Nummer Sicher

6:30 Uhr, 7-8 Grad, dichte Nebelsuppe – so muss Laufwetter sein! Der ganze Körper will Tempo. Nur der Kopf bremst. Denn der linke Oberschenkel fühlt sich im Ruhezustand nicht 100-prozentig in Ordnung an. Ein Empfinden zwischen Zuppeln und Ziehen, leichtes Brennen. Irgendwas ist da doch mit dem Muskel.

Also gehe ich auf Nummer Sicher. Bedeutet: Keine „akademische“  Tempoeinheit wie die 3 x 2000 schnell, die ich sonst gern in der Woche vor einem Halbmarathon laufe. Sondern erst einmal lockeres bis zügiges Laufen, dabei immer wieder genaues Hinspüren. Drei kurze, sehr flotte Abschnitte über die Brücke und dahinter – das geht. Ein Stückchen traben, zwei schnelle Kilometer – das geht auch, aber ist grenzwertig!

Daher Pause, etwas dehnen – und just den kurzen Moment erhaschen, in dem die Morgensonne fächerförmig ihr orangefarbiges Licht durch die Nebelwände wirft. Den Zauber der über dem Wasser ziehenden Dampfschwaden genießen. Nur schemenhaft erkennbar braust am anderen Ufer ein Zug am Fluss entlang. Herbstzeit! Herrlich!

Locker bis zügig wieder zurück, nach zwei Kilometern noch einmal ein schneller Kilometer für’s Tempogefühl. Die Pulsanzeige spinnt wie schon mehrfach bei den letzten Läufen. Da muss dringend eine neue Batterie her! Etwas ärgerlich, ich hätte gern die Werte mit meinem Körperempfinden verglichen. Das sagt mir, dass 5:28-5:30 vielleicht einen Tick zu schnell sind am Sonntag. Aber es gilt eh: „Wichtich is auffe Strecke“, um es in Abwandlung einer alten Fußballerweisheit zu sagen. Wer weiß, was am Sonntag ist?

Jetzt trabe ich erst einmal locker durch die Saarstraße heim, „gönne“ mir den „Aufstieg“ vom Südbahnhof nach Heiligkreuz, lasse austrudeln. Ab heute wird bis Sonntag nur noch geschont. Vielleicht am Freitag oder Samstag noch ein lockeres Läufchen zum Anschwitzen, aber ansonsten: Beine hochlegen, Massagen mit Arnikaöl, Regenerieren. Eben auf  Nummer Sicher gehen. Alles wird gut!

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15 Gedanken zu “Nummer Sicher

  1. Hallo, liebe Anne, das lese ich in letzter Zeit häufiger, dass du Probleme mit dem Oberschenkel hast, Vorsicht, heißt die Mutter der….., du weißt schon, du bist ja auch vorsichtig und registrierst alles, was nicht normal ist, dennoch, lieber ……. weißt ja schon………

    Auch dir, viel, viel Glück, Ihr Wettkampf-Spezialisten, von einem kam ich gerade, bevor ich mich auf den Weg zu dir machte ! 8)

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  2. Ja, liebe Margitta, generell neigt das linke Bein seit der Geschichte im April/Mai ein wenig zum „Zetern“. Und seit ein paar Tagen etwas mehr. Große Vorsicht ist angesagt! Darum mach ich morgen und übermorgen nichts außer mich zu pflegen. Im schlimmsten Fall würde ich auch den Wettkampf sausen lassen oder unterwegs abbrechen. Ich will in erster Linie gesund laufen und mit Spaß an der Sache, eine schnelle HM-Zeit ist mir nicht annähernd so wichtig!

    Danke! 🙂

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  3. Och nö, was will er denn nu schon wieder, der olle Oberschenkelmuskel, ich dachte, den hätten wir abgehakt? 😉
    Ist bestimmt nur ein kleines Aufbäumen, um dich vor dem HM ein bisschen nervös zu machen. Nimm es einfach hin und schenke ihm nicht zuviel Aufmerksamkeit. Sonntag wird toll!!

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  4. Ach was, du hörst bestimmt die Flöhe husten. 5.30 ist doch ein guter Richtwert, mit dem kannst du vielleicht sogar noch rechnen, wenn dir das Laktat schon aus den Ohren läuft 😉 Und zum Schluss noch eine alte Läuferweisheit:

    Wenn du nicht mehr kannst, lauf‘ einfach schneller!

    Da muss man sich im passenden Moment nur dran erinnern, das übe ich übrigens im Training 🙂

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  5. @Hase: Das mit der Aufmerksamkeit ist leichter gesagt als getan – seit der „alten Geschichte“ bin ich da leicht hypochondrisch. Aber ich vertraue deiner Aussage: Sonntag wird toll! 🙂

    @Nordläufer: „Wenn du nicht mehr kannst, lauf’ einfach schneller!“ – Das hat mir doch der gute Herr 3fach auch dem RW-Forum auch schon einmal geschrieben. Dann muss da wohl was dran sein! 😉 Ích tue jedenfalls mein Möglichstes! Und vielleicht sind es ja 5:30 – oder wenigstens 5:35, die bräuchte ich für eine neue Bestzeit. 🙂

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  6. Was muß ich hier lesen 😮 ? Der Oberschenkel zickt rum? Das geht jetzt aber überhaupt nicht!
    Oberschenkel, hör mal zu: laß Anne in Ruhe, sonst bekommst du es am Sonntag mit mir zu tun! 😉

    Das wird schon bis Sonntag, Anne – wir sehen uns spätestens auf der Strecke. Bleib ruhig und gönne deinen Beinen drei Tage Erholung.

    Ich drücke die Daumen, daß du deine Wunschzeit erreichst. Dann bist du vor mir im Ziel 8)
    lG
    Ralph

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  7. Das ist doch immer so vor einem Wettkampf. Da bekommt man ein Zuppeln hier und da,
    Seitenstiche schon beim gemütlichen Joggen und, und, und. (Ich hab gerade wieder mein Rücken-ist-verspannt-ich-krieg-davon-Kopfweh-Syndrom. Spätestens unter Vorwettkampf-Hormonausstoß ist das wohl wieder weg.)
    Wie du schon sagtest: Wichtich is auffe Schtreckää.
    …Hmmm das mit dem schneller laufen habe ich auch schon mal gehört. Bislang hapert es bei mir an der Unsetzung. 😉
    Aber auch da gibt es natürlich eine passende Antwort: Versuch macht kluch.
    Ach ja: Verpatzte Generalprobe ist doch immer gut.
    LG
    Birthe

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  8. @Ralph: Danke für die Aufmunterung und für’s Gut-Zureden. Vielleicht ist der Haxen ja verhandlungsbereit. Er wird auf jeden Fall bis Samstag geschont, dann vorsichtig getestet. Dann merke ich dann schon, was los ist! Was das mit dem Zieleinlauf wird? Mal sehen, wie der Zeitplan eingehalten wird und wie es uns ergeht! Wenn du voll im Plan bist und ich 5-10 Sekunden zu langsam pro km, kassierst du mich im Stadtpark oder auf der Ziellinie! 8)

    @Birthe: Ich hoffe, du behältst recht – aber wie Müdigkeit oder psychosomatisches Vorwettkampfzuppeln fühlt sich das nicht an, sondern wirklich wie leicht lädierter Muskel. Aber es sind ja noch 3 Tage, also hab ich noch keine Panik, nur etwas Sorge. 😦

    Tja, und das mit dem schnelleren Laufen, wenn man k.o. ist … wir probieren es einfach. Zu dir kann ich in Anlehnung in eine weitere Fußballweisheit nur sagen: „Die Strecke ist flach und ein Halbmarathon dauert 94 Minuten!“ 8)

    lg,
    Anne

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  9. Ja, liebe Anne, sei vorsichtig. Dazu kann ich dir auch raten. Aber du weißt ja am besten, was zu tun oder zu lassen ist.
    Für Sonntag drücke ich dir die Daumen! Es soll ein guter Lauf werden, inbesondere gesundheitlich. Und wenn du in dich reingehört hast, wird sich schon alles so finden, wie es eben sein soll.

    Lieben Gruß, Sabine

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  10. Liebe Anne,
    Ich drücke dir die Daumen, dass das bis Sonntag wieder besser ist.
    Im Zweifelsfall machst du halt einen gemütlichen Langen Lauf draus.
    Ich habe vom letzten Jahr in Erinnerung, dass du gesagt hast, die Strecke sei so schön. 😉
    Bis dann
    Birthe

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  11. Die Nummer ist sicher. Keine Frage. Kein Zweifel mehr. Du hast Dich gut, nein: bestens vorbereitet, hast – gerade nach der langwierigen Verletzungsgeschichte mit Deinem Bein – eine beeindruckende Form aufgebaut. Hast nicht zuletzt gut regeneriert. Und hast jetzt noch ein wunderschönes Läufchen hinten Dich gebracht … und uns, den staunenden Lesern und begeisterten Fans an der virtuellen Laufstrecke, einen wieder einmal brillianten Laufbericht vor die Augen.

    Alles passt, der Rahmen ist stimmig. Und die Strecke am Sonntag (wer erinnert sich nicht an den wunderschönen Bericht vom vergangenen Jahr?) ist geradezu gemacht für Dein Vorhaben. Es wird gelingen – und wenn ich alle Restzweifel persönlich ausräumen müsste 😉 !

    Und doch ein Nein. Nein, Du sollst heute noch nicht topfit sein. Noch nicht. Dein Körper braucht noch diese zwei Tage. Heute und morgen darf sich einiges noch ein wenig holprig anfühlen, darf noch ein klein wenig unrund sein. Das macht gar nichts, steigert nur die Anspannung.

    Die Du dann am Sonntag mit einem famosen Lauf in ein tolles Erlebnis und ein ebensolches Ergebnis lösen und umsetzen wirst. Deine Beine wissen längst, wie das geht; der Stoffwechsel ist eingestellt, der Kreislauf freut sich schon. Und der gelegentlich zweifelnde Kopf wird nur gebraucht, um die Richtung vorzugeben:

    zum ZIEL!

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  12. @Sabine: Dankeschön, liebe Sabine! Vorsichtig bin ich – und momentan gedämpft optimistisch! Und wenn ich laufe, hab ich mindestens ein Ohr für meinen Körper immer noch offen!

    @Birthe: Dass die Strecke schön ist, konnte ich ja letztes Jahr schon genießen – es wäre in diesem Jahr eine neue Erfahrung herauszufinden, ob sie auch schnell ist! 8) Ich hoffe, ich kann diese Erfahrung machen. Schaun ‚mer mal!

    @Peter: Wenn’s nur der Kopf wäre, der zweifeln würde …
    Aber du hast ansonsten recht – die Vorbereitung stimmte, ich kriege langsam riesige Lust, zu laufen – schnell zu laufen. Wenn da nicht der Oberschenkel wäre, der die Nummer wieder unsicher macht. Aber ich hab ja noch 1 1/2 Tage zum Erholen! Danke für deine Aufmunterung!

    LG,
    Anne

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  13. Foxi schreibt alles das, was ich auch noch einmal schreiben wollte. Daher nur die Kurzfassung 😉

    Also, du hast dich bestens vorbereitet und bist in einer sehr guten Form. Jetzt regenerierst du noch ein bisschen, dass das anschlägt merkst du ja schon, weil du Lust hast schnell zu rennen. Also wirst du am Sonntag schnell rennen und eine schöne Zeit laufen, die dir die Bestätigung gibt und Lust auf mehr macht.

    Viel Erfolg und optimales Laufwetter wünsche ich dir dazu!

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  14. Wie war das noch gleich beim Doktor Faust?
    „Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust,
    Die eine will sich von der andern trennen… “

    Bei Dr. Schnecke scheint es ähnlich zuzugehen – denn noch vor wenigen Tagen schrieb sie wie von ungefähr zum Thema „Blei in den Beinen“:
    „Natürlich kümmere ich mich nicht weiter darum. Soll das Blei halt in den Beinen bleiben, irgendwann laufe ich es schon raus. Es ist halbweg klare Luft, die Dämmung macht gerade einem dicht bewölkten Morgenhimmel Platz – wer jetzt Zeit hat sich auszutoben und freiwillig darauf verzichtet, ist schön dumm!“

    Da Du aber nicht dumm bist (wie wir alle wissen), wirst Du also nicht freiwillig verzichten, sondern Dich am Sonntag austoben. Und unterwegs wie besprochen: gelaufen wird vor allem mit den Beinen – weniger mit dem berechnenden Kopf. Auch und gerade an der fiesen Steigung.

    Viel Erfolg und gutes Gelingen!

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  15. @Nordläufer: Dankeschön! Ja, die Vorbereitung stimmt. Und wenn jetzt der Haxen hält, dann … 8)

    @Foxi: Naja, Blei in den Beinen ist schon was anderes als (möglicherweise) eine leichte Zerrung. Trotzdem: Ich werde morgen mit den Beinen rennen, auch in kleinen schnellen Schritten die Steigung hoch. Aber dabei zumindest die Teile des Kopfes eingeschaltet lassen, die mich wahrnehmen lassen, wann es zu viel und zur Gefahr für meinen Körper wird! 🙂

    Danke auch dir, lieber Peter!

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