenn es mir mit etwas Glück natürlich besser ergehen könnte. Ob – auch bei SEHR vorsichtigem Wiedereinstieg und ganz langsamer Umfangssteigerung (da denke ich jetzt nicht in Dimensionen von Wochen, sondern von Monaten bis Jahren) – jemals „große Sprünge“ im Sinne ganz langer Läufe für mich drin sein werden, steht in den Sternen. 😦

      Vielleicht wäre die Pause im Somme noch schwerer. Aber so ganz auf Schneeläufe verzichten … 😦

      Danke, liebe Margitta! 8)

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    • @Evchen: Ach, ich schwanke zwischen ziemlicher Niedergeschlagenheit und eben jenem „milden Optimismus“. Auf jeden Fall ist es aber noch zu früh, um mich für die Makramee- und Bridgekurse in der VHS einzuschreiben. Ich hoffe weiter … 😉

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  5. Liebe Anne,
    so etwas in der Richtung hatte ich auch erwartet. Leider häufig eine sehr langwierige Angelegenheit, aber nichts, was dich für immer vom Laufen abhält. Auch wenn du wahrscheinlich in Zukunft viel vorsichtiger sein musst.
    Gerade jetzt im Schnee, ist doch eine schöne extra-Portion Dämpfung im Boden. 😉 Andererseits ist das Schnee-Gelaufe für die Sehnen natürlich nicht gerade eine Freude.
    Du wirst schon im Laufe der Zeit (aber erst mal mehr schonen als Laufen) schon einen „gesunden“ Kompromiss finden, was die Häufigkeit und Länge der Läufe angeht.
    Weiterhin gute Besserung und viel Geduld,
    Birthe

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    • Liebe Birthe,

      ja, leider zeichnete sich das ab. Jetzt sind eben viiiiel Vorsicht und Geduld gefragt. Und da mein Lebensglück nicht davon abhängt, mal einen Marathon gelaufen zu sein, wäre ich schon ehrlich froh und zufrieden, wenn das wieder mit regelmäßigem Laufen auf bloßem Hobby-Niveau hinhaut. 🙂

      Was die Schneeläufe angeht: Mal abwarten! Als ich eben durch knöcheltiefen Pappschnee und über festgetretene rutschige Schneereste stapfte, war ich fast ein wenig froh, bei diesen Untergrundverhältnissen nicht laufen zu „müssen“! 8)

      Dankeschön! 😉

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  6. Hallo Anne!
    Gut, jetz weißt du, was es ist. Nun heißt es trotzdem bzw. gerade deshalb wieder Vorsicht und Zurückhaltung, wenn ich das so richtig verstanden habe. Und das erstmal für eine längere Zeit.
    Da wünsche ich dir gaaanz viel Geduld und hoffe, dass sich nichts chronisches entwickelt.

    LG,Bianca

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  7. Hallo Anne,

    ich komme erst jetzt dazu, dir hier weiterhin viel Durchhaltevermögen zu wünschen. Der Winter ist sicher eine gute Zeit, um solche Verletzungen auszukurieren. Du machst das schon richtig und ich drücke dir weiterhin alle Daumen und Zehen!

    Liebe Grüße
    Rainer

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    • @Rainer: Dankeschön! Bei dem Matschwetter von gestern und heute fällt der Verzicht in der Tat nicht ganz so schwer. Vielleicht rudere ich heute wenigstens eine kleine Runde – im Arbeitszimmer steht ja zum Glück kein Hochwasser, das mich davon abhalten könnte! 😆

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