Mund abputzen, weitermachen

„Mund abputzen, weitermachen!“ oder so ähnlich lautet eine alte Weisheit, die zur Anwendung kommt, wenn man mal auf die Nase gefallen ist. Viel lieber hätte ich über einen richtig flotten Einteiler geschrieben, passend zu den Überschriften der beiden letzten Blogeinträge. Der flotte Einteiler war eigentlich geplant an diesem Nachmittag gegen 16 Uhr. Eine Einheit im 5:30er Schnitt, so 8, 9 zügige Kilometer ungefähr. Kreuz und quer durch den Wald auf dem Petrisberg. Nicht topfeben, aber ohne nennenswerte Anstiege. Einfach mal auspowern.

Wollte ich mich. Wollten meine Oberschenkel aber nicht. Sie haben mir den HM in Merzig und die zwei hügeligen Läufe am Wochenende nicht vergessen. Angesichts des Trainingsrückstands habe ich natürlich noch Ausdauerprobleme, die nicht so sehr mit der Atmung oder dem Herz-Kreislauf-System zusammenhängen, sondern mit dem Zustand meiner Muskeln, Bänder und Sehnen. Klar, die brauchen nun einmal etwas länger, um zu begreifen, dass sie jetzt wieder intensiver gefordert sind und sich bitte so langsam auf das neue Programm einstellen sollten.

In einer solchen Situation sollte eine kluge Frau auf ihren Körper hören, der schon mittags grummelte: „Du, das mit dem Tempolauf lassen wir mal lieber, ja!?“ Aber wenn die Frau meint, alles besser zu wissen, zieht sie trotzdem los und muss dann beim Einlaufen irritiert feststellen, dass sie die Beine nicht richtig hochkriegt. Wenn die Frau dann außerdem noch stur und uneinsichtig ist, versucht sie trotzdem schnell zu rennen, ist bereits nach 500 m endlos genervt, braucht aber bis Kilometer 3.7, um zu akzeptieren, dass sie die Geschwindigkeit heute nicht in den Beinen hat, jedenfalls nicht über eine längere Distanz.

Also das Beste draus machen: Abbrechen, noch ungefähr 2,5 Kilometer halbwegs locker auslaufen. Zurück im Büro ein bisschen im Forum und per PN „ausheulen“, das Notwendige einpacken und dann möglichst entspannt die gut 4 Kilometer auf direktem Weg gen Heimat traben. Ein ausgiebiges heißes Wannenbad und eine gründliche Massage mit Arnikaöl sollen die Beine wieder mit ihrer Trägerin versöhnen. Dann noch ein Ruhetag – und die Läuferinnenwelt sieht wieder anders aus! Für die Statistik: 11.650 m in 1:13:34.

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5 Gedanken zu “Mund abputzen, weitermachen

  1. Ja, das gibt es immer mal wieder, dass Kopf und Beine oder Kopf und Herz in verschiedene Richtung wollen. Und nicht immer gilt als ausgemacht, wer dabei im „Recht“ ist. 😉 Das muss wohl immer wieder neu herausgefunden werden, und nicht immer ist das, was sich durchsetzt, auch „richtig“. Und Davonlaufen hilft sowieso nicht … wie Du ja weißt.

    Ja, Arnika-Massageöl ist eine feine Sache zur „Versöhnung“; die hab ich am Sonntag nach meinem LaLaLa auch gebraucht, leider gab es keine einfühlsamen Hände…

    Ich wünsche Dir, dass Du bald wieder fit bist und wieder bereit bist für neue, schöne Lauferfahrungen.

    Peter

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  2. @Peter: Ja, an der Synchronisation der verschiedenen Organe und Körperteile muss man immer wieder neu arbeiten. Manchmal passt’s, manchmal passt dasselbe nicht (mehr). Und auch ich musste ohne einfühlsame fremde Hände auskommen. Aber meine Beine waren mit einer Selbstmassage ganz zufrieden, es geht ihnen heute schon ein Stück besser. Daher vielen Dank für die lieben Wünsche, ich glaube, wenn ich heute pausiere, steht ab morgen den schönen Lauferfahrungen nichts mehr im Wege!

    lg,
    Anne

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  3. Liebe Frau Weinbergschnecke, so ist das Leben, und bei jedem von uns schleichen sich solche Phasen unerwünscht in unser Läufer-Leben ein, und wenn Frau die Signale nicht erhört, dann ist sie eigentlich (schon wieder dieses Wort )selbst daran schuld,wenn ich das mal so ganz unverblümt sagen darf.

    Nein, nein,
    nicht dass du denkst,
    ich schimpfe mit dir
    nein, nein,
    aber irgendwie
    muss
    ich
    doch auf
    diesen Beitrag
    reagieren
    oder was ? 😉

    Gefällt mir

  4. Ähm – über was beschwerst Du Dich? Klingt doch gar nicht so übel. Mehr als 11 Kilometer gelaufen, obwohl Dein Körper meinte „ich will nicht“. Respekt!
    Vor allem: respektiere Deinen Körper – der weiß schon, was gut für ihn ist. Und ein wenig egoistisch bin ich schon, wenn ich das hier schreibe, schließlich freue ich mich darauf, dich in Remich zu sehen 🙂 ! Das soll doch klappen – oder?
    lG
    Ralph

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  5. @Liebe Frau ultraistgut,
    wie recht Sie doch – mal wieder – haben! Und Sie dürfen auch mit mir schimpfen, das habe ich selbst ja schon getan! Irgendwie klappt die Differenzierung zwischen Körpersignalen (Was ist ernstzunehmende Müdigkeit, was ist nur ein bisschen Schlappheit, die sich während eines Laufs von selbst legt?) noch nicht immer. Aber ich arbeite dran … mit zunehmender Erfahrung wird das besser! Dankeschön, liebe Margitta!

    @Ralph: Dankeschön, Ralph! Die Route du Vin werde ich sicher nicht gefährden, lieber laufe ich dort ein wenig langsamer als erhofft, als dass ich gar nicht starte! Wir sehen uns! Auf jeden Fall!

    lg,
    Anne

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