Fies

Nää, dat is fies heute! Nebelgrau, immer wieder mal Sprühregen, der in kräftigeren Nieselregen übergeht, Temperaturen ein paar Grad über dem Gefrierpunkt, kein Fitzelchen Schnee in Sicht, nur Grau, Grau, Grau!

Verzeihung! Ich übertreibe maßlos. Jede Menge aufmunterndes Schlammbraun ist auch noch dabei, das sich gemeinsam mit dem warmen Schwarz der kahlen Sträucher, dem fröhlichen Gelblichbraun des Grases und dem anheimelnden Dunkelgrün und Rötlichbraun der halb verdorrten Brombeerranken in den tiefen Pfützen auf den Weinbergswegen spiegelt.

Näää, dat is richtig fies heute! Eiskalte Pfoten habe ich, seit ich das kuschelige Büro verlassen und mich auf den Weg am Hospital vorbei und über die Serpentinen am Petrisberg gemacht habe. Warme Tight, Wetterjacke, Fleecemütze, alles dabei, nur keine Handschuhe. Ziehe die Jackenärmel über die Hände, um sie wenigstens ein bisschen zu wärmen. Und freue mich über jedes Wegstück, auf dem die Grasnabe dichter ist oder auf dem Schotter liegt und so verhindert, dass mein Fuß auf dem schmierigen Untergrund wegrutscht. Mal wieder bin ich die einzige auf den Wegen, nur am Aussichtspunkt steht ein Auto mit einem Pärchen, das offenbar zu bequem zum Bergaufgehen war, aber trotzdem den Blick über die Stadt genießen will.

Hinunter ins Tal, am reichlich gefüllten Bach entlang – komm, noch die kleine Tiergartenrunde! Grau, Braun, Schwarz, ein Läuferkollege unterwegs, eine Gassigängerin mit ihren beiden großen Schätzchen. Noch durch den Schlamm auf die Waldrunde? Nein, der Weg wird so matschig und seifig sein, dass „richtiges“ Laufen dort kaum noch möglich ist. Dann lieber morgen eine etwas längere Runde, stattdessen heute etwas gegen Hunger und Kälte tun. Denn inzwischen setzt der Sprühregen wieder ein. Mit anderen Worten: Nääää, dat wird jetzt so ganz richtig fies! Und überhaupt: Die warme Dusche lockt, ein Tässchen Tee, ein Sirupelch, ein Vanillekipferl. Also zurück ins gemütliche Heim nach 8.490 m in 56:18 Minuten.

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5 Gedanken zu “Fies

  1. RESPEKT!

    Treffender könnte man wohl kaum zusammenfassen, was Du da heute zu laufen und zu berichten hattest. Da hast Du dem fiesem Wetter und dem Schweine-Elch aber äußerst bravourös die Stirn geboten! Und die kalten Finger noch dazu!

    Nach der „Sauerei“ neulich war nicht mehr zu erwarten – und wäre auch kontroproduktiv gewesen. Denn auch die schnellen Intervalle brauchen – wie jede harte Trainingseinheit – ein paar Tage, um zu wirken und um „verdaut“ zu werden. In den Tagen danach ist etwas weniger meistens mehr.

    Und mit den genannten Zutaten hast Du gleich noch ein paar Leckereien zur Belohnung verdient. Lass es Dir schmecken!

    Wollen wir tauschen? Anscheinend nur Deinetwegen ist auch mein zweites vermisstes Paar handschuhe aufgetaucht und hat sich zu Wort gemeldet, als es von Deinen kalten Fingern las. Für die Fuchs-Pfoten ist jetzt ja ausreichend gesorgt…

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  2. Dankeschön, lieber Peter! Bin die Runde heute bewusst locker gelaufen, die Einheit von vorgestern war tatsächlich noch spürbar, allerdings weniger als befürchtet. Die Belohnung folgt, allerdings erst nach Erledigung der Haushaltspflichten.

    Super, dass deine Handschuhe wieder aufgetaucht sind. Meine sind da, wo sie hingehören, wo ich sie aber heute nicht hätte lassen sollen, in der Schublade nämlich. Morgen kommen sie mit, dann fühle ich mich wohler!

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  3. Bist du eine Heldin! Bei dem Wetter (denn auch, wenn das Zeug hier erstmal weiß runterkam – inzwischen isses auch eher matschfarben, grau und garstig) beschränke ich mich heute auf Tee (zieht gerade) und Zimtsterne (vor ein paar Tagen gebacken). Kein Sport – nix da!

    Aber du bist ja auch noch jung, leistungsfähig und ungestüm 😉

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  4. Sage ich es nicht immer wieder in den letzten Tagen fies, fies, richtig fies, und Frau kann nur von Glück reden, dass sie nicht zur Depression neigt,denn sonst ,aber wir wissen uns ja abzulenken und uns danach entsprechend zu verwöhnen.

    Bei uns soll es morgen auch nicht anders werden, obwohl man den Eindruck hatte, dass heute so viel vom Himmel herunter gekommen ist, dass man glauben könnte, da kann nix mehr kommen, aber errare humanum est.

    Schnüren wir unsere Schuhe,
    Seien wir zuversichtlich
    und
    hoffen
    wir
    weiter
    und
    weiter
    und
    weiter ! 8)

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  5. @Lizzy: Hach, danke, genau das wollte ich hören! 😉

    @Margitta: Es heißt zwar: „Hoffen und Harren hält manchen zum Narren“. Aber in diesem Fall meine ich, das Hoffen lohnt sich … nur noch wenige Tage, dann wird alles gut! 8)

    LG,
    Anne

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