Schneckige Gartenpläne

Weinbergschnecken planen gerne. Nicht verbissen, nicht um diese Pläne um jeden Preis einzuhalten. Sondern um sich Struktur zu geben. Zu ahnen, wo es lang gehen könnte. Und sich zu freuen auf das, was kommt. Im Fall der heutigen Planspiele hoffentlich: Eine reiche Ernte!

Wintertage sind eine gute Zeit, um Gartenpläne für die kommende Saison zu schmieden. „Eine Wissenschaft für sich“, würde meine Mutter sagen. Vieles ist zu bedenken und in einem ausgeklügelten System zu berücksichtigen: Fruchtfolge inklusive Vor-, Haupt- und Nachkulturen, Nährstoffbedarf, wechselseitig förderliche und unverträgliche Pflanzen in der Mischkultur, der voraussichtliche Verbrauch verschiedener Gemüse unter Einbeziehung meiner persönlichen Konsumvorlieben und -abneigungen, zur Verfügung stehender Platz und nicht zuletzt ästhetische Gesichtspunkte – soll ja schließlich auch nach was aussehen, so ein Gemüsegarten!

Tja, dann nimmt man sich ein Blatt Papier (oder in modernen Zeiten sein PowerPoint-Progrämmchen) und malt drauflos: Zwiebeln passen zu Möhren, weil sie angeblich wechselseitig Schädlinge abwehren – Zwiebeln die Möhren-, Möhren die Zwiebelfliege. Zwischen die langsam keimenden Möhrensamen sollte man Radieschen mischen, damit die Reihen schneller erkannt und von Unkraut befreit werden können. Zu den Kartoffeln sät man Ringelblumen, hemmt angeblich Nematoden. Tagetes im Kohlbeet schützt vor der Kohlhernie, behaupten Gartenbücher. Tomaten vertragen sich gut mit Lauch, aber nicht mit Gurken. Darum dürfen nur die Gurken ins Gewächshaus, die Tomaten müssen draußen bleiben und ich muss auf einen regenärmeren Sommer hoffen als in diesem Jahr oder ihnen ein Dach bauen oder sie in Kübeln auf die Loggia und die überdachte Terrasse des Gartenhäuschens stellen. Ufff – vorerst fertig:

Aber da fehlt natürlich noch was: Mehr Blumen! Sonnenblumen müssen auf jeden Fall sein, sonst ist ein Garten kein Garten! Und andere Blumen auch. Zinnien zum Beispiel, Wicken, Astern und Löwenmäulchen, die kreuz und quer zwischen dem Gemüse verteilt werden, wo noch ein wenig Platz ist. Irgendwo muss auch noch ein Kürbis hin. Vielleicht auf den Komposthaufen, obwohl er dort im vergangenen Jahr nicht wachsen wollte. Aber im letzten Jahr wollte manches nicht recht wachsen, wie das eben so ist, wenn die Gärtnerin ihre Pflanzen vernachlässigt. In diesem Jahr wird vieles anders! Vorausgesetzt, mir kommt nicht wieder meine gefräßige Verwandtschaft in die Quere …

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4 Gedanken zu “Schneckige Gartenpläne

  1. Mir ist es definitiv egal, was du anbaust, Blumen sowieso, vielleicht noch Johannisbeeren, die schmecken im Obstteller hervorragend, geben eine wenig Säure und Schmackes, ansonsten schaue ich dir sehr gerne zu , lese dann auch sehr gerne vom Ernten, helfe dir auch mal in Gedanken, und wenn ich dann vorbei komme, dann genießen wir dein Werk, ach, das wird schön !

    P.S.

    Ich sehe alles gerne wachsen, und ich liebe Obst, Gemüse und Blumen, aber ich bin überhaupt kein Garten-Arbeiter, darum haben wir unseren abgeschafft !

    Ja, ja, solche gibt es auch ! 😳

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  2. Liebe Margitta, du darfst dich als Nicht-Gartenarbeiterin „outen“, ohne rot zu werden! Es macht nun mal nicht jedem Menschen Spaß, in der Erde zu wühlen, das kann ich gut verstehen, auch wenn es bei mir anders ist.
    Aber solltest du dich einmal in die Nähe meines Gartens verirren, wird sich auf jeden Fall etwas Essbares darin für dich finden, nicht nur Gemüse und Salat, sondern auch Johannisbeeren, Stachelbeeren, Himbeeren, Sauerkirschen, Brombeeren …. Fein wird das, ich freu mich schon!

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  3. So ordentlich bin ich sonst gar nicht! Aber bei der großen Fläche und der Vielfalt muss ich mir aufschreiben, was ich gepflanzt und gesät hab, damit die Fruchtfolge nicht komplett durcheinander kommt.

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