Schonzeit

Das war dann mal eine etwas ruhigere Laufwoche. Die „Ruhe“ (sprich: etwa 20 % Umfang weniger als in der Vorwoche) war zum Glück nicht dem maladen Fuß geschuldet, sondern einer Kombination aus fiebriger Erkältung in der ersten und beruflich wie privat bedingtem Zeitmangel in der zweiten Wochenhälfte.

Nichtsdestotrotz: Drei hübsche kurze Läufchen um die 6 Kilometer. Ein sehr kurzer am donnerstäglichen Feierabend, müde und ein bisschen verfroren. Ein längerer an einem angenehmen Samstagmorgen durch’s Tiergartental und den Heiligkreuzer Kreuzweg hinauf, von dem auch die zur Karwoche passenden Bilder stammen. Und ein mittellanger am Sonntagnachmittag, den ich im „Gesichtsbuch“ mit den Worten kommentierte:

„Hurra, der Frühling ist da! Die linden Lüfte sind zwar ziemlich böig, aber der Regen ist schon ganz schön warm! Und das Wasser auf der Straße erfrischt die Füße so schön, wenn es in die Laufschuhe zieht … ;-)“

Muss man mehr schreiben? Nö. Hauptsache, et läuft. 8-)

Mondlandschaft

Der Moselleinpfad an der Schleusenbaustelle führt durch eine Mondlandschaft: Aufgetürmte Erdberge, Kieshaufen, tiefe Krater. Das Wetter passt auch dazu. So ein Frühlingstag dürfte gern wärmer sein: Laut Thermometer 6 Grad, gefühlt höchstens 0, dazu eisiger Wind, auf dem Rückweg direkt von vorn. Pfui Deibel, darauf war ich nicht eingestellt. Handschuhe wären fein. Hab ich aber nicht dabei. Und so friere ich mit eingezogenem Kopf vor mich hin und bin beinahe versucht, mir bei Rainers Arbeitgeber wärmendes Asyl zu suchen. ;-) Aber gekniffen oder rumgememmt wird nicht. „Sei-froh-dass-du-laufen-kannst“ ist ein hervorragendes Mantra, das die Beine bewegt und zugleich von innen wärmt.

So viel zum unerfreulichen Teil des Laufs. Der erfreuliche überwiegt:

– Neben dem neuen Radweg ist eine Laufpiste aus gewalztem Sand mit Splitauflage angelegt – endlich nicht mehr nur Asphalt!

Schloss Monaise nebst Park steht noch. Und ich kann es inzwischen wieder laufend erreichen.

Erster Lauf mit zweistelliger Kilometerzahl seit 6 Monaten. Und das schmerzfrei. :-)

Die sehr vorsichtige Umfangssteigerung in Verbindung mit leicht verändertem Laufstil (bewusst kurze Schritte mit etwas höherer Frequenz plus flacherer Fußaufsatz) scheint zu funktionieren. Ergo: Was will ich mehr? Alles gut! 8-)

Stundenlauf

Guckt mal, es geht doch!2015-03-14_Stunde01Ok, es waren zwei Fotopausen drin. Und in der fiesen Steigung am Pfahlweiher bin ich wieder umgekehrt, weil ich die mindestens 7 kg Übergewicht nicht bergauf gewuchtet bekam, jedenfalls nicht mit Flugphase.2015-03-14_Stunde03Aber Stunde bleibt Stunde. Und an der Mosel ist es doch auch ganz hübsch, selbst wenn die Schleusenbaustelle am gegenüber liegenden Ufer unübersehbar ist.2015-03-14_Stunde06
Die 20-Wochenkilometer-Marke ist auch geknackt. Das alles bei braver Einhaltung der Faustregel, nicht mehr als 10 Prozent pro Woche zu steigern und dabei natürlich genau zu beobachten, ob das angemessen (ja), zu schnell (nach aktuellem Eindruck nicht) oder zu langsam (das gewiss nicht, mehr wäre spürbar nicht vernünftig) ist.2015-03-14_Stunde02Fazit der drei Läufe in dieser Woche: Passt scho’! Darf gern so weiter gehen. :-)2015-03-14_Stunde04

Bauchklatscher

Einmal ist immer das erste Mal. Und so begab es sich, dass ich heute das erste Mal in meiner Läuferinnenkarriere den Boden küsste. Fette Weinbergschnecke schlurft Anstieg hoch, der durch Mountainbiker- und Reiterspuren vermatscht ist, hebt die Füße nicht richtig, bleibt an einer Wurzel oder einem Stein hängen – bautz, Tiefflug mit Bauchklatscher! :roll: Zum Glück konnte ich mich noch mit den behandschuhten Händen abfangen, so dass es bei Schlammspuren auf den Klamotten und einem kleinen Schrecken blieb …
Ansonsten: Viel kalt in Trier – seht selbst! Und eine Ferse, die im Wesentlichen Ruhe gibt, aber immer noch gehätschelt werden will und kein übermäßiges Verlangen zeigt, länger als 45, 50 Minuten gefordert zu sein. Immerhin 45, 50 Minuten – über die freu ich mich riesig! Und respektiere, dass im Moment noch nicht mehr geht. Nicht dass ich vor lauter Übereifer noch mal so richtig auf die Nase falle mit meiner Lauferei.

Raus!

Musste mal sein angesichts einer sch### Woche hinter mir und einer genau so besch### Woche vor mir: Kurzfristig Hotel gebucht, Zugfahrkarte besorgt und von Samstag auf Sonntag ein Stückchen Eifel besucht, das ich noch nie gesehen hatte: Die Vulkanlandschaft um den Laacher See, das größte Eifelmaar. Dazu die Benediktinerabtei Maria Laach, eine der bekanntesten romanischen Kirchenanlagen Deutschlands. Erste Frühlingsahnungen inklusive.

Leider fiel die Rund-um-den-See-Wanderung der ziependen Ferse zum Opfer. Die hatte den morgendlichen Lauf vollkommen klaglos toleriert, aber war ziemlich erbost über die 7 Kilometer Fußweg vom Bahnhof zum Hotel. Reste von Frost unter einer schlammigen Oberfläche ergeben eine rutschige Wegbeschaffenheit, die der Sehne viele Stabilisierungsbewegungen in alle Richtungen abverlangt – zu viele. Und der Fersensporn ist gerade eh ’ne ziemliche Nervensäge. So gab’s abends einen Luxus-Eisbeutel frisch aus dem Vakuumierer der gehobenen Küche des Hotels am See. Und am Sonntagvormittag statt der Berg-und-Tal-Tour auf Wanderwegen oberhalb des Maars ein paar Stunden gemütliches Rumfaulenzen im riesigen Hotelzimmer mit Blick auf’s Wasser. Hat ja auch irgendwie Stil. Entspannt außerdem – wenigstens ein bisschen. Und dem Fuß tat’s gut. Der ist heute wieder wie am Samstagmorgen, sprich: leidlich zufrieden. 8-)

Lockruf

Sonntag Frühling, gestern ein 3-Stunden-Wintereinbruch mit Schneesturm, anschließendem Schnell-Abtauen und einem heftigen Gewitter am Abend – das Wetter fährt Achterbahn mit uns. Irgendwie scheint der Körper nicht nachzukommen. Statt Winterschlaf zu halten, wie sich das  gehört, reißt er mich vor Tau und Tag aus dem Bett. Blöd, dass der Kopf noch so gar nicht wach sein mag und sich gegen die Vorstellung sträubt, mich unter die Dusche und an den Schreibtisch – oder sonst irgendwohin – zu bewegen. :roll:

Das ändert sich mit dem Öffnen der Balkontür: Der Lockruf der Amsel ist unüberhörbar. Geradezu aufdringlich gut gelaunt. Und nur zu einladend. Warum soll ich mit meinem Läufchen bis heute Abend warten, wenn ich es auch in der Morgendämmerung genießen kann? Ergo: RAUS! Etwas schwerfällig, etwas gemütlich, etwas verpennt los, etwas beschwingter, etwas frischer, etwas energetisierter zurück. So soll das sein! :-)

 Bildquelle: M.E.  / pixelio.de

Bildquelle: M.E. / pixelio.de