Gewohnheiten

Ups, schon wieder eine Woche rum. Arbeit wird allmählich wieder „Business as usual“, was nur partiell so positiv ist, wie es klingen mag. Nicht jede Gewohnheit ist auch eine gute – und bedauerlicherweise scheinen die schlechtesten Gewohnheiten diejenigen zu sein, die man am schwersten loswird. Viel Geduld ist angesagt, mit mir selbst und mit anderen, die aber umgekehrt auch mit mir noch Geduld haben müssen. Und Rumprobieren, um herauszufinden, was mir hilft, nicht in schlechten Gewohnheiten zu versacken und sie durch gute zu ersetzen.

Das Laufen ist definitiv im Begriff, wieder eine gute Gewohnheit zu werden. Der Infekt ist – hoffentlich für den Rest des Winters – Geschichte. Oberschenkel und Hüfte sind weitgehend friedfertig. All das macht die Lauferei flüssiger und flotter und erlaubt es, von Woche zu Woche ein wenig mehr unterwegs zu sein. Laufend oder – wenn mal ein Schontag angesagt ist oder ergänzend – spazierengehend oder stöckchenwandernd. In der vergangenen Woche ließ es das Wetter tatsächlich zu, jeden Morgen zu Fuß zur Arbeit zu gehen und nachmittags wieder heim. Mitunter – man lese und staune – sogar im Sonnenschein!

Am Freitag die Krönung: Sieht die Welt auf dem Petrisberg gegen 9 Uhr morgens noch geradezu gespenstisch aus, bricht doch so langsam die Sonne durch die dichten Nebelwände.

Und mittags strahlt die Sonne dann aus allen Löchern. Gelegenheit für einen Doppelspaziergang zwischen Wiesen und Weinbergen. Erst allein mit einer langen Ruhepause auf meiner Lieblingsbank: Sich wärmen lassen von der Sonne, nachdenken, durchatmen.Gleich im Anschluss zur dritt mit Herrn und Frau Midlaufcrisis in edler Mission. Drei Müllsäcke voll Zigarettenschachteln, Sixpack-Hüllen, Silvesterböller-Resten, Dosen, Flaschen und sonstigem Müll sind der Ertrag einer ausgiebigen Runde, die uns teils über unsere Lieblingslaufstrecke führt. Die ist allerdings momentan so schlammig und wildschweinzerwühlt, dass das Laufen keine Freude wäre. Wir gönnen es den Wildschweinen. Den Schweinen, die den Müll hinterlassen haben, wünschen wir dagegen im Stillen alles Mögliche an den Hals. Uns bricht ganz sicher kein Zacken aus der Krone, wenn wir deren Dreck beseitigen. Aber ich würde mir wünschen, dass solche Aktionen nicht nötig sind! Zur Gewohnheit möchte ich sie wenigstens nicht werden lassen.

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Wird

Wie sieht’s aus an den verschiedenen Fronten? Nachdem wieder eine Woche rum ist, mal eine kleine Zwischenbilanz.

Wetter? Wird! Immer noch grau. Meistens. Aber vor allem der sonnige Montag der vergangenen Woche entschädigte für so manches. Fußweg von der Arbeit nach Hause, auf einer windgeschützten Bank die Sonne genießen, einfach genial. Nur die Überreste des Silvesterfeuerwerks neben der Bank waren ein absolutes Ärgernis. Merke: Beim nächsten Spaziergang Müllsack mitnehmen. Von selbst verschwindet der Plunder nicht – und seinen Verursachern (für die ich Bezeichnungen im Kopf habe, von denen meine gute Kinderstube es mir gebietet, sie hier nicht öffentlich kundzutun) geht er offensichtlich am Allerwertesten vorbei.

 

 

Sport? Wird! Die letzten Reste des Infekts sind raus aus dem Körper, der Puls verhält sich wieder normal und die Beine sind auch ein wenig bewegungsfreudiger. Hier und da zwickt und zwackt es noch in Hüfte und Oberschenkel. Das mag auch an der ungewohnt vielen Asphalt-Lauferei liegen, die wegen der völlig vermatschten Wege nötig ist. Bei einer Online-Rabattaktion habe ich jetzt für 17,99 ein Laufsofa der schlimmsten Sorte erstanden. Sehr stark gedämpft und mir eigentlich zu schwer. Aber momentan für meine Gräten bei längeren Dauerläufen genau richtig. Und ja, man sollte im Web keine Schuhe kaufen, sondern sie im Laden anprobieren! Aber bei dem Kampfpreis habe ich beschlossen, dass ich auch mal eine Ausnahme machen darf, zumal es um ein Dämpfungsmonster ging, das ich nur so kurz und selten wie möglich tragen will. Wenn ich festgestellt hätte, dass die Schlappen zum Laufen nicht taugen, hätte ich sie verschenkt oder nur zum Spazierengehen getragen.

Arbeit? Wird. Aber nur langsam und mit viel Energieeinsatz. Bis mindestens Ende März werde ich weiterhin in Teilzeit arbeiten, schneller werde ich einfach nicht wieder vollkommen fit. Nach einem halben Jahr in ein Institut zurückzukommen, in dem gerade fast alles auf dem Prüfstand steht und sich verändert, hilft nicht eben dabei, erst einmal in Ruhe wieder in einen Arbeits- und Lebensrhythmus zu finden. Ich fürchte, dieser Bereich wird auch noch länger eine Baustelle bleiben. Aber alles auf einmal wieder ins Lot zu kriegen wäre wohl auch zu viel des Guten.

Hallenmikado

In diesem „Winter“ denke ich manchmal, ich brauche ein neues Hobby. Hallenmikado zum Beispiel. Oder Gobelinstickerei. Oder ich baue ein Modell des römischen Trier aus gut abgelagerten Kaminstreichhölzern.20180118_Panorama

Hauptsache, ich finde was, das ich im trockenen Wohnzimmer praktizieren kann. Gerade hab‘ ich ziemlich die Schn### voll: Der Dauerregen hat dazu geführt, dass sämtliche Wald- und Feldwegstrecken nicht mehr richtig belaufbar sind, so dass nur Asphalt bleibt. Hinzu kommt: Hüfte und Oberschenkel zicken noch immer. Dabei musste ich eine Woche lang wegen fiebriger Erkältung die Sportsachen eh im Schrank lassen. Und der Wiedereinstieg in den Job verläuft auch kompliziert und kostet noch viel mehr körperliche und vor allem psychische Kraft, als ich erwartet hätte.

20180118_Wasserturm

Aber was hilft das Jammern? Das Positive sehen und von Tag zu Tag denken heißt die Devise. Von Tag zu Tag wird es zum Beispiel schon spürbar heller. Und manchmal gab es in den vergangenen Wochen ja doch ein Stündchen Sonne oder zwei bis drei. Da ich noch bis mindestens Ende März nur Teilzeit arbeite, kann ich mir diese Sonnenstunden meist freihalten und sie zum Draußensein nutzen. So von wegen Vitamin D tanken und so.

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Nicht zuletzt: Wenn die Tage wieder länger und hoffentlich auch trockener werden, bringt nicht nur das Laufen mehr Spaß. Auch mein neues Spielzeug kann dann endlich etwas ausgiebiger ausgeführt werden. Die wenigen kurzen Proberündchen, die bisher möglich waren, haben auf jeden Fall Appetit auf mehr gemacht. Und ganz ehrlich: Hallenmikado ist echt keine Option!

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Alltag

Ab morgen geht es schritt- bzw. stundenweise zurück in den (Arbeits-)Alltag. Einen Alltag, in den auf jeden Fall der Sport gehört, auch wenn mir die Hüfte momentan einen Strich durch die Rechnung macht und ich mir mal ein paar Tage ohne Laufen, mit wenig Radfahren und dafür Dehnen und Blackroll „gönnen“ muss. Aber das wird schon wieder.

2018-01-14_Schneegloeckchen„Muss“ auch, wenn ich, wie ich mir das momentan wünsche und zum Ziel gesetzt habe, im Mai mal wieder einen „offiziellen“ Halbmarathon laufen will. Bis dahin ist ja zum Glück noch viel Zeit. Ich hoffe nur, dass der Winter, der uns bislang ja fast komplett verschont hat, keine ganz fiese Spätzündung hinlegt.

2018-01-14_WinterlingOk, eigentlich hat er alles Recht der Welt dazu. Aber auch wenn mir Kälte beim Laufen nur bedingt was ausmacht: Auf dem Rad ist sie widerlich. Und Glätte ist sowieso die Pest, egal bei welcher Fortbewegungsart. Ich meckere nicht, wohlgemerkt, ich stelle nur fest. 😉 Und wer wie ich einmal die kleinen, zarten und Hoffnung spendenden Spuren des Frühlings gesehen hat, der möchte sie nicht durch zweistellige Minusgrade schockgefrostet wissen.

2018-01-14_Hasel

„Wenn Sie sich an die Natur halten, an das Einfache in ihr, an das Kleine, das kaum einer sieht, und das so unversehens zum Großen und Unermesslichen werden kann; wenn Sie diese Liebe haben zu dem Geringen und ganz schlicht als ein Dienender das Vertrauen dessen zu gewinnen suchen, was arm scheint: dann wird Ihnen alles leichter, einheitlicher und irgendwie versöhnender werden, nicht im Verstande vielleicht, der staunend zurückbleibt, aber in Ihrem innersten Bewusstsein, Wach-Sein und Wissen. …

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… und ich möchte Sie, so gut ich es kann, bitten, lieber Herr, Geduld zu haben gegen alles Ungelöste in Ihrem Herzen und zu versuchen, die Fragen selbst liebzuhaben wie verschlossene Stuben und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind. Forschen Sie jetzt nicht nach den Antworten, die Ihnen nicht gegeben werden können, weil Sie sie nicht leben könnten. Und es handelt sich darum, alles zu leben. Leben Sie jetzt die Fragen. Vielleicht leben Sie dann allmählich, ohne es zu merken, eines fernen Tages in die Antwort hinein.“

Rainer Maria Rilke (1903, aus einem Brief an Franz Xaver Kappus)

2018-01-14_Gaensebluemchen

Sirup

Zäh startet das Jahr, zäh geht es voran mit dem Wieder-fit-Werden. Ein Gefühl wie in einem riesigen Sirupfass zu stecken – kaum hast du einen Arm befreit, zieht das Zeugs das Bein auf der Gegenseite wieder runter. Und zusätzlich taucht eine dichte Nebelwand auf und legt sich um den Kopf. Wenn wenigstens die äußeren Bedingungen unterstützender wären. Aber dieses ewige Dauergrau am Himmel schlägt auf’s Gemüt und den Antrieb!

Ganz einfach ist das mit dem „Think pink“ daher nicht. Aber es gibt ja Lichtblicke: Begegnungen mit lieben Freunden und Bekannten, wie neulich beim Silvesterlauf, den Herr Midlaufcrisis aka Rainer und das Tridreamteam Karina und Helge schon in Wort und Bild blogmäßig verwurstet haben. Gemütliche vier Wände, in die ich mich mit einem Stapel guter Bücher zurückziehen kann. Neuerdings habe ich Thai-Massagen für mich entdeckt und gönne mir alle paar Wochen mal eine. Ein herrliches Gefühl und wohltuend für die immer noch zickende Hüfte und den Piriformis. Und auch sonst fällt mir noch manch angenehmes und hilfreiches Dies und Das ein.

Mitte des Monats kann ich nach fast halbjähriger Pause endlich wieder arbeiten gehen. Erstmal nur stunden- und versuchsweise, aber immerhin ist es ein Anfang. Dem wohnt bekanntlich ein Zauber inne. Damit dieser Zauber aber kein fauler ist, muss er in eine dauerhaft veränderte Haltung zum Beruf und teilweise auch in eine Veränderung der Aufgaben übergehen. Allein das wird noch harte Arbeit gegen alte innere und äußere Muster und Strukturen. Die sind zäh – womit wir wieder beim Thema „Sirup“ wären und bei der Frage, wie man das Zeugs so verdünnen kann, dass man leichter wieder in Bewegung kommt.

Die Antwort lautet – natürlich, wie könnte es auf diesem Blog anders sein – „Ausdauersport“! Ich hab’s im Oktober noch einmal mit Fitnessstudio versucht, wenigstens als Ergänzung. Nun gut. Wenn es draußen ganz schaurig und dunkel ist und ich nicht schon wieder laufen sollte und nicht radeln mag, setze ich mich auch mal 45 Minuten auf meinen schwarzblauen Blitz, der auf dem Rollentrainer eingespant ist, und lasse die Beine fliegen. Alles ganz nett. Und viel, viel besser als nichts. Aber eben nicht das Wahre. Nur die zweitbeste Lösung.

Die beste Lösung ist ganz simpel: Raus! Auf die Suche gehen nach Sonne, Sturm und Regen. Nach dem Geruch von Holzfeuer im Winter, von den ersten Blüten im Frühjahr, von frisch gemähtem Gras im Sommer und von Laub im Herbst. Dabei auch mal frieren, schwitzen, über nasse Füße fluchen, kalte Finger, Schweiß in den Augen und schneidenden Wind im Gesicht, über nicht angeleinte Hunde oder unaufmerksame radelnde oder autofahrende Zeitgenossen – kurzum: Dabei alle Widrigkeiten und natürlich erst recht die wunderbaren Dinge erleben, die den Sport im Freien so „besonders“ machen.

Auch wenn ich mich damit gegenüber dem letzten Blogbeitrag wiederhole: Zumindest ich brauch diese Verbindung zur Natur, um eins zu werden mit mir! Nichts auf der Welt ersetzt mir momentan dieses Grinsen, das auf’s Gesicht getackert ist, wenn ich mich nach hartem innerem Ringen „wenigstens für eine halbe Stunde“ in die Lauf- oder Radklamotten gequält habe und dann nach ein, zwei Stunden schlammbespritzt und verschwitzt, aber innerlich gelöst und unendlich zufrieden wieder vor der Haustür lande. Da ist der Sirup – wenigstens für ein paar Stunden – nur noch dünnes Zuckerwasser, in dem sich auf das Angenehmste baden lässt.

Mich mit Gymnastikmatte und einem Satz Kurzhanteln auf den Balkon zu bemühen hätte irgendwie nicht den gleichen Effekt … 😉 Trotzdem gehört das (Matte plus Hanteln, nicht unbedingt der Balkon 😎 ) irgendwie auch dazu. Aber das ist eine Geschichte, die ein andermal erzählt werden soll. Ebenso wie die vom funkelnagelneuen Spielzeug, das im Arbeitszimmer steht und darauf wartet ausprobiert zu werden. 😎

 

Just another year …

… und doch ein Jahr wie kein anderes. Momentan zahle ich den Preis für all die vergangenen Jahre, in denen ich über meine Kräfte gelebt habe. Ich hätte nicht erwartet, dass dieser Preis so hoch ist und ich so lange abzuzahlen habe. Aber so ist es nun einmal. Es wird noch dauern, bis wieder komplette Normalität einkehrt – und die wird in Teilen eine andere sein als früher.

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Laufen und generell Sport werden weiter als wichtige Bausteine dazugehören. Was mit dem Bloggen wird, muss sich zeigen. Wirklich Lust auf regelmäßiges Schreiben habe ich derzeit nicht, wie ich überhaupt nicht viel Zeit in elektronische Aktivitäten und die virtuelle Dokumentation meines realen Lebens stecken mag. Also läuft der bebilderte Plaudermodus vorerst weiter auf Sparflamme. Es gibt heute nur – liebgewonnenes Ritual – einen sportlichen Jahresrückblick und eine Vorschau auf das, was 2018 kommen soll.

20171208_132105Läuferisch werden es wohl annähernd 1.600 km sein, die bis zum 31.12.2017 zusammenkommen. Ähnlich viele bzw. wenige km sind es auf dem Rad (da ich dabei nicht immer die Uhr mitlaufen lasse, weiß ich das nicht so genau). Ein wenig Alternativsport mit Aquajoggen und Schwimmen war auch dabei, aber nicht so viel, wie gut für mich wäre. Momentan geben mir Piriformis und unterer Rücken deutlich zu verstehen, dass mehr Gymnastik und Kräftigungsübungen ganz nach oben auf die sportbezogene To do-Liste gehören.

Was sich beim Laufen im vergangenen Jahr bewährt hat, sind die komplette Planlosigkeit und damit verbunden relativ geringe Trainingsumfänge von selten mehr als 35 km pro Woche. Die meisten Trainingspläne sehen ja mehr Kilometer vor. Aber mit diesem „Mehr“ habe ich mich (unabhängig vom Tempo der Läufe!) in der Vergangenheit immer wieder in Verletzungen reinmanövriert. Mit den reduzierten Umfängen dagegen bleibe ich ziemlich kontinuierlich verletzungsfrei. Und ich war 2017 auf den gelaufenen Wettkampfdistanzen von 5, 10 und 15 km schneller denn je. Ist mir nicht wirklich wichtig. Nur ein hübscher Nebeneffekt, der auch ein bisschen stolz macht.

Ich gestehe: Ein wenig beneide ich diejenigen, die 60, 70 und mehr km Laufgenuss pro Woche erleben können. Für meine Orthopädie scheint das nichts zu sein, auch wenn ich hoffe, mit disziplinierterer Gymnastik die Umfangs-Stellschraube ein wenig höher drehen zu können. Naja, und die Gewichtsschraube muss ich wieder ein wenig nach unten drehen … nach den Feiertagen! 😉

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Trotzdem: Besonders „ambitioniert“ werde ich das Laufen auch 2018 nicht betreiben. Es ist für mich ein wunderbarer Ausgleich zum Alltag. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Herausforderungen suche und finde ich in anderen Bereichen. Auch mit meinem Schmalspurtraining wird es aber hoffentlich zu einem oder zwei Halbmarathons reichen. Einfach weil ich Lust habe, mal wieder bei einem größeren Stadtlauf mitzumachen. Und weil ich das beim voll gelaufenen Halbmarathon eingeschlagene Tempo gern mag. Ansonsten will ich nach je Lust und Laune an ein paar Volksläufen mit und ohne Zeitnahme in der Region teilnehmen. Und voraussichtlich im Juni mit ein paar virtuellen Lauffreunden ein etwas größeres Abenteuer angehen. Das allerdings extrem entspannt und vor allem um der Geselligkeit und nicht der Leistung willen. Nun ja, und der Hospizlauf im Juli ist ja fast schon „Pflichtprogramm“.

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Vor allem aber will ich „einfach so rumlaufen“. In der Natur sein, auf „meinen“ Strecken im Wald, in den Weinbergen, auf den Höhen und an der Mosel. Mir Wind und Regen um die Nase wehen und das Hirn freipusten lassen. In der Sommerhitze vor Schweiß triefen, in der schneidenden Winterkälte das schützende Tuch ein wenig fester vor’s Gesicht ziehen. Asphalt, Waldwege, Wiesenboden, Schotter, Schlamm und Schnee unter den Schuhsohlen spüren. In den leuchtenden Sonnenaufgang hineinlaufen und die Sonne beim Feierabendläufchen hinter den Moselbergen versinken sehen. Dankbar dafür, dass ich all das erleben darf. Und voll Hoffnung, dass das noch lange so sein möge.

In diesem Sinne: Habt wunderbare friedliche Weihnachtstage und kommt gut und gesund ins neue Jahr 2018! Wir lesen uns … wann auch immer!

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Prioritäten

Fast könnte man beim Lesen meiner letzten Blogposts den Eindruck gewinnen, ich liefe nur noch bei Veranstaltungen mit oder ohne Wettkampfcharakter – oder nur die seien mir wichtig genug, um über sie zu bloggen.

Weit gefehlt! Die kleinen Läufe im Alltag sind’s, die mir etwas bedeuten. Die Pausen am Pfahlweiher, der so ruhig und unberührt mitten im Wald liegt. Die Radrunden an der Mosel (z.B. nach Traben-Trarbach, wo ich in einen Festumzug gerate) und Saar (mit Pause im Philosophischen Friedhofsgarten in Kanzem). Die Besuche im Garten, durch den ich bald mit der Machete Schneisen schlagen muss, wenn ich noch ins Gewächshaus an die reifen Tomaten will. All das passt „irgendwie“ in mein Leben, tut gut, gibt mir Energie, hilft klären, ordnen, Abstand gewinnen.

Nur mag ich im Moment nicht viel darüber schreiben. Wer anderweitig mit mir im Kontakt ist, der versteht vielleicht auch warum. Die Beiträge hier werden vorübergehend eher noch weniger werden. Denn zwar bedeutet mir die Bloggerei sehr viel, aber, wie Oprah Winfrey so schön sagte, „You can have it all. You just can’t have it all at once.“ Es gibt eben manches, das momentan auf der Prioritätenliste weiter oben steht. Die Zeit zum regelmäßigeren Bloggen wird wieder kommen. Irgendwann.