Bangebüx

Ich hatte mir das so schön ausgemalt: Vom Büro hinüber auf den Petrisberg, hinein in den Stadtwald, auf weichem Boden ein paar entspannte Runden kreuz und quer traben, die frische Frühlingsluft in mich aufsaugen. Und jetzt laufe ich hier mitten durch den Busch und habe einfach nur noch Schiss!

Dass es etwas zieht aus Südwest, habe ich schon gemerkt, als ich über das ehemalige Gartenschau-Gelände trottete, und mich in Gedanken für die Kombination Kurz-Kurz mit Weste verflucht. Aber inzwischen ist der Wind noch einmal aufgefrischt: Windstärke 6, in Böen bis zu 90 km/h, erzählt mir wetter-online.de später. Und ich bin in einem Wald, in dem Xynthia neulich gewütet hat und der noch nicht sauber durchforstet ist. Die Wipfel der stehen gebliebenen Kiefern biegen sich unter jedem kräftigen Windstoß. Immer wieder lässt mich das Knarzen und Ächzen der alten Buchen zusammenzucken.

Nix für mich! Schimpft mich „Bangebüx“, nennt mich Schisser oder Angsthase – ich will hier raus! Und mir ist egal, dass die Feierabend-Gassigänger sich fröhlich auf den Waldwegen tummeln und immer neue hinzukommen! Ich brauche meinen Kopf und meine heilen Knochen noch!

Nach etwa 1,5 Kilometern habe ich es geschafft! Dann doch lieber im Freien auf dem Weinlehrpfad entlang traben, den Böen unmittelbar ausgesetzt, die mich immer wieder frontal oder von der Seite erwischen. Hier gibt es wenigstens nichts, was mir auf den Kopf fallen könnte!

Dafür aber vorgezogenes Aprilwetter. Der komplette Mix wird heute geboten: Strahlender Sonnenschein lässt das erste Frühlingsgrün um so intensiver wirken, tiefschwarze Wolkenwände wechseln sich ab mit leuchtendblauem Wattewölkchenhimmel, feine graue Regenschleier liegen über dem Panorama der Stadt. Kurzzeitig schneiden mir Hagelkörner ins Gesicht und die nackten Beine. Dann wieder wärmt die Sonne mein Gesicht. Fast von Minute zu Minute wechselt das Wetter bei diesem Lauf! Zum Schluss setzt sich dann der intensive Sprühregen durch. Nun fröstele ich doch etwas und sehne mich nach der warmen Dusche. Nun gut, Hauptsache heil angekommen nach gerade einmal 8.540 m in 54:35 Minuten!

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2 Gedanken zu “Bangebüx

  1. WIKIPEDIA :

    “ Angst ist ein menschliches Grundgefühl, welches sich in als bedrohlich empfundenen Situationen als Besorgnis und unlustbetonte Erregung äußert. Auslöser können dabei erwartete Bedrohungen etwa der körperlichen Unversehrtheit, der Selbstachtung oder des Selbstbildes sein. Begrifflich wird dabei die objektunbestimmte Angst von der objektbezogenen Furcht unterschieden. Weiterhin lässt sich die aktuelle Emotion Angst unterscheiden von der Persönlichkeitseigenschaft Ängstlichkeit, also häufiger und intensiver Angst zu fühlen als andere Menschen.

    Evolutionsgeschichtlich hat die Angst eine wichtige Funktion als ein die Sinne schärfender Schutzmechanismus, der in tatsächlichen oder auch nur vermeintlichen Gefahrensituationen ein angemessenes Verhalten (etwa Flucht) einleitet. Da die Kosten einer Flucht gering sind (wenige hundert kcal), die Kosten einer übersehenen Bedrohung aber sehr hoch sein können (Tod), ist die „Alarmanlage“ Angst sehr empfindlich eingestellt, was in vielen Fehlalarmen resultiert.

    Angst kann sowohl bewusst als auch unbewusst wirken. Entstehen durch Angst andauernde Kontrollverluste oder Lähmungen, wird von einer Angststörung gesprochen. “

    Du hast alles richtig gemacht,
    bist kein Angsthase
    ich hätte es auch nicht anders getan
    und viele andere sicher auch
    April, April
    macht, was er will
    und der Osterhase
    kommt auch noch
    vor dem
    brauchen wir uns nicht fürchten,
    denn wir haben ein reines Gewissen
    immer schön trainiert
    artig und brav
    gewesen
    besonders
    wir
    Mädchen
    gell ? 😉

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  2. „erwartete Bedrohungen etwa der körperlichen Unversehrtheit“ – „objektbezogene Furcht“ -genau! Eine Angststörung hab ich Gottseidank nicht! 😉

    Vor dem Osterhasen fürchte ich mich trotzdem. Der neigt nämlich dazu, Schokoladeneier zu bringen … 8) Und da lassen wir Mädchen den Hasen doch lieber Hasen sein und gehen weiterhin brav trainieren, gell, liebe Margitta?!

    LG, Anne

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