April

So’n bisschen wechselhaft ist das Wetter, wie das nun mal im April so ist. Meine Stimmung passt sich dem Wetter perfekt an – mit „Hochs“ vor allem dann, wenn ich – getreu meinem Blogmotto – in Bewegung bin.

Am Ostermontag bei einem Spaziergang über den Petrisberg.

Unter der Woche bei drei schönen Läufchen, dem längsten am Freitagnachmittag entlang der Mosel. Da war die Belohnung hinterher wirklich wohlverdient (und nee, ich hab nicht das komplette Sixpack geköpft! 😉 )

Heute am Sonntag bei einer flotten Radrunde an der Mosel. Einmal Mehring und zurück, Sonnenstrahlen ausnutzen. Jetzt muss ich an den Schreibtisch und hätte nichts gegen ein wenig (mehr) Regen, der dem Garten sooo gut tun würde.

Aber nichts mit den „langen, regnenden Nachmittagen“, wie Rilke sie bedichtet. Stattdessen grau-wolkenverhangener Himmel und Kälte. Da muss der Mai sich ein bisschen mehr ins Zeug legen … mal ein oder zwei Wochen nass und warm, das wär’s!2017-04-18_Petrisberg-Sonstwas11

Aus einem April

Wieder duftet der Wald.
Es heben die schwebenden Lerchen
mit sich den Himmel empor, der unseren Schultern schwer war;
zwar sah man noch durch die Äste den Tag, wie er leer war,-
aber nach langen, regnenden Nachmittagen
kommen die goldübersonnten
neueren Stunden,
vor denen flüchtend an fernen Häuserfronten
alle die wunden
Fenster furchtsam mit Flügeln schlagen.

Dann wird es still. Sogar der Regen geht leiser
über der Steine ruhig dunkelnden Glanz.
Alle Geräusche ducken sich ganz
in die glänzenden Knospen der Reiser.
(Rainer Maria Rilke)

Frühjahr

Bin gerade ein bisschen wortkarg und frühjahrsmüde. Also gibt’s nur Bilder. Von einer entspannten Karfreitagswanderung mit Rainer und Familie. Vom Osterfrühstück. Und vom Osterspaziergang mit Freundinnen im Tiergartental. Also: Ich lebe noch. Und tauche sicher gelegentlich auf, auch wenn im Moment anderweitig viel los ist und wieder viel Reiserei ansteht. 🙂

Wackelig–wabbelig – 9. Bendersbachtallauf

Doch, ich kann bergauf laufen. Besser als bergab. Auch lange, steil und ausdauernd. Nur heute nicht, als ich will-soll-muss. Mit wackeligem Kreislauf und wabbeligen Beinen geht sich das zwischendurch manchmal effizienter als es läuft. Und man kommt auch an. Gesund. Nur nicht so schnell. Aber darauf kommt es bei einem Freundschaftslauf ja nicht an.

Der 9. Bendersbachtallauf  ist von der LG Meulenwald Föhren (vielen Dank an Wolfram & sein Team! 🙂  ) wie immer perfekt organisiert, mit drei Laufstrecken zur Auswahl, Verpflegungsstellen mitten in der Botanik und einer im Prinzip idiotensicher markierten Strecke. Dass an einer Stelle die versammelte Intelligenzia der 15 km-LäuferInnen überfordert ist, hat schlicht damit zu tun, dass sich ein Schild in Luft aufgelöst zu haben scheint. Ob schlechter Scherz, Vom-Winde-Verweht, vergessen oder Was-Auch-Immer – nur eine telefonische Klärung mit der Föhrener Homebase bringt den Tross wenn auch nicht auf den rechten, so doch auf einen passenden Weg und schließlich wie geplant nach 15 km zurück zur Föhrener Viezkelter.

Und zwischendurch und sonst so?

  • Etliche Höhenmeter (ungefähr 400, davon gleich mal knapp 90 auf dem ersten Kilometer).
  • Traumhafte Wald- und Wiesenlandschaften, die Wiesen frühlingshaft mit blühenden Strauchhecken, die Wälder teils noch winterlich anmutend.
  • Sonne satt, zu viel für mich und meinen Kreislauf heute.
  • Zahlreiche Läuferbegegnungen und Quasseleien unterwegs, sofern die Luft reichte – es ging ja auch mal bergab.
  • Allerbeste Laufbegleitung durch Rainer, der seine Olewiger Laufkumpels heute allein auf den langen Kanten von 25 km schicken und mit mir vorlieb nehmen musste. 😉 Danke, lieber Rainer – ohne dich wäre ich an der ersten Verpflegungsstelle auf die 10 km-Strecke umgeschwenkt (wär’ vielleicht sogar für uns beide besser gewesen?!) 😎
  • Die Erkenntnis, dass 15 km heute das Höchste der Gefühle waren –mehr wäre Quälerei geworden. Mir läuft’s echt kalt den Rücken runter bei der Vorstellung, ich hätte mich aus Übermotivation oder dem Wunsch mir was zu beweisen für die 25 km-Strecke angemeldet. Der Begriff „Desaster“ hätte ein neues, tomatenrotes und für meine Beinmuskulatur ziemlich schmerzhaftes Gesicht bekommen.

So war’s einfach ein anstrengender, aber trotzdem sehr schöner und unterhaltsamer Lauf unter etwa 300 Freunden (alle sehr nett, aber weniger wären mir heute auch nicht unlieb gewesen, v.a. im Stau auf dem ersten Kilometer 😉 ), der mit ein paar bleifreien Bieren auf der Wiese vor der Sporthalle einen sommerlich-gemütlichen Ausklang fand. Wenn man dann so zwischen Löwenzahnblüten sitzt, die Sonne im Gesicht, fröhliche Menschen um sich rum und ein erfrischendes, schäumendes Getränk in der Hand, ist – zumindest für den Moment – die Welt sowieso in Ordnung! 😎

Laufen 08.04.2017, Höhe

Safety first

Seit etwa drei Monaten habe ich jetzt ein Wochen-Laufpensum, das immer so bei drei, höchstens vier Läufen mit insgesamt 30 bis 35 Kilometer liegt. Manchmal weniger, selten unwesentlich mehr. Das Ganze entgegen allen Lehrbuchempfehlungen recht intensitäts-lastig gestaltet mit Intervalltraining, Tempoläufen und Hügeln satt. Lehrbuch hin, Lehrbuch her – es ergibt sich einfach so und ich vertrag’s. Gut sogar. Nur kommt mir das eben ein bisschen wenig vor. 30 bis 35 Kilometer. Pah! Laufen andere an einem Tag. 😉 Mehr und häufiger Laufspaß zu haben, das wär’s! 😎

Die Idee, die Anfang März aufkeimte, war daher: Bis zum Fährturmlauf mach ich mal so weiter. Danach nehme ich Intensität raus und schraube dafür die Umfänge – allmählich über mehrere Wochen! – auf etwas mehr als einen Marathon pro Woche hoch, also so auf 40 bis 45 Kilometer, entsprechend einem Plus von gut 25 Prozent gegenüber vorher, verteilt auf vier Läufe.

Jetzt liegt der Fährturmlauf hinter mir und es könnte losgehen. Aber irgendwie … nee! Der Kopf will das nicht. Er hat ja so seine Erfahrungen mit dem dazu gehörigen Körper. Und der hat bisher noch jedes Mal gezickt, wenn ich ihm über längere Zeiträume 40 Wochenkilometer und mehr zugemutet habe. Egal, wie langsam oder wie schnell ich lief und wie vorsichtig oder abrupt ich gesteigert habe. Warum sollte ich mich also wieder in diese „Gefahrenzone“ begeben?

Wenn ich außerdem so in mich reinspüre und ehrlich Bilanz der letzten Monate ziehe: Lange, verträumte Läufe in ruhigem Tempo auf flachem Geläuf, bei denen ich früher wunderbar abschalten konnte, vertrage ich einfach nicht gut. Gelegentlich mal 90 bis 120 Minuten lockeres Laufen auf wechselndem Untergrund in leicht profiliertem Gelände gehen – wie jetzt am Sonntag – komplett beschwerdefrei. Das gleichmäßige Dieseln auf dem Moselleinpfad ruft dagegen schon nach 45 Minuten erste Unmutsbekundungen im Knie hervor. Und einen 90-Minuten-Lauf auf Asphalt spüre ich noch zwei Tage danach. Nix Schlimmes. Aber auch nicht eben beruhigend.

Also lautet das Motto: „Safety first!“ Bevor ich mich jetzt durch eine Umfangssteigerung wieder „reinreite“, bleibe ich bei meinem Trainingsmix: Laufen und Radfahren, ein bisschen „Gedöns“ drumherum und ab Mai wieder gelegentliche Wasserstrampeleien im großen Nordbad-Becken.

Welche läuferischen Ziele damit erreichbar sind, wird sich zeigen. Wenn die Ausdauer zum Teil aus dem Radfahren kommt, reicht’s für den einen oder anderen flotten Zehner allemal. Vielleicht auch für einen nicht übermäßig ambitioniert gelaufenen Halbmarathon im Herbst, wenn ich vorher ein paar etwas längere Läufe einstreue. Dass bei 30 bis 35 Wochenkilometern und moderatem Radtraining ein Marathon nicht auf die Agenda gehört, ist ja selbstverständlich – und über alle Distanzen darüber hinaus müssen wir gar nicht erst reden. Aber es muss – um Rainers Bild aufzugreifen – ja auch nicht jeder die läuferische Königsdisziplin bezwingen oder sich gar zur (Ultra-)Laufkaiserin aufschwingen. Für meinen Teil bin ich mit der Regionalliga sehr zufrieden.

Vielleicht entwickle ich irgendwann wieder mehr Risikobereitschaft und drehe dann an der Umfangsschraube. Aber letztlich gilt immer noch: Ich will doch nur laufen! Und dabei kann ich keine Verletzungspausen brauchen. 😎

Nix wie raus!

Nu isser da, der Frühling 2017. Und wenn er auch wieder gehen oder Pause machen sollte, ich habe seine ersten Tage intensiv genossen. „Nix wie raus!“ – so lautete das Motto der vergangenen Woche. Sportlich, gärtnerisch, nicht ganz so sportlich. Hauptsache frische Luft, Sonne, Vitamin D und Wärme auf der Haut.

Am Sonntag zwei Stunden entspanntes Laktat-Rausspazieren am Petrisberg. Der Lieblingstrail mit Maschinen malträtiert, die Wildschweine haben ihm auch noch „einen mitgegeben“ – sieht böse aus, aber wächst sich schnell wieder zurecht.

Montag ein ruhiges Laufründchen mit noch ziemlich „dicken Beinen“. Kein Wunder nach dem Gehetze am Samstag und der Radtour heim. Dienstag daher nur ein friedlicher Spaziergang von der Arbeit nach Hause und ein bisschen Gartenarbeit. Mittwoch eine muntere Laufrunde mit Herrn Midlifecrisis. Die Beinchen waren schon mal leichter, aber in fröhlicher Gesellschaft lässt es sich trotzdem ganz flüssig den Berg hoch dieseln und die Sonne begrüßen. Und die Vorfreude auf zwei freie Tage macht auch den nachmittägliche Heimweg zum Vergnügen, der durch ein gepflegtes Bierchen und ein Abendessen im Freien im Olewiger Biergarten unterbrochen wird.

Am freien Donnerstag wird dann erstmals in der Saison der schwarzblaue Flitzer gesattelt. Den Winter über stand er einsam auf der Rolle im Arbeitszimmer. Ich konnte mich dieses Jahr nicht überwinden, drinnen zu fahren. Lieber „Schönwetterradeln“ auf dem Tourenrad und ansonsten laufen, walken oder spazieren gehen. Dank Schönwetterradeln ist der Hintern einigermaßen vorbereitet auf das, was ihn erwartet, nämlich meine traditionelle „Fit in den Frühling“-Tour nach Mettlach. Flach, aber mit teilweise kräftigem Gegenwind aus Süd-Südwest. Kein Wunder, dass ich Kohldampf kriege! Dass ich es schaffe, einen kompletten Brotkorb inklusive Marmeladen- und Nutella-Aufstrich plattzumachen, entsetzt mich dann allerdings doch etwas.

Immerhin: Mit einem üppigen zweiten Frühstück im Magen lässt sich auch der Rückweg komplett bewältigen, statt – wie eigentlich gedacht – irgendwann unterwegs in den Zug steigen zu müssen. Ein Trinkstopp in Saarburg, ein kurzer Stopp an der Trierer Staustufe, summa summarum 82 km knapp im 25er Schnitt. Da ist das Füße-Hochlegen aufm Balkon wirklich verdient!

Der freie Freitag beginnt mit Gartenarbeit, setzt sich mit einem Besuch im Saunagarten des Trierer Stadtbads, einer kleinen 30 km Radrunde mit dem Tourenrad, einem Spaziergang zum Lieblingsbäcker und einem gemütlichen Kaffeestündchen auf dem Balkon fort. Abends wäre noch ein Stündchen Garten dran gewesen, wäre mir nicht im letzten Moment eingefallen, dass Vereinsversammlung ist. Also nichts mit Unkrautjäten an einem lauschigen Frühlingsabend unter Magnolienblüten. Stattdessen Zankereien über angeblich zu hohen Hopfen-Kaltschalen-Verbrauch bei der Gemeinschaftsarbeit und eine chaotische, letztlich aber doch fehlerfreie Kassenführung.

Und am Wochenende? Schnell mit dem Rad ins Büro für ein paar dringende Sachen, danach ab in den Garten und zwei Stunden rumbuddeln. Fast schon zum Glück zieht es sich am Himmel gerade zu. Grund genug, sich zuhause auf die Couch zu flegeln und ein bisschen auszuruhen. Für morgen ist Sonnenschein vorhergesagt und ich möchte gern ein wenig laufen. Da sollten die Beinchen wieder frisch sein. Obwohl … wenn ich jetzt so rausgucke, scheint die Sonne wieder … 😉

„Ein gutes Pferd …“ – Schweicher Fährturmlauf 2017

„Ein gutes Pferd springt nicht höher als es muss!“ – dieser wunderbare Satz geht mir den ganzen Abend nicht aus dem Kopf. Geschrieben hat ihn mir ein Läuferkamerad in einem Laufforum, in dem ich ganz kurz nach dem Wettkampf meine Zeit von heute postete. Wieviel Weisheit doch in diesen wenigen Worten liegt – nicht nur auf das Laufen bezogen …2017-03-25_Fährturmlauf06Aber der Reihe nach: Die Blog-Rubrik „Wettkampfberichte“ lag hier lange brach. Exakt drei Jahre.  Beim Schweicher Fährturmlauf 2014 hatte ich mir zum letzten Mal eine Startnummer angetackert und versucht schnell zu laufen. Es folgten eine gewisse Wettkampfunlust und ein halbherzlg gelaufener Urlaubs-5er mit schon lädierter Achillessehne, der dann praktisch nahtlos in Verletzungspause, Spritzentherapie, Aufbauversuche, Meniskusriss, erneute Aufbauversuche und schließlich doch eine Arthroskopie mündete. Über die lange Rekonvaleszenz und den mühevollen Wiedereinstieg voller Rückschläge und Selbstzweifel habe ich hier ja genug geschrieben.

Heute, nach wirklich langsamem und geduldigem Wiedereinstieg über fast 8 Monate und einem entspannt gejoggten Silvesterlauf mit dem Tridreamteam, endlich der erste offizielle Lauf, bei dem ich mal wieder „ernst mache“. Und ich habe auch gleich was vor: In meinem Läuferinnenleben 1.0 vor der langen Pause hab ich mir an der 25-Minuten-Grenze auf 5 km mehrfach vergeblich die Zähne ausgebissen. Eine 25:00,2 (oder so ähnlich) bei irgendeinem Trierer Silvesterlauf war das Ende der Fahnenstange. Diese „unerledigte Aufgabe“ spukt mir immer noch im Hirn rum. Und ich sehe angesichts des zuletzt recht gut laufenden Trainings eine realistische Chance, sie nun doch noch zu bewältigen.2017-03-25_Fährturmlauf07

Die Schweicher Strecke eignet sich bestens für einen Versuch, denn sie ist flach. Ekelhaft verwinkelt auf den ersten und letzten paar hundert Metern, aber flach. Da könnte das hinhauen.

Oder auch nicht. Ich steh nämlich so ein bisschen neben mir, nachdem ich es per Bahn plus Rad bis ins Schweicher Schulzentrum geschafft habe. Von Wettkampfvorbereitungs-Routine kann keine Rede sein. Ich bin hibbelig. Zieh mich um, gehe raus, mir ist zu warm, also wieder rein und Jacke wegpacken, wieder raus zum Sportplatz, ich hab den Chip für die Zeitmessung vergessen, wieder rein, Chip suchen und am Schuh fixieren, raus, mir ist doch zu kalt, also wieder rein, Jacke an. Bisschen runter an die Mosel zum Fährturm, dem der Lauf seinen Namen verdankt. Frühlingsluft schnuppern, Windrichtung testen. Super! S-teife Brise von vorn auf dem Rückweg der 2,5 km-Wendepunktstrecke. Braucht kein Mensch.2017-03-25_Fährturmlauf04Eine gewisse Lustlosigkeit macht sich breit, gepaart mit Überforderung durch die Menschenmassen. Dirk und seine Mannschaft vom LT Schweich haben gefühlt alle Schulen und Kitas vor Ort mobilisiert – entsprechend lebhaft geht es zu. Toll für die Kiddies, toller Erfolg für die Gastgeber, too much für mich. Nach einer richtig üblen Woche bin ich für sowas zu ruhebedürftig und soziophob.

Egal. Locker 10 Minuten Einlaufen, bisschen Stretchen, bisschen Anfersen. Die älteren Kinder anfeuern, die den 5-Runden-Lauf rund ums Stadion mehr oder weniger ernsthaft angehen.Dann ab in die Startaufstellung. Im Kopf läuft ein Selbstmotivierungsprogramm in Endlosschleife: „Du hast gut trainiert, du kannst schnell laufen, wenn du nicht zu flott angehst, verschenk jetzt nicht die mögliche gute Zeit aus einer Laune raus, die sub 25 hast du drin!“. Ein paar nicht zitierfähige verbale Tritte in den Allerwertesten sind auch auf dem Band … 😉

2017-03-25_Fährturmlauf02

Peng. Dann woll’n wir mal laufen! Natürlich wollen wir erst einmal viel zu schnell. Aber zum Glück reguliert sich bei dem Rumgekurve auf den ersten paar hundert Metern das Problem irgendwann von selbst. Kräftig überzogen habe ich trotzdem. In 4:43 geht der erste km laut meiner Uhr weg, etwa 4:48 sind es beim ersten offiziellen km-Schild. Da habe ich für die nächsten paar hundert Meter endlich eine „Vor-Läuferin“ gefunden, 15 cm größer und etwas breiter als ich. Da häng ich mich jetzt mal dran, denn einfach wird das heute nicht mit dem Schnell-Laufen, das merke ich schon jetzt. Vielleicht hätte ich doch nicht gestern und heute jeweils 2 1/2 Stunden im Garten werkeln und dabei viel in der Hocke arbeiten sollen.2017-03-25_Fährturmlauf03Das mit dem Dranhängen erledigt sich leider schon recht bald. Irgendwie wird mir das zu langsam und zu ungleichmäßig, was die Dame da auf den Radweg zaubert. Da muss ich dann wohl mal mein eigenes Tempo laufen … und tschüs. Km 2 in 4:53, schon vernünftiger. Mehr geht nicht, mehr soll nicht. Kurz vor der Wende der Getränkestand, nee, brauch ich nicht, so warm ist es nun wirklich nicht heute. Die enge 180 Grad-Kehre auf dem Radweg stört den Rhythmus. Man muss runterbremsen und wieder hochbeschleunigen – und das, wo die Beine murren, der untere Rücken quengelt und der Kopf die ganze Rennerei ziemlich gaga findet und überhaupt. Km 3 nur noch in 4:57. In dem Tempo hätte ich anlaufen sollen, dann ginge es jetzt leichter.

Denn da ist nun dieser Dreckswind, der mistige, der von vorn kommt. Wie sehne ich mich nach meiner Vorläuferin von km 0,5 bis 1,8! Hier find ich niemanden, der mir Windschatten geben könnte. Ich laufe immer mal wieder an jemanden ran, will mich dahinter verstecken, aber ziehe dann vorbei, weil ich merke, dass der andere noch mehr zu kämpfen hat als ich. Gefühlt bin ich im Begriff einzubrechen. Aber sooo schlimm scheint es dann doch nicht zu sein, solange ich noch überholen kann, aber nicht überholt werde. 5:05 für km 4. Das ist nicht so gedacht, aber wir haben ja noch ein Polster auf die sub 25. Und wir sind schon kurz vor dem Hafen und bald raus aus dem Wind.2017-03-25_Fährturmlauf05Da sind zwei Kerls vor mir, einer erwachsen, einer halbwüchsig. Da hänge ich mich jetzt dran. Aber irgendwie … auch die können oder wollen nicht so schnell wie ich. Abgehängt. Der Zickzack-Kurs auf den letzten 700 m hat was von einer Formel-1-Strecke mit vielen Schikanen. Einerseits nervt das. Andererseits habe ich keine endlos scheinende Gerade vor mir, sondern ich kann mir die Strecke mental in Häppchen einteilen, weil ich immer nur bis zur nächsten 90 Grad-Kurve sehen kann. Vom Moselufer im 90-Grad-Winkel abbiegen. Am Parkplatz lang. 90 Grad-Kurve, auf den Radweg zur Unterführung. 90 Grad-Abbiegen und unten durch. 90 Grad-Kurve rechts, 90 Grad-Kurve links, Parkplatz. 90 Grad-Kurve links, Stückchen Gerade, dann letzte 90 Grad-Kurve rechts und rein ins Stadion auf die rote Kunststoffbahn. Endspuuuuurt!

Auf den letzten Metern besitzt doch so ein impertinenter 14-jähriger Bengel die Dreistigkeit mich im Sprint richtig platt zu machen. Kein Respekt vor dem Alter mehr, diese Nachwuchsjogger! 😉 Was soll’s: km 5 in 5:06, laut meiner Uhr noch 50 Extrameter. Uuuuuund – Tusch – offiziell 24:57! 🙂 Sub 25. Mission accomplished – ein gutes Pferd springt eben nicht höher als es muss!2017-03-25_Fährturmlauf08In der Ergebnisliste taucht mein Name zwischen denen von lauter Jungspunden und Kerls aus meiner Altersklasse auf. Wenn es eine offizielle AK-Wertung gegeben hätte, wäre ich Erste auf dem Treppchen gewesen. Gutes Gefühl. Sehr gutes. Und trotzdem: Unterwegs war’s anstrengend bis widerlich. 5 km „volle Pulle eben“. Nee, ganz klar formuliert: Das ist es nicht, was mir in 10 Monaten gefehlt hat, in denen ich komplett auf das Laufen verzichten musste. Definitiv nicht. Aber manchmal … muss es irgendwie doch sein. 😎

2017-03-25_Fährturmlauf01

Warteschleife

Irgendwie scheint der Frühling dieses Jahr in Warteschleife über uns zu kreisen. Jeder Landeanflug wird nach einem mehr oder minder konsequenten Versuch abgebrochen. In der ersten Wochenhälfte eisige Nächte und Sonnenschein. Ein richtig milder UND sonniger Tag (den ich überwiegend am Schreibtisch verbringen muss) – da hilft nur, sich ein wenig Frühling ins Büro zu holen.

2017-03-19_Frühling03Jetzt am Wochenende aber wieder so richtig „fieses“ Wetter mit Regen und Wind. Manchmal mag ich das sehr. Momentan nicht. Und nein, ich möchte mich nicht dafür rechtfertigen, dass ich gerade so gar keine Lust auf Regenläufe habe. 😉2017-03-19_Frühling01Lustlosigkeit hält mich aber natürlich nicht davon ab, solche Läufe zu machen. 😎 Bilanz für die Woche: Wie in den letzten zwei Monaten eigentlich immer insgesamt knapp über 30 km. Verteilt auf vier Läufe. Die allerdings – so ergab sich das einfach – alle recht anstrengend. Länger und hügelig, länger und schneller mit Rainer, kurz und zügig am Samstagmorgen im Schnürlesregen und kurz und sehr zügig heute im Anschluss an eine kleine Radrunde am frühen Morgen. Am Nachmittag dann mit Stöckchen hoch zur Uni – doch, wenn man hinschaut, sind da Zeichen von Frühling. Aber der könnte jetzt wirklich mal dauerhaft hier landen. BITTE!