Ranunculus repens

Ranunculus repens. Kriechender Hahnenfuß. Wenn ich die Beschreibung in meinem „Kosmos“ richtig interpretiert habe, handelt es sich bei dem Grün, das in meinem Gärtlein reichlich sprießt, um besagtes „Beikraut“.

Ehrlich gesagt interessiert es mich aber nicht die Bohne, wie das Dreckszeug heißt, weder auf Deutsch noch auf Latein! Mich interessiert nur eines: Wie werde ich es los? Denn simples Auszupfen nutzt gar nichts! Abhacken ebenso wenig. Weil sich aus den in der Erde verbliebenen Wurzelausläufern neue Pflanzen bilden, muss jedes einzelne Kräutlein mit einem Unkrautstecher sorgfältig entfernt werden. Das war meine Beschäftigung am gestrigen Nachmittag. Dazu noch einen Teil des Gemüsebeets umgraben, grubbern und harken, damit ich in der kommenden Woche vielleicht die ersten Möhren, Radieschen, Kohlrabi und Salat aussäen kann.

Entsprechend fühlt sich heute mein Körper an. Nichts Gutes mehr gewöhnt! Vor allem die hintere Oberschenkelmuskulatur … auweia! Aber gejammert wird nicht! Schon gar nicht, wenn der letzte lange Lauf in der Halbmarathon-Vorbereitung ansteht. Und wenn (fast) perfektes Laufwetter herrscht: Temperaturen von 12, 13 Grad, leichter Wind, bedeckter Himmel. Einziger Schönheitsfehler: Der kräftige Regenguss, der sich gerade entlädt, als ich Garminchen auf den Balkon legen will, damit es seine Satelliten suchen kann.

Ein bisschen „Weichei“ bin ich dann doch! Bereits beim Loslaufen patschnass zu werden, finde ich fies. Und für eine Regenjacke ist es viel zu warm, kurz/kurz heißt die Devise! Das Ende des Schauers warte ich also ab, dann geht’s los bergab und Richtung Konz. Komischerweise fällt das Laufen leichter als das Gehen. Klar, ein wenig maulen die Muskeln am Anfang noch, aber nach kurzer Zeit fühlen sie sich locker genug an, um munteren Schrittes dahinzutraben.

Der dichte Samstagsverkehr auf der Uferstraße stört. Nein, es ist keine schöne Strecke, zumindest dieser Abschnitt nicht. Hin und wieder werde ich ihn sicher laufen, einfach weil er so schön flach ist. Aber ich werde in Zukunft wieder mehr Läufe in den Wald und damit auf hügeliges Terrain verlegen, um unterwegs besser „abschalten“ zu können. Im Winter bei Schnee, Eis und Windbruch war mir das zu gefährlich.

Gleichmäßig trabe ich vor mich hin, trotz Gegenwinds, der kräftiger ist als erwartet, flotter als letzte Woche und doch mit niedrigerem Puls. Ja, regelmäßiges Training zahlt sich eben doch aus! Und auf dem Rückweg kommt der Wind schräg von hinten, treibt mich voran. An den Fischteichen vorbei, am Zewener Sportplatz, wo – darauf lässt der Autoverkehr auf dem Moselleinpfad schließen – gleich ein Spiel stattfinden wird, am Schloss Monaise, am Yachthafen, an dem die Vorbereitungen für die kommende Saison in vollem Gange sind.

Inzwischen hat es zu regnen begonnen. Kein heftiger Schauer wie vorhin, eher ein kräftiges Nieseln, das mich eher erfrischt als stört. Die Adenauerbrücke in Sicht – kreuzen oder weiterlaufen? Das Stückchen bis zur Römerbrücke nehme ich noch mit, überquere den Fluss, laufe am alten Moselkran hinab ans Ufer, um wieder ein Stück stromaufwärts zu trotten, den Wind und den Regen im Gesicht. Ich beginne zu frösteln. Ein wenig zäher, ein paar Sekündchen langsamer wird es, aber immer noch alles im hellgrünen Bereich. Gut so! Ich will es heute nicht übertreiben. Und so verlasse ich den Uferpfad, laufe noch ein Kilometerchen durch die Straßen und den kleinen Park am Finanzamt, bevor ich es am Fuße der Steigung genug sein lasse. Fazit: Den spätnachmittäglichen Schlaf auf dem Sofa redlich verdient nach 18.080 m in 1: 57:32 Stunden.

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11 Gedanken zu “Ranunculus repens

  1. Wann ist noch mal Freiburg? *grins* Nicht, dass Du Dich vorher totläufst! 😉

    Freue mich mit Dir, wenn es so gut läuft, das Kilometerspulen.

    Ranunculus habe ich selbst, Danke, brauch ich nicht. Könnte Dir aber noch so anderes nettes Wurzelauslaufendes anbieten.

    LG Moni

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  2. Und ich nehm‘ dir davon auch nix ab, hab heute selber gejätet – und bin gespannt, wie es meinen Haxn morgen geht – im Kreuz wirkt es schon 😉

    Umso besser ist es zu hören, dass es bei dir heute so gut lief, nachdem mal wieder ein Wettermotivationskiller zu überwinden war! Schon komisch, dass Regen während des Laufens meist gar nicht stört, beim Starten aber so derart schwer zu überwinden ist!

    Schönes Wochenende noch, erhol dich a bissl,
    liebe Grüße Giegi

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  3. Ja – kurz/kurz war heute sicher die bessere Wahl! Gratulation, daß du nicht so ein Weichei bist wie ich 😉
    Und ich habe es selbst erlebt, daß das Stück zwischen Trier und Karthaus nicht gerade der Bringer ist – aber dafür entschädigt doch der Rückweg, oder? Und wenn dann wirklich endlich der Frühling richtig gekommen ist – dann ab mit dir in den Wald!
    Deinen Hahnenfuß brauchen wir hier auch leider nicht – wir hätten aber noch einige Walderdbeeren abzugeben – wie war’s denn damit? Wird man übrigens auch nicht mehr los 😉
    lG
    Ralph

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  4. @Moni: Kommendes Wochenende. Darum bin ich gestern auch nur noch 18 km gelaufen (und nicht 20 +x wie in den letzten Wochen 8) ) Und in der kommenden Woche wird auch überwiegend ruhig und nur recht wenig trainiert. Was Beikräuter angeht, bin ich bestens versorgt, dankeschön. Löwenzahn, Ackerwinde (die ist besonders fies!) und noch so dies und das. Kein Bedarf an weiteren Scheußlichkeiten also! Danke, liebe Moni.

    @Giegi: Dankeschön, liebe Giegi! Und, was macht das Kreuz? – Beim Loslaufen stört mich der Regen stärker, weil ich noch nicht aufgewärmt bin. Wenn es dann richtig schüttet (so wie gestern), werde ich gar nicht erst richtig warm und finde meinen Rhythmus nur schwer oder gar nicht. Wenn ich dagegen schon Betriebstemperatur erreicht habe, braucht es eine ganze Zeit, bis der Regen mich auskühlt. Viel weiter hätte ich aber gestern nicht gewollt, denn nass und im Gegenwind wurde es gegen Ende doch sehr unangenehm.

    @Ralph: Ach weißt du, lieber Ralph, eure Walderdbeeren lass ich euch gern. Die habe ich auch, ein hartnäckiges Zeug, wie du schon schreibst, zum Glück beschränkt es sich bei mir auf ein kleines Eckchen am Teich. 😉
    Aber von wegen „Weichei“ – ich bin ja erst mittags unterwegs gewesen, da war es doch schon wärmer. Ob ich morgens um 7 auch auf die Jacke verzichtet hätte, bezweifle ich. Zumindest eine Weste hätte ich getragen! Und du hast recht – ab nächste Woche geht’s wieder in den Wald. Oder ich pendle nur auf der anderen Moselseite Richtung Wasserbillig und retour – da ist es nämlich wirklich viel schöner! Irgendwann komme ich dieses Jahr noch so weit, dass ich am Sonntagmorgen über die Grenze zum Kaffeekaufen und wieder zurück laufen kann … hoffe ich wenigstens! 8)

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  5. “ Ja, regelmäßiges Training zahlt sich eben doch aus! “

    Stimmt, das liest man bei dir, und ich kann es nur – auch für mich – bestätigen. Gut gemacht. Freiburg kann kommen, du hast dich gründlich vorbereitet, bis sozusagen warm gelaufen, jetzt kannst du auf Freiburg fiebern, bin sehr, sehr, sehr gespannt, was du dann mit nach Hause bringen wirst.

    Viel Glück, aber bis dahin “ sehen “ wir uns sicherlich noch ! 8)

    P.S.Auch ich bin gestern bei strömendem Regen gelaufen – 69 km in drei Tagen – heute setze ich noch einen drauf – weil es so schön ist, und weder Regen, noch Wind, noch sonst irgendetwas wird mich davon abhalten. Bis dann, liebe Anne ! 8)

    Wie wäre es mit einem Obstsalat ?
    Kannst kommen ! 8)

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  6. …und wie heißt dfas Zeuchs, das aussieht wie Gras, aber auch mit unterirdischen Wurzelauslegern allem die Luft nimmt?? Davon kannst du von mir haben…
    Freiburg wird super….ich freu mich sehr!

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  7. @Margitta: Dankeschön für die guten Wünsche, liebe Margitta! Ja, wer außer dir könnte so überzeugend bestätigen, wie gut Training sich auszahlt?! Mal sehen, was rauskommt, ich bin auch gespannt. Jetzt geht es gleich noch auf eine Entspannungsrunde – die Regenwolken winken schon! 8) Und hinterher Obstsalat – aber ich fürchte, ich muss selbst schnibbeln …

    @Marga: Quecken?! Igitt, nee, die darfste gern behalten. 😉 Jaaaaaa, Freiburg wird klasse … egal, welche Zeit rauskommt.

    LG,
    Anne

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  8. Danke – dem Kreuz geht es wieder gut! Dem Unkraut auch – habe eben besichtigt und gefunden, was ich alles übersehen habe… 🙂
    Das mit dem Regen-Loslaufen kenne ich gut – die größte Überwindung kostet es dann, aus dem Haus zu gehen. Noch schlimmer, wenn ich zum Radfahren will. Hinterher fragt man sich dann immer, warum man es so lange geschoben hat 😉

    Was kommt denn jetzt bei dir? Eine Pausenwoche oder sockst du noch ein bisschen ‚rum bis Freiburg? Wie auch immer – pass auf dich auf, damit du dort verletzungsfrei und gut erholt ankommst. Ich will dich Kuchen essen sehen – viel Kuchen! 🙂

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  9. Also in kurz / kurz bin ich noch nicht gelaufen in diesem Jahr. Da mussten immer noch die langen Sachen herhalten, aber es könnte jetzt bald soweit sein.
    Ich finde auch nach 18 km laufen, da hast Du Dir den Schlaf auf dem Sofa wirklich verdient. 🙂

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  10. @Giegi: Na fein! Ich war heute auch gucken, in erster Linie aber, um das alte Frühbeet zusammenzubauen, das ich hinterm Gartenhaus gefunden habe, und Salatpflanzen einzusetzen. Es ist noch so viel Hahnenfuß übrig, dass ich verzweifeln könnte … 😦

    Gelaufen wird nächste Woche schon noch, aber natürlich nur wenig und nicht mehr so intensiv. Heute war ich noch einmal kurz und locker unterwegs, Dienstag teste ich das erhoffte HM-Tempo, Donnerstag und Samstag wird ein wenig „herumgejoggt“, ein paar Steigerungsläufe eingestreut. Dabei sollte mir eigentlich nichts Böses passieren … dankeschön für die lieben Wünsche, Giegi! 🙂

    @Bernd: Heute habe ich „obenrum“ auch die lange Variante bevorzugt – sobald der Wind hinzu kommt, wird es fies. Aber nicht mehr lange, dann kannst auch du die Winterkleidung einmotten! 8)

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  11. Liebe Anne, ich denke, die „sub 2“ sind schon drin bei dir in Freiburg. Deine Vorbereitung ist optimal. Und wenn nicht, auch egal, es kommen ja auch bei dir sicherlich noch einige HMs in Zukunft.

    Ich dachte eigentlich auch, ich könnte heute in 3/4/kurz heimlaufen, aber der Himmel sieht so aus, dass eine leichte Regenjacke doch angebracht sein wird. Aber morgen ist 3/4/kurz auf jeden Fall drin: es soll 21 Grad warm werden. 🙂

    Dir noch eine weitere schöne und entspannte Vorbereitung auf Freiburg. Einer meiner Bekannten läuft den Ganzen und ist schon etwas hibbelig.

    LG Sabine

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