Fort mit den Schranken!

Wo der Weg vom Messeparkplatz auf den Leinpfad an der Mosel führt, steht eine von ihnen im Gras. Unter der Römerbrücke eine zweite. Rotweiß gestreift. Angeschmuddelt. Mit jeweils vier warnend blinkenden roten Laternen. Daneben ein umgestürztes rundes Schild.

Fort mit den Schranken! Dies ist keine Anstiftung zu revolutionärem Tun. Vielmehr ein Appell, die nutzlosen Blockaden zu beseitigen, bevor sie irgendwelchen Vandalen zum Opfer fallen. Die Laternchen machen sich ganz wunderbar als Beleuchtung schummeriger Partykeller und geschmackloser Teenager-Buden.

Nutzlos geworden sind die Schranken, weil das Hochwasser, vor dem sie warnen sollten, längst zurückgegangen ist. Der Weg ist schon seit Sonntag wieder frei. Frei – frei – frei, hurra! Frei bis auf Reste von angefrorenem Schlamm, Laub, Baumrinden, ein paar Äste und natürlich Müll, den der Fluss mit sich geführt hat.

Beste Bedingungen also für eine morgendliche 3-Brücken-Runde. Eigentlich keine „echte“ Runde, sondern eine Pendelstrecke, denn ich kreuze die Adenauer-Brücke und laufe am stadtfernen Ufer Richtung Biewer und zurück. Zu laut und stinkig ist mir der morgendliche Berufsverkehr auf der Uferstraße. Natürlich trägt der Wind den Krach bis an das gegenüber liegende Ufer, aber wenigstens der Mief bleibt mir erspart, als ich erst einmal die Brücke hinter mir gelassen habe.

Flussabwärts pustet mir ein eisiger Wind ins Gesicht. Nein, der gefällt meinen Bronchien nicht so recht! In Verbindung mit der feuchten Luft reagieren sie leicht gereizt mit dem einen oder anderen kleinen Hüsterchen. Nicht schlimm, nicht schmerzhaft, nur eine Erinnerung daran, dass gut‘ Ding bekanntlich Weile hat. Das gilt auch für die völlige Genesung.

Aber es geht – oder besser läuft – heute doch deutlich besser als in der vergangenen Woche! Und als ich etwa 500 Meter hinter der Kaiser-Wilhelm-Brücke wende und den Wind nun im Rücken habe, hört auch die Hüstelei auf. Ein wenig einsam trotte ich dahin, einen anderen Läufer überholend, zwei ältere Frauen mit ihren viel zu fetten kleinen Hunden. Ein Auto der Stadtreinigung am Wegesrand, der Arbeiter schippt die Schlammschicht vom Weg. Sonst nichts.

Gradmesser für den aktuellen Fitness-Zustand sind wie immer die Steigungen: An der Abtei das Stückchen hoch auf die Eisenbahnbrücke, dann der Kiewelsberg. Na bitte, das fühlt sich doch schon wieder einigermaßen locker an. Von „Hochschweben“ kann noch nicht die Rede sein. Aber auch nicht von Schlurfen, Pfeifen-aus-dem-letzen-Loch oder gar Gehen. Fazit nach genau 12.000 m in 1:22:00: Es wird wieder!

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9 Gedanken zu “Fort mit den Schranken!

  1. Vielleicht hat der Herr, der sie wegräumen könnte/müsste Urlaub oder ist krank? 😉
    Ja, hingestellt wird schnell etwas, aber mit dem Wegräumen hapert es dann oft.

    Und du warst schon wieder fleißig! 🙂
    12 km am Morgen sind klasse, liebe Anne. Ich habe auf meiner Mainrunde auch zwei Brücken zu überqueren: auf die eine komme ich nur per Treppe, die andere kann man hochlaufen. Ich finde, das ist ein super Zusatztraining. Letztens bin ich die eine schneller hochgelaufen als eine Radfahrerin sie hochgefahren ist. He he! 🙂

    Und ist es nicht herrlich, täglich zu erfahren, dass die Sonne immer ein bißchen eher aufgeht?

    Dir noch einen schönen Tag!
    LG Sabine

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  2. Das lese ich doch gerne – bei dir geht es aufwärts 🙂 !
    Und das mit den überflüssigen Hochwasserschilder kenne ich auch von der Saar. Wobei ich es genauso lästig finde, wenn ein Weg wegen Hochwasser unpassierbar ist, kein Schild da steht und ich dann einen halben Kilometer uzurück laufen muß.
    lG
    Ralph

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  3. @Sabine: Treppen sind klasse, so kleine Rampen, die vom Uferweg hoch an die Straße führen auch. So kommt man mal aus dem Schlappschritt raus! Und beim Brückenqueren (oder bergauf) auch noch Radler abzuhängen, das ist für unsereinen ein großes Freudenfest! 😉
    Auch dir noch einen schönen Tag, liebe Sabine!

    @Ralph: Fehlende Schilder sind in der Tat noch nerviger … im Dunkeln wäre mich das richtig unheimlich, wenn ich plötzlich vor einer Wasserfläche stehe, wo ich einen Weg erwartet hätte! Ich habe heute früh nur gedacht, es ist fast ein Wunder, dass die Lampen noch nicht geklaut sind. Ehrlich gesagt: So mit 16, 17 hab ich auch mal unseren Partyspeicher mit so einer Lampe … (wo ist hier der „Peinlich“-Smiley?)! 😉

    LG,
    Anne

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  4. Da soll einer mal sagen, Laufen sei langweilig, es gibt Dinge, über die Frau sich aufregen kann, es gibt Dinge, über die Frau nachdenken kann, es gibt Dinge,die Frau beobachten kann, und – was das wichtigste ist – sie hört in sich hinein, was macht der Husten ,wann wird sie endgültig davon befreit sein ?

    Und sie darf mit Freude feststellen, dass es anscheinend wieder wird, wenngleich sie noch nicht vom Hochschweben berichten kann. Kommt Zeit – kommt Hochschweben – so oder so, gell ? 😉

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  5. @Margitta: Laufen ist langweilig – habe ich jemals auch nur den Hauch eines entsprechenden Gefühls empfunden? 😉 Und die Formel ist so simpel: Noch 5 kg weniger, noch ein paar 100 Trainingskilometer mehr – dann klappt’s auch mit dem Hochschweben! 8)

    lg,
    Anne

    P.S.: Mal eine Frage an dich und andere WordPress-Blogger: Gestern und heute hatte ich plötzlich Zugriffszahlen auf meinen Blog, die doppelt so hoch sind wie sonst … so ein sprunghafter Anstieg ist völlig unerklärlich für mich! Gibt es mal wieder irgendwelche sonderbaren Rankings, von denen ich nichts mitgekriegt habe? In den angezeigten Links, über die die Leser angeblich zu mir gekommen sind, kann ich nichts Auffälliges finden. Komisch!

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  6. Zweiter Zähler? Nein, ich habe nur den auf dieser Seite (aus den Widgets) – und die Zahlen decken sich (natürlich?) mit denen aus der Blogstatistik.

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    • Dankeschön für den Tipp, liebe Margitta! Habe gleich mal gegoogelt: Des koscht nix, das ist schon mal gut! 😉 Ich denke, ich bau sowas auch bei mir ein. Irgendwie kommen mir die WordPress-Zahlen komisch vor … ich meine, nicht dass ich so wild auf diese Statistiken bin, aber wenn sie angeboten werden, nehme ich sie doch zur Kenntnis und wundere mich.

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