Luxus zum Überleben

Für die richtig guten Läuferinnen und Läufer organisiert mitunter der Veranstalter einen. Andere müssen sich ihren selbst suchen und finden ihn in einem Freund, der Partnerin oder einem Vereinskollegen: Einen Pacemaker! Einen,

  • der versucht, dich auf deine Zielzeit zu ziehen,
  • der dein Wunschtempo läuft und sich deinem Schritt anpasst, wenn’s mal besser oder schlechter geht,
  • der dich motiviert,
  • der dich ablenkt, wenn’s wehtut,
  • mit dem du ein paar spärliche Worte (mehr geht beim Rennen nicht!) wechseln kannst, wenn du Eindrücke von unterwegs loswerden willst,
  • der dich allein durch seine Anwesenheit davon abhält, vom Laufschritt ins Walkingtempo zu wechseln, dir genervt die Startnummer vom Shirt zu reißen und den Abend bei einem gemütlichen Spaziergang durch den Sommerregen zu verbringen.

Ein Pacemaker ist also der pure Luxus für eine Volksläuferin – „ein Mann / eine Frau für alle Fälle“ sozusagen. „Nur“ laufen musst du noch selbst.

Und so einen Pacemaker habe ich heute! Ganz unverhofft. Er ist mir sozusagen bei Kilometer 1,5 „zugelaufen“: Ralph! Eigentlich rennt er eine knappe Minute pro Kilometer schneller als ich. Aber weil er von den ersten Metern an merkte, dass es heute nichts wird mit einem flotten Wettkampf, hat er sich ausgeklinkt und erst einmal auf den Weg zurück Richtung Start gemacht. Und es sich bei meinem Anblick anders überlegt. Sich neben mich geklemmt, nach meinen Zielen gefragt und die Pace aufgenommen.

Whow, jetzt hab ich also zum ersten Mal in meinem Leben einen Pacemaker! Und dazu noch einen, mit dem ich mich jetzt eigentlich liebend gern unterhalten würde. Aber das kann ich vergessen! Jetzt wird gerannt. Und da quasselt man nicht, dafür ist bei einem 10er keine Puste übrig. Schon gar nicht, wenn es so elend schwül ist wie an diesem Sommerabend in Ralingen beim 23. Sauertal-Volkslauf.

Auf dem Hinweg mit Birthe im Auto haben wir uns die Bedingungen noch schöngeredet: Im Sauertal ist die Luft bestimmt frischer als in Trier mit seiner Kessellage. Und wir laufen ja am Fluss, der kühlt. Und wenn die Sonne weg ist, fühlt sich alles besser an.

Reines Wunschdenken! Schon beim Warmlaufen auf der Dorfstraße am Campingplatz merke ich, dass das nicht einfach wird heute. Das miese Körpergefühl, das ich schon den ganzen Tag hatte, will nicht verschwinden. Ich versuche es zu übergehen, nicht auch noch zur „Kopfbremse“ werden zu lassen. Jetzt bin ich hergekommen, jetzt wird auch gerannt. Zusammen mit etwa 300 anderen Läuferinnen und Läufern im 10 km-Hauptlauf.

Organisatorisch klappt alles prima: Online angemeldet, für 5 € ruckzuck die Startnummer abgeholt, umgezogen in den frisch renovierten, sauberen Umkleidekabinen mit den edel wirkenden blauweiß gefliesten Duschen, die nach dem Lauf sogar richtig warmes Wasser spenden.

Ein „Hau rein“ für Birthe, die sich vorn in der Startaufstellung einreiht, während ich mich ins hintere Drittel verkrieche. Der Lauf ist auch in diesem Jahr sehr gut besetzt, mit Zeiten jenseits der 50 Minuten hoppelt man deutlich hinterher. Der Startschuss, zäh kommt die Masse in Gang, aber hinter den fiepsenden Zeitnahmematten ist der Weg schnell frei und man kann sein Tempo laufen. Ein 5:20er-Schnitt ist meine Vorgabe, wobei der erste Kilometer gern etwas langsamer sein darf, weil es nach einigen hundert flachen Metern eine kurze, aber unangenehme Steigung hinauf geht.

Kontrolliert versuche ich anzulaufen, nicht zu überziehen, mich gleich auf die Wunschgeschwindigkeit einzupendeln. Das klappt auch. Nur dass die Wunschgeschwindigkeit – das merke ich schon jetzt – heute nicht die vernünftige und machbare ist. Nach 700 Metern bei 90 Prozent der maximalen Herzfrequenz, das ist neu, das ist besonders, das hatten wir noch nicht. Was das wohl wird?

Nach der Steigung geht’s die gewonnenen Höhenmeter gleich wieder hinunter. Auf der für Autos gesperrten Landstraße an der Sauer laufen wir flussabwärts, ganz leicht bergab. Da es sich um eine Wendepunktstrecke handelt, ist klar, was mir auf dem Rückweg blüht.

Nach anderthalb Kilometern kommt Ralph mir entgegen. Wir sind uns schnell einig: Wir ziehen das Ding gemeinsam durch, egal wie schnell oder langsam, nur kein DNF! Dass ich meine Zielzeit heute nicht in den Beinen habe, ist da längst absehbar. Ich nehme Tempo raus, um einen 5:25er Schnitt herum pendelt sich erst einmal die Geschwindigkeit ein. Das Jammern versuche ich mir und Ralph zu ersparen. Es spielt sich daher vorwiegend im Kopf ab: Mir ist schlecht … der Puls ist viel zu hoch … mir ist schwindlig … ich krieg schlecht Luft … der Kreislauf spinnt … und Lust hab ich sowieso keine. „Die Gedanken kommen und gehen“ – wie bei einer Entspannungsübung versuche ich, diesen mentalen Müll an mir vorbeiziehen zu lassen.

Bei Kilometer 3,7 sehen wir auf  dem etwas tiefer gelegenen Radweg einen der führenden Läufer. Der Glückliche hat nur noch 3,7 Kilometer vor sich – wir dagegen … verflixt noch mal, zieht sich das in die Länge heute! Die einzelnen Kilometer wollen kein Ende nehmen! Inzwischen hat es zu regnen begonnen, die Luft wird etwas frischer. Ich leider nicht. An den Wasserstellen, von denen es alle 2,5 km eine gibt, greife ich mir jeweils einen Becher und kippe mir das meiste davon über Kopf und Rücken. Nützt auch nichts.

Noch einmal muss ich etwas Tempo rausnehmen. Kein Einbruch, es ist einfach nur zu hart, und die ganz leicht anstrengende Strecke kommt meinen müden Beinen auch nicht entgegen. Tröstlich, dass es anderen nicht besser ergeht. Den einen oder anderen vor uns sammeln wir noch ein.

Ralph versucht mich immer wieder aufzumuntern. „Garminchen sagt, 2/3 haben wir hinter uns!“ – „Ich bin optimistisch, eine sub 55 schaffen wir noch!“. Tja, da hab ich den Luxus eines Pacers und kann den gar nicht so recht genießen, geschweige denn, zum Laufen einer neuen Bestzeit nutzen. Genauer gesagt: Der Luxus ist zu Überlebensnotwendigkeit geworden!  Vielen, vielen Dank, lieber Ralph! Ohne dich wäre dieser Lauf tatsächlich zu einem DNF geworden. Aber mit dir … wir haben ausgemacht, wir ziehen das durch! Dann fang ich jetzt nicht zu gehen an. Und ich verteile auch meinen Mageninhalt nicht über die Straße, auch wenn mir danach ist. Ich renne weiter.

Inzwischen führt der Weg durch’s Dorf, der letzte Kilometer bietet noch einmal ein kurzes Stück Steigung, dann geht es am Campingplatz entlang. Ralph fragt, was noch geht, ich schüttle erst einmal den Kopf, nee, nicht mehr viel. Zu entfernt scheint noch das Ziel, das hinter einer Kurve liegt, zu schwer die Beine, zu sehr der Puls am Anschlag, um mir eine letzte Tempoverschärfung zuzutrauen. Ein paar Meter weiter packt es mich doch, ich reiße mich zusammen, beschleunige, versuche so was wie einen Endspurt.

Nix isses mit der Wunschzeit. 55:15 – die Zeit auf meiner Uhr ist auch die offizielle Zeit. Ich bin stolz durchgehalten zu haben und einen Lauf am Limit durchgezogen zu haben. Mit einem Schnitt von 94 Prozent Hf max bin ich noch keinen Wettkampf gelaufen.

Aber ich bin auch sehr enttäuscht. Zwar hatte ich keine Bestzeit erwartet, aber ich hatte doch gehofft, dass sich die vielen Trainingskilometer der letzten Wochen auszahlen. Dass die Bedingungen sich so extrem auf mein Tempo auswirken und ich 10 Sekunden pro Kilometer auf meine Zielzeit verliere, macht mich einfach sauer (und nein, das Wortspiel „Sauer an der Sauer“ war mir jetzt als Titel zu blöd!).

Im Ziel noch einmal ein dickes „Danke“ an Ralph, dann Birthe suchen, mit ihr zusammen auf dem weichen Kunstrasenplatz ein paar Runden auslaufen. Auch bei ihr lief es nicht optimal, allerdings hat sie weniger Zeit liegen gelassen als ich und – natürlich! – klar den Sieg in ihrer AK abgeräumt. Also bleiben wir bis zur Siegerehrung, die, wie wohl jedes Jahr bei diesem Wettkampf, erst zu nachtschlafender Zeit gegen 10 Uhr stattfindet. Aber wer verzichtet schon gern auf den kleinen „Fresskorb“, den es als Preis gibt, wenn er eine Familie zu ernähren hat, die ländliche Wurstspezialitäten zu schätzen weiß?

Zurück durch’s inzwischen dunkle Sauertal, an der Mosel entlang in die Heimat, unterwegs Trainingspläne diskutierend und Wettkampfplanungen austauschend – vielen Dank, liebe Birthe, für den sicheren und unterhaltsamen Taxi-Service!

Die Enttäuschung über den verkorksten Lauf ist längst noch nicht verflogen heute früh. Ich weiß, ich bin keine Abendläuferin. Und Schwüle mag ich auch nicht. Aber dass es so schlecht ging, so schwer wurde, kann ich nicht verstehen! Vielleicht gibt es aber auch nichts zu verstehen. Manchmal gibt es einfach so Tage …

Advertisements

21 Gedanken zu “Luxus zum Überleben

  1. Also erstmal: Dass du angesichts der recht hohen Trainingsumfänge etwas enttäuscht bist, kann ich verstehen. Zieht man die äußeren Umstände in Betracht, ist die Zeit nun aber auch nicht so schlecht, zumal du ja schon ziemlich am Anfang das Tempo deutlich rausgenommen hast. Ohne dein Training der letzten Wochen hättest du vermutlich noch länger gebraucht oder auch mit Pacemaker aufgegeben.

    Vielleicht noch ein paar Tipps für das nächste Mal. Einen 10er würde ich nie mit Pulsanzeige laufen. Da gilt im Grunde doch nur, so schnell wie es geht und wem nach 3 km nicht schlecht ist, der läuft zu langsam 😉 Während des WK nie an das denken, was noch kommt. Du kannst das Tempo jetzt und hoffentlich auch noch die nächsten 100 m laufen. Das ist gut, alles andere wird man sehen. Und nicht zuletzt etwas mehr Selbstvertrauen bitte. Du schreibst, Birte reiht sich vorne in die Startaufstellung ein und du verkrichst dich im hinteren Drittel. Ganz falsch. Richtig müsste es doch wohl heißen, ich will hier heute was reißen, also stelle ich mich optimistischerweise etwas weiter vorne auf (so an den Anfang des hinteren Drittels), damit ich gleich von Anfang an frei laufen kann und dem Gedränge aus dem Weg gehe. Wenn man gut trainiert hat (und das hast du!) kommt „verkrichen“ nicht vor!

    Abends einen WK laufen finde ich übrigens auch immer sehr schwierig. Bei mir liegt das vor allem daran, dass ich nicht so recht weiß, wie ich mich den Tag über ernähren soll und meistens ist es ja auch wärmer am Abend als morgens.

    Gefällt mir

  2. Hej Anne,

    das klingt nach einer schweren Angelegenheit, aber es gibt eben solche und solche Tage und da hattest du eben einen etwas unpassenderen erwischt.

    Aber ich bin beeindruckt, dass du durchgehalten hast, ich bin bei meinem letzten Hitzelauf ausgestiegen. Nach knapp 6,5 km. Aber mir gings auch richtig schlecht.

    Also, es gibt wieder neue 10er Läufe die bezwungen werden wollen. Happy Running.

    Gefällt mir

  3. Liebe, liebe Anne, aus deinen Worten spricht so Vieles, das jeder von uns schon ein oder auch mehrere Male erleben musste oder sagen wir durfte, vielen können das gar nicht, kommt immer auf den Blickwinkel an.

    Und wie du schreibst, oft merkt man schon von Anfang an, dass das nichts wird mit diesem Lauf, und je mehr Frau sich in diesen Gedanken hinein versteift, umso wirklicher wird die Geschichte.

    Wärme ist der Tod des Läufers, zumindest der der meisten, und als Frühaufsteher wohl auch nicht gerade die richtige Tageszeit für dich, das hatte dein Kopf wohl schon vorher gespeichert, und was dann passiert, das lesen wir hier.

    Für mich überhaupt kein Grund enttäuscht zu sein, es hat nicht gepasst – aus die Maus, und schon werden Pläne geschmiedet, dass es beim nächsten Mal besser ginge, welches Ziel hattest du denn angepeilt ?

    Gut finde ich auch, dass Ralph , dem es genauso erging, nicht ausgestiegen ist, sondern an deiner Seite als Pacemaker gewirkt hat.

    Für mich sind Läufe nach Uhr sowieso nichts, ich finde es viel besser, wenn man so läuft, wie der Körper es diktiert, und auf diese Weise bin ich sehr oft Bestzeiten gelaufen an Tagen, an denen ich es nie vermutet hatte. Man sollte sich nicht zu viel vornehmen, einfach laufen lassen.

    Ach ja, wenn der Ehrgeiz nicht wäre. Freue dich, dass du durchgehalten hast, andere wären und sind vielleicht ausgestiegen, du bist im Ziel eingelaufen, wirklich ein guter Grund stolz auf dich zu sein.

    So – Predigt beendet – neuer Lauf – neues Glück ! 8)

    Gefällt mir

  4. Noch ein Wort zu Nordläufers Kommentar von wegen des Anstellens hinten beim Start.

    Solange ich denke, stelle ich mich relativ hinten an, lasse alles weg rennen, mich nicht irritieren und laufe dennoch Bestzeit, ich sehe das anders ! 8)

    Gefällt mir

  5. Margitta, mir ging es um das verkrichen, nicht darum, wo man sich letztlich aufstellt. Ich glaube im übrigen, dass „am Anfang des hinteren Drittels“ immer noch relativ weit hinten ist. Aber das weißt du natürlich alles 🙂

    Gefällt mir

  6. ähm – ist ja extrem lange her, dass ich mich – wenn auch westentaschenmäßig – mit Lauftheorie beschäftigt und praktisch Volksläufe mitgelaufen bin (fast zwei Jahre inzwischen). Aber war’s nicht so, dass in Marathonvorbereitungen nur sehr selten mit Bestzeiten zu rechnen ist? Und wenn, dann haste was falsch gemacht im Training 😉 … oder so …

    Allerdings erinnere ich mich auch noch dunkel dran, dass man (bzw. frau) IMMER irgendwie im Hinterstübchen dachte, das träfe für einen selber nicht zu und per Wunderwirkung wäre das genau JETZT, HEUTE, ausnahmsweise mal ganz anders und es könnte vielleicht sogar Bestzeit …

    Ich finde: das zeigt, dass deine Marathonvorbereitung gut zu laufen scheint 😀

    Gefällt mir

  7. @Nordläufer: So langsam söhne ich mich auch mit dem Ergebnis aus und sehe die positiven Aspekte des Laufs: Ich hab durchgehalten, mich nicht verletzt. Meine Muskulatur ist scheinbar robuster als noch vor ein paar Monaten, denn die Beine fühlen sich heute gar nicht so schlecht an und konnten schon wieder eine entspannte Radtour verkraften! 8)
    Danke, dass du so viele Gedanken und Tipps dazu beisteuerst, was wohl schief gelaufen ist und was ich anders machen könnte! Zur Pulsanzeige muss ich sagen, dass ich die nicht zur Wettkampfsteuerung genutzt habe. Sie ist beim Training routinemäßig eingeblendet und ich habe die angezeigen Datenfelder vor dem WK nicht geändert. Die 90 % nach 700 m fielen mir nur zufällig ins Auge, als ich auf der Uhr guckte, ob das blöde km-Schild nicht bald kommen müsste. Trotzdem: Beim nächsten 10er stell ich die Uhr um, damit ich mir durch solche Zahlen keinen zusätzlichen mentalen“Knacks“ hole.
    Das mit dem fehlenden Selbstvertrauen stimmte gestern auf jeden Fall. Nachmittags hatte ich überlegt, den Lauf abzusagen, weil ich schon den ganzen Tag Sodbrennen und Schmerzen in der Brust hatte. Das war dann abends weg, aber im Kopf saß immer noch ein Rest von „Das wird nix!“, der angesichts der Bedingungen immer größer wurde. Und entsprechend defensiv hab ich mich verhalten. Am Start hab ich mir zwar nochmal die Zielzeit eingebimst, aber überzeugt war ich nicht … 😦
    Und das mit dem Essen am Tag vor einem Abendlauf ist auch ein Problem, von der Wärme nicht zu reden. Am Morgen war es noch schön frisch! Naja, die nächsten WK, die mir wichig sind, finden alle vormittags statt! 😉

    Gefällt mir

  8. @Janni: Wenn Ralph nicht gewesen wäre, ich weiß nicht … 😦 Ich bin ihm riesig dankbar! Denn ein DNF, nur weil man platt ist (und ohne ernsthaft krank, verletzt oder richtig schlecht dran zu sein wie du) … ganz schlecht für’s Selbstvertrauen! Danke, Janni!

    Gefällt mir

  9. @Margitta: Ja, vieles ist Kopfsache, zum Teil habe ich mich sicher selbst ausgebremst! Und je mehr ich mir das klar mache, desto leichter fällt es auch, denn Lauf unter „Blöd gelaufen“ abzuhaken und nicht mein ganzes Training und meine weiteren Ziele in Frage zu stellen. 8)

    Was mich allerdings gewundert hat: Den Beinen ging es gestern gar nicht schlecht (naja, bis auf die Wade im letzten Drittel) – normalerweise sind die es, die mir eine Grenze setzen, wenn ich mal eine Bremse im Kopf habe. Das Problem war wirklich der Kreislauf. Pulswerte, die so nah am Limit lagen, hab ich, soweit ich mich erinnere, noch nicht einmal bei einem 5er gehabt. Ich hab unterwegs nicht auf die Anzeige geguckt, aber wusste auch so, dass ich am Limit laufe. Und das bei einer Geschwindigkeit, die inzwischen normalerweise meinem flotten Dauerlauftempo entspricht, aber nicht meinem 10er-Renntempo (das hätte gestern 10-12 Sekunden schneller sein sollen). 😦 Ich hatte mir eh keine Bestzeit vorgenommen, aber ein wenig flotter hätte es dann doch sein dürfen.
    Was die Uhr angeht: Ich überlege im Moment, sie beim nächsten 10er zwar mitlaufen zu lassen, aber das Display so einzustellen, dass keine Zahlen drauf sind, die mich irritieren könnten. Meinen besten Zehner bin ich nämlich auch rein nach Gefühl gelaufen, ohne Zwischenzeitnahme und ohne Pulskontrolle sowieso!

    Und doch, ein wenig stolz bin ich auch auf’s Durchhalten. Aber wenn Ralph nicht gewesen wäre …

    Danke, liebe Margitta!

    Gefällt mir

  10. @Lizzy: Es stimmt, was du schreibst, mit neuen Bestzeiten wäre nicht zu rechnen gewesen, weil ich zuletzt überwiegend langsame und längere Läufe gemacht habe. Und das habe ich noch nicht so lange getan, dass sich das schon auf positiv auf mein Tempo hätte auswirken können. Ich hatte mir darum eine Zielzeit gesetzt, die gut eine Minute über meiner PB liegt und mir angesichts der Trainingszeiten auch realistisch schien. Naja, gestern war sie es nicht …
    Trotzdem stelle ich jetzt nicht mein Training in Frage. Ich merke ja, dass die Ausdauer kommt. Und dass Beine den Wettkampf viel besser weggesteckt haben als früher. Und ich will ja auch nicht superschnell werden, sondern ausdauernd mit dieser „Marathonvorbereitung“ (die ja eigentlich noch gar keine ist). 😉

    Danke, liebe Lizzy! 8)

    Gefällt mir

  11. Wie kann ich mitfühlen! Wenn es eben diese blöden Tage nicht gäbe…
    Aber es ist eben eine Enttäuschung wenn es nicht so richtig klappt wie gewünscht. Aber wenn es sogar bei den absoluten Spitzenathleten so ist, kann es uns doch wohl genau so treffen. Und ich denke ebenso über mein Training nach…und meiner Ernährung 🙂

    Gefällt mir

  12. Liebe Anne,
    wie gut tut es, hier zu lesen, daß es dir heute gut geht, daß deine Wade heute nicht murrt, über meine Bemühungen, uns sub 55 ins Ziel zu bringen. Ich bekam gestern im Ziel noch einen Schreck, als du sie erwähntest.
    Deinen Dank gebe ich hier gerne zurück 🙂 ! Ohne dich wäre ich nicht ins Ziel gelaufen! Dankeschön, daß ich dich begleiten durfte.
    Im Ziel hörte ich dann noch, daß viele mit dem gestrigen Lauf nicht zufrieden waren. Selbst gute Läufer ließen eine oder mehr Minuten unterwegs liegen. Nur ausgesprochene Hitzeläufer erreichten ihre Ziele.
    Haken wir den Lauf ab und blicken voraus auf unsere Hauptziele.
    Erhole dich weiterhin gut!
    lG
    Ralph

    Gefällt mir

  13. @Martin: Danke für dein Mitgefühl! Bei diesem Samstagsrennen hat es auch einen der Spitzenläufer (immerhin mehrfacher Medaillengewinner bei Deutschen Meisterschaften) mit Seitenstechen so „zerlegt“, dass er 2 1/2 Minuten auf seine normalen Zeiten verloren hat. – Mit dem Thema Ernährung“ sprichst du ein sehr heikles Thema an … wo ist hier der **schäm**-Smiley?

    @Ralph: Schön, dass auch du wieder fit bist nach diesem (für dich) kleinen Trainingsläufchen. Dann haben die Bedingungen offenbar nicht nur dich, mich und „Kowa“ geschafft, sondern auch etliche andere. Man sah unterwegs ja, wie sehr viele gelitten haben!

    So und jetzt Blick nach vorn – wir haben Ziele, die wichtiger sind als der Samstagslauf es war! 8)

    LG, auch dir gute Erholung und ein dickes „Dankeschön“ noch einmal!
    Anne

    Gefällt mir

  14. Hallo Anne,

    ich kann das total nachfühlen. Mir ging es bei meinen 2 WK`s dieses Jahr genauso. Da spult man Km ab, hält sich an Pläne , versucht alles und dann ist es heiß, oder heiß und schwül… . Bei mir sitzt der Ärger auch noch tief.
    Ich bin da noch nicht drüber weg, deshalb geht bei mir auch noch nicht so viel mit Training. Also versuch das abzuhaken, du hast durchgehalten und bist durchs Ziel gekommen. Das ist das was zählt. Lass die Entäuschung nicht zu sehr zu. ( Muss gerade ich sagen)

    LG Lilly

    was macht der Garten? Meine Beerensträucher tragen leider noch nicht so viel, literweise Saft hätte ich auch gerne gehabt zum Gelee kochen“ seufz“.

    Gefällt mir

  15. Hallo Bärbel,
    zum Glück war dieser 10er nicht der Hauptwettkampf, auf den ich hintrainiert habe, sondern nur ein kleiner Tempotest zwischendurch. Daher denke ich, dass ich den Frust schnell abhaken kann – meine Trainingsmotivation ist jedenfalls ungebrochen, und für die „mentale Stärke“ war das Durchgehalten-Haben extrem förderlich. Wenn der HM Anfang September allerdings auch „in die Hose ginge“, hätte ich sicher – wie du – ziemlich lange daran zu knabbern.

    Gartenmäßig ertrinke ich gerade in Tomaten und Zucchini. Die Bohnen sind auch erntereif, tragen aber nur kümmerlich. Dem Kohl ist das Wetter nicht bekommen, fast alle Köpfe sind geplatzt und ich muss sie ernten, damit sie nicht faulen. Aber es sind noch 1 1/2 Sträucher späte Johannisbeeren da. Und die Brombeeren haben sehr gut angesetzt .. genug zu tun also und viel Marmelade und Gelee zum Verschenken! 8)

    LG,
    Anne

    Gefällt mir

  16. Sehr schöner Laufbericht,

    lebendig, humorvoll, sprachlich elegant. Du schreibst für mich mit die besten Laufberichte überhaupt. (Gut ok. als Frau Schmitt-Fan setzte ich dich mal auf den 2. Platz)
    Diesen hier konnte ich besonders gut nachvollziehen da ich am Wochenende eine ganz ähnliche Erfahrung hatte. Auch ein kleiner Lauf mit wenigen eher guten Teilnehmern. Die sind mir am Start regelrecht davongerannt. Ich bin einen 5:10min/Schnitt gelaufen (am Anfang ;-)) und sang und klanglos hinten aus dem Hauptfeld rausgefallen. Wurde dann auch recht hart, und auch ne 55er Zeit.

    Mit den besten Grüßen Matthuas

    Gefällt mir

  17. Hallo Anne,
    du Ärmste musstest bei so ekligem Wetter laufen….
    Selber schuld, sagt man sich da. Und doch findet man etliche andere, die sich auch an die Startlinie stellen, rennen….und nachher ärgern.
    Ich hatte keinen Pulgurt an. Will gar nicht wissen, wo der Puls unterwegs (oder schon vorher?) gehangen hat. Meine Kühlung funktioniert bei den Temperaturen nicht richtig.
    Der Vorteil: Wenn man von Kreislauf (Temperatur) runtergebremst wird, ist man am nächsten Tag weniger platt als nach anderen WK.
    In der Startaufstellung bin ich mal wieder viel zu weit nach hinten gerutscht. (War aber n icht die einzige.) Ich verschätze mich da immer. Die ersten 600 m (bis auf die Kuppe hoch) nur Slalom. Ekelhaft.
    Der Regen. Gedanke 1: Hurra, es wird kühler.
    Gedanke 2: Sch… jetzt brennt das wieder in den Augen.

    Aber wichtig ist ja letztendlich der HM im September. Weißt du noch, wie wir da am Anfang letztes Jahr gefroren haben? Dieses Jahr ist der Start zwar etwas später, aber es könnte ja kühl sein und regnen….

    Schöne Grüße,
    Birthe

    Gefällt mir

  18. @Matthias: Hallo Matthias, willkommen in meinem Blog! Da ist es dir ja leider nicht besser ergangen als mir … Kopf hoch, es kommen bessere Tage!
    Danke für das Kompliment zu meinen Berichten, ich freue mich, dass sie dir gefallen. Und ich bin selbst ein großer Fan von Frau Schmitt! Umso besser kann ich dein Ranking nachvollziehen! 😉

    @Pippi: Ja, selbst schuld, ich weiß! 8) Der Pulser war praktisch, um eine Bestätigung meines Maximalpulses zu bekommen. Alles andere hätte ich lieber auch nicht gewusst! 😉 Dank Käppi hat der Regen mir nichts ausgemacht. Und mit der Kreislaufbremse hast du recht: Konnte gestern ohne Probleme 45 km locker ausradeln und werde heute noch ein langsames Ründchen laufen. Wie du schreibst, wichtig ist der HM im September, und da sind noch 5 Wochen Zeit, um den Aufbau hinzukriegen! 8) Und da wird es nicht so schwül sein!

    Auf der Webseite vom Volksfreund gibt es übrigens schon Laufbilder. Man sieht, dass du wirklich gefightet hast. 😉

    LG,
    Anne

    Gefällt mir

  19. Liebe Anne, den gleichen Lauf am Morgen bei kühlen Temperaturen läufst du locker unter 55 Minuten. Ist so.
    Es gibt solche Läufe, bei denen einfach nicht mehr drin ist. Und auch die anderen, bei denen es einfach läuft. 🙂
    Ich mache mir seit neuestem folgenden Spruch zum Motto: „War der Lauf nicht dein Freund, so war er dein Lehrer.“

    LG Sabine

    Gefällt mir

  20. Liebe Sabine, da bin ich mir auch ganz sicher, dass es bei besseren Bedingungen schneller gegangen wäre. Deinen Spruch habe ich übrigens meinem Faden im RunnersWorld-Forum vorangestellt … und dazu geschrieben, dass ich wohl zu begriffsstutzig bin, um zu erkennen, was dieser Lauf mir beibringen wollte. Inzwischen hab‘ ich aber doch das eine oder andere kapiert und nehme das Ganze sehr entspannt.

    LG,
    Anne

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s