Licht tanken

Die Tage sind verflixt kurz geworden. Und wenn sie dann auch noch so neblig und grau sind wie der heutige Vormittag, könnte man meinen, es sei November. Die Düsternis in Verbindung mit dem ersten Arbeitstag nach dem Urlaub zieht mich runter. Erst zum frühen Nachmittag hin reißt die dichte Wolkendecke auf. Sonne! Licht! Endlich! Und um 16 Uhr ist Feierabend. Nichts wie heim! Jetzt laufe ich Licht tanken!

Im Gegensatz zu den Autofahrern muss ich aber zum Tanken nicht einmal bis über die luxemburgische Grenze. Und – oh Wunder – es kost‘ nix! Nichts, nada, niente! Ich kriege soviel ich will, und das alles „für lau“. Nur ins Freie begeben muss ich mich dafür!

Leider gibt es das Licht nur noch als B-Ware, als ich mich gegen 16:30 Uhr auf die Socken machen kann. Die Sonne, die kurz da war, hat sich nämlich wieder verkrümelt. Stattdessen mattes Leuchten hinter dicken Wolken. Und es ist kälter als erhofft.

Na gut, wer zu spät kommt … muss ich halt etwas schneller laufen, damit mir warm wird. Dann nervt der Feierabendverkehr am Moselufer auch nicht so lange.  Die „Konzer Runde“ bringt trotzdem Laune: Immer wieder der Blick auf das Wasser und den noch recht sommerlichen Wald auf den gegenüber liegenden Höhenzügen. Auf dem Rückweg, fern der Straße, endlich noch mehr Muße, um ein wenig abzuschalten.

An der Staustufe eine große Gänseschar, auch das Nilganspaar mit seinen vier inzwischen gut entwickelten Jungen ist dabei. Die anderen, weißen Hausgänse sehen schon ziemlich wohlgenährt aus. Ob sie wohl Martini überleben? Ich befürchte das Schlimmste …

An der Adenauer-Brücke nehme ich Tempo raus, lasse austrudeln, dehne kurz. Als Nachschlag noch zwei entspannte Auslauf-Kilometer. Und schon stehe ich vollgetankt daheim – 16 Kilometer Licht müssen jetzt reichen bis übermorgen Abend.

Advertisements

7 Gedanken zu “Licht tanken

  1. *neid* Du schaffst unter der Woche ein Zeitfenster, um 16km zu laufen. Hachja…
    Damit das paßt, müßte ich erheblich schneller werden oder einen Teilzeitjob mit gleicher Bezahlung haben. Beides ist aktuell nicht zu erwarten. 😛

    So allmählich… Du wohnst an der Mosel, in der Nähe von Letzeburch. Sachemal, wohnst Du beim schwarzen Tor, Schneggie?

    Gefällt mir

  2. @Evchen: Ich habe (im Moment) einen Teilzeitjob, sonst würde ich das auch nicht hinbekommen! Und Nebenjobs, bei denen ich mir die Zeit frei einteilen kann. Da kann ich auch mal nachmittags laufen und dafür abends noch 2 Stunden arbeiten. 8)
    Yepp, geschätzte 2,5 km Luftlinie entfernt! 😉

    Gefällt mir

  3. Licht tanken – tolle Formulierung 8) !
    Das hat sich wohl bei mir für die kommenden Monate unter der Woche erledigt 😦 . Aber wofür gibt es die Wochenenden.
    Ich hoffe, du findest auch in den kommenden Wochen noch Gelegenheit zum Lichttanken.
    lG
    Ralph

    Gefällt mir

  4. Hallo Anne, mein Tank ist noch vom Wochenende in Berlin voll. Aber bald gehe ich auch wieder auf die Strecke. Hoffentlich klappt das mit dem Licht tanken dann auch wirklich. Ich shene mich nach einem goldenen Oktober, hier an der Mosel eine sehr schöne Jahreszeit, sofern die Sonne scheint.

    Gefällt mir

  5. @Ralph: Könnte auch bei mir schwierig werden in den nächsten Wochen. Aber wie du schreibst: Das Wochenende ist auch noch da. Dann tanken wir da eben eine größere Dosis! 🙂

    @Rainer: Am Wochenende musstest du ja hauptsächlich Regen tanken. Egal, ein tolles Erlebnis war es offensichtlich trotzdem. Und jetzt hoffen wir alle auf einen goldenen Oktober – bunte Ahornblätter in Verbindung mit Sonnenlicht und Wärme, das wär’s!

    Gefällt mir

  6. Aber Licht als B-Ware. Du hast Einfälle. *grins*
    Ich habe ja das große Glück, meistens im Hellen (naja, ist relativ) laufen zu können.
    Licht tanken. Gute Idee.
    Erinnert mich an die schöne Geschichte von Frederick, der Farben sammelt. Das können wir im Herbst auch noch zur Genüge.
    GLG
    Birthe

    Gefällt mir

  7. @Birthe: Tja, wenn man statt Sonnenlicht nur durch Wolken gefiltertes mattes Leuchten bekommt – das ist doch wohl ein 2. Wahl, oder?! 😉

    Dann hoffen wir mal, dass am Sonntag wieder A-Ware reinkommt und wir wie Frederick Farben sammeln können. Auf dem Campus sieht es schon wundervoll aus mit den vielen rot gefärbten Sträuchern. Wenn dann noch die Sonne dazu kommt … 🙂

    GLG,
    Anne

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s