Schaurige Frühwerke

Margittas jüngster Blogbeitrag liefert eine kleine Vernissage ihres großformatigen künstlerischen Schaffens. Das erinnerte mich daran, dass auch ich früher gelegentlich zum Öl- oder Pastellkreidenkästchen gegriffen habe. Eine Zeit lang habe ich recht oft friedlich vor mich hin gekritzelt und geschmiert. Zuletzt nur noch sporadisch, im vergangenen Jahr praktisch gar nicht mehr. Und die meisten Bilder habe ich eh weggeworfen.

Gerade heute fielen mir aber zufällig beim Aufräumen die Ölkreiden in die Hände. Ein Zeichen? Ich könnte doch mal wieder … so als Alternative zur ständigen Computerhockerei?! Malen entspannt! Behauptet man wenigstens. Allerdings: Wenn ich mir die spärlichen verbliebenen Frühwerke – entstanden zu Studienzeiten Anfang der 90er – so ansehe … nein, ich bleibe besser beim Schreiben. Wenigstens was das Veröffentlichen meiner künstlerischen Produkte angeht! Nur auf „ganz speziellen Wunsch“ hin hier ein paar späte bildhafte Jugendsünden.

Retten was zu retten ist

Retten was zu retten ist

Schwer geprüft

Schwer geprüft

Carambolage

Carambolage

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6 Gedanken zu “Schaurige Frühwerke

  1. Wenn einer mit mir gewettet hätte, hätte ich gewettet, dass du Bilder dieser Art zauberst, eher realistisch, doch mit verfälschten Farben, ich mag Farben und auch Formen, die nicht realistisch sind.

    Dein zerbrochener Krug gefällt mir immer mehr, je länger ich ihn betrachte, insbesondere die Farben, im Hintergrund steht ein Mensch, dessen Hose man sieht, auch erst beim zweiten Hinsehen entdeckt, Hände sind gut gelungen, nicht so einfach.

    Die Bücher entsprechen wohl deinem eigenen Leben, wenn man bis o.20 Uhr liest, dann muss es sich wohl dabei um einen Bücherwurm handeln ! 😉

    Beim dritten Bild sehe ich erst beim dritten Anlauf, dass es sich Billard-Kugeln mit Queue handelt – oder ?

    Schön, macht Spaß, andere Bilder zu sehen, kannst gerne noch weitermachen, und dann machen wir mal eine gemeinsame Ausstellung in………………….. gell ?

    Schön, danke für diesen Einblick ! 8)

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  2. Noch eine Künstlerin 🙂 – schööön!
    Anne, ich hätte das jetzt nicht erwartet. Deine Werke brauchst du wirklich nicht zu verstecken, ehrlich! Mir gefallen die Billardkugeln am besten.
    Vielen Dank für deine kleine Ausstellung!
    lG
    Ralph

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  3. Könnte ich nur ansatzweise so malen, würde ich meine Licht nicht so unter den Scheffel stellen ! Mir gefallen die Bücher am besten, kann aber nicht erklären warum. Zeige doch mal deine anderen Bilder.

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  4. @Margitta: Gern geschehen! In der Zeit damals habe ich fast nur gegenständlich (mit ein paar gezielten Verfremdungen) zu malen versucht, heute würde ich auch eher mit Flächen und Farben experimentieren. Ich fang einfach mal wieder an – dann schauen wir, was sich so ergibt mit einer gemeinsamen Ausstellung … 😉 Danke dir, liebe Margitta!

    @Ralph: Dankeschön auch dir! Das Malen ist eine meiner lang nicht gepflegten und selten gezeigten Seiten, da kommt eigentlich niemand drauf, der mich kennenlernt.

    @Martin: Vielen Dank, lieber Martin! Mal gucken, vielleicht grabe ich gelegentlich einige von den anderen Werken aus … ich werde einfach schauen, was ich zeigen mag, denn für mich hat das Malen zeitweise eine Art „therapeutischer Funktion“ gehabt, und manches ist da entweder zu gruselig oder zu persönlich für die Öffentlichkeit! 8)

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  5. „Jugendsünden“??? Würde ich ganz und gar nicht so sehen. Eher als bildhafte Darstellung von Lebenszeit. Deiner Zeit – und deshalb so einzigartig und so wertvoll.
    „Schaurig“? Vielleicht, ich würde eher sagen „mit viel Tiefgang.“ Und gerade deshalb lohnend, dass man/frau länger dabei verharrt und die Tiefe ergründet, die dort eingefangen ist. Auf alle Fälle sind es besondere Momente, die zum Nachdenken einladen, die Ahnungen aufkommen lassen, aber auch Raum zum freien Assoziieren lassen. Ganz sicher keine „naive Malerei“!

    Darf ich sagen, was ich gesehen habe?

    (1) Eine form- und farbschöne Vase im Mittelpunkt, zerbrochen. Und zugleich sehe ich auch zwei hilfreiche Hände, dazu eine Tube Klebstoff. Da wird der Zebruch also wieder gekittet, da wird behutsam etwas zusammengesetzt, etwas „heil“ gemacht, das gleichwohl die Spuren der Vergangenheit zeigt. – Ob dazu das schware Dreieck im Hintergrund gehört? Die dünnen schwarzen Striche, die mehr etwas andeuten als darstellen?

    (2) Bücher, schwergewichtige Bücher. Mit denen jemand erschlagen wurde, der anscheinend auf der schnurgeraden Straße unterwegs war. Blut ist geflossen, das Opfer liegt scheinbar auf dem Gesicht. Das Blut fließt über den Bleistift, macht aber einen Bogen um den Füller. Manuskriptseiten, ein Kaffeepott und seine unerbittlich tickende Uhr. Ein Symbol für den Abgabetermin einer Seminararbeit? Die unabänderlich auf dem (universitären?) Weg des Studienziels, des Erfolges liegt? Es darf weiter gerätselt werden. Auch über die graue Schere ganz rechts…

    (3) Billardkugeln, ganz klar. Aber wieso wird gleichzeitig mit zwei Queues gestoßen, noch dazu in verschiedene Richtungen? Warum ist sind zwei Kugeln (Bälle) so auffällig größer als die anderen? Was bedeuten Hellblau und Rosa gegenüber violett? – Natürlich ist eine „Carambolage“ ein Zusammenstoß zweier Billard-Kugeln, aber wer stößt hier wen weg? Oder wird dabei doch gestoßen? Auf alle Fälle hat das Bild für mich eine Dynamik in sich; keineswegs wird hier ein Stillstand gezeigt. Es bewegt sich etwas, kommt ins Rollen…

    Dankeschön, liebe Anne, für diesen Einblick in Dein Archiv. Mir will scheinen, dass Du das, was Du einst mit der Malerei begonnen hast, jetzt mit anderen Mitteln – Deinem Blog – fortsetzt. Beides passt zu Dir, ist grandios. Und auf alle Fälle wieder mal viel „Futter für die grauen Zellen“. 🙂

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  6. Hoppla, da hat jemand sehr genau hingeschaut und seinen Gedanken freien Lauf gelassen! Kommentare zu den Interpretationen lieber einmal bei passender Gelegenheit mündlich. Vorab aber ein Dankeschön für deine lieben Worte!

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