Erlkönig-Lauf

Mein läuferisches Heimspiel beim Trierer Stadtlauf habe ich verpasst. Und es tut mir kein bisschen leid. Allein beim Zuschauen und Anfeuern der realen und virtuellen Bekannten (Hallo Ralph! Hallo, Birthe!) habe ich mir fast einen Sonnenstich geholt. Und die Gesichter der etwa zweitausend Protagonisten sprachen Bände – das war nicht nur Anstrengung, das war bei vielen einfach: Schn### voll. So bin ich froh, nicht dabei gewesen zu sein.

Warm genug ist es am Abend um 8 Uhr auch noch. Aber wer am Samstagabend knapp 2 Stunden Rad fährt und am nächsten Morgen  müde Beine hat, muss für seinen längeren Lauf eben in der Wärme ran. Lust oder keine Lust – egal! Immer noch müde Beine – egal! Insgesamt müde – auch egal!

So wird das einer von diesen „Erlkönig-Läufen“: „Und bist du nicht willig …“, dann trittst du dich in den Allerwertesten und läufst trotzdem! Nicht immer. Sondern natürlich nur dann, wenn der Unwille keinen Grund hat, den du zu akzeptieren gewillt bist oder akzeptieren musst. Und wenn du denkst, dass dir der Lauf besser bekommen würde als das Rumlümmeln auf dem Sofa und Fußball-Glotzen.

„Mir ist flau im Magen!“ – „Dann erstmal nur drei Kilometer.“ – „Der Puls ist viel zu hoch!“ – „Der ist eh kein Maßstab heute, einfach nach Gefühl laufen.“ – „Ich mag nicht!“ – „Komm, fünf Kilometer, wenn’s gar nicht mehr geht, darfst du wenden.“ – „Die Wade krampft.“ – „Dann lauf halt lockerer!“ – „Die Sonne sticht!“ – „Wenn  du es bis zur Brücke schaffst, kannst du im Schatten zurücklaufen.“

Reine Kopfsache, diese Moseltour! Ich ziehe sie nur dank eines gut gefüllten Trinkgurts und der Möglichkeit durch, am stadtfernen Moselufer einen Schlenker in ein Waldstück zu machen, bis die Sonne endgültig untergegangen ist. Nein, eine Hitzeläuferin werde ich in diesem Leben nicht mehr. Und eine echte Abendläuferin auch nicht.

Was soll’s, solche Läufe gibt es eben – trotzdem habe ich es noch auf knapp 17 km gebracht und bin zufrieden. Und wenn ich dann so lese, wie es Margitta bei ihrem jüngsten großen Laufabenteuer ergangen ist, relativieren sich all meine kleinen Wehwehchen und Missempfindungen zu reinem PillePalle!

Die Erntezeit naht!

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9 Gedanken zu “Erlkönig-Lauf

  1. Erlkönig-Lauf – was für eine treffende Beschreibung 😆 .
    Respekt, daß du das so durchgezogen hast! Selbst um 20 Uhr war es ja noch richtig heiß. Und am Vormittag hast du ja mindestens zwei Stunden in glühender Sonne ausgeharrt um uns anzufeuern. Vielen Dank noch einmal 🙂 !
    lG
    Ralph

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  2. @Sabine: Tja … lange Läufe sind mir zu wichtig, um einen ausfallen zu lassen. Bei einer kurzen Einheit wäre ich wohl nicht so konsequent gewesen. 8)

    @Ralph: Gern geschehen! Es war wirklich verflixt heiß, am Vormittag vor allem, aber am Abend leider auch noch. Erst gegen 9, als die Sonne hinterm Berg verschwand, wurde es angenehmer. Der nächste Lange ist wieder am Morgen, ganz bestimmt!

    LG,
    Anne

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  3. “ Nein, eine Hitzeläuferin werde ich in diesem Leben nicht mehr. Und eine echte Abendläuferin auch nicht.“

    Danke gleichfalls kann ich da nur sagen, auch mir behagt weder das eine, noch das andere.

    Aber 17 Kilometer sind schließlich auch kein Pappenstiel bei diesen Temperaturen, ja, ich bin stolz auf dich und dein Durchhaltevermögen, das kann man hier ruhig mal laut sagen ! 8)

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  4. Poooaaaaahhh KRASS! Du schreibst von deinen kleinen Kämpfen auf den ersten Kilometern und läufst dann mal so eben 17 Kilometer. Chapeau Madame 🙂
    Viele liebe Grüsse, Marianne

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  5. @Margitta: Dankeschön, liebe Margitta!!! Zwar hatte ich über deinen letzten Coup noch nichts gelesen, aber irgendwie war der Gedanke an dich doch dabei: Wenn da eine Bloggerfreundin an der Ostsee bei jedem Wetter läuft und sich auch von Lustlosigkeit und Wehwehchen nicht abhalten lässt, dann will auch ich nicht kneifen! 8)

    @Marianne: Auch dir ein Dankeschön, liebe Marianne! Ich glaube, ein Teil des Tricks war zu wissen: Wenn ich jetzt kneife und umdrehe, muss ich in der Sonne zurück – für Schatten muss ich erst 8 km laufen. Aber ich war mehrmals kurz vor einer Gehpause … und bin megastolz, sie nicht gemacht zu haben! 🙂

    LG,
    Anne

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  6. Erlkönig-Lauf ist echt passend.

    Es freut mich übrigens sehr, dass es bei dir endlich wieder bergauf geht, zumindest was man hier so liest.

    Wenn ich mir vorstelle, ich müste heute abend noch laufen…nee. Und du machst das einfach.
    Und dann wohl auch zwischen diesen ekligen Fliegen und Mücken durch, die sich abends immer am Fluss aufhalten, und nur darauf warten, eingeatmet zu werden.
    Ich hätte es wohl auf den nächsten Morgen verschoben. (Mir gruselt schon vor Freitag, da ist gaanz lang dran.)

    Und vielen Dank für dein Ausharren vormittags in der Hitze, es war eigentlich für alles zu warm im Freien. Selbst zum rumstehen.

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  7. @Pippi: Doch, es geht aufwärts – immer noch sehr lahm, aber die Ausdauer ist schon wieder ganz ok. Allerdings hätte ich den Langen auch lieber heute früh gemacht, dafür hätte wg. Arbeit aber die Zeit nicht gereicht.
    Was das Anfeuern angeht: Gern geschehen! Wenn ich laufe, tut mir auch immer gut, wenn mal jemand Bekanntes am Rand steht!
    Viel Erfolg bei deinen 30+x am Freitag – ich hoffe, es wird nicht ganz so heiß sein!

    @Lizzy: Ich wollte ja eigentlich Likör ansetzen … 8) Und Marmelade oder Gelee kochen. Mal gucken, Mi oder Do habe ich wohl Zeit!

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