Menschliches Rühren

Kleine Widrigkeiten erlebt jedes Läuferlein gelegentlich mal. Seien es Blasen an den Füßen, müde Beine dank falschen Schuhwerks oder verrutschte Kontaktlinsen. Mich erwischt es an diesem Spätnachmittag in Gestalt des so genannten „menschlichen Rührens“. Schuld ist vermutlich der Nachmittagskaffee, der nicht nur auf meinen Geist, sondern auch auf die Eingeweide überaus anregend wirkt. Und so was kann störend und unangenehm sein. So unangenehm, dass ich fast schon überlege, nach zwei Kilometern umzudrehen und zurück Richtung Büro zu laufen.

Ich will auch spielen!

Aber ich mag nicht! Einmal mitten im Grünen auf dem Petrisberg angekommen, fällt eine so schnelle Rückkehr in die „Zivilisation“ einfach zu schwer! Aber was tun? Es grummelt inzwischen recht kräftig. Hmmm? Bleibt nur der Abstecher in ein Waldstückchen. Hier lässt sich das „kleine Problem“ in aller Abgeschiedenheit lösen.

Frühlingshügel

Und ich kann weiter auf Entdeckungsreise gehen. Einen neuen Weg ausprobieren, der zuerst ein Stück bergab führt, dann aber durch ein weiteres Wäldchen hinauf zu den Pferdekoppeln, vorbei am Reiterhof und weiter bergauf, einen Panoramaweg entlang, der das große Wohngebiet nahe der Uni umrundet.

Hinter dem Horizont geht's weiter ...

Hier war ich noch nie! Und habe wirklich etwas verpasst. Sicher ist um diese Jahreszeit fast jedes Fleckchen Natur einladend. Aber ich bin doch positiv überrascht, wie schöne An- und Ausblicke sich hier auf dem kurzen Abschnitt des Saar-Hunsrück-Steigs bieten. Weinberge, Steuobstwiesen, sogar kleine Gemüsegärtchen passiere ich. Mäuerchen, in denen scheue Eidechsen leben und blitzschnell zwischen den Bruchsteinen verschwinden, sobald sie meiner gewahr werden!

Tetrapack - Irgendwie clever

Wenn es nicht so warm wäre und ich mir nicht fest vorgenommen hätte, es heute ruhig angehen zu lassen, hätte ich hier noch ewig weiterlaufen und diesen oder jenen Schlenker durch die Wiesen anhängen mögen. So aber siegt die Vernunft. Ins Büro zurück nach knapp 8 Kilometern, getrunken, den Rucksack gepackt und mit Gepäck noch 3 Kilometer bergab.

Are you lonesome tonight?

Am Bach entlang ist es einigermaßen schattig, immerhin! Auch wenn viele Bäume natürlich noch kein Laub tragen.

Immer am Bach entlang

Der Rucksack nervt durch sein Hin- und Hergebammel. Und den Beinen geht inzwischen doch etwas die Kraft aus. Da helfen auch die gut sichtbaren Angebote am Wegesrand nicht weiter. Am Ausgang des Dorfes lasse ich es deshalb gut sein nach 10.860 m in 1:09:12 Stunden.

Wenn's so einfach wäre ...


P.S.: Bilder vom neuen Teil der Strecke reiche ich nach – die Kamera war heute nicht dabei. Die Fotos oben stammen von gestern, geschossen auf den altbekannten Streckenabschnitten auf dem Petrisberg und im Dorf.

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8 Gedanken zu “Menschliches Rühren

  1. So etwas ist lästig – hatte ich auch schon leider mal mit zu tun. Ging ja wenigstens gut.
    Und als Ausgleich durftest du eine neue Strecke erkunden 8) – offensichtlich wirklich lohnend. Bin schon ganz gespannt auf die Bilder!
    lG
    Ralph

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  2. Unangenehm… aber was will man machen, nicht? Nur gut, dass du ein Waldstückchen zur Stelle hattest. Das ist nicht jedem gegeben in einer solchen Situation. 😉

    Eine herrliche Gegend, in der du läufst. Und die vielen Hügel machen richtig fit!

    Dann wollte ich dir noch sagen, dass mir dein neues Blog-Template sehr gut gefällt.

    Hab‘ einen schönen Tag, liebe Anne. Genieße noch einmal das schöne Wetter. Es soll ja leider nicht so bleiben…

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  3. Oh , OH, Oh,

    jetzt bin ich aber fast vom Hocker gefallen, ein neues Kleid trägt Frau Schnecke, und mir fällt dabei auf, dass die Schnecke ganz klein und kaum sichtbar ist. Hat das etwa etwas zu bedeuten ?

    Alles neu macht der Mai – gell ? Obwohl der ja erst vor der Türe steht.

    Schön !

    “ Menschliches Rühren “

    auch das gefällt mir, aber nur wenn ich es lese, ansonsten unterwegs eher nicht, aber es lässt sich, wie man lesen kann, sehr gut lösen, gell ? 😉

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  4. Ja. Ja, Ja,

    die Weinbergsschnecke verkriecht sich um kommt als Rennschnecke wieder ans Tageslicht…

    Aber im ernst: Rund um Olewig warten noch einige schöne Streckenabschnitte. Sehr empfehlenswert ist zum Beispiel das erste Stück des Saar-Hunsrück-Steigs vom Reiterhof bis nach Tarforst. Da steht am Waldrand die Irscher Eiche, ein ualter Baumriese. Als ich den vor zwei Wintern zum ersten Mal gesehen habe, war ich schlicht von den Socken.

    Vielleicht sollte ich auch mal wieder die Kamera beim Laufen mitnehmen…

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  5. @Ralph: Tja, an der Saar wäre das u.U. etwas schwieriger geworden mit dem Gebüsch 😉 Und eine neue Strecke zu erkunden ist eigentlich immer schön, diese lohnte aber ganz besonders!

    @Sabine: Dankeschön! Na, mal sehen, der Wetterbericht ist längst nicht so schlimm wie vor ein paar Tagen noch! Auch dir schöne Läufe! 😉

    @Martin: Ja, es ist schon ein Geschenk, in so tollen (Lauf-)Landschaften zu leben. Und es gibt immer noch neue Wege zu entdecken!

    @Margitta: Ja, es sollte mal was Neues, Klareres her! Und dass die Schnecke momentan eine richtige LAUF-Schnecke ist, soll auch im Header erkennbar sein. Zwar wird sie in ein paar Wochen wieder zur Lauf-SCHNECKE werden, aber das ist noch Zukunftsmusik. 8) Dankeschön, liebe Margitta!

    @Midlifecrisis: Das Stück hinterm Reiterhof habe ich wirklich erst gestern entdeckt und muss es unbedingt weiter erkunden – dann wird mir die Eiche bestimmt auffallen, danke für den Tipp! Komisch, irgendwie dachte ich, da oben sei längst alles so zersiedelt, dass sich ein Lauf nicht lohnt. Aber weit gefehlt! Von Tarforst aus könnte man dann sehr schön einige Kilometer anhängen durch die Felder und Wälder oberhalb des Ruwertals, an der Domäne Avelsbach vorbei (hab ich im Herbst entdeckt) … ach, es gibt dort einfach viele tolle Strecken!
    Kamera mitnehmen? Unbedingt! Letztlich geben Fotos einem Blogbericht erst die Würze!

    LG,
    Anne

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  6. @Sabine:Hügel? Nun ja, ich finde die immer ziemlich lang und steil. Aber das Bild “ Hinter dem Horizont geht´s weiter…“ ist arg irreführend. Das ist so mit der schlimmste Berg, den ich kenne.
    @ Anne: Die Eiche steht noch hinter dem Baugebiet BU 12, wenn man am Waldrand ganz außen um die Wiesen herum weiterläuft. Die ausgebauten Wege sind da zu Ende und es ist nur noch ein netter Pfad.

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  7. @Birthe: Natürlich geht’s hinterm Horizont weiter … mit der Steigung! 8) Wirklich ätzend! Aber was uns nicht umbringt …
    Nach der Eiche schau ich mal, wenn ich die nächste Runde dort drehe. Netter Pfad klingt nämlich sehr gut! Danke für den Hinweis!

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