Flotter Kreislauf

Am frostkalten Morgen war die ganze Welt noch von einer weißen Reifschicht überzogen. Fast könnte man glauben, der Winter sei bereits da. Dabei haben wir gerade einmal Mitte Oktober!

Frostlaub

Frostlaub

Schließlich hat sich die Herbstsonne doch noch einmal durchgesetzt. Warm ist etwas anderes. Aber das weiche, goldene Licht zieht mich nach draußen. Eigentlich wäre an diesem Nachmittag gegen 15:30 Uhr mal wieder ein längerer Lauf dran. Aber die Mittagspause fiel flach. Und mit leerem Magen irgendwo an der Mosel einem Hungerast bekommen und fürchterlich eingehen? Nein, dann lieber eine kleine Tour um die nahen Weiher, damit ich im Notfall jederzeit abkürzen kann.

Mit lockeren nackten Beinen geht’s an der Straße entlang Richtung Teichanlagen. Die Runde um beide Teiche ist ungefähr 1.6 km lang, ein kleines bisschen wellig und dadurch angenehm abwechslungsreich und nicht so monoton zu laufen.

Abwechslung bieten auch die zahlreichen anderen Lebewesen, mit denen ich mir die Runde teilen muss. Eine hochbetagter „Stockerpel“ zum Beispiel, die erhebliche Mühe hat, sich mit seinen Walkingstöcken geradeaus zu bewegen. Extrem langsam ist er zwar, aber was macht das schon? Er bringt die Kraft und den Mut auf, sich sportlich zu betätigen, und verkriecht sich nicht resigniert in seinen vier Wänden, weil ihm die Bewegung jetzt schwerer fällt und vielleicht „komisch“, ungelenk oder schwerfällig aussieht.

Ansonsten sind da noch: Drei Mädels um die 17 mit ihren freilaufenden schwarzweißen Trethupen, ein Rudel Schlipsträger, das von außerhalb der Anlage den Baufortschritt des Freibads inspiziert, die Teilnehmer eines Kurses der Hundeschule, die gemeinsam das „An der Leine gehen“ üben, ein paar entenfütternde Kleinkinder mit ihren Eltern, ein Schwanenpaar am Wegesrand, eine Läuferkollegin in Gegenrichtung, mehrere Mamis mit Kinderwagen, ungezählte Teichhühner und echte Stockenten, zwei Radelzwerge, die das Geradeausfahren erst noch lernen müssen, ältere und jüngere Spaziergänger, ein händchenhaltendes Paar … undundund.

Eigentlich viel zu viele Menschen, meist laufe ich lieber auf etwas abseitigeren Strecken still vor mich hin. Aber heute ist es genau das Richtige, mich in das Getümmel gestürzt zu haben. Kleine Beobachtungen lassen schmunzeln, machen nachdenklich, unterhalten und lenken ab.

Und während ich so beobachte, „sause“ ich vor mich hin, für meine bescheidenen Möglichkeiten wenigstens. Motto: Wer schneller läuft, ist früher fertig! Nicht dass mir das so ganz leicht fallen würde. Ich hechele ein wenig, am Ende, auf der dritten Runde um die Weiher auch ein wenig mehr. Aber es macht einen Heidespaß! Drei komplette Runden plus eine kleine Runde um den vorderen Teich, das ergibt mit Hin- und Rückweg ein feines Läufchen von 7.110 m in 42:39 Minuten.

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2 Gedanken zu “Flotter Kreislauf

  1. Isses nicht schön, das angefrostete Laub ?

    Mir gefällt auch diese Jahreszeit.

    Gut kann ich verstehen, dass man sich manchmal über Randerscheinungen freuen kann, sprich Mensch und Tier begleiten dich in Trier (kl.Scherz ! ;), aber das hat gerade so gut gepasst. Manchmal ist es auch schön, ein paar Zwei- und/oder Vierbeiner auf der Wegstrecke vorzufinden, darf nur nicht zu viel und nicht zu oft sein.

    So saust du vor dich hin, bist – wie man erkennen kann- rundum zufrieden und Spaß hat es auch gemacht, was will FrauWeinbergschnecke mehr ?

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  2. Jeden Tag würde ich so viel „Verkehr“ nicht ertragen. Da lob ich mir meine Wälder und Weinberge – wo’s bergauf geht, trifft man kaum mehr jemanden! Aber bei diesem Lauf war die Ablenkung gerade recht.

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