Ungestört

“Give me odorous at sunrise a garden of beautiful flowers where I can walk undisturbed.”

(Walt Whitman, 1819-1892)

OK, den Sonnenaufgang konnte ich mir hinter dichten Wolken nur mühsam vorstellen. Und bei Regen und gerade mal 7 Grad duftet ein Frühlingsgarten auch nicht besonders intensiv. Aber man kann halt nicht alles haben …😉 Immerhin: Weil sich kein anderer Kleingärtner vor die Tür traute, konnte ich wenigstens ungestört Blümchen knipsen.😎

Schockgefrostet

*** Achtung – dieser Post ist eine Standortbestimmung und daher erstens sehr lang und zweitens streckenweise etwas „nölig“ und ein wenig selbstmitleidig. Wer so was nicht lesen mag, klickt besser weg. ***

Das war frisch heute auf der „Kaffeefahrt“ an der Mosel. Mehrere Klamottenschichten, Buff um den Hals und unterm Helm, dicke Handschuhe sowieso. Wie im Winter – und das nach den milden Tagen Mitte, Ende der Woche, an denen es auf dem Spazier-Heimweg von der Uni schon für ein kurzes T-Shirt reichte. Komischer Frühling! Einerseits ein schöner, weil man sich wegen der niedrigen Temperaturen länger an der Blütenfülle freuen kann. Andererseits ein frustrierender, da er sich kaum wie Frühling anfühlt.

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Und sonst so? Ebenso wie sich der Frühling Zeit lässt und nur zäh voranschreitet, geht’s auch mit meinem Knie nur extrem langsam voran. Der Laufversuch Anfang April hat mich mindestens 2 bis 3 Monate zurückgeworfen. Welche Rolle zusätzlich die Magnetfeldtherapie spielt, auf die ich mich eingelassen hatte, weiß ich nicht. Gefühlt war es danach schlechter als vorher. Kann aber auch ganz oder teilweise Kopfsache sein, weil ich mittlerweile von dem Auf und Ab doch einigermaßen zermürbt bin. Zudem hat mich die Atmosphäre beim letzten Arzttermin ziemlich schockgefrostet. Ich hoffe, dass sich die Wogen glätten (lassen) und es beim nächsten Mal wieder etwas wärmer und entspannter abläuft.

Dazu „kneift“ gerade noch dies und das im beruflichen und privaten Bereich … tja, Anspannung und Verunsicherung lassen eben (schmerz-)empfindlich werden! Und die unklaren ärztlichen Aussagen über zeitliche und sonstige Perspektiven („Geduld haben“, „wir können heilungsunterstützende Therapien probieren“) machen auch nicht gerade Hoffnung, dass das in absehbarer Zeit (wenn überhaupt) noch mal was wird mit dem Laufen. Inzwischen wäre ich ja sogar schon froh, wenn ich wieder sportliche Aktivitäten aufnehmen könnte, die das Niveau dessen überschreiten, was man einer halbwegs rüstigen 70-Jährigen empfehlen würde.😉2016-04-17_Blumen03

Aber was hilft alles selbstmitleidige Kopf-Hängen-Lassen und was bringen mir die sehnsuchtsvoll-neidischen Blicke auf Läufer/innen, die mir beim Spazierengehen und Radfahren begegnen? Richtig, nicht das Geringste! Also reiß ich mich jetzt zusammen und richte das Augenmerk auf die minimalen Verbesserungen in den letzten Tagen. Und die gibt’s ja durchaus, nachdem ich drei Wochen nur spazieren war oder kurze Strecken im Alltag geradelt bin:

Gestern hab ich mich zu ´ner guten Stunde Aquajoggen überwunden. Ich erlaube mir, meinen Facebook-Post dazu zu zitieren: „Auf der Damentoilette den Geruch vollgesch###er Kleinkinderwindeln getankt, im Schwimmbecken mehrfach von der Bugwelle einer 200 kg Fregatte überflutet und gut eine Stunde erfolgreich gegen den Tod durch Langeweile beim Aquajoggen angekämpft … so geht Samstagvormittag im Hallenbad. Ich finde mich gerade unglaublich tapfer! ;-)“. Ok, wenn’s hilft, gebe ich mir diese Nummer regelmäßig. Aber sie kostet schon Überwindung!😉

Heute knapp 30 km auf dem Rad, wie oben beschrieben warm eingepackt an der Mosel entlang bis zum ersten Luxemburger Supermarkt mit Kaffeeabteilung. Eingeklickt fahren mag das Knie momentan gar nicht. Aber zum Glück hat das Trekkingrad Kombipedale und ich kann bequem deren flache Seite nutzen. Damit kommt man auch vom Fleck, vor allem, wenn der Wind auf dem Rückweg schräg von hinten schiebt.

Jegliche Rennrad-Anschaffungspläne liegen nach einer Probefahrt vorletzte Woche erstmal auf Eis. Kniegezicke und ein ausgesprochen unsicheres, unbequemes Fahrgefühl (trotz „Komfort-Geometrie“ des Rahmens) sind nichts, das zu einer Geldausgabe im vierstelligen Bereich motiviert. Vielleicht probier ich’s in ein paar Wochen oder Monaten mal mit einem anderen Modell. Aber vorerst begnüge ich mich mit meinen „alten“ Rädern, die so unsportlich nun auch nicht sind. Tja, und wenigstens ab und an bekomme ich auch meinen immer noch relativ fetten A### hoch, mache ein bisschen was für die Rumpfmuskulatur und schwinge bzw. wuchte Kurzhanteln.

Immerhin hab ich inzwischen den Kleiderschrank ausgemistet und all die dort befindlichen Zirkuszelte und Kartoffelsäcke wahlweise in den Altkleidercontainer oder auf den Dachboden gebracht. Seit Januar / Februar 2015 sind’s 13-14 kg, entsprechend 2 bis 3 Kleidergrößen weniger – und das trotz eingeschränkter Sporttauglichkeit!😎 Sich weitgehend neu einzukleiden ist teuer. Aber es macht auch Spaß!:-)

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Ist ja nicht so, dass ich gar nichts mehr esse! Hier: Grüner Spargel mit Lachs und Kirschtomaten.

Mal sehen, wie sich alles bis zum nächsten Arzttermin Mitte Mai entwickelt. Ich würde dann ja zumindest gern hören, dass ich wieder gezielte Kräftigungsübungen für’s Knie machen darf, sei es zuhause auf dem Stabipad oder an Geräten im Studio.

Alles Weitere? Keine Ahnung! Ich weiß nicht, ob es ein Kriterium gibt, anhand dessen man entscheiden kann, ob ein Laufversuch gefahrlos möglich ist. Mein Körpergefühl scheint kein brauchbares Kriterium zu sein. Vielleicht bleibt einfach auch immer ein Restrisiko für eine Fehleinschätzung. Aber wenn deren Folgen so gravierend sind wie momentan, werde ich mir nicht nur dreimal, sondern mindestens zehnmal überlegen, ob ich das mit dem Laufen probiere und dann wieder einen kompletten Reset machen muss. Kann also dauern, bis hier mal wieder was über’s Laufen steht …

 

 

Mal raus

Aprilsonnenregenschauerspaziergang im Ruwertal. Mit dem Bus nach Waldrach, von dort durch die Weinberge nach Kasel, weiter über Eitelsbach bis Ruwer und von dort nach einem schokoladigen „Eis auf die Hand“ wieder zurück mit dem Bus.2016-04-16_SpaziergangRuwertal06Erkenntnisse des Tages:

1. Die Waldracher Winzer können noch wunderhübsche Herzchen binden – lang lebe die Tradition.

2. Der Ruwerer Metzger hat ein sehr spezielles Verständnis von Spaß – zumindest das Spanferkel und ich teilen es nicht.2016-04-16_SpaziergangRuwertal01

3. Schön da draußen!:-)

6-Wochen-Programm

To do

Arbeiten (viel)

Dienstreisen (mehrfach)

Garten (tut gut)

Rumpfstabi + Krafttraining (muss + tut auch gut)

Alternativsport (dito)

Entspannen (sowieso)

Dies-und-das (privat)

 

Not to do

Laufen (verboten)

Walken (vorerst auch nicht so sinnig)

Bloggen (gibt nichts Sportliches zu erzählen und Schreiben übers Rehaprogramm ist langweilig und redundant)

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Wir lesen uns …😎

(Fast) Vom Winde verweht

– Der Titel stammt von Doris

Laufen ist sooo schön! Man schlappt / schlurft / trabt / trottet / wetzt / rennt / joggt vor sich hin und kann dabei so richtig schön entspannen. Einfach den Kopf frei kriegen und abschalten.

Radfahren ist auch schön. Anders schön. Leider oftmals das Gegenteil von „entspannend“ und „Möglichkeit zum Abschalten“.  Zum einen bewegt man sich im öffentlichen Verkehr. Man  muss daher Rücksicht auf andere nehmen und hoffen, dass andere Menschen das auch tun – was leider nicht immer der Fall ist (Schönen Gruß an das mir entgegen kommende Rudel  laufender Sportsfreunde auf dem Ruwer-Hochwald-Radweg! Schnatternd zu dritt nebeneinander wie eine Horde Stockenten den Weg komplett blockieren – das muss echt nicht sein!).2016-04-03_RadKorlingen01Zum anderen können Naturphänomene, die der Läuferin wenig ausmachen, die Radlerin ganz schön ins Schwitzen bringen. Da bin ich stolz und froh, dass mir beim Hochstrampeln auf die Korlinger Höhe trotz Gegenwind nicht „die Gänge ausgegangen sind“ und dass das Knie gehalten hat.2016-04-03_RadKorlingen02Und dann komme ich ganz unverhofft zu einem Maximalspulstest. Der geht so: Bergab rollen entlang einer dichten Baum- und Strauchhecke – und dann eine heftige Windböe von der Seite fangen, als die Hecke plötzlich endet! Ufff! Kann ich nicht empfehlen. Gar nicht! Aber ist ja noch mal gut gegangen.2016-04-03_Radfahren 03.04.2016, HöheWieder 30 Radkilometer „im Sack“. Doch, macht Spaß. Kann ich mich dran gewöhnen, auch an den Stress dabei. Muss ich auch, denn gut läuferisch’ Ding will Weile haben – sehr viel Weile und sehr viel Geduld und Vorsicht. Denke ich wenigstens. Mal sehen, was der morgige Arztbesuch dazu ergibt.2016-04-03-Topo_Radfahren 03.04.2016

Verdamp lang her!

YESSSSS!!! 31.03.2016 – ein historisches Datum! Läuft bei mir!:-)

 

Das ist die „emotionale“ Variante des Blogposts zum heutigen Abend. Vielleicht reicht die so manchem schon!😎

 

Aber nun bin ich ja nicht so `ne Emotionale. Eher so `ne Norddeutsch-Dröge, Analytische und Vernünftige. Also folgt jetzt noch die unvermeidlich nüchterne Variante.😉

Verdamp lang her, der letzte Lauf. Genau 6 Monate und 4 Tage. Aber heute wird mein im November vergangenen Jahres als Motivationshilfe erworbener Terrorzwerg endlich erstmals auf „Laufmodus“ geschaltet.

Die ersten vorsichtigen Laufschritte – pssst! – hab ich in den letzten Tagen schon gewagt. Nix Richtiges, einfach nur mal `ne Treppe hoch oder ein paar Meter ins Walken eingebettet. War mir wichtig für’n Kopf. Erstens um die Sicherheit zu haben, dass das Knie nicht bei der ersten Stoßbelastung hysterisch aufjault oder gar blockiert. Und damit zweitens, um den ersten Laufversuch nicht mit ängstlicher Erwartung und Anspannung zu überfrachten.

So kann ich die Standortbestimmung ziemlich rational und gelassen angehen. Geht’s gut, bin ich happy und probiere es am Sonntag ein zweites Mal! Geht’s schief, kann ich direkt am Montag beim Arzt aufschlagen und dort berichten, dass es zwar wieder einigermaßen geht (bzw. stöckchenwalkt), aber eben bei Weitem nicht läuft!

Versuchsablauf: Ca. 10 Minuten stöckchenfrei walken bis zu den Weihern – 10 Minuten traben – ein Stückchen „bergab“ gehen und „reinhören“ ins Knie – noch mal knapp 15 Minuten traben – vor dem Edeka stoppen und Belohnungs-Erdinger (bleifrei natürlich) einsammeln. Tadaaaaaa! Tusch! Vorhang!

Und das Ergebnis? Muskulär und konditionell fühlte sich’s überraschend locker an. Aber nicht symptomfrei. Das Knie liegt daher erstmal unterm Beruhigungs-Coolpack und es wird sich zeigen müssen, ob ich morgen und übermorgen ohne Anlaufschmerzen aus dem Bett und vom Schreibtischstuhl hochkomme.

Bei ganz ehrlicher Betrachtung trete ich folglich mit beiden Füßen auf die Euphoriebremse. Das „Geduld“-Programm auf meinem mentalen Zentralrechner bleibt auf jeden Fall weiterhin parallel zu „Laufeinstieg 2016“ aktiviert – das geht ja zum Glück unter dem gemeinsamen Betriebssystem „Optimism unlimited“.

Wie auch immer: Trotz Nüchternheit, Realismus und einer gewissen Skepsis krieg ich gerade das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Geht halt doch nix übers Laufen.:-)

Gegenmittel

An Ostern isst man was Leckeres. Was Selbstgebackenes, das hat Tradition.2016-03-27_OsterzoppfUnd dazu allerhand süßen und herzhaften Schweinkram, der teils das Prädikat „Gesund und wertvoll“ verdient, teils aber leider das Gegenteil davon ist.🙄2016-03-27_Osterfrühstück
Es gibt im Wesentlichen zwei Wege damit umzugehen, lässt man einmal den für mich momentan indiskutablen dritten („Futtern, schweigen und bloß nicht an die Folgen denken!“) außen vor. Weg 1: Das Gegenteil von „Gesund und wertvoll“ einfach nicht zu essen – vernünftig, aber keine Option für mich, vor allem, wenn Besuch da ist. Weg 2: Sich den Schweinkram zu gönnen und zugleich ein effektives Gegenmittel einzusetzen: Bewegung.2016-03-27_Ostern05Ich nehm’ dann mal Weg 2: Vier Feiertage (inklusive Samstag). Bilanz: So’n bisschen Hantelnschwingen. 2 x 45 Minuten Aquajoggen. 1 x 2 ¼  Stunden Radfahren. 2 x je 60-90 Minuten Spazierengehen in den Weinbergen. 4 x Walken mit und ohne Stöckchen, jeweils so zwischen 30 und 60 Minuten. Plus das, was noch so an Fußwegen anfiel, sei es zum Schwimmbad, in den Garten oder zum Einkaufen.

Doch, tut gut, so ein Gegenmittel! Leider gibt’s dafür keinen Beipackzettel. Daher weiß ich nicht, ob die Dosierung auch wirklich gereicht hat. Für’s Fahrwerk ja, da war’s an der Grenze. Und für’s Gewicht? Die Waage wird es an den Tag bringen …😉