„No surrender“

… röhrt „The Boss“ mir ins Ohr. „No retreat, no surrender!“

DU  A###! Im gemütlichen Tonstudio ist leicht die Klappe aufreißen! Ein bisschen herumklampfen, zwischendurch einen Zug aus der Zigarette nehmen oder einen Schluck aus einer gut gekühlten Bierflasche. Und dann wieder pseudoromantisches Zeugs ins Mikro gröhlen. Ob du auch noch vom Nicht-Aufgeben singst, wenn du nach drei Stunden Laufen in der Sonne mit 28 Kilometern in den Beinen eine Brücke hoch wetzen sollst? Salonrevoluzzer, elender!

Nichtsdestotrotz: An der Saar ist es idyllisch! Im Sonnenschein sogar ganz besonders. Leider relativiert sich das, wenn man laufend unterwegs und eigentlich von Anfang an etwas müde ist. Um dann trotzdem auf seine Kilometer zu kommen, sind kleine Tricks erlaubt: Mal kurz stehen bleiben zum Trinken. Sich ablenken durch’s Radler-Begucken, von denen es heute viel zu viele gibt.  Und verirrte Schäfchen zurück auf den rechten Pfad bringen. Ich helfe ja normalerweise gern. Nach dem dritten Höflichkeitsstopp frage ich mich allerdings schon, ob auf meinem Shirt „Mobile Touristinformation“ steht. Außerdem werden die Beine schwer und ich mag nicht mehr freundlich sein. Als Konz erreicht ist, ziehe ich mir darum den MP3-Player auf die Ohren, auch um die Straße neben mir nicht hören zu müssen.

Musik beim Laufen nervt! Sie ist wirklich nur was für Notfälle. So wie diese letzten Kilometer, die mir sehr schwer fallen. Letzte Woche war’s leichter: Angenehmere Temperaturen, leichtere Beine, eine schöne Unterhaltung mit Ralph. Die Solo-Nummer heute ist deutlich fordernder, obwohl ich langsamer bin. Aber macht das was? Um „Karlsson vom Dach“ zu zitieren: „Das stört keinen großen Geist!“. Und wie singt Bruce Springsteen doch so nett? „No retreat, no surrender!“ 8)

Advertisements

9 Gedanken zu “„No surrender“

  1. Das erinnert mich sehr an meinen ersten 30er letzten Sommer. Elend heiß. Elend lang. Und auf dem Rückweg total genervt. (Da war dieser Typ, der direkt vor mir mit einem Riesenstück Käsekuchen aus der Bäckerei kam…..)Aaaaber: geschafft.
    Sowohl die Strecke als auch die Läuferin. 😉
    Da verbucht man auch unter der Sparte „mentale Härte“ einige Fleißpunkte.

    Shirts mit entsprechenden Aufdrucken sind manchmal sinnvoll. (Und wenn das nicht so ein teurer Spaß wäre, dann hätte ich bestimmt einige.)
    „Keine Zeit, frag den nächsten.“
    „Information derzeit geschlossen“
    „Keine Ahnung, bin auch nicht von hier.“

    Gefällt mir

  2. @Nordläufer: Bin ich auch! Wettertechnisch wär’s zwar jetzt besser (weil die Sonne hinter Wolken verschunden ist), aber knapp 30 km so richtig durchweichen … ich weiß nicht?! Toitoitoi für deinen „Langen“!

    @Pippi: Und – haben sie die Begegnung überlebt, der Mann und der Käsekuchen? Ich hätte heute für nichts garantieren können! 8)

    Das mit den Sprüchen auf den Shirts ist eine richtig gute Idee 🙂 Vielleicht könnte man ja mal eine Serie von Funktionstextilien mit solchen Aufdrucken rausbringen – sie fänden sicher reißenden Absatz! „Auskunft nur in Trabpausen“ würde mir noch einfallen. Oder „Taubstumm und trotzdem schnell!“. 8)

    LG,
    Anne

    Gefällt mir

  3. Wobei „taubstumm“ nicht politisch korrekt ist. Man nennt das heute „gehörlos“. Du könntest dir dann aber auch Text sparen. Es würde ein ( wahlweise 2) Ausrufezeichen hinter dem Wort genügen.
    Gut, dass du durchgalten hast. Aber wo waren denn deine Frühaufsteher-Gene???
    Ein schönes Wochenende wünscht dir
    Marga (die aus dem Nebel kommt)

    Gefällt mir

  4. Wenn du früher unterwegs gesesen wärst, dann wären wir uns vielleicht begegnet. Nach Dusche und Frühstück mußte ich meine Tochter in einer Grillhütte abholen und sah die ganzen Radler-Gruppen. Da war ich froh, den Lauf schon hinter mir zu haben.
    Trotzdem Respekt, daß du wieder eine große Runde gelaufen bist – und auch, daß du die Touris leben gelassen hast 😉 !
    lG
    Ralph

    Gefällt mir

  5. @Janni: Klar doch! 😉 Heute wäre es auch nicht besser gewesen. Ich laufe ja gern bei Regen, aber wenn es aus Kübeln gießt, legt sich meine Begeisterung doch wieder!

    @Ralph: Ja, du warst mit deinem Morgenlauf klüger als ich – aber ich musste vor dem Lauf erst einmal daheim einiges richten und meinen Kreislauf funktionstüchtig machen (der wollte gestern gar nicht). Es wird Zeit, dass die Ferien herum sind, dann kann man sich endlich wieder auch nach 9 Uhr an Saar und Mosel aufhalten. 8)
    Die Runde über euer Dorf war trotz der Anstrengung aber richtig nett. Wenn ich sie von Haustür zu Haustür laufe (gestern habe ich mir noch den „Schlussanstieg“ erspart), hab ich einen schönen 30er! 8)

    LG,
    Anne

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s