Schauergeschichten

… kann man in diesen Tagen erzählen. Das Wetter hat eine aprilähnliche Dynamik mit ständigen Wechseln zwischen Sonnenschein und kräftigen Regengüssen. Ein Schauer reiht sich an das nächste, dazu – wenigstens von der Nacht bis in den Morgen hinein – kräftige Windböen, die sich womöglich schon als Vorboten der Herbststürme deuten lassen.

Heute früh fand ich die Vorstellung zu laufen eher unerfreulich. Rennen im heftigen Regen kann unglaublich schön sein. Nämlich dann, wenn ich mich hinterher bei einer Tasse Tee in Ruhe aufwärmen kann. Wenn ich sofort nach dem Duschen Richtung Arbeit muss, hält sich die Begeisterung schon mal in Grenzen. Und den Oberschenkeln tut es auch gut, noch ein paar Stunden Ruhe mehr zu haben. Das Ausschwimmen gestern war nicht so wirkungsvoll wie ich gehofft hatte.

Stattdessen also ein Ründchen nach Feierabend und nach einem erneuten intensiven Schauer. Über das Gartenschaugelände, mit einem Schlenker durch die Wiesen hinab zum Brettenbach. Eines der letzten freien Grundstücke dort (preislich eine der Trierer Top-Lagen) wird nun auch bebaut. Wo ein altes Gartenhaus und eine Garage völlig mit Brombeerranken, Birken und Vogelbeersträuchern zugewuchert waren, ist der Hang jetzt ausgebaggert. Wird bestimmt wieder einer von diesen protzigen Großbürgerpalästen. 😦

Im Tiergarten auf der Läuferautobahn herrscht Hochbetrieb. 19 Uhr, die Stunde der Feierabendläufer. Die rotbunten Rinder auf der Koppel wenden nicht einmal mehr den Kopf, wenn einer vorbeikommt. Wir Menschen stören sie nicht – der erneut einsetzende Regen schon eher. Binnen weniger Minuten hat es sich wieder zugezogen, die ersten Tropfen fallen, Spaziergänger spannen ihre Schirme auf. Ich ziehe ein wenig das Tempo an, aber das ist gar nicht nötig. An der Haustür ist das Schauerchen schon wieder vorüber. Und selbst wenn ich patschnass geworden wäre – egal! Nun hätte ich ja meinen heißen Tee bekommen! 😉

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8 Gedanken zu “Schauergeschichten

  1. Schauergeschichten konnte man in den vergangenen Tagen viele erzählen – 😉 – toller Titel! Doch jetzt soll es mit der Schauerei erst einmal vorbei sein. Ob das mit Blick auf das kommende Wochenende jetzt gut ist *grübel*?
    Es ist immer wieder schade, wenn an unseren Laufstrecken wilde Grundstücke bebaut werden 😦 . In stadtnaher Gegend läßt sich das aber kaum vermeiden. Ich hoffe für dich, daß das Bauwerk wenigsten ansehnlich wird.
    Deine Beine danken dir die zusätzlichen Ruhestunden sicher. Und am Abend hattest du einen fast trockenen schönen Lauf.
    lG
    Ralph

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  2. Aaach, keine Panik! Die große Hitze wird es schon nicht werden! 8)

    Naja, wirklich schön war das verwilderte Grundstück auch nicht. Aber einige Häuser dort sind nach dem Motto „Geld meets Geschmacklosigkeit“ gebaut – das lässt Schlimmes befürchten. 🙂

    LG,
    Anne

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  3. Also, von wegen Hitze, ich stand gerade auf meiner Terrasse, die Sonne ist schon wieder so warm, dass man glauben könnte, es werde wieder Sonner.

    Egal, ob Schauer, vermeintlich schönes Wetter, meist hat es doch irgendetwas, was uns gefällt, und sei es nur, dass wir besonders gut laufen können, uns nichts stört.

    Dass du die Abendstunden dem morgendlichen Lauf in diesem Fall vorgezogen hast, kann ich gut verstehen, danach kannst du es dir so richtig gemütlich machen, morgens ?????

    Ach, liebe Anne, ist es nicht trotz allem schön – meist ? 😉

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  4. @Margitta: Doch, irgendetwas kann man jedem Wetter abgewinnen – und sei es nur das Gefühl von Stolz, sich durch alle Widrigkeiten gekämpft zu haben. Und dann ist es trotz allem „irgendwie“ schön! 🙂

    Und doch: Ich werde ab November den Luxus vermissen, so frei wie bisher zwischen Morgen- und Abendläufen wählen zu können! 😦

    LG,
    Anne

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  5. Ein paar vernünftige Häuser gibt es da ja schon. Ein paar. Aber manch eines…. Nun ja.
    Auf der Läuferautobahn war ich mal sonntags am Vormittag. Habe da zwei ältere Herren überholt, die daraufhin direkt flotter wurden. 😉
    Eines Tages – schon länger her – bin ich auch den (damals natürlich anderen) Jungrindern begegnet…..die standen mitten auf dem Weg. (Pfad)
    Uuups, ist mein Puls da hochgegangen. Dabei musste ich doch das Tempo reduzieren und gehen, um zwischen den Viechern durchzukommen. 🙂

    Zwischen Morgen- oder Abendläufchen entscheiden können? Was für ein Luxus.
    Dienstag. Der Countdown läuft.
    Bis dann,
    Birthe

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  6. @Birthe: Ja, das falunrote „Schwedenhaus“ ist z.B. richtig nett – dieses Jahr haben sie noch einen kleinen Wintergarten angebaut. Aber der Palast vom Sportdezernenten und diese Festung mit den kupferbeschlagenen Türen – nee! 😦

    Der Luxus endet leider bald … um so mehr genieße ich ihn! 8) Und Rinder auf dem Pfad, nein, hatte ich noch nie. Ich glaube, ich hab auch nichts Wichtiges verpasst, oder? 😉

    4 Tage noch – ogottogott! 😉

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  7. Wenn es jemand versteht, „Schauergeschichten“ so gekonnt zu erzählen wie Du, liebe Anne, dann verlieren sie flugs den dunklen Schatten, der ihnen bisweilen anhaftet und Schrecken zu verbreiten imstande ist.

    Du hast den dunklen Wolken (in welcher Form sie auch immer auftauchten) mit Geschick und Willenskraft widerstanden, hast Dir die Bedingungen zunutze gemacht und einen bemerkenswerten Feierabendlauf draus gemacht. Bravo! Wo andere die Nase voll haben oder abends vor Müdigkeit die Laufschuhe nicht mehr schnüren können, trabst Du einfach los und schreibst dann auch noch einen Deiner unnachahmlichen und wieder einmal sehr lesenswerten Berichte darüber. Als ob das gar nichts sei.

    Um es einmal etwas deutlicher zu formulieren: Das ist begeisternd … und Respekt einflößend!

    Ob nun vier Tage noch oder ein paar weniger – das macht jetzt „den Kohl nicht mehr fett“. Aber das letzte Wort Deines Berichtes kommt zu früh. DAS wird erst am Sonntag Abend gesprochen bzw. geschrieben. Und dann steht da ein überraschendes Ergebnis davor. 🙂 🙂

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  8. @Peter: Was hast du für poetische Worte gefunden – vielen Dank für diesen ebenso tiefsinnigen wie anerkennenden Kommentar!

    Schauen wir mal, was der Sonntag so bringt – du bist optimistischer als ich es momentan zuwege bringe. 🙂

    LG,
    Anne

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