Frühlingshauch

Um der Wahrheit die Ehre zu geben: Ich übertreibe! Aber als ich an diesem Samstag gegen 10 Uhr am Moselufer meine Runde drehe, bilde ich mir tatsächlich ein, einen Hauch von Frühling zu spüren. Der schmelzende Schnee, der bei Temperaturen von vielleicht +2, +3 Grad den Blick auf sattgrünes Gras freigibt. Ein paar unverdrossene Amseln, die lebhaft vor sich hin zwitschern. Und vor allem das milde Licht. Die Sonne lässt sich sehen. Nicht gleißend-grell wie vorgestern, sondern eher schüchtern und vorsichtig lugt sie zwischen den Wolken hervor. Und die machen es ihr nicht leicht, haben sie nun, etwa zwei Stunden später, bereits wieder in ihren weißgrauen Schwaden erstickt.

Es tut dennoch gut, diese Ahnung von Wandel zu spüren. Zu merken, dass die Tage wieder länger werden, dass es vor allem nicht mehr so früh dunkel wird. Der Winter ist etwas Wunderschönes: Weinbergspaziergänge in der Kälte, romantische Ausblicke über die verschneite Stadt im abendlichen Schein der Laternen, daheim Aufwärmen bei Tee und Kerzenglanz. Trotzdem ist es schön zu wissen, dass das Tageslicht schon bald wieder die Oberhand gewinnen wird.

Immer noch huste und schniefe ich nutzlos in der Gegend herum, ohne wirklich krank zu sein. Also halte ich mich läuferisch immer noch zurück. Nur eine kleine Tour auf geräumten Straßen und am Moselufer. Dort sind zwar noch kurze Passagen des Leinpfads mit Schnee und Eis bedeckt, es lässt sich aber alles in allem betrachtet gefahrlos laufen.

Ein gutes Stück zügiger als vorgestern bin ich unterwegs, lockeres Dauerlauftempo. Um den Puls nicht zu hoch klettern zu lassen, gönne ich mir einen gelegentlichen Tritt auf die Bremse und eine Gehpause, weil ich mir die eklige Steigung am Kiewelsberg noch nicht wieder antun mag. Nur nichts übertreiben! Langsam, ganz langsam wieder zum normalen Trainingsumfang zurück, in dem Tempo, in dem mein Körper es zulässt. Heute war er einverstanden mit 7.000 m in 47:32 Minuten.

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8 Gedanken zu “Frühlingshauch

  1. …wie jetzt? Frühling??
    War da womöglich der Wunsch Vater des Gedanken??
    Oder liegt es an deiner Umgebung?
    Nun die nächsten Tage werden es wohl zeigen. Ich bin ja für noch mal kurz Schnee : – )
    Liebe Grüße
    Marga
    P.S. Ich sach doch: Schneckensirup!!!

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  2. Frühling ?
    Nee, nicht wirklich !
    Bei uns wird gerade Neuschnee angekündigt,
    außerdem haben wir heute den 16. Januar,
    nee, nee, das wird nix,
    auch wenn dir vielleicht danach ist
    und du ein wenig davon träumst,
    aber das ist gestattet,
    das darf man ruhig !
    Also, Kopf hoch, Brust raus,
    Husten gut auskurieren
    und weitermachen !

    und das alles mit den besten Grüßen von der schönen Ostsee ! 8)

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  3. @Marga: Gegen Schnee und noch mehr Winter habe ich im Prinzip auch nichts – für einen echten Frühling wäre es mir nun viel zu früh. Nur ein wenig mehr Tageslicht wäre schön. Tja, Schneckensirup – ich konnte mich leider nicht mehr überwinden ihn zu kaufen, nachdem ich das von dir verlinkte Rezept gelesen hatte. Diese Schnecken finde ich sowas von eklig, dass ich mich schon bei der Vorstellung fast übergeben muss, etwas zu schlucken, das aus ihnen hergestellt wird. 😦

    @Ralph: Dooooch, ganz kurz war hier Sonne, isch schwör! Husten lässt ausrichten, dass er es sich überlegen wird! 8)

    @Margitta: Bei uns droht der Wetterbericht mit Eisregen … nein, ich motze nicht, ich jammere nicht, ich meckere nicht, ich nehme dasWetter, wie es kommt! Aber mich über ein bisschen Sonne und Vogelgezwitscher zu freuen und mich dadurch an die kommende hellere Jahreszeit zu erinnern, das lasse ich mir natürlich nicht nehmen! 😉

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  4. Liebe Schnecke, Du gewinnst jedem noch so alltäglichen Eindruck immer wieder etwas Besonderes ab … und verpackst das alles so hübsch, dass ich mich (wie andere offenbar auch – frage, wann und wo ich das alles übersehen habe. Denn gegeben hat es das schließlich – so oder so ähnlich – hier und andernort doch auch.

    Aber Deine absolut lesenswerte Berichte wecken immer wieder den Impuls, doch mal den Blick zu schärfen oder die Brille zu putzen oder …
    … mal wieder mit offenen Augen durch diese Welt zu laufen.

    Dankeschön für diese kleine Nachhilfestunde! Und in den Räucherkegeln war sicherlich Tannenduft oder Weihrauch. Stimmt’s?

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  5. Wer im Alltäglichen nicht das Besondere findet, wird dauernd krampfhaft auf der Suche sein … das ist mir „auf meine alten Tage“ zu anstrengend! 😉 Gerngeschehen, lieber Peter! Und in den Kegeln war Weihrauch, du hast es erraten! 8)

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