Kampfgeschwader

Ich bin reif für ein Läufchen! Der Nachmittag bot eine Sitzung, Motto „Wie viel Gelaber kann der Mensch ertragen?“. Und um das aus dem Kopf zu kriegen und gleich noch die letzten Sonnenstrahlen des Tages zu nutzen, muss es daheim fix gehen: Rucksack abwerfen, umziehen, schnell ein Glas trinken, während Garminchen auf dem Balkon die Satelliten „anfunkt“, und los!

Wärmer als erwartet ist es, die Mütze landet gleich wieder in der Jackentasche! An der Mosel laufe ich über die Brücke Richtung Zewen, weg vom Trubel der Stadt, um ungestört vor mich hin dackeln zu können.

An der Staustufe reißt mich wüstes Geschnatter aus meiner Bräsigkeit: Ein Gänse-Kampfgeschwader streicht unter lautstarkem Gezeter im Tiefflug über den Fluss und landet kräftig platschend nur wenige Meter neben mir auf dem Wasser. Keine Ahnung, was sie so aufgeschreckt hat. Ich bin nur froh, dass mich die wild gewordene Kompanie unbehelligt passieren lässt.

Die ganze Konzer Runde ist mir zu lang, 11 bis 12 Kilometer sollen reichen, denn der Ferse geht es bei Weitem noch nicht wieder richtig gut. Also wende ich am Yachthafen, wo munteres Treiben herrscht:  Boote werden geputzt, es wird aufgeräumt, alles winterfest gemacht. Na ja, eigentlich ist der Winter ja schon da, wenigstens war heute in der Frühe alles weiß gefroren!

Trotzdem erinnern die intensiven Farben daran, dass noch immer Herbst ist. Gierig versuche ich, all das Bunte und Helle aufzusaugen. Vor allem auf der Adenauer-Brücke lasse ich mir viel Zeit, laufe sehr langsam, um ausgiebig das Flusspanorama mit der Römerbrücke und den vielen leuchtenden Bäumen am Ufer zu genießen. Noch einmal ein zauberhafter Herbstlauf an diesem frostigen Oktoberdienstag. Danke!

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12 Gedanken zu “Kampfgeschwader

  1. Hallo Anne,

    ach wie werde ich da neidisch. Mein Ausflug heute reichte nur für einen kurzen Tankabstecher mit dem Auto von der Eurener Flur nach Wasserbillig und zurück. Aber was die Natur da in der Mittagssonne bot, war prächtig. Morgen früh, wenn ich wieder laufen gehen kann, werde ich vermutlich eher wieder den Nebel „genießen“ dürfen.
    Alles Gute nochmal für deine Ferse!
    Liebe Grüße
    Rainer

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  2. Tja, eigentlich ist noch Herbst – eigentlich. Der heutige Vormittag sah mit all dem rauhreifweiß eher winterlich aus. Und auch der Saarburger Hafen liegt weitgehend verlassen da – die Boote haben sich scheinbar in Richtung Mosel verzogen.

    Schön zu lesen, daß du dir heute in der schönsten Zeit des Tages ein Läufchen genehmigen konntst – und genossen hat 8) . Weiterhin gute Besserung für die Ferse!
    lG
    Ralph

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  3. @Rainer: Ja, ich habe ein riesiges Glück gehabt, heute noch einmal am Nachmittag raus zu können. Läufe bei Nebel und Minusgraden im Dunkeln haben ihren eigenen Reiz. Aber ganz ehrlich: So ein Lauf in der Herbstsonne ist doch schöner! 8) Viel Spaß heute früh!

    @Ralph: Ich bin gespannt, wann der Trierer Hafen „geräumt“ wird … alles Vorboten des Winters!

    Vielen Dank euch beiden für die Besserungswünsche!

    LG, Anne
    Anne

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  4. Da musste ich erst einmal nachlesen, was Bräsigkeit ist, das Wort kannte ich bis dato nicht, aber jetzt…….

    Du hast es gewagt, hast es gefühlt und die letzten (hoffentlich nicht !!) wärmenden Sonnenstrahlen und eine tolle Stimmung eingefangen.

    Wie einig wir und noch ein paar andere uns sind, herrliche Tage, die man in vollen Zügen (nicht wörtlich gemeint, schon gar nicht in diesen Streikzeiten !!) genießen sollte, und wir tun es !!

    Gute Besserung für deine leídige Ferse, beinahe hätte ich Verse geschrieben, sprich ihr doch mal liebevoll zu, das hilft bestimmt.

    Ach ja, liebe Anne, es geht uns gut, auch wenn mir manchmal einen auf den Deckel bekommen ! 8)

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  5. Huhu…
    das klingt nach einem sehr schönen Lauf. 🙂
    Beim mir ist es jetzt immer schon dunkel, das ich morgens um 6 Uhr laufe. Nur am WE kann ich noch im Hellen laufen.
    Aber Spaß macht es trotzdem. *G*

    Was ist das nur mit deinem Fuß?

    Fühl dich gedrückt!

    Mika

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  6. @Margitta: Genau, wir feiern die Lauffeste, wie sie fallen! Und wenn wir mal eines auf den Deckel bekommen, lassen wir uns nicht beirren.
    Meine Ferse ist glaube ich schwerhörig, liebevolles Zureden hilft nicht, ich versuch’s stattdessen mit Dehnen und vorsichtig dosierter Belastung. 😦 Ich mag deshalb nicht schon wieder zum Arzt rennen …

    @Evchen: Viele gute Gründe, weiter von Herbst zu reden! Und heute war auch schon gar nichts mehr weiß gefroren“ Und ich war gestern auch in 3/4-Tight unterwegs. Herbst! Eindeutig! 😆

    @Mika: Bei mir geht’s ab kommende Woche auch nur noch im Dunkeln! Aber auch das kann Spaß machen! Dankeschön – ich drück dich zurück! 🙂

    @Sabine: JA, überall, wo der Wind nicht hinkam, war es gestern toll! Schön, dass auch du das Wetter nutzen konntest!

    LG,
    Anne

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