Dschoggen

Ich bin Läuferin. Eigentlich. Aber nicht heute. Obwohl ich riesige Lust zum Laufen habe. Der Körper will und kann nicht wie der Kopf. Müde, noch immer hustend, schlapp, unausgeschlafen, bleibeinig schlurfe ich herum. Die bittere Wahrheit: Ich dschogge! Natürlich nenne ich das „offiziell“ anders: Regeneratives Laufen. Aber es ist nichts anderes als Dschoggen.

Mein Weg führt ins Tal, an der Gärtnerei entlang, durch die Gärten. Ich dschogge. Leichtfüßige, gazellenartige, austrainierte Läuferinnen und Läufer hirschen an mir vorbei – alle anderen Laufschnecken haben leider Ruhetag. Nur ich dschogge. Gassigänger kommen mir entgegen, die Frau mit meinem Lieblings-Retriever, die ältere Dame mit dem wohlerzogenen Spitz-Mischling. Ich dschogge.

Grau ist der Himmel, grau das Gemüt, nur langsam hebt sich der zähe Grauschleier auf dem Weg durch die Gärten und wieder hinauf zum Bäcker. Zeitung, Brot, Brötchen gepackt, ein kleines Schlenkerchen für den kompletten 6. Kilometer. Es hat sich ausgejoggt nach 6.020 m in 45:13 Minuten. Gut hat es trotzdem getan! Und es kommen wieder bessere und schnellere Zeiten. Bis dahin tröste ich mich mit einem bunten Tulpenstrauß!

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9 Gedanken zu “Dschoggen

  1. Was – du bist eine Dschoggerin ?
    Ehrlich ?
    nur weil du nicht ganz
    auf dem Damm bist ?
    Aber du warst auf der Piste,
    hast dich von Gazellen überholen lassen
    das tangiert dich nur peripher
    hast deine Brötchen eingesäckelt
    und kehrst
    mit Optimismus nach Hause
    Ach –
    ich liebe Tulpen
    meine
    Lieblingsblumen.

    Liebe FrauWeinbergschnecke, gönne dir eine paar ruhige Stunden und tue dir Gutes, wenn es kein anderer macht ! 😉

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  2. Oh – auch hier gibt es Aversionen gegen einige Begrifflichkeiten rund um’s Thema Fortbewegung 😛 Aber ich finde auch, „schnecken“ klingt netter 😉

    Die Tulpensträuße bekommen anscheinend Hochkonjunktur, kein Wunder bei dem grauen Wetter! Meine sind diese Woche rot 🙂

    Hoffentlich kannst du das Wochenende genießen!

    Liebe Grüße, Giegi

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  3. @Margitta: Gelegenheits-Dschoggerin … 😉 ich hoffe, dass ich morgen schon wieder „richtig“ laufe! Und bis dahin trinke ich gemütlich meinen Tee und tröste mich mit den Tulpen. Nicht ohne dir virtuell auch einen großen Strauß zu schicken natürlich!

    @Giegi: „Schnecken“ klingt definitiv netter, genau! Und es gibt derzeit weniges, das so schnell wieder aufbaut wie ein bunter Tulpenstrauß. Das ökologische Gewissen jault laut auf, aber ich finde, die Seele soll auch zu ihrem Recht kommen.

    Liebe Grüße, auch euch ein schönes Wochenende
    Anne

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  4. Naja, das Ökogewissen ist ja mit dem Vitaminfutter derzeit schon überstrapaziert 😦 Ich darf gar nicht dran denken, woher und wie der Kram zu mir kommt. Bald kommen bessere (Wetter-) Zeiten und dann gibt es wieder „Nah und frisch“ (Motto der hiesigen Nahversorger-Supermärkte) Mahlzeit! (neinnnn… nich die Tulpen :-))

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  5. Ach Schnecke…
    Kopf hoch…sobald du den Virus überwunden hast, wirst du wieder pfitzischnell.
    Du hast den Tapferkeitspreis für heute gewonnen. Wenn man müde und krank ist und trotzdem läuft, ist das alle Hochachtung wert.
    Nicht nur die Schuhe passen zur Jacke, jetzt auch noch der Blumenstrauss zur Tapete. Wunderbar! Und schön sind sie!!
    Ich wünsche dir ein geruhsames Wochenende. Schlaf dich aus!!
    Liebe Grüße von Marga, die heute den ganzen Tag Prinzechens Zimmer renoviert hat(und natürlich auch schon lang gelaufen ist).

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  6. @Giegi: „Nah und frisch“, das gab’s hier auch mal. Aber um diese Jahreszeit bedeutet „nah“ oft genug Chile, Südafrika oder – im besten Fall – Spanien oder Türkei 😦 Immerhin wird es mir heute gelingen, eine Mahlzeit aus heimischen Produkten zu zaubern: Grünkohl aus dem eigenen Garten und ein wenig Feldsalat, der im Gewächshaus den Frost überlebt hat. 8) Die Tulpen bleiben also, wo sie sind! 😉

    @Marga: Dankeschön, liebe Marga! Pfitzischnell werde ich zwar auch im gesunden Zustand nicht sein, aber wenigstens laufe ich dann nicht mehr Gefahr, von Walkern überholt zu werden. 😉
    Erhol auch du dich gut von den Renovierungsarbeiten – ist Prinzesschen denn wenigstens zufrieden mit dem Ergebnis?

    Liebe Grüße
    Anne

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  7. Es spricht doch nichts gegen ein regeneratives Läufchen. Und nur weil dein Husten in dem nebelverhangenen Himmel einen Verbündeten gefunden hat, wirst du nicht gleich zur „Dschggerin“. Deine Fortbewegung war definitiv „Laufen“ – vielleicht in der schneckenhaften Version. Bald blinzelt wieder der Kobold hervor und dann zeigst du es allen, die dich am samstag „Dschogger“ nannten 🙂 .
    lG
    Ralph

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  8. Hauptsache, du hast dich bewegt. 🙂

    Die Läufer von heute sind die Dschogger von gestern. Nicht vergessen. 😉

    Toll, dein Tulpenstrauß. Schade nur, dass sie drin nie so lange halten…

    LG Sabine

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  9. @Ralph: Ja, mach mir bitte Mut! Irgendwo muss der Kobold doch sein … vielleicht kann ich ihn morgen wieder rauslocken. Heute habe ich nur noch ganz selten gehustet! 8)

    @Sabine: Genau, Hauptsache bewegt! Ja, die Tulpen verblühen leider viel zu schnell. Aber dann kurbeln wir die Konjunktur an an und kaufen neue. Und in einigen Wochen hab ich welche auf dem Balkon; die grünen Spitzen zeigen sich schon im Kasten!

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