Unschlüssig

Anstrengende Tage mit wenig Schlaf hinter mir, immerhin in einer tollen Stadt, vielleicht der tollsten, die ich je erlebt habe. Spannende Konferenz mit netten Kontakten, lauschiger Sommerabend am See, am anderen Abend ein „Galadiner“ im Rahmen einer gewittrigen Bootstour, Bähnchen fahren, Panorama gucken …

Wenn nur das Leben in dieser Stadt nicht so abartig teuer wäre … 140 € für ein schuhkartongroßes Hotelzimmer, das fatale Ähnlichkeit mit einer Dampfsaunakabine hat. Immerhin darf man zwischen zwei Ursachen für Schlafmangel wählen: Mehrmals pro Nacht schweißgebadet aufwachen. Oder wegen der röhrenden Klimaanlage gar nicht erst einschlafen …

2015-07-23_ECPA_Zuerich24Gelaufen bin ich nicht, obwohl ich auch Laufsachen im Gepäck hatte. Nach dem kräftigen Dämpfer bin ich unschlüssig, was ich weiter machen will. Fakt ist, dass mir das Laufen momentan keinen Spaß mehr macht, weil ich nicht einfach mal unbeschwert und selbstvergessen loslaufen kann, ohne hinterher die Quittung in Form von Schmerzen zu bekommen.

Also doch OP? Oder mich erstmal auf eine andere – kostenpflichtige – Behandlung einlassen und hoffen, dass die hilft? Oder akzeptieren, dass ich ein bisschen mehr Geduld brauche, und wieder ganz langsam mit kleinen Umfängen anfangen? Im Moment hab ich nicht genug Zeit und Energie, mich intensiver zu informieren, eine unabhängige Arztmeinung einzuholen oder irgendwelche Therapien über mich ergehen zu lassen, die dann doch nicht wirken. Da jeder „Fall“ anders liegt, helfen Meinungen von anderen „Betroffenen“ leider auch nur begrenzt weiter.

2015-07-23_ECPA_Zuerich36Also bleibe ich erstmal unschlüssig. Und freu mich drauf, dass ich nur noch eine Woche Arbeit vor mir und dann erstmal (hoffentlich) zwei Wochen Urlaub habe. So ein bisschen Abstand und Ruhe tragen ja oft dazu bei, dass Entscheidungen „wie von selbst“ fallen.  :-)

Eselei

So ganz klaglos mochte mein lädierter Meniskus den Lauf am Mittwoch dann doch nicht hinnehmen. Lang plus wellig plus zügig – eine kleine Palastrevolte war seit Freitagmorgen doch unterhalb des linken Oberschenkels angesagt. Darum hab ich sicherheitshalber auch auf den Hospizlauf am Freitag und Samstag verzichtet (aber natürlich trotzdem für die gute und wichtige Sache gespendet) und war beim Zieleinlauf am Samstagmittag nur Zaungast. Aber mit ein bisschen Gymnastik, einem Morgenspaziergang an den Mattheiser Weihern

und ein bisschen Sonne-Tanken in den Weinbergen am Petrisberg passte doch noch etwas moderate Bewegung in den Tag.

2015-07-11_Weiher_Petrisberg05Heute Nachmittag: Ausprobieren, ob Laufen das Ganze schlimmer macht oder nicht. Einfach mal 35 Minuten hoch zum Mariahof und wieder runter in den Tiergarten.

War kurzfristig sehr ok. Ob’s doch eine Eselei war, wird sich in den nächsten Tagen zeigen.

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Befreiung

Frische 23 Grad – welche Befreiung nach den 35 bis 40 Grad der letzten Tage! Der heftige Wind vertreibt die Schwüle und lässt mich auf der Höhe zwischen Olewig und Kernscheid fast schon frösteln.

2015-07-08_Kernscheid032015-07-08_Kernscheid022015-07-08_Kernscheid052015-07-08_Kernscheid062015-07-08_Kernscheid04

Bilanz für heute:

  • Zeit & Distanz: 9,5 km in gut 60 Minuten mit nur zwei kurzen Fotostopps – erstmals seit Mitte März wieder über eine Stunde! 8-)
  • Fitness & Gesundheit: Etwas weniger als 60 Minuten reichen momentan. Nach gut 45 Minuten fängt die Muskulatur zu ermüden an, was dazu führt, dass sich Knie und später auch Achillessehne beim Bergablaufen mit leiser Unzufriedenheit melden.
  • Persönliche Triumphe: In der Steigung im Wald eine – zugegeben deutlich übergewichtige – Mountainbikerin vor mir her gescheucht. Und rücksichtsvoll darauf verzichtet, ein Beweisfoto anzufertigen. Für sie war der Vorgang als solcher schon frustrierend genug. :roll:

Doch, ich finde, die Bilanz kann sich sehen lassen! Eine Erfrischung hab ich mir redlich verdient. :-)

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Völlig gaga

Langsam macht die Hitze mich völlig gaga! Dabei ist es eigentlich gar nicht mehr heiß. Im Wald nur noch um die 28 Grad, verbunden mit einer erfrischenden Brise. Auf freiem Feld in der Sonne etwas wärmer, aber auch hier angenehm zugig. Trotzdem gerät der Anstieg aus dem Tiergartental auf die Höhe zwischen Kernscheid und Brubacher Hof zur schweißtreibenden Schinderei.

2015-07-06_BrubacherHof01Immerhin geht’s danach ein Stückchen runter in das Tal mit den Pferdewiesen. Ich lasse den Blick über die Weite schweifen und … entdecke ein Zebra! Serengeti in Trier! Ich sag’s ja, die Hitze macht mich völlig gaga! Wird Zeit, dass ein kräftiges Gewitter Luft und Kopf wieder klärt!

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Hochsommersamstag

Samstagmorgen 5:00 Uhr – seit 4:30 bin ich wach, also kann ich auch aufstehen. Und beim obligatorischen Morgenkaffee überlegen, wo ich denn heute hinradeln will. Plan A: Maare. Aber das bedeutet mindestens 80 Radkilometer. Heute zu viel. Außerdem müsste ich den ganzen Tag in der Eifel verbringen, damit die Tour sich lohnt. Will ich nicht, ich hab auch noch anderes vor.

Also Plan B: Obermosel. Gegen 5:45 los. Sonnenaufgang an der Saarmündung. Relative Morgenfrische, sofern man bei 23, 24 Grad von Frische reden kann. Weiter auf der deutschen Moselseite. Glatter Asphalt. Außer wenigen Anglern und einigen Rennradlern kein Mensch unterwegs. Vor allem keine Autos auf der Straße nebenan.

2015-07-04_Remicg-Obermosel02 2015-07-04_Remicg-Obermosel03Grün – grün – grün. Ich könnte ständig anhalten und die Spiegelungen der Weinberge, der Boote am Ufer und der Silhouetten kleiner Dörfer auf der stillen Wasseroberfläche digital festhalten. Mag ich aber nicht – es rollt so locker. So hab ich die schönsten Bilder nur im Kopf.

Nach 40 Kilometern kreuze ich die Mosel. Halb acht, an der Remicher Moselpromenade hat der Bäcker schon geöffnet. Zeit für eine Pause und ein luxemburgisches Frühstück mit dem besten Croissant der Welt – man gönnt sich ja sonst nichts.

2015-07-04_Remicg-Obermosel10Zurück über die Brücke und auf gleichem Weg. Wenigstens ein Hauch von Schatten, der auf der luxemburgischen Seite gefehlt hätte. Ich erinnere mich ungern an den verunglückten Halbmarathon dort, bei dem ich das einzige Mal in meiner Lauf“karriere“ Krämpfe hatte und fast nicht ins Ziel gekommen wäre. Auch heute geht’s mir nicht so dolle. Inzwischen ist es halb 9, schon viel zu warm, die Getränke reichen nicht, der gestrige Lauf steckt mir doch noch in den Beinen und das Knie fängt zu motzen an. Macht keinen Spaß mehr. Und fühlt sich nicht gut an.

Was soll ich groß jammern – wozu gibt’s die Bahnstrecke an der Mosel? Und wozu habe ich das Glück der Tüchtigen und der Abfahrtsplan in Wincheringen zeigt mir, dass der nächste Zug in drei Minuten kommt? Nee, quälen muss ich mich nicht. Ich darf nach gut 50 Kilometern auch mal kapitulieren. Und die Wonnen einer klimatisierten Regionalbahn genießen! ;-)

2015-07-04_Remicg-Obermosel01So bleiben auch genug Zeit und Energie für das übrig, was der Tag noch zu bieten hat: Schlendern über den Trierer Handwerkermarkt. Mittagessen unterm Sonnenschirm auf dem Kornmarkt. Schlaf nachholen hinter geschlossenen Jalousien am Nachmittag. Und dann abends auf dem Weinfest des Olewiger Deutschherrenhofs mit Herrn Midlaufcrisis nebst Gemahlin und einem befreundeten Läuferpaar „versumpfen“. Kann man einen Hochsommersamstag besser vertrödeln? Ich glaube eigentlich nicht! 8-)

Wabbelfleisch

Um 20 Uhr schließt das Trierer Südbad. Gegen kurz vor acht kommen mir die dicken Kinder von Trier entgegen. Das Wabbelfleisch, das vor allem einige der habnackten Jungs mit sich herumschleppen, geht auch bei allergrößtem Wohlwollen nicht mehr als Babyspeck durch. Wie sehr würde man sich doch wünschen, dass das Übermaß an Stoff, das in Form modischer Schlabberbadehosen an den Beinen baumelt, die jugendlichen Plauzen gnädig verhüllen möge. Allein, die Hoffnung bleibt unerfüllt! Und mit Grauen stellt man sich den Anblick vor, den die Knäblein in 20, 30 Jahren bieten werden, wenn neben der Wampe auch die Körperbehaarung zugenommen hat und das zarte Goldkettchen auf der Brust in einem dunklen, verschwitzten Lockenmeer versinkt.

2015-07-03_MattheiserWald06Aber wer im Glashaus sitzt … so ganz frei von Wabbelfleisch bin ich ja nun weiß Gott auch nicht. Und wer sich den Wecker auf 5 Uhr morgens stellt, es dann aber bei 23, 24 Grad nicht auf die Laufstrecke schafft, „muss“ halt abends los, wenn er noch Sport treiben will, wenigstens für eine klitzekleine Runde. Die Runde im Tiergartental verbietet sich von selbst, da staut sich jetzt die Hitze. Stattdessen mit dem Rad hoch bis zu den Kleingärten unterhalb des Pfahlweihers. Mit Trinkgurt. Und Notfallhandy.

2015-07-03_MattheiserWald01Und dann los in den Mattheiser Wald. Sanft bergauf. Wie kam ich eigentlich auf die blöde Idee, der Weg sei ganz flach? 10 Minuten laufen – stehen bleiben und trinken – 10 Minuten weiterschleichen, umschwirrt von einer hartnäckigen Bremse, die immer wieder vergeblich Anlauf nimmt, um sich bei mir ihr Abendessen zu holen. Der Versuchung widerstehen, ein gemütliches Bank-Päuschen einzulegen.2015-07-03_MattheiserWald022015-07-03_MattheiserWald03Endlich der Abzweig, an dem es wieder bergab geht. Leider ziemlich steil. Großhirn an Beine: „Langsam machen! Denkt an den Meniskus!“. Also gemütlich der Abendsonne entgegen trödeln, am Pfahlweiher ein paar Schlucke trinken, austrudeln und dann wieder auf dem Rad die letzten drei Kilometer bergab rollen.2015-07-03_MattheiserWald04 2015-07-03_MattheiserWald05Fazit: 5,6 nicht ganz flache Kilometer in 37 Minuten bei 32, 33 Grad. Anstrengend, klar, aber so eine trockene Hitze in Verbindung mit ständigem leichtem Wind ist eigentlich gar nicht so schlimm. Oder was meint ihr?

2015-07-03_Laufen 03.07.2015, Höhe

Nase voll

Normalerweise nimmt man seine Erkältung ja im Winter oder in der Übergangszeit. Nicht im Sommer. Aber wer will schon normal sein? Ich hatte jedenfalls buchstäblich „die Nase voll“ und alle Systeme haben auf “Stopp” geschaltet. Mist! So allmählich bin ich endlich wieder fit. Vorgestern fit genug für einen kurzen Blick zum Stadtlauf, gestern und heute für zunehmend längere Spaziergänge. Morgen dann für ein paar Stunden im Büro. Und hoffentlich auch wieder für sportliche Aktivitäten. Vom Nichtstun hab ich nämlich erst recht die Nase voll.