Tropischer Knockout

22 Grad, extrem hohe Luftfeuchtigkeit, es tropft von den Bäumen und Büschen. Einzelne Regentropfen durchdringen langsam das dichte Blätterdach. Die dampfige, diesige Luft scheint zu stehen, drückt auf die Brust. Nasse Zweige hängen tief über dem Pfad, durch Torbögen aus Zweigen und Dornröschenrosenranken trabe ich den Weg am Bach entlang, dabei stets bemüht, nicht auf meine „be-hauste“ Verwandtschaft zu treten.

„Innerlich loslassen“ heißt mal wieder die Devise! Nicht so ganz leicht, sich läuferisch Luft zu verschaffen, wenn man beim Laufen angesichts der Schwüle kaum Atem holen kann.  Dass mich mitten in den Kleingärten eine Kollegin auf dem Rad einholt, macht das Ganze nicht besser. Um noch einige Sätze miteinander reden, eine Frage klären zu können, radelt sie langsamer. Ich werde trotzdem unwillkürlich schneller, um sie nicht zu sehr aufzuhalten. Zu schnell für heute. Eindeutig. Nach einigen 100 m verabschiedet sich die Kollegin, als sie merkt, dass ich doch arg ins Schnaufen komme – und ich bin platt!

Noch etwa einen Kilometer versuche ich es, aber der Puls ist nicht mehr nach unten zu bekommen. Im Gegenteil: Als ich zum Abschluss den Kiewelsberg erklimmen will, schnellt er in solche Höhen, dass ich spontan beschließe, mir das nicht anzutun. Gesund kommt mir das  nicht vor. So lasse ich es mitten im Anstieg gut sein und beende den Lauf nach 7.540 m in 49:49 Minuten.

Zu spät dran

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11 Gedanken zu “Tropischer Knockout

  1. Da war doch einmal was vor nicht allzu langer Zeit, das fing mit Sch…… an – kannst du dich erinnern, da blieb der Puls unten, ganz unten.

    Und jetzt ?
    Ach ja, die Schwüle !
    Tief durchatmen
    Noch schneckiger
    und immer gut aufpassen
    nicht so viel sprechen
    und viel, viel trinken
    Gesund ist das bestimmt nicht !
    Aber dafür ganz schön klebrig !

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  2. Da habe ich es doch einfacher. Erstens bin ich es hier, der als Läufer die Radfahrer überholt (zugegeben nicht alle und nicht überall) und muss dann höchstens aufpassen, dass die armen Touristen (den Einheimischen passiert ja öfter mal) vor Schreck nicht vom Rad fallen.

    Und zweitens habe ich keinen Pulsmesser und laufe also einfach so ohne Puls vor mich hin. Und wenn man keinen Puls hat, kann er auch nicht zu hoch sein 😉

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  3. @Margitta: Jaaaaha, das waren noch Zeiten mit dem Sch***! Bis die Kollegin kam, ging es noch einigermaßen, aber beschleunigen und reden, das war zu viel! Aber inzwischen geht’s wieder gut – und gegen die Klebrigkeit gibt es ja zum Glück Duschen! 😉

    @Nordläufer: Radfahrer überholen ist toll – in Anstiegen gelingt mir das auch manchmal und ist immer eine besondere Freude!

    Was den Puls angeht: Die bloße Zahl war nicht das Problem (von der lass ich mir eh nichts vorschreiben), sondern das Befinden. Plötzliches Herzrasen und Schwindel – das hätte ich auch ohne Uhr als Zeichen dafür genommen, dass etwas nicht stimmt und ich aufhören sollte. 8)
    Ich weiß aber, wo’s herkommt und dass es harmlos ist. 🙂

    LG,
    Anne

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  4. Angesichts der gestrigen Schwüle war der Zwischenspurt zu schnell. Aber letztendlich warst du brav 8) und hast rechtzeitig die Tempobolzerei beendet. Dein Oberschenkel dankt es dir.
    Und zum Wochenende soll dann auch die Schwüle weg sein. Es besteht Hoffnung …
    lG
    Ralph

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  5. @Hase: Vielleicht … ich glaube, WordPress mag es nicht einsilbig oder einsymbolisch! 😉

    @Ralph: Und wie vernünftig ich bin! 8) Hoffen wir das Beste, diese Schwüle schlägt mir echt auf den Körper und auf’s Hirn, von der Laune gar nicht zu reden!

    LG,
    Anne

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  6. Hier ist es heute auch subtropisch, es ist warm und die Luft ist schwül. Auch wenn bei mir der Mittwoch ein Lauftag ist, steige ich da doch lieber aufs Rad um.

    Ich finde es toll das Du gelaufen bist bei solchen Bedingungen auch wenn Du den Lauf vorzeitig beendet hast. Da habe ich einen ganz großen Respekt vor. 🙂

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  7. @Bernd: Dankeschön! Ja, bei Schwüle ist Radfahren die besere Wahl, da lässt sich die Belastung leichter dosieren, finde ich. 🙂

    @Giegi: Hmmmm! Eigentlich lass ich sie ja lieber am Strauch. Aber bei dem Starkregen waren sie abgeknickt – also hab ich sie gepflückt und lasse sie jetzt mein Wohnzimmer beduften!

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