Nur Zweite

Da hatte ich gehofft, heute früh nicht einfach nur frischen Schnee zu finden oben im Mattheiser Wald, sondern auch die erste zu sein, die darin ihre Spuren hinterlässt. Vergebens: Nur Zweite! Ein Mountainbiker war früher da. Und da, wo er mit seinen Reifen das fluffige Weiß noch nicht entweiht hat, hinterließ das eine oder andere Tier seine Tapsen.

Macht nix. Den Lauf zwischen Frühjahrsstimmung (unten in der Stadt), Schmuddelwetter (mittendrin und beim Blick aufs Konzer Tälchen) und tiefstem Winter (im Wald etwa 250 m oberhalb des Moseltals) hab ich trotzdem genossen. Jetzt müsste der Winter nur noch zu uns runterkommen. Oder oben im Wald bleiben – dann aber bitte konsequent. 🙂

 

Verkatert

Die verkrampfte Lauferei auf glatten Strecken hat mir einen widerwärtigen Wadenmuskelkater eingetragen. Also gibt’s am Mittwoch Schonprogramm: Gemütlicher Spaziergang von der Arbeit nach Hause zum Auflockern. Dann Wärme und Selbstmassage. Irgendwie muss dem Tierchen doch beizukommen sein.

Heute ist der Kater leider immer noch ganz schön munter, sogar munterer als gestern. Aber vielleicht läuft er sich raus?! Also gegen 16 Uhr aus dem Büro desertiert – lieber noch eine Abendeinheit am häuslichen Schreibtisch einschieben als nach dem üblichen Feierabend beim Heimlaufen in den angekündigten Wintersturm geraten.

Nach Wald ist mir heute nicht, nach hügelig auch nicht und allzu lang soll’s auch nicht werden. Also einfach eine unspektakuläre asphaltlastige Runde: Von der Uni am Sportplatz und dem Einkaufszentrum vorbei nach Filsch und von dort auf dem abschüssigen Radweg  hinab Richtung Olewig.

Aus „geplant locker“ wird schon nach ein paar Minuten „ungeplant flotter“. Isso. Passiert einfach. Der Kater jault und zeigt die Krallen. Aber da muss er durch und ich auch. Es macht einfach Spaß. Fünf zügige Kilometer, dann noch zehn Minuten auslaufen und zuhause brav dehnen. Der Kater ist missgestimmt. Also kriegt er jetzt noch mal Wärme, Pferdesalbe und ein bisschen Ruhe. Vielleicht schnurrt er danach nur noch. 😉

Abhaken

Heute früh steht Alternativsport auf dem nicht vorhandenen Trainingsplan.* Aquajoggen. Im Hallenbad. Ach du Sch###!

Aquajoggen im Hallenbad ist ein bisschen wie ein Kontrolltermin beim Zahnarzt: Das Ganze ist lästig, aber notwendig, es erfordert den Aufenthalt an einem unangenehm riechenden Ort, es zieht sich wie Kaugummi in die Länge – und hinterher bin ich froh und zufrieden, dass jetzt alles überstanden ist.

Vielleicht gehört zum Aquajoggen sogar noch ein bisschen mehr „Heldinnenmut“ als zum Zahnarztbesuch, weil es wirklich SEHR öde sein kann. Jedenfalls fiel’s im Sommer in Rainers munterer Begleitung und im Freibad deutlich leichter als heute an diesem frostigen Wintermorgen mit fast zweistelligen Minusgraden, durch die ich mich ins Hallenbad schleppe. Aber gut, wat mutt, dat mutt!  Mit einer vollen Stunde erfolgreichen Kampfes gegen die Langeweile bin ich sehr zufrieden! 😎

2017-01-07_aquajoggen-rainer

Mai 2016 / Foto: R. Neubert (midlaufcrisis.blog.volksfreund.de)

Trotzdem langt mir das nicht. Ich will an diesem Wochenende auch laufen. Weil sich aber die Anzeichen im Wetterbericht verdichten, dass es morgen früh zu glatt sein könnte, stopfe ich mich am heutigen Nachmittag in die Laufsachen. Spontan einfach mal ein bisschen intensiver: Nach kurzem Warmjoggen 20 Minuten Gas geben. Fällt nicht ganz leicht bei Kälte und mit etwas müden Beinen nach dem Frühsport. Aber macht Laune! Und geht noch. Gutes Gefühl. 🙂

Jetzt mag morgen wettermäßig kommen, was will. Ich kann mein (eigentlich gar nicht definiertes) Pensum für diese Woche abhaken und „darf“ ( oder muss) ausruhen. 😎

 

* Ein nicht vorhandener Trainingsplan ist ein Plan, der darin besteht, an den insgesamt sieben Tagen einer Woche höchstens dreimal zu laufen und zusätzlich mindestens eine, besser zwei Trainingseinheiten Alternativsport und ein oder zwei Einheiten auf der Matte und dem Stabipad unterzubringen. Irgendwie. Wie auch immer. Und notfalls eben auch nicht. 😉

Rumgeeier

Ich mag Laufen im Winter, wirklich! Auch Laufen auf Schnee. Allerdings nur, solange er locker und nicht vereist ist. Und wenn er seinerseits keine Eisschicht überdeckt. Laufen auf Eis mag ich nämlich überhaupt nicht.

Diese Aversion hat sich seit dem letzten Jahr noch verstärkt. Weil ich immer noch kein rechtes Vertrauen in mein Fahrwerk habe, hab ich bei unebenem oder rutschigem Untergrund ziemlichen Bammel vor einem Fehltritt, der zum Knie-Verdrehen (beim Versuch einen Sturz abzufangen) oder Hinfallen führen könnte. Dann wird – so wie heute – ein ganz normaler langsamer Trainingslauf zum verkrampften Rumgeeier. Völlig unnötig, denn an vielen Stellen ist es gar nicht so glatt, dass ich ein Wegrutschen befürchten müsste. Das überängstliche Rumgeeier wiederum ist Knie und Achillessehne nun aber auch nicht recht. Gar nicht recht.2017-01-05_stmatthiasEgal, der Untergrund bleibt ja nicht ewig so. Mit der Zeit und mit zunehmender Erfahrung kommt bestimmt auch das Vertrauen zurück, dass Muskulatur und Bänder manches abfangen können und dass nicht jede ungeschickte Bewegung wieder ein Stechen im Knie erzeugt. Außerdem: Für 10 letztlich doch erholsame Spätnachmittagskilometer mit solchen Ausblicken nehme ich ein bisschen orthopädisches Gezicke gern in Kauf.2017-01-05_moselDie letzten 800 m bin ich dann aber sicherheitshalber doch gegangen. Und jetzt, zwei Stunden danach, ist auch schon wieder „Ruhe im Gebälk“.

Perfekt

Ein perfekter Jahresabschluss, dieser Silvesterlauf! Erst mit Karina, Helge und Rainer den schnellen Mädels und Jungs zugejubelt. Und dann mit dem Tridreamteam und noch einigen anderen Frauen locker-flockig über die Strecke gejoggt. Plaudernd, Witze reißend, tanzend und die Zuschauer mit der LaOla zum Anfeuern animierend. Noch nie so einen Spaß bei einem Lauf gehabt – die Bilder auf Rainers Blog zeigen es deutlich! 🙂 Wenn es nur nicht so elend kalt gewesen wäre …

Kalt ist es auch am Neujahrsmorgen. Zwischen Silvester- und Neujahrslauf liegen ein Becher Glühwein, eine Banane, eine Portion Antipasti, Baguette, zwei Gläser Riesling, 200 g Lachsfilet, Berge von Kartoffeln und Gemüse, mindestens 100 g Raclettekäse und ein Gläschen „Obermosel-Champagner“, sprich trockener Elbling-Sekt, handgerüttelt. Oder waren es doch zwei? Und noch weitere Dinge, an die ich mich nicht mehr erinnern kann? 2017-01-01_sekt

Jedenfalls ist mir in der Früh um 10 Uhr noch ziemlich „handgerüttelt“ und flau im Magen. Aber bei minus 4, minus 5 Grad an der frischen Luft verfliegt das schnell. 10 Laufkilometer durch den Eisnadelwunderwald und über die Kernscheider Höhe – wenn das kein perfekter Start ins neue Jahr ist, weiß ich auch nicht!

Der zweite Lauf des Jahres ist auch schon „im Sack“: Heute Abend im Dunkeln ein knappes Stündchen durch den Schneeregen, teils auf nassen Straßen und Fußwegen, teils aber auch als gefährliche Rutschpartie auf festgetretenen und vereisten Schneeresten vom Vortag. Schön war’s natürlich trotzdem – „perfekt“ geht halt nicht jeden Tag. 😎

2016 – (fast) geschafft!

Vor etwa zwei Wochen schrieb ich hier sinngemäß, dass 2016 mir gerade in seinen letzten zwei Monaten so richtig „den Stecker gezogen“ habe. Insofern bin ich froh, dass das Jahr nun (fast) geschafft ist. Nichtsdestotrotz verdient es einen Blick zurück – auch damit das, was nicht gut lief und sich ändern lässt, im kommenden Jahr angepackt werden kann.2016-12-29_petrisberg08Beim Schreiben meiner Jahresbilanz habe ich allerdings gemerkt, das mir die meisten Dinge, die mein Jahr geprägt und mich sehr beschäftigt haben, zu persönlich für einen Blogbeitrag sind. Und die Entwicklungen in der Welt um uns herum zu kommentieren trägt zum allgemeinen Lamento nichts Neues und vor allem nichts Hilfreiches bei. Daher kommt meine öffentliche Rück- und Vorschau etwas „dürr“ daher und beschränkt sich auf das Sportliche. Bebildert wird sie durch Fotos von einem Jahresabschlussspaziergang über den Petrisberg am gestrigen Sonnentag.2016-12-29_petrisberg05Erst einmal Futter für die Zahlenfreaks: Obwohl es mit dem Wiedereinstieg ins Laufen nach der Meniskus-OP (von einem missglückten Versuch Anfang April abgesehen) bis zum August dauerte, sind noch gut 450 Laufkilometer zusammengekommen. Dazu etwa 650 Walking- und Nordic-Walking-Kilometer, 3.300 Kilometer auf dem Rad sowie 20 Stunden Wassertreten mit einem Gürtel um die Hüften. Wie oft ich auf der Gymnastikmatte oder mit Kurzhanteln oder Blackroll aktiv war, hab ich nicht protokolliert. Fakt ist aber: Das war in den vergangenen vier Monaten deutlich zu wenig und muss im neuen Jahr wieder regelmäßiger werden. Übungen kenne ich genug und die Bewegungsanalyse bei Jens (über die ich immer noch mal schreiben will) hat mir weitere gezielte Hinweise gegeben.

Stand heute: Ich kann wieder regelmäßig dreimal pro Woche laufen, je nach verfügbarer Zeit, Lust und Tagesform zwischen 6 und 15 Kilometer. Normal sind so 9-10 Kilometer, also rund eine Stunde. Aufs Tempo kommt es nicht an. Trotzdem verschafft es mir durchaus eine gewisse Genugtuung, dass sich das im vergangenen Jahr weiter reduzierte Gewicht in einem geringfügig höheren „Grundtempo“ niederschlägt – und das bei vergleichsweise minimalistischem und vor allem unsystematischem Training.;-)2016-12-29_petrisberg04

Gute Vorsätze für 2017: Gewicht weiter reduzieren und mich möglichst viel im Freien aufhalten. 😉

Ob und um wie viel ich Laufumfang und/oder Tempo in den kommenden Monaten zu steigern versuche, kann ich nicht absehen. Erst einmal möchte ich das Erreichte konsolidieren und bin einfach nur erleichtert, froh und sehr dankbar, dass das weitgehend ohne Beschwerden geht. Komischerweise zwickt es beim und nach dem Wandern durchaus im Knie, nach längerem Sitzen sowieso. Beim Laufen aber ist Ruhe. Da spüre ich nur was, wenn die Beinmuskulatur schon müde ist und ich dann zum Beispiel noch bergab laufe – Grund genug, solche Szenarien zu vermeiden und die Belastbarkeit nicht bis übers Limit hinaus zu testen. Vielleicht bin ich übervorsichtig. Aber der Weg zurück war hart und steinig genug. Und mir ist das Laufen als Ausgleich gerade im Moment so wichtig, dass ich nicht bereit bin, für ein paar Kilometer mehr oder ein paar Sekunden schneller das Risiko einzugehen, mich wegen Überlastungsbeschwerden außer Gefecht zu setzen.

2016-12-29_petrisberg02Sehr genossen habe ich, dass ich die eine oder andere Trainingseinheit im Wasser und zuletzt auch an Land nicht allein absolvieren musste. Vielen Dank, lieber Rainer, für die immer unterhaltsame und wohltuende Begleitung, die mir mental gut tut und mich beim Laufen sicher auch physisch weiterbringen (im Sinne von „schneller machen“). 🙂

Auf der Agenda für’s kommende Jahr stehen weitere dieser gemeinsamen Läufe und Wasserstrampeleinheiten – Letztere allerdings wohl erst ab Mai, wenn die Freibäder wieder geöffnet sind. Auf der Agenda steht aber auch noch eine Radausfahrt mit den Tridreamteam-Frauen Helge und Karina. Packen wir an, ja?! 🙂 2016-12-29_petrisberg09Alles, was in Richtung „regelmäßiger Gemeinschaftssport“ (zum Beispiel Lauftreff) geht, wird auch im kommenden Jahr dadurch eingeschränkt, dass ich zu oft auf Reisen oder anderweitig beruflich unabkömmlich und ohne Auto nur eingeschränkt mobil bin. Kurzfristig werde ich daran nichts drehen können. Mittelfristig will ich es. Ein bisschen wenigstens. Ein überzeugter „Gruppenmensch“ war und werde ich nie. 😎

Auf jeden Fall soll Ausgleichssport, vor allem das Radfahren, weiter im Programm bleiben. Die längeren Ausfahrten will ich nicht mehr missen, weil sie mich in Gegenden führen, die ich sonst nie erkundet hätte. Eine Triathletin will ich nicht werden. Aber es spricht ja nichts gegen Koppeltrainingseinheiten, bei denen ich irgendwo hin radle, ein Ründchen laufe und mit dem Rad gemütlich zurückrolle.2016-12-29_petrisberg03Klar ist: Sport muss bei mir vorwiegend draußen stattfinden. Mich zum Training drinnen zu motivieren, sei es Hallenbad, Fitnessstudio oder „Rolle“ im häuslichen Arbeitszimmer, kostet mich mehr Energie, als es mir gibt. Solange ich verletzungsbedingt „musste“, konnte ich die Motivation dafür recht problemlos aufbringen. Aber jetzt, wo ich prinzipiell auch draußen was machen kann, gelingt mir das nicht mehr. Da müsste ich schon einen echten Nutzen im „Indoor-Training“ sehen, den ich draußen nicht erzielen kann. 2016-12-29_petrisberg01So viel mal zu 2016 und den Perspektiven für 2017. Die Feiertage haben zur Gesundung und Erholung beigetragen, so dass ich zuversichtlicher auf die Zeit ab dem kommenden Montag schauen kann. Bevor das alte Jahr rum ist und das neue beginnt, hab ich allerdings noch ’ne Kleinigkeit vor:

2016-12-29_petrisberg07Also: Guten Rutsch allerseits! Kommt gut rüber und habt ein gesundes, frohes, zufriedenes, erlebnis- und genussreiches neues Jahr 2017! 🙂2016-12-29_petrisberg10

 

 

Mystisch

So mancher arbeitet „zwischen den Jahren“. Ich nicht. Da die Uni aus Spargründen die Heizung gedrosselt hat, wäre es im Büro doch etwas ungemütlich.  😉 Also nutze ich die Zeit für einen Mix aus Faulenzen und Aktivitäten: Aufräumen, Fotobuch-Basteln … und Bewegen. Heute mal auf der Mehringer Höhe: Mit dem Zug nach Schweich und von dort eine Runde Wandern, teils auf dem Moselsteig, teils auf anderen Wanderwegen.

2016-12-28_mehring17Einsam – binnen 2 Stunden keine Menschenseele getroffen, dafür aber ca. 500 Schafseelen. 😉2016-12-28_mehring12Und neblig. Irgendwie hätte ich mir das Mosel-Panorama bei Sonnenschein idyllischer vorgestellt.

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Wenigstens war’s trocken, die Luft war frisch und die Wald- und Wiesenwege waren meist gut zu begehen, nur an einigen Stellen etwas rutschig. Und diese mystische Atmosphäre hat was! Allerdings: Das Knusperhäuschen hab ich nicht gefunden … aber ich glaube, der Hexe hätte ich sowieso nicht geschmeckt. 😉