Ruder-Schnecke

Es wäre doch gelacht, wenn selbst kleine Schweineelche mir etwas voraus haben! Was die können, kann ich schon lange: Rudern!

Am Freitag vergangener Woche hatte ich es bestellt. Am Mittwoch bekam ich einen Anruf von der Firma. Und schon am Donnerstag wurde mein neues Spielzeug direkt in mein Arbeitszimmer geliefert: Ein Water-Rower! Nur zur Miete, darum auch kein Neugerät, sondern ein knapp 2 ½ Jahre altes gebrauchtes.

Verpackt in zwei Kartons kam es an: Zwei Schienen aus massivem Eschenholz in einem wunderbar warmen, goldbraunen Farbton. Dazu ein Fußbrett mit zwei Pads und Halteriemen, Rollsitz, Wassertank, eine Handvoll Schrauben, eine Strippe, ein Inbusschlüssel. Alles sehr sauber verarbeitet, macht einen ausgesprochen soliden Eindruck – „was für’s Leben“, könnte man sagen.

Die Montage ist leichter als die eines durchschnittlichen Regals Marke „Schweden-Krempel“ – binnen knapp 30 Minuten, wie in der Anleitung beschrieben, sitzt jedes Teil dort, wo es hingehört.  Auch das Befüllen des Wassertanks dauert mit Hilfe der mitgelieferten Pumpe nur wenige Minuten. 18 Liter habe ich drin. Wenn ich ein schwereres Boot simulieren will, kann ich nachfüllen. Aber für den Anfang langt’s. Noch eine der mitgelieferten Chlortabletten in den Tank, damit sich keine Algen im Wasser vermehren. Stopfen zu – fertig!

Und nun? Die Technik des Ruderns wird in einer beiliegenden Broschüre beschrieben. Zusätzlich gibt es – natürlich sehr viel hilfreicher! – auf der Firmenseite ein Video, in dem einzelnen Phasen der Bewegung erklärt und veranschaulicht werden. Auch YouTube hat das eine oder andere Filmchen zu bieten, in dem vor allem auf häufige Fehler hingewiesen wird. Und davon kann man eine ganze Menge machen – mit der Folge, dass sehr bald irgend ein Körperteil (meistens der Rücken, sei es die Lendenwirbelsäule oder die Schultern) die alles andere als  dezente Frage stellen wird, ob Rudern wirklich der richtige Sport für den Betreffenden ist.

Für einen Koordinationstrottel ohne nennenswerte Bauchmuskulatur stellen das Erlernen und korrekte Ausführen des Bewegungsablaufs eine echte Herausforderung dar! Die ersten Versuche habe ich daher gestern g-a-a-a-a-a-a-n-n-n-n-z-z-z laaaaaaangsam, quasi in Zeitlupe und mit sehr viel Aufmerksamkeit unternommen. Heute ging’s schon ein wenig flüssiger, noch immer mit niedriger Schlagzahl, aber schon ein halbes Stündchen. Eingestreut fünf intensivere Minuten, länger kann ich die schnellen Abschnitte nicht machen, dafür ist meine Technik noch zu unsauber. Aber das wird schon noch! Und macht bislang richtig Laune!

Advertisements

21 Gedanken zu “Ruder-Schnecke

  1. Ist leider alles andere als günstig: 9,98 € pro Woche, Mindestmietdauer 3 Monate, danach 1-monatige Kündigungsfrist. Alternativ kannst du behaupten, das Ding kaufen zu wollen. Dann kannst du es nämlich binnen 10 Tagen ohne Nennung von Gründen zurückgeben. 8)
    Das Mietgerät kann man übrigens auch kaufen, wenn man so begeistert ist, dass man es nicht mehr rausrücken will. Der Preis richtet sich nach dem Gerätealter beim Kauf und der bisherigen Mietdauer.

    Gefällt mir

  2. Wow, Anne. Das Teil sieht ja cool aus! Da bekommt man ja glatt Lust, sowas auch mal zu probieren. Aber alles geht ja nun wirklich nicht.
    Ich wünsche dir ganz viel Spaß damit!!!

    LG,Bianca

    Gefällt mir

  3. Nein, das gibt es doch nicht! Jetzt „mutiert“ meine liebe kleine Weinbergschnecke zur Ruderschnecke! Was mir persönlich natürlich sehr gefällt. Aber doch nicht auf einem künstlichen Rudergerät!! Wo Du doch live und direkt vor der Haustür, in einem echten Holz/-oder Kunststoffboot, auf einem sanft dahinfließendem und idyllischen Strom rudern kannst. Ich nehme Dich gerne mal mit! Aber nur in der freien Natur…auf solch ein Ruderergometer bringen mich trotz meiner Ruderleidenschaft keine zehn Schweineelche…auch wenn sie mich noch so lieb ankucken ;-). Solltest Du jedoch von der Ruderlust „gepackt“ werden, so bist Du herzlich zu unserem nächsten Ruderkurs eingeladen ;-)…bis dahin viel Spaß und Erfolg mit dem Trockenrudern 😉

    Gefällt mir

  4. Aha. Das ist also die kleine Überraschung. Ist eine gute Idee, sich so etwas erst einmal mieten zu können.
    Dann hab mal Spaß, liebe Anne! Auf geht’s. Ich beneide dich jetzt schon um deinen Waschbrettbauch 😉
    Liebe Grüße, Christine

    Gefällt mir

  5. @Bianca: Dankeschön! Nee, alles geht wirklich nicht. Wenn ich wieder laufen kann, wird dieses Maschinchen auch bei mir wieder kürzer treten müssen!

    @Michaela: Natürlich würde ich auch viiiiel lieber draußen rudern! Aber was soll ich machen? 😦 Ich hätte ja höchstens am Wochenende Zeit, zu euch zu kommen und die Mosel unsicher zu machen. Und das wäre mir zu wenig, denn ich brauche dringend einen sportlichen Ausgleich, solange ich nicht laufen kann. Schwimmen mag ich nicht und Radergometer ist mir zu langweilig. Nur dadurch bin ich auf die Idee mit dem Rudergerät gekommen. Wenn du trotz deiner Aversion gegen Trockenrudern mal mein neues Spielzeug ausprobieren willst – sehr gern! „Im Gegenzug“ kann ich mir sehr gut vorstellen, es mal in einem echten Boot zu versuchen. Da musst du mir dann als erstes die Technikfehler abgewöhnen, die sich vermutlich bei mir einschleifen werden. 8)

    @Christine: Es muss ja nicht gleich ein Waschbrettbauch sein! Ich wäre schon froh, wenn ich überhaupt wieder was davon merken würde, dass ich Bauchmuskeln besitze! 🙂

    Gefällt mir

  6. Hallo Anne,
    sehr edel, die Anmutung dieses Rudergerätes. Natürlich bietet es keinen Ersatz für einen schönen Lauf, aber die werden dir sicher auch wieder in hoffentlich nicht zu ferner Zukunft Freude bereiten. Und wer weiß, vielleicht hast du dann ja am sportlichen Ausgleich im realen Boot Geschmack gefunden.
    Und jetzt: Skull!!! ;o)
    Viel Spaß dabei
    Rainer

    Gefällt mir

  7. Ähem…ich will ja nicht unken, aber ist bei dir nicht so ein Fluss in der Nähe, auf dem man sowas betreiben könnte ? Ich würde dann auch am Ufer stehen und dich tatkräftig akustisch unterstützen 🙂

    Gefällt mir

  8. @Rainer: Doch, macht wirklich was her, das Ding! Aber Laufen ist doch was anderes … 8)

    @Martin: Ist ja nur zur Überbrückung gedacht, solange die Laufpause dauert. Natürlich wäre Rudern auf der Mosel netter (und ich höre deine Stimme schon vom Leinpfad herüberschallen 😉 ). Aber das geht nun einmal nur bei Tageslicht und wenn kein Hochwasser oder sonstwie schlechtes Wetter ist – mein Spielzeug kann ich daheim zu jeder Tages- und Nachtzeit benutzen. 🙂

    Gefällt mir

  9. Endlich ist dein Spielzeug da:-) ! Gut sieht es aus 8)
    Als Alternative zum Laufen, solange du nicht laufen darfst sicher gut. Und du hast den Vorteil, daß du nirgendwo hinfahren mußt.
    Ich hoffe, daß du die richtige Technik schnell lernst. Bitte nur langsam steigern, damit es nicht wie von dir beschrieben irgendwo anfängt zu zwicken.
    Vielleicht gehst du noch in die Sportgeschichte ein – als Erfinderin des Mehrkampfs Laufen + Rudern 😉
    Viel Spaß mit dem Teil!
    lG
    Ralph

    Gefällt mir

  10. Du hast es also wahr gemacht! 🙂
    Sieht ja interessant aus, das Teil.

    Für mich wäre das nichts, weil ich einfach nicht konsequent genug bin, zu Hause von selbst anzufangen und das durchzuhalten. Da würde mir tausend andere Dinge einfallen, die dringender sind. 😉

    Das mit dem Wassertank ist ja interessant. Den könntest du ja zur Weihnachtszeit auch mit Glühwein befüllen. 😉

    Ich bin gespannt, was du weiterhin berichtest. Ein halbes Stündchen zu Beginn ist schon sehr ordentlich. Ich kenne diese modernen Ruderteile aus dem Fitness-Studio, aber ich konnte mich nie so richtig dafür begeistern. Dann lieber Ellipsentrainer oder Ergometer oder – Laufband!

    Jedenfalls wünsche ich dir viel Spaß mit dem Teil und allzeit „gut schwitz“. 🙂

    LG Sabine

    Gefällt mir

  11. Danke euch beiden!

    @Bärbel: Ich krieg mein Boot nicht durch die Tür, also bleibe ich im Warmen! 😉 Für’s Erste bin ich bei Traumeel geblieben. Aber die Tube ist bald leer, dann wird zu härteren Drogen gegriffen! 8)

    @Sabine: Das mit dem Aufraffen fällt mir nicht so schwer – sollte sich das ändern, wird der Vertrag gekündigt und das Gerät zurückgegeben. Ergometer ist für mich echt die Pest, Ellipsentrainer sieht bescheuert aus … und Laufband is‘ ja nicht im Moment. 😦

    So, jetzt geh ich wieder darauf schwitzen – oder besser: Etwas sanfte Bewegung vor dem Einschlafen suchen. 8)

    Gefällt mir

  12. Das klingt ja alles sehr gut 🙂 – aber auch ein bisschen schwierig, so technisch gesehen? Anscheinend hat ja sogar der Aufbau schon Spaß gemacht. Besonders günstig finde ich die Miet-Idee, so kann man erstmal sehen, ob das auf Dauer Spaß und Erfolg bringt. Viel Vergnügen jedenfalls weiterhin – ich bin gespannt, wie es dir langfristig ergeht mit dem Parkettkajak 😉

    Viel Spaß noch, Giegi

    Gefällt mir

  13. @Giegi: Ich bilde mir ein, es ist technisch schon besser geworden – für einen einigermaßen motorisch begabten Menschen ist das Rudern nicht allzu schwer erlernbar, nur Leute wie ich brauchen etwas länger! 😉
    Hätte ich das Gerät gleich kaufen müssen, stünde es jetzt nicht in meiner Wohnung – für mich wurde es nur durch die Mietgelegenheit zu einer Option. Ob es ein Intermezzo bleibt oder ein dauerhafter Ausgleich – wer weiß?

    Dankeschön, liebe Giegi! 8)

    Gefällt mir

  14. Ja, das Ding sieht wirklich interessant aus. Und „Water-Rower“ klingt auch noch richtig nach was.
    Drinnen hast du den immensen Vorteil, Tageszeit-und Wetter-unabhängig zu sein.
    Und die Gefahr des Kenterns ist nicht gegeben. Diese schmalen Sportboote (egal ob Ruder-oder Paddelboot) sind nicht wirklich kippsicher. Oh nein. Und im November ist die Mosel verdammt kalt. In der Schule gab es eine Ruder-AG…..Ich weiß wovon ich spreche. 🙂
    (Der erste Schrei vom Ufer beim Wieder-Auftauchen: „Bring das Boot mit!“ )

    Viel Spaß. Bald machst du den Elchen Konkurrenz. Wenn die Zwangspause vorbei ist und du das nächste Mal bei Regen unterwegs bist, halte mal Ausschau nach den lästigen Viechern. Und dann lachst du sie aus wegen ihres jämmerlichen Ruderstils.
    😉

    LG Birthe

    Gefällt mir

  15. @Birthe: 😆 Interessante Prioritäten – Hauptsache, das Boot ist gerettet! Nein, nein, da bleib ich erst einmal lieber auf dem Trockenen! 8) Und dann lehre ich die kleinen Elche das Fürchten!;)

    Gefällt mir

  16. Hallo, liebe Ruderschnecke,

    ich bin sicher, aus der Schnecke wird in kürzester Zeit ein kräftiges, schnelles Rudern. Du hast es genau richtig gemacht, mollo, mollo, immer langsam voran, denn Übertreibung kann auch hier in die Hose gehen. Auch hier spreche ich aus eigener Erfahrung, habe vor vielen Jahren vor lauter Euphorie an diesem Gerät gerudert wie eine Bekloppte, um dann in der Beinkehle einen unangenehmen Schmerz zu fühlen, der mich längere Zeit gequält hat.

    Wichtig auch hier: Rücken gerade, aber das weißt du sicher !

    Und was machen deine Beschwerden ?

    Ganz liebe Grüße von der Ostsee ! 8)

    Gefällt mir

  17. Hallo, liebe Ostsee-Läuferin – soso, du warst auch mal dem Rudern verfallen! 8) Rücken gerade, genau, immer schön aus der Hüfte vorbeugen und zurück bewegen. Ellenbogen nah am Körper, Handgelenke gerade … man muss doch auf einiges achten, damit die Ruderei nicht zu Problemen führt.
    Natürlich ist auch der Fuß an der Bewegung beteiligt, und das ist ein weiterer Grund, es nicht zu übertreiben. Radfahren ist möglich, jeden 2. Tag rudern auch, insgesamt geht es langsam aufwärts, aber beim Gehen spüre ich doch immer wieder, das eben noch nicht alles ok ist. An Laufen sollte ich daher vernünftigerweise nicht einmal denken. 😦

    Ganz liebe Grüße zurück
    Anne 🙂

    Gefällt mir

  18. Pingback: leihweise | trailfrosch

  19. Pingback: Auf die Galeere | Weinbergschneckes Blog

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s