Computermüde

Die letzten Wochen hatte ich null Lust auf Bloggerei. Schon wieder bis über beide Ohren in der Arbeit, weil Mitte April ein für unser Institut sehr wichtiger Termin ansteht, der über dessen Fortbestand entscheidet. Der interne Wechsel auf eine Teilzeitstelle, auf den ich immer noch hoffe, wird sich frühestens im Mai realisieren lassen. Bis dahin müssen auch noch „Altlasten“ abgetragen werden. „Nebenbei“ bin ich seit Kurzem Schriftführerin unseres Gartenvereins, was auch jede Menge PC-Arbeit bedeutet. So bin ich derzeit einfach computermüde und mag meine spärlich Freizeit nicht auch noch am Rechner verbringen. Ich bin froh, wenn ich mal nicht auf einen Bildschirm gucken muss, sondern einfach mal ein Buch lesen oder ein Ründchen laufen kann.

Das Laufen wird seit ein paar Tagen allerdings auch durch massive Rückenschmerzen eingeschränkt. Blöd. Eben war ich nochmal los, weil ich hoffte, das Problem läuft sich raus. Fehlanzeige, die Stoßbelastung fühlte sich so widerlich an und ich humpelte so unrund durch die Gegend, dass ich nach 5 Minuten aufgehört habe. Und damit lass ich das Rumgejammer jetzt auch sein. Und melde mich wieder, wenn ich besser drauf bin.

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Zääääh

Mir fehlt was. Eindeutig. Mir fehlen diese frühen sonnig-warmen Tage im Februar und in der ersten Märzhälfte, an denen man sich erstmals im T-Shirt von der Sonne bescheinen lässt, das erste Eis des Jahres „auf die Hand“ schleckt und auf dem Rad die kalkweißen Beine zur Schau stellt in der Hoffnung, dass sie auf dem ersten größeren Ausritt des Jahres schon eine Spur von Farbe bekommen.

Mir fehlt auch das Wühlen in der Erde, der Drang, in Töpfen auf dem Fensterbrett Gemüse auszusäen, um sich schon bald über kleine Pflänzchen zu freuen, die dann im Mai ins Beet gesetzt werden. Irgendwie ist der Winter, der ja an der Mosel von wenigen eisig-verschneiten Tagen abgesehen – noch nicht einmal ein richtiger Winter war, äußerst zääääh. Und da es auch an anderen Fronten zäh bis verheerend läuft, schlägt mir das Grau der letzten Tage mal wieder gehörig aufs Gemüt. Immerhin: Ein paar Farbtupfer hat der ansonsten noch in Kältestarre liegende Garten dann doch schon zu bieten.

Wenn schon nicht gegärtnert und geradelt wird, so wird doch wenigstens gelaufen und gewandert oder spazieren gegangen. Nach dem flotten 10er hat der Coach eine Ruhewoche mit nur zwei Läufen verordnet, dazu eine Kraft-Koordinationseinheit und eine Alternativtrainingsrunde. „Natürlich“ kommt dann mal wieder manches anders als geplant: Das Gruppentraining am Dienstag fällt einer kurzen, aber heftigen Magenverstimmung zum Opfer und wird Mittwoch in Eigenregie nachgeholt. Lockerer DL mit ein paar schnellen Abschnitten, eigentlich getaktet auf 30 Sekunden, aber ich hab meine Uhr nicht programmiert und kann sie im Dunkeln auch schlecht ablesen, also mach ich das nach Gefühl. Passt schon.

Am Freitag sollen es eigentlich 45 Minuten Rad oder Schwimmen werden. Aber es regnet immer wieder rum – da mag ich nicht radeln. Und Wasser im Schwimmbad ist mir gerade zu nass. Außerdem hab ich ein schlechtes Gewissen, weil wir am vergangenen Samstag nicht ausgelaufen sind nach dem Wettkampf, um die 15 km vollzumachen, wie der Coach uns aufgetragen hat. 😉 Also gibt es statt 45 Minuten Radeln 15 km lockeres bis langsames Laufen an der Mosel. Dafür, dass ich nach 6 km im Nieselregen am liebsten heim und auf die Couch möchte, schlage ich mich tapfer … es erweist sich als kluge Entscheidung, eine Strecke gewählt zu haben, auf der ich nicht abkürzen kann. 😎 Zäh ist es trotzdem.

Für Sonntagmorgen ist dann nochmal ein lockerer Dauerlauf im Plan. Den schiebe ich aber angesichts der Wettervorhersage auf den Samstagabend – kalt und windig ist es da auch schon, aber nicht so eisig wie am nächsten Morgen. Geht doch. 10 km in einer Stunde. Vor ein paar Monaten wäre ich danach ziemlich platt gewesen, vor allem, wenn ich vorher schon 8 km zügig spazieren gegangen wäre. Jetzt ist es wirklich lockerer Dauerlauf. Schön, wenn wenigstens etwas nicht zäh läuft. Macht Hoffnung.

Saisonauftakt – 7. Schweicher Fährturmlauf

Puh, was für eine vollgepackte Woche! Stimmung könnte erheblich besser sein – ich arbeite dran mich wieder aufzurichten. Und was eignet sich am besten zum Wieder-Aufrichten? Bei mir definitiv das Laufen! Schon am Dienstag hat Jens im HM-Kurs mit seiner Lieblings-Trainingseinheit „Kraft, Koordination, Karacho“ für gute Laune gesorgt – und für ein bisschen Muskelkater an den folgenden Tagen. Lauf-ABC, Steigerungsläufe und schließlich als Krönung zur Pfeife des Trainers noch Hock-Streck-Sprünge und Sprints in Kombination. „Get fit“ – der Name von Jens‘ Sportschule ist Programm. Hoffe ich wenigstens.

Der Saisonauftakt wird es zeigen. In den vergangenen 8 Wochen gab es regelmäßig Intervalltraining oder knackige Tempoläufe. Aber ein 10 km-Wettkampf ist nochmal eine andere Hausnummer. Also auf nach Schweich zum Fährturmlauf, wo ich im vergangenen Jahr endlich die „25 auf 5“-Schallmauer reißen konnte. Dieses Jahr also 10 km. Ausreden gibt es keine, wie Cheforganisator Dirk Engel beim kurzen „Hallo“ betont: Trocken von oben, perfekten Temperaturen von gut 10 Grad und wenig Wind. Die drei Kilo mehr auf den Hüften im Vergleich zum Vorjahr sind natürlich überflüssiger Ballast. Selbst schuld! Bis zum Halbmarathon im Mai müssen die runter sein.

Aber heute lauf ich mit diesem Zusatzgepäck. Das lockere Einlaufen fühlt sich prima an. Trotzdem weiß ich nicht so ganz, was ich mir zutrauen soll. Und bin nervös und hibbelig, obwohl es doch eigentlich um nix geht. Aber beim ersten Start im getfit-Trikot will ich dem Coach keine Schande machen, zumal ich über ihn einen kostenlosen Startplatz bekommen habe. 😊

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Vor der Startlinie reihe ich mich im Mittelfeld ein. Mittelmaß, das sollte halbwegs passen. Startschuss, auf geht’s, dem aus dem letzten Jahr hinlänglich bekannten Zick-Zack-Kurs folgend. Raus aus dem Stadion, am Parkplatz vorbei und durch eine Unterführung. Am Fährturm steht der Coach und treibt uns durch rhythmisches Getrommel an. Natürlich bin ich auf dem ersten Kilometer wieder viel zu schnell. Ich glaub, ich lern es nicht mehr. Knapp über 5 Minuten. Das wäre zwar meine Wunsch-Kilometerzeit gegen Ende der Saison. Aber im Moment kann ich das noch nicht über 10 km durchlaufen, wie die Beine mir deutlich zeigen. Also nehme ich etwas Speed raus, um locker, aber hart unterwegs zu sein – Zehner-Tempo eben.

Einige hundert Meter hänge ich mich an Holger aus meinem Laufkurs, ziehe dann aber langsam weg, als ich merke, dass er keinen guten Tag hat. Das Tempo von Kilometer 2 passt. Auf 5:12, 5:13 pendle ich mich für die nächsten Kilometer ein. Überholen, überholt werden, immer drauf konzentriert locker zu bleiben. Etwa bei Kilometer 3,5 kommen uns die ersten Läufer wieder entgegen. Der Sieger wird am Ende eine Zeit unter 31 Minuten hinlegen, die schnellste Frau kommt mit etwa 37:30 ins Ziel. Saustark!

Davon trennen unsereinen natürlich Welten. Aber ich laufe eben mein Tempo – und das relativ konstant. Die Wende etwa bei Kilometer 4,5 erlaubt es, die Schnelleren zu sehen und die Abstände einzuschätzen. Überraschend nah dran bin ich an Moni und Simone, beide aus meiner Altersklasse, aber normalerweise ein bis zwei Minuten schneller als ich. Geht da was? Ich guck mal – und hänge mich bis dahin an „Tom“. Ich weiß nicht, ob „Tom“ wirklich Tom heißt. Aber der Name steht auf seinem Shirt und zieht sich fast über die ganze Breite seines ziemlich breiten unteren Rückens. Und da Tom gleichmäßig in etwa mein Tempo läuft, versuche ich dranzubleiben.

Ein Stückchen gelingt das auch gut. Wir saugen uns langsam durch’s Feld nach vorn. Einige Schritte Abstand gewinnt er, aber auch ich überhole häufiger, als ich überholt werde. Unter anderem „kassiere“ ich Moni. Sie hat wie Holger nicht den besten Tag erwischt und schickt mich mit ein paar wohltuenden ermutigenden Worten allein weiter auf die Reise, obwohl auch ich gerade einen kleinen Durchhänger habe. Kilometer 7 wird mit 5:17 der langsamste des gesamten Laufs. Aber für den Rest genau so langsam machen wäre auch doof. Also weiter.

Noch knapp drei Kilometer. Irgendwie habe ich „Tom“ aus den Augen verloren. Hinter mir werden stattdessen zwei andere männliches Wesen aktiv. Zunächst höre ich nur eines – und das in einer Lautstärke, dass mir fast die Ohren dröhnen. Wo man eigentlich atemloses Geröchel und Geschnaufe erwartet, werden mit scharfer Stimme Motivationssprüche und Anweisungen gebrüllt: „Jaaaa, du machst das super, Stefan! Bleib locker! Jetzt nicht nachlassen!“ Etc. etc. etc. Ich beschließe, die Anfeuerungen auf mich zu beziehen. Damit läuft es sich in der Tat leichter. „Achte nicht auf die Wade! Das ist alles nur der Kopf!“ krakeelt es unmittelbar hinter mir. Sekundenbruchteile später ein Schrei – bei einem kurzen Schulterblick sehe ich ein schmerzverzerrtes Gesicht und ein humpelnden Kerl mit krampfendem Haxen. Da ich „Stefan“ bei seinem bölkenden Coach, der ihn in dieses Schlamassel hineingescheucht hat, in guten Händen wähne, bleibe ich nicht zum Helfen stehen, sondern renne weiter, um dem Ganzen möglichst schnell ein Ende zu machen.

Der Fährturm ist schon in Sicht! Noch einmal rund ums Hafenbecken, vorbei am Campingplatz, am Fährturm selbst und an Jens mit seiner Trommel. Beim Fünfer im vergangenen Jahr durfte ich hier Richtung Ziel abbiegen. Aber beim Zehner ist noch eine Extra-Schleife bis zur Autobahnbrücke zu laufen. Also vorbei an Harald, einem treuen Laufkumpan, der leider schon seit Monaten außer Gefecht ist. Hoppla, Tom ist wieder in Sichtweite. Den krieg ich noch! Auch wenn sich das eklig anfühlt. Diese ver####, bl####, besch### Brücke will einfach nicht kommen.

Jetzt wird nicht mehr auf die Uhr oder sonstwohin geguckt, sondern nur noch stupide gewetzt. Vorbei an Tom, rund um den Wendepylon, und dann den weißblond getönten Haaren von Simone hinterher. Kurz vor der Unterführung hab‘ ich sie. Für eine Aufmunterung reicht die Luft nicht mehr. Ich röchle einfach durch das Zickzackgewirr der letzten paar hundert Meter. Für den groben Schotter am Eingang zum Stadion, auf dem ich fast umknicke, wünsche ich den Zuständigen bei der Gemeindeverwaltung die unschönsten Dinge an den Hals bzw. die Füße.

Noch ein kurzer Sprint über die Kunststoffbahn, etwas halbherzig, weil der Läufer vor mir eh nicht mehr zu kriegen ist. Dann lieber nur auf der vorletzen Rille ins Ziel und noch Kraft für ein Lachen und das Victory-Zeichen unterm Zielbogen (hier das Beweisfoto – ich kann leider nicht direkt verlinken, daher in der Galerie selbst Foto 47 von 52 suchen). Jau! 52:24, zweitbester je gelaufener Zehner, so gefällt mir das! Gibt Zuversicht, dass ich Mitte Mai beim Halbmarathon nicht nur Spaß haben werde, sondern auch eine schöne Zeit erreichen kann. Nochmal unter zwei Stunden zu kommen fänd‘ ich schon fein.

Fazit: Man sagt, Training hülfe. Kann ich nach heutigem Stand so bestätigen – vielen Dank an Jens (und Philipp) für’s Beine-Machen! 😉 Und der Fährturmlauf in Schweich war wie jedes Jahr die perfekte Veranstaltung, um die Form zu Saisonbeginn zu testen: Schnelle Strecke, tolle Orga, leckeres Kuchen- und Salatbüffet – und viele, viele schöne Begegnungen. Läuferherz, was willst du mehr?

 

Wintertraum

Der Winter 2017/18 kann doch Schnee. Völlig unverhofft werden am Freitag aus Eisregen dichte Frau-Holle-Flocken. Die lassen sich trefflich vom warmen Hallenbad aus bestaunen. Wie gut, wenn man im Gegensatz zu manch anderem Menschen keine längeren Autofahrten mehr unternehmen muss!

Am Samstag früh – ebenfalls entgegen den Erwartungen – noch immer ein Wintertraum. Zuerst ein grauer. Der verwandelt sich aber nach dem Aufstieg über den Kreuzweg in Trier-Ost in ein sonnenbeschienenes Paradies. Über den Petrisberg und den Uni-Campus geht es hinunter nach Olewig. Zwei Stunden Herumstiefeln im Schnee, perfekt genutzte Zeit. Im Lauf des Nachmittags wird der Wintertraum nämlich so langsam flüssig. Ich hätte nichts dagegen, wenn er morgen Vormittag komplett ausgeträumt wäre. Da will ich nämlich eigentlich mal wieder etwas schneller laufen. Wenn’s dabei noch glatt wäre oder matschig, käme das wohl eher einem Alptraum gleich. Aber selbst wenn dem so wäre: So ist nun mal der Winter. 😎

 

Sonnendusche

Wie lange haben wir darauf warten müssen?! Sonne satt! Sie macht die Tage gleich leichter und fröhlicher. Und so habe ich in der vergangenen Woche die morgendliche Kunstsonnendusche unter der Tageslichtlampe so oft wie irgend möglich durch die Sonnendusche unter der großen Himmelslampe ersetzt. Traumhaft schön. Allein der Nach-der-Arbeit-Heimweg über den Petrisberg – immer wieder unschlagbar!

 

Nur kann man das Schöne leider selten uneingeschränkt genießen: Zusätzlich zu „Sonne satt“ gibt es seit Tagen „Wind satt“ – und zwar von der eisigen Sorte. Das böige Nordostgebläse ist nicht eben der beste Freund einer Läuferin, die sich „eigentlich“ vorgenommen hat, ganz brav den Trainingsplan abzuarbeiten, den ihr ein kompetenter Coach zusammengestrickt hat. Am Dienstag gibt’s Intervalltraining im Moselstadion – die ersten 10 x 400 m meines Lebens. Au weia! Die Nacht ist unruhig dank des Laktats in den Beinen. Aber in der Gruppe macht es eben auch Spaß. Am Donnerstag ein lockerer kurzer Dauerlauf, der unten im Tiergarten schon nicht mehr so locker ist, da ich komplett im Gegenwind hänge.

Freitagmittag dann die Kapitulation vor dem Trainingsplan. So wunderschön die Sonne scheint, so gut die Vorsätze sind – die Beine wollen keine 8 Kilometer Halbmarathontempo bei Böen Stärke 6-7 von vorn. Da pfeif ich auf mahnende Ratschläge wie „Wer einmal aufgegeben hat, gibt immer wieder auf!“ Ich sehe keinen Nutzen darin, meinem Körper etwas abzufordern, was er an diesem Tag nicht leisten will! So gönne ich es mir nach 2,3 km „aufzugeben“ und aus dem Tempolauf einen lockeren Dauerlauf zu machen. Wenigstens komme ich so noch auf meine 11 bis 12 km.

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Den Samstagnachmittag verstrampele und verplaudere ich auf das Angenehmste mit Herrn Midlaufcrisis, die Sonne allerdings nur durch die großen Panoramafester des Hallenbads bewundernd. Immerhin reicht es noch für einen zimtschneckengesättigten Abendspaziergang!

Am Sonntag strahlt die Sonne schon um 9 Uhr aus allen Löchern. Die Mosel ruft. Erst mit ein paar lockeren Kilometern und dann, weil es in den Beinen juckt und die Böen nur noch Stärke 4 haben, auch noch mit dem eigentlich für Freitag geplanten schnellen Dauerlauf. Geht doch! Aufgeschoben bzw. aufgegeben ist eben nicht aufgehoben! 🙂

 

Um der Sonnenwoche das Krönchen aufzusetzen, gibt’s in der zweiten Sonntagshälfte eine 2 ½-stündige zügige Wanderung mit lieben Freundinnen durch’s Konzer Tälchen. Noch mehr wärmende Strahlen, noch mehr Licht, noch mehr fieser Wind. Grandios!

 

Doch, es ist noch Winter. Aber bis voraussichtlich Mittwoch, Donnerstag ein ausgesprochen schöner, gemessen am Dauergrau von Dezember und Januar. Und das will ich genießen. Ich glaube, daher werde ich am Dienstag auf den Plan pfeifen und – statt in Kälte und Dunkelheit beim Gruppentraining auf irgendwelchen Treppen Koordinationstraining zu machen –  in der Spätnachmittagssonne ein paar Runden drehen. Ich kann ja einige Treppenläufe einbauen, um nicht als Drückebergerin dazustehen. 😉

Gewohnheiten

Ups, schon wieder eine Woche rum. Arbeit wird allmählich wieder „Business as usual“, was nur partiell so positiv ist, wie es klingen mag. Nicht jede Gewohnheit ist auch eine gute – und bedauerlicherweise scheinen die schlechtesten Gewohnheiten diejenigen zu sein, die man am schwersten loswird. Viel Geduld ist angesagt, mit mir selbst und mit anderen, die aber umgekehrt auch mit mir noch Geduld haben müssen. Und Rumprobieren, um herauszufinden, was mir hilft, nicht in schlechten Gewohnheiten zu versacken und sie durch gute zu ersetzen.

Das Laufen ist definitiv im Begriff, wieder eine gute Gewohnheit zu werden. Der Infekt ist – hoffentlich für den Rest des Winters – Geschichte. Oberschenkel und Hüfte sind weitgehend friedfertig. All das macht die Lauferei flüssiger und flotter und erlaubt es, von Woche zu Woche ein wenig mehr unterwegs zu sein. Laufend oder – wenn mal ein Schontag angesagt ist oder ergänzend – spazierengehend oder stöckchenwandernd. In der vergangenen Woche ließ es das Wetter tatsächlich zu, jeden Morgen zu Fuß zur Arbeit zu gehen und nachmittags wieder heim. Mitunter – man lese und staune – sogar im Sonnenschein!

Am Freitag die Krönung: Sieht die Welt auf dem Petrisberg gegen 9 Uhr morgens noch geradezu gespenstisch aus, bricht doch so langsam die Sonne durch die dichten Nebelwände.

Und mittags strahlt die Sonne dann aus allen Löchern. Gelegenheit für einen Doppelspaziergang zwischen Wiesen und Weinbergen. Erst allein mit einer langen Ruhepause auf meiner Lieblingsbank: Sich wärmen lassen von der Sonne, nachdenken, durchatmen.Gleich im Anschluss zur dritt mit Herrn und Frau Midlaufcrisis in edler Mission. Drei Müllsäcke voll Zigarettenschachteln, Sixpack-Hüllen, Silvesterböller-Resten, Dosen, Flaschen und sonstigem Müll sind der Ertrag einer ausgiebigen Runde, die uns teils über unsere Lieblingslaufstrecke führt. Die ist allerdings momentan so schlammig und wildschweinzerwühlt, dass das Laufen keine Freude wäre. Wir gönnen es den Wildschweinen. Den Schweinen, die den Müll hinterlassen haben, wünschen wir dagegen im Stillen alles Mögliche an den Hals. Uns bricht ganz sicher kein Zacken aus der Krone, wenn wir deren Dreck beseitigen. Aber ich würde mir wünschen, dass solche Aktionen nicht nötig sind! Zur Gewohnheit möchte ich sie wenigstens nicht werden lassen.

Wird

Wie sieht’s aus an den verschiedenen Fronten? Nachdem wieder eine Woche rum ist, mal eine kleine Zwischenbilanz.

Wetter? Wird! Immer noch grau. Meistens. Aber vor allem der sonnige Montag der vergangenen Woche entschädigte für so manches. Fußweg von der Arbeit nach Hause, auf einer windgeschützten Bank die Sonne genießen, einfach genial. Nur die Überreste des Silvesterfeuerwerks neben der Bank waren ein absolutes Ärgernis. Merke: Beim nächsten Spaziergang Müllsack mitnehmen. Von selbst verschwindet der Plunder nicht – und seinen Verursachern (für die ich Bezeichnungen im Kopf habe, von denen meine gute Kinderstube es mir gebietet, sie hier nicht öffentlich kundzutun) geht er offensichtlich am Allerwertesten vorbei.

 

 

Sport? Wird! Die letzten Reste des Infekts sind raus aus dem Körper, der Puls verhält sich wieder normal und die Beine sind auch ein wenig bewegungsfreudiger. Hier und da zwickt und zwackt es noch in Hüfte und Oberschenkel. Das mag auch an der ungewohnt vielen Asphalt-Lauferei liegen, die wegen der völlig vermatschten Wege nötig ist. Bei einer Online-Rabattaktion habe ich jetzt für 17,99 ein Laufsofa der schlimmsten Sorte erstanden. Sehr stark gedämpft und mir eigentlich zu schwer. Aber momentan für meine Gräten bei längeren Dauerläufen genau richtig. Und ja, man sollte im Web keine Schuhe kaufen, sondern sie im Laden anprobieren! Aber bei dem Kampfpreis habe ich beschlossen, dass ich auch mal eine Ausnahme machen darf, zumal es um ein Dämpfungsmonster ging, das ich nur so kurz und selten wie möglich tragen will. Wenn ich festgestellt hätte, dass die Schlappen zum Laufen nicht taugen, hätte ich sie verschenkt oder nur zum Spazierengehen getragen.

Arbeit? Wird. Aber nur langsam und mit viel Energieeinsatz. Bis mindestens Ende März werde ich weiterhin in Teilzeit arbeiten, schneller werde ich einfach nicht wieder vollkommen fit. Nach einem halben Jahr in ein Institut zurückzukommen, in dem gerade fast alles auf dem Prüfstand steht und sich verändert, hilft nicht eben dabei, erst einmal in Ruhe wieder in einen Arbeits- und Lebensrhythmus zu finden. Ich fürchte, dieser Bereich wird auch noch länger eine Baustelle bleiben. Aber alles auf einmal wieder ins Lot zu kriegen wäre wohl auch zu viel des Guten.