Erste!

4:45 Uhr morgens. Schlaflos in Trier. Vorsichtiger Blick aus dem Küchenfenster: Neuschnee! Rein in die Laufmontur. Raus ins Freie. Fußtapsen von Tür zu Tür – die Zeitungsbotin. Ein paar Laufschritte auf dem Fußweg Richtung Tal.

Endlich einmal Erste!!! Die dicke fluffige Schicht deckt alles zu. Nicht einmal Weg und Wiese sind zu unterscheiden. Und ich bin die erste, die ihren Fuß auf das Weiß setzen darf. Die eintauchen darf in die lockere, pulvrige Masse. Hoch die Füße. Ein wenig anstrengender als sonst, aber gut. Sehr gut! Nur Obacht: Nicht umknicken, weil man die Wegränder nicht erkennen kann.

Der Schnee schluckt alle Geräusche. Die Stadt im Rücken nehme ich nicht mehr wahr. Stille, Weiß, Dunkelheit. Nur ein wenig orangefarbiges Streulicht strahlt vom Hügel herüber. Aber die Lampe brauche ich natürlich nicht.

Ein kurzes missmutiges Kläffen an der Gärtnerei – ich habe Purzel geweckt! Und hier bin ich auch nicht mehr die erste: Fährten im Schnee. Hase. Reh. Fuchs (den hätte ich heute Nacht woanders vermutet). Noch eine Talrunde, weil es so schön war. Noch einmal Purzel wecken. Durch die Gärten. Dann an der mit einer festgefahrenen Schicht bedeckten Straße zurück zum Dienst an der Schneeschippe. Kurz und wunderschön: 6.570 m in 46:31 Minuten.

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11 Gedanken zu “Erste!

  1. Danke, dass du so freundlich warst, das Attribut „senil“ wegzulassen! 😉 Nein, SO früh lasse ich mich höchstens im Hochsommer wecken, wenn ich meinen „Langen“ bei angenehmen Temperaturen machen will. Ich hatte nur einige unerfreuliche Tage im Job, das wirkt sich bei mir schnell auf die Nachtruhe aus.

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  2. Ach, ich finds herrlich. Ich hab das zu meinen Streakrunner-Zeiten zwei- bis dreimal die Woche gemacht – den Wecker auf 4 Uhr gestellt (ja!!!) und laufen gegangen, und ich habe es geliebt.
    Die Welt gehörte da immer mir ganz allein.
    Jetzt schaff ich das aber nicht mehr.
    Irgendwie ist das nämlich verdammt früh….. 😉
    Herrlich find ich’s trotzdem noch….

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  3. Im Winter um diese Uhrzeit laufen – tolle Idee, wenn man nicht schlafen kann! Dieses Gefühl, als erster in dieser unberührten Schneeschicht eine menschliche Spur ziehen zu können 8) ist unbeschreiblich.
    Ich drücke die Daumen, daß die Zeiten im Job wieder besser werden!
    lG
    Ralph

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  4. Oh wie schön.
    Das klingt so wundervoll…beruhigend.
    Hier ist kein Ende in Sicht. Die Chance den unberührten Schnee zu belaufen hat man stündlich, weils ständig draufschneit. Also werde ich wohl heute nachmittag losgehen. Mal sehen, obs für mich auch so schön wird.
    Herzliche Grüße
    Marga

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  5. Laufen im tiefsten Winter im Schnee und das schon so früh am Morgen, Respekt! Um 4:45 Uhr da bin ich gerne noch im Bett. 🙂 Es klingt ganz nach einen gelungenen tollen Start in den Tag.

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  6. Aha, jetzt ist die Schrift wieder so, wie sie war.

    4:45 Uhr, meine liebe Schnecke, das ist ja ganz schön zeitig, aber, wie man liest, hat es sich voll gelohnt, die Tag erwachen zu sehen, als Erste den jungfräulichen Schnee betreten zu dürfen, die Ruhe zu genießen.

    Das kenne ich von meinen 24-Stunden-Läufen, es ist herrlich, in den erwachenden Tag hinein zu laufen, aber dann ist es Sommer, und da fällt es wesentlich leichter bei wärmeren Temperaturen.

    Purzel hast du auch noch geweckt !

    Der Tag konnte kommen, und ich bin sicher einen besseren Start kann man sich eigentlich nicht wünschen, wenn man frisch geduscht ans Werk gehen kann.

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  7. @Kerstin: Schön, dich mal wieder hier zu lesen! Ja, eigentlich ist es herrlich, so früh zu laufen – mit dem Gefühl: „Die Welt gehört mir“! Aber es ist wirklich SEHR früh! 😉

    @Ralph: Ich wusste, dass auch du dieses Pionier-Erlebnis zu schätzen weißt! 8) Was den Job angeht: Das wird wieder! Sind halt manchmal blöde Zeiten (wie wohl überall), aber im Grund habe ich es super getroffen mit dem, was ich tun darf.

    @Marga: Beruhigend war’s – wie war’s bei dir? Auch so schön?

    @Bernd: Dankeschön, lieber Bernd. 4:45 Uhr ist eigentlich auch nicht „meine“ Zeit – aber wenn ich eh nicht mehr schlafen kann, kann ich auch aufstehen und etwas Schönes und Nützliches tun!

    @Sabine: Auch dir ein schönes Wochenende, liebe Sabine, mit dem einen oder anderen wunderbaren Lauf!

    @Margitta: Ich hab nix gemacht an der Schrift – vielleicht hat irgendjemand im Hintergrund an dem Style gewerkelt, den ich benutze?! 8) – Jeden Morgen könnte ich nicht so früh raus. Aber eigentlich ist es wirklich ein fantastischer Start in den Tag. Ich denke, im Sommer mach ich das öfter: Wecker stellen (vielleicht nicht gerade auf halb 5, aber 5 oder halb 6 vielleicht), eine Runde drehen und mit dem guten Gefühl in den Arbeitstag starten, schon etwas geschafft zu haben!

    LG,
    Anne

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  8. Nein, so ganz warst Du doch nicht die erste … Schön, wenn Du diese besonderen Spuren gefunden hast und Deine Freude daran hattest 😉 Und ich gestehe gerne, dass ich selbst zu dieser nachschlafenden Zeit noch im Fuchsbau geschnorchelt und einen meiner Verwandten losgeschickt habe…

    Herzlichen Glückwunsch zu diesem besonderen Abenteuer! Danke für den Bericht, dem man die leisen Fußtapfen, das Stauben des Pulverschnees und und Glitzern der weißen Kristalle förmlich anmerkt.

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  9. Soso … ich wusste ja gar nicht, dass du Verwandte in Trier hast 8) Da hätte ich mein Abenteuer doch glatt mit denen teilen können, wenn du schon nicht aus dem Bau findest! 😉 Dankeschön, lieber Peter!

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