Weinbergschneckes Blog

Aus dem Leben einer laufenden Weinbergschnecke


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5. Akt: KA – k.A. – Kaaaaalt!

Irgendwie werden “Der TV bewegt” und ich nicht so richtig warm miteinander. Schuld ist zum einen der Job, der dem gemeinsamen Training in die Quere kommt. Vergangene Woche gab’s an Stelle des 4. Akts, „Turnstunde“, eine fiese Post-Tagungs-Kopfschmerzattacke, die ich in der Horizontalen auskurieren musste.

Schuld ist zum anderen das Wetter. Es ist einfach nur kaaalt! 7 Grad, Hagel, Regenschauer – da kostet es Überwindung, das Rad aus dem Keller zu holen und die 6 Kilometer bis zum Waldstadion zu strampeln.

Egal, geschwänzt wird nicht – schließlich steht „KA“ auf dem Programm. „Kraftausdauer“. Konkret: Treppenlaufen. Und Treppenlaufen mag ich! Wie ich in einem früheren Blogbeitrag erwähnte: Es ist nicht nur gut für die Kondition, sondern macht – angeblich! – auch einen schönen A###! Nicht dass ich mich ganz der Illusion hingäbe, dass da allzu viel zu retten wäre … es ist nur ein zarter Hauch von Hoffnung, der mich anweht.

Bevor wir aber nach einer lockeren Aufwärmrunde die Treppe rauf laufen dürfen, wird sie hinauf gehüpft. Beidbeinig von Stufe zu Stufe. Wer kann und will, hüpft im zweiten und dritten Durchgang einbeinig. Ich kann nicht. Ich will auch nicht. Ich kann ja kaum beidbeinig. Wieso? Keine Ahnung – k.A.! Koordination ist einfach nicht meins, bei mangelnder Konzentration geht dann gar nichts mehr. Da hilft nur eins: Üben! Irgendwie muss meinem Gehirn und meinen Gräten ja beizubringen sein, was sie tun sollen. ;-)

Dann Treppenlaufen. Viermal die halbe Treppe flott rauf und gehend wieder runter. Im Anschluss viermal wieder die halbe Treppe – und wer will, wetzt auch noch die zweite Hälfte rauf. Alle wollen. Nur können nicht alle. Das führt bei den ersten zwei Durchgängen dazu, dass ein Stau entsteht, weil manch einer vor den letzten Stufen kapitulieren muss. „Cheffe“ Michi kommt zum Ordnen – die letzten zwei Durchgänge klappen erheblich besser. Und Holger vom TV hat sichtlich Spaß daran, unseren Aufstieg fotografisch festzuhalten – obwohl er nur gemütlich in der Gegend herumsteht, während wir uns austoben dürfen! ;-)

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Nicht dass sich jemand über den Sonnenschein wundert: Das Bild ist nicht von heute. ;-)

Am Ende der kurzen, aber fordernden Einheit wird nicht gedehnt. Das wäre zu riskant für die beanspruchte Muskulatur. Aber Auslaufen ist natürlich Pflicht. Die Empfehlung, dazu ins Waldstadion zu gehen, entpuppt sich quasi als Einladung zu einer Schwimmeinheit – an einigen Stellen steht die Aschenbahn in ihrer ganzen Breite unter Wasser. Und beim Ausweichen auf den Rasen trete ich in Pfützen, die ich im dichten Gras nicht rechtzeitig sehe. Bäääh! Es geht zwar gerade so ohne Neo, aber meine GoreTex-Schuhe vermisse ich schon! ;-)

Feierabend! Ich hätte ja gern noch auf die designierten Halbmarathonis gewartet und Rainer persönlich Toitoitoi für seine Ultra-Premiere seinen Marathon am Sonntag gewünscht, aber es ist einfach zu kalt. Nix wie weg! Shirt wechseln, Regenhose über die 3/4-Tight, Jacke an. Dummerweise habe ich die dünne Mütze, die ich sonst unterm Helm trage, und die Handschuhe daheim gelassen. Wer ahnt schon, dass man Ende Mai auf dem Rad Winterklamotten brauchen könnte? Ich friere mir die Flossen ab, bis ich zuhause bin. 10 Minuten heiße Dusche, hinterher Wärmflasche und Wolldecke, dazu eine Extraportion Vitamin C+Zink. Wenn das mal gut geht … :roll:


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Wie ‘ne Wildsau

Ja, es hat heftig geregnet an diesem Pfingstwochenende.  2013-05-21_Matsch04Ja, die Wege sind aufgeweicht! Und wo die Reiter vom Trimmelter Hof unterwegs waren, matscht es noch mehr.2013-05-21_Matsch03Ja, wo dann noch MTB-Fahrer entlang gesaust sind, gibt das eine heftige Schlammschlacht.2013-05-21_Matsch02Insgesamt eine Stunde Fahrtspiel im hügeligen Gelände rund um die Uni, zwischendrin Technikübungen. Dreckspritzer bis hoch an die Oberschenkel. Ich sah aus wie ‘ne Wildsau. Spaß hat’s gemacht! Und endlich lohnt das Waschen der Laufklamotten sich mal richtig! :-) 2013-05-21_Matsch01


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Maihochwasser

Ein Sprichwort besagt: „In Trier läuten entweder die Glocken oder es regnet!“. An diesem Pfingstmontag gegen neun Uhr läuten die Glocken. Ziemlich ausgiebig. Aber noch ausgiebiger hat es geregnet. Gestern Nachmittag ging es los, erst langsam, dann heftig. Sehr schade und sehr ärgerlich für die Veranstalter von „Saarpedal“, dem autofreien Sonntag an der Saar. Ebenso frustrierend für unseren Kleingartenverein, dem bei diesem Sauwetter die Pfingstfestgäste wegblieben. Meinem Kuchen half das nichts, der wurde trotzdem gegessen … ;-) 2013-05-20_Maihochwasser01Zurück zum Montagmorgen. Als die Glocken läuten, regnet es nicht. Immerhin: Ungefähr 10 Minuten, vielleicht auch eine Viertelstunde oder 20 Minuten ist es trocken. Ich habe kein Zeitgefühl. Ich trotte einfach so durch das triefnasse Grün vor mich hin. Unter tief hängenden Sträuchern hindurch, die eine Ladung Wasser über mich ergießen. Vorbei an Teppichen aus Wilder Möhre. Und durch Pfützen. Besser: Um sie herum. Der Moselradweg hat sich in eine Seenplatte verwandelt und ich will nicht schon nach 5 Kilometern patschnasse Füße haben.2013-05-20_Maihochwasser02

Den Pilgern auf dem Weg nach St. Matthias gingen ihre frommen Lieder auch schon fröhlicher über die Lippen. Und die Radfahrer sind wahrlich nicht zu beneiden in dem Geniesel, das allmählich in ergiebigen Landregen übergeht. Dagegen sind wir Läufer gut bedient. So etwa eine Stunde hält die Regenjacke dicht. In dieser Zeit wird es nur von innen zunehmend nasser, weil sich die Atmungsaktivität der angeblich atmungsaktiven Jacke doch sehr in Grenzen hält. Und es tropft etwas melancholisch vom Mützenschirm vor dem Auge vorbei.2013-05-20_Maihochwasser03Doch, es hat SEHR geregnet in der Nacht. Einmal muss ich auf einen Grünstreifen ausweichen, weil der Weg unter Wasser steht. Dann laufe ich sozusagen mitten durch die Mosel, weil der Fluss überschwappt. Am Ratio ist „Schluss mit lustig“. Drei bis vier Zentimeter hoch „O Mosella“ auf einer Strecke von 20, 30 Metern – Maihochwasser, nein danke! 2013-05-20_Maihochwasser11Ich weiche auf den Hotelparkplatz aus und trabe unter der Autobahn durch zum Nells Park.2013-05-20_Maihochwasser072013-05-20_Maihochwasser09Für die Rosenblüte ist es natürlich noch zu früh. Aber ein paar Runden auf den sauberen Wegen durch den Rosengarten und um die Teichanlage mit ihrem Entenhäuschen de luxe gönne ich mir.2013-05-20_Maihochwasser042013-05-20_Maihochwasser052013-05-20_Maihochwasser06Als ich den Park verlasse, steht gerade der Linienbus abfahrbereit. Etwa 10 km hab ich schon in den Beinen. „Das reicht doch für heute!“, säuselt der Schweineelch mir sanft ins Ohr. Zum Glück hat er das Ohr erwischt, auf dem ich taub bin.2013-05-20_Maihochwasser10Also zurück an die Mosel. Im immer intensiver werdenden Regen. Und mit immer schwerer werdenden Beinen. Bin halt nichts Gutes mehr gewöhnt. Und langsam hält auch die Jacke nicht mehr dicht. Egal, ein Fotostopp an einem meiner Lieblingsplätze mit Blick auf die roten Felsen von Pallien muss sein.2013-05-20_Maihochwasser122013-05-20_Maihochwasser132013-05-20_Maihochwasser14Die letzten Kilometer ziehen sich etwas. Um aus dem Schlurfschritt zu kommen, baue ich noch drei, vier Steigerungen ein – das treibt kurz den Puls hoch und macht die schweren Beine wieder lockerer. Noch zwei Kilometer, zwischendurch Brötchen einsacken.2013-05-20_Maihochwasser08Zuhause gründlich dehnen – vor allem die Oberschenkelrückseiten zeigen sehr eindringlich ihre Empörung über die Zumutung, auf einmal 18 km laufen zu sollen. Aber da müssen sie durch! Und der Mango-Bananen-Kiwi-Shake mit Vanille-Eiweißpulver sieht zwar nicht so spektakulär aus wie der Brombeer-Bananen-Shake vom Samstag, füllt aber die Speicher schnell wieder auf und ist auch geschmacklich auch nicht zu verachten. 8-) 2013-05-20_Maihochwasser15

P.S.: Ich vergaß zu erwähnen (der Regen wusch die Gedanken wohl fort): In virtueller Begleitung war ich unterwegs, im Parallelschwung mit Margitta, die etwa zeitgleich an der Ostsee startete und mit mir durch den Maimorgen lief. So wurde der gemeinsame Lauf wohl für uns beide länger als geplant … nur ich wurde nasser! :-)


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Ganzkörper-Workout

Radtouren kreuz und quer durch die Stadt zu Gärtnereien, durch Baumärkte und Gartencenter. Dann in den Garten: Salat, Porree, Tomaten, Kürbisse und Zucchini pflanzen. Rasen mähen. Unkraut jäten. Kompost umschichten. Einkaufen für’s verlängerte Wochenende.2013-05-18_GrünerTiergarten04Abends um halb acht ist endlich zumindest das Wichtigste erledigt. Und ich bin k.o.    2013-05-18_GrünerTiergarten06 2013-05-18_GrünerTiergarten07 Eine kleine Laufrunde gibt es trotzdem noch – schließlich ist heute vermutlich der einzig sonnige Tag des Pfingstwochenendes. Und ein wenig Beine-Ausschütteln kann ja nie schaden.2013-05-18_GrünerTiergarten03

Fast ist es noch zu warm. Vor allem aber ist es nass und weich von unten. Durch den Schlamm der Pfade im Tiergartental wühle ich mich, zwei- oder dreimal bleibt der Schuh kurz stecken.2013-05-18_GrünerTiergarten02Verschwenderisch wuchert das üppige Maigrün, der blühende Ginster setzt gelbe Akzente auf den Hängen.2013-05-18_GrünerTiergarten05Nur ein gutes halbes Stündchen, das muss reichen nach dem Ganzkörper-Garten-und-Radel-Workout des Tages. Und hinterher füllt ein Bananen-Brombeer-Milchshake die leeren Speicher wieder auf. Pfrohe Pfingsten allerseits! ;-)

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Gehetzt und schlampig

Gehetzte 20 Minuten gerannt. Statt noch 15-20 Minuten draufzupacken, brav, aber doch etwas schlampig die Lauf-ABC-, Laufkraft-, Koordinations- und Dehnübungen in und um dieses mickerige 3 km-Laufprogramm verteilt. :roll:

Was soll ich machen? Gestern Dienstreise mit 5 Stunden Busfahrt drumrum, heute Dienstreise mit Abendprogramm, morgen Dienstreise mit frühem Sitzungsbeginn … und irgendwann muss die Frau auch mal schlafen. Doch, ich liebe meinen Job. Manchmal … ;-)


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Laufen und …

Wenn Laufblogger von überall her auf Trierer Laufblogger treffen, ist Sightseeing natürlich „Pflicht“. Einzeln oder im Rudel geht’s am Freitag kreuz und quer durch die Stadt: Kaiserthermen, Konstantin-Basilika, Dom und Liebfrauen, die Porta mit den „Marxelmännchen“, Rumschippern auf der Mosel. Nur Frau Weinbergschnecke sitzt im Büro. :roll:

2013-05-11_Treffen032013-05-09_Treffen012013-05-09_Treffen03Das Amphitheater erkunden wir am Spätnachmittag aber alle gemeinsam: Erlebnisführung mit dem Gladiator Valerius. Voller Spielfreude und mit beeindruckendem Körper- und Stimmeinsatz führt der junge Schauspieler uns durch die mit Fackeln beleuchteten Gänge unter der Arena und über die Ränge. Seine Erzählungen vom Leben der Gladiatoren und von den Spielen, die vor 1900 Jahren dort im Theater aufgeführt wurden, ziehen alle Zuschauer in ihren Bann. 2013-05-09_Treffen05Durchgefroren geht’s hinterher ins Weingut von Nell zum Aufwärmen, leckeren Essen und ausgiebigen Klönschnack – ohne Pia und Martin, dafür aber mit Gerd und Volker, die inzwischen auch den Weg zu uns gefunden haben. Eine Führung durch den Weinkeller rundet den gelungenen Abend ab.2013-05-09_Treffen072013-05-09_Treffen06Heute vormittag wird dann der zweite gemeinsame Lauf in großer Runde gerannt – wer saufen kann, der kann schließlich auch laufen. Treffpunkt am Sportplatz in Olewig, in kompletter Runde mit Doris, Gerd, Pia und Martin, Rainer, Christian und Volker, ergänzt durch drei Lauffreunde aus Rainers Olewiger Lauftreff. Kreuz und quer durch die Weinberge und über die Trails am Petrisberg. Viele Zwischenstopps zum Quasseln und Fotos machen.2013-05-11_Treffen062013-05-11_Treffen042013-05-11_Treffen022013-05-11_Treffen012013-05-11_Treffen072013-05-11_Treffen08Auf dem Uni-Campus trennen sich die Wege: Rainer und Christian laufen mit Christoph und einem weiteren Olewiger Lauffreund weiter über die Höhen – für sie gibt es einen richtig langen Lauf. Wir anderen landen nach etwa 12 Kilometern mit 200 HM wieder wohlbehalten und gut gelaunt am Sportplatz. Auch unsere beiden Fußkranken, Martin und Volker, sind heil und ohne größere Probleme durchgekommen – das ist ja fast noch das Wichtigste.2013-05-11_Treffen102013-05-11_Treffen112013-05-11_Treffen09Jetzt erst einmal die Füße hochlegen – dann wird so langsam der Grill angeheizt … wer laufen kann, kann ja auch … ;-)


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3. Akt: Asche fressen

Den abwechslungsreichen 2. Akt, „Wir lernen das ABC“ und “Wir laufen am Limit”, hab ich in der vergangenen Woche verpasst. „In vollen Zügen“ war eindeutig schlechter. Von Mannheim nach Trier in knapp 5 Stunden – dieses unsägliche Alternativprogramm wird an Zähigkeit nicht einmal von einer Wagner-Oper übertroffen.

Zum 3. Akt von „Der TV bewegt“ bin ich wieder dabei. Gerade mal so eben, denn der Arbeitstag war etwas länglich. Mit dem Rad heimkommen, Banane rein, Wasser rein, Sportklamotten an und wieder per Rad die gut 20 Minuten zum Waldstadion gehetzt, zwischendurch den Drahtesel für das kurze Stück treppauf geschultert. Von oben bleibt es trocken, aber dank der hohen Luftfeuchtigkeit fühle ich mich schon bei der Ankunft auf dem Parkplatz wie frisch geduscht.

Eine große Truppe sind wir heute. Weil Daniel kurzfristig erkrankt ist, betreut Michi neben den 10 km-LäuferInnen auch die AnfängerInnen. Mit der Herde von knapp 40 Schäfchen geht’s ab ins Stadion. Auch Rainer ist mit dabei, als Achillessehnen-Risikopatient zieht er unser flaches Tempolauf-Programm den Bergläufen vor, die Jens mit seiner Gruppe geplant hat. Schön, so haben wir noch ein wenig Zeit zum Quasseln und für letzte Planungen des Blogger-Treffens.

Locker einlaufen mit Rainer und Olli, dann im großen Kreis auf dem Rasen ein paar neue Kräftigungs- und Koordinationsübungen. Und jetzt wird’s ernst: Tempo bolzen, Asche fressen! 8 bis 10 mal 3 Minuten schnell, 1 Minute Pause dazwischen. Immer schön im Kreis rum auf der Bahn, die vom Regen etwas angematscht ist, aber auf der es sich trotzdem (oder gerade deshalb?) angenehm läuft.

Preisfrage: Wie schnell ist heute schnell? Bereits beim ersten Intervall sagen mir Pulser und Körpergefühl, dass „schnell“ heute „nicht so schnell“ bedeuten muss, wenn ich nicht nach den ersten drei Blöcken kapitulieren will. Es fällt mir schwer, ein richtiges Tempo zu finden, weil ich so eine Einheit noch nie gelaufen bin. Normalerweise – wenn ich überhaupt mal Tempotraining mache – renne ich schnelle Intervalle mit längeren Pausen oder zügige Dauerläufe ohne Pause. Aber nicht sowas.Laufen 08.05.2013Eins, zwei, drei, vier, fünf – jedesmal sehne ich den Pfiff herbei, der das Ende des schnellen Abschnitts signalisiert. Ich würde ja gern mit einer Gruppe laufen, dann würde es vermutlich leichter gehen. Aber die vier KollegInnen vor mir sind ein paar Sekunden zu schnell und hinter mir passt das Tempo auch nicht richtig. Also renn-trabe ich so vor mich hin und lasse mich immer wieder von Rainer überrunden – zum Glück ist die Bahn nicht trocken, sonst würde ich wohl bei jeder Überrundung in einer Staubwolke verschwinden. ;-)

Nach sechs schnellen Abschnitten mache ich aus der Trabpause jeweils eine Gehpause, um den Puls deutlicher runterzubekommen. Sieben, acht. Den achten Abschnitt noch einmal richtig zügig. Mit diesem Pflichtprogramm ist es heute gut. Genug Asche gefressen – Nummer 9 und 10 spare ich mir. Ich kann mich damit entschuldigen, dass ich seit Freitag jeden Tag „auf den Beinen war”, zwar nicht immer laufend, aber radelnd oder marschierend. Nun will ich aber morgen und am Samstag für unseren LäuferInnenbesuch fit sein. Außerdem ist die Rennerei im roten Rund bei der Schwüle doch etwas mühselig – wer will schon einen Kreislaufkollaps riskieren. 8-)


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500 Karlchen

500 Karlchen stehen rund um die Porta. Und fast jeder meckert drüber. Die CDU meckert, weil Karlchen ein Linker ist. Und weil ein anderer Linker, nämlich der Herr Gysi, öffentlich über die 500 Karlchen reden durfte. Dabei sollte die CDU eigentlich gar nicht meckern, denn 125 Karlchen sind ausgerechnet in CDU-Orange eingefärbt. 2013-05-04_Ruwer-Riesling-Lauf 009Die linksorientierte Presse meckert auch. Von „Vergartenzwergung“  („Spiegel“) der kommunistischen Ikone, von einem „Verschnitt aus Gartenzwerg und Hummel-Figur“ („Trierischer Volksfreund“) ist die Rede. 2013-05-05_Karlchen04Ich meckere ebenfalls. Ich hab mir irgendwie was Imposanteres vorgestellt: Eine Art Terrakotta-Armee aus Streitern für Menschenrechte. Systematisch aufgestellt und durch ihre schiere Menge ein beeindruckendes Symbol für die Macht der Arbeiterklasse. Jedenfalls rechnete ich nicht mit 500 zottelbärtigen Plastikschraten in napoleonischer Pose, die von jedermann in beliebiger Anordnung neu drapiert werden dürfen. 2013-05-05_Karlchen02Der Künstler wollte ja angeblich gar kein Kunstwerk schaffen. Das interessiere ihn „null“, ließ er verlauten. Er wolle nur zum Nachdenken anregen. Nachdenklich macht aber eine Horde knallroter Schrumpfgermanen beim besten Willen nicht. Sie wirkt eher, als würde einer der billigen Souvenirshops rund um die Porta versuchen, seine Ladenhüter unters Volk zu bringen. Oder sollte man das chaotische Rumgeschiebe der Figuren als treffenden Hinweis darauf interpretieren, dass Marx’ Lehren damals wie heute von jedem Dahergelaufenen beliebig fehlgedeutet und für eigene Zwecke instrumentalisiert wurden?2013-05-05_Karlchen01Fünf Karlchen konnten bereits dem wirren Treiben entkommen – trotz dichter Bewachung durch den Sicherheitsdienst. Natürlich halte ich nichts von solchen illegalen Aktivitäten. Nichtsdestotrotz denkt das kleine Teufelchen in mir: Vielleicht könnte eine wohl organisierte Massenflucht den „starken Arm des Proletariats“ viel überzeugender dokumentieren als ein so plattes Touristenspektakel „von der Stange“ es jemals könnte?! Free Karlchen! ;-)   *2013-05-05_Karlchen03Ach ja: Gelaufen bin ich heute abend nach der Arbeit auch noch. Anstrengend war’s. Die Technikübungen kosteten VIEL Selbstüberwindung. Außerdem waren die 34 Radkilometer an der Mosel und die 6 Marschkilometer zum und vom Büro gestern wohl etwas zu viel der aktiven Regeneration. Aber wer kann schon diesem Sonnenschein widerstehen?

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* Für Menschen, die das geschriebene Wort allzu wörtlich nehmen: Bei diesem Teil des Beitrags handelt es sich um den Versuch einer satirischen Betrachtung und nicht um einen Aufruf zum Diebstahl von Kunstobjekten. Ich klaue weder überdimensionale Leibniz-Kekse noch vermickerte Plastik-Marx-Figuren und  ich heiße den Klau solcher Objekte auch nicht gut. Also: Finger weg von Karlchen – es sei denn, ihr habt ihn offiziell erworben!


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Man kennt sich ja – Ruwer-Riesling-Lauf 2013

Wenn man ein paar Jährchen läuft, dann kennt man sich ja. Man weiß, was einem gefällt und was nicht. Der Lauf in Mertesdorf ist einer, der definitiv in die Kategorie „Gefällt mir“ gehört. An der Laufstrecke selbst liegt das nicht. Eine ehemalige Bahnstrecke, die in einen asphaltierten Radweg umgewandelt wurde, entfaltet nur äußerst begrenzten Charme. Dass sie auf dem „Hinweg“ leicht ansteigt, macht das Laufen zäh, selbst wenn es sich auf dem Rückweg dafür um so leichter bergab fliegt. Für die liebliche Umgebung des Ruwertals mit seinen Weinbergen und Obstwiesen hat man bei einem flott gewetzten Lauf ja leider keinen Blick mehr.2013-05-04_Ruwer-Riesling-Lauf02Was das „Gefällt mir“ ausmacht, ist das Drumherum. Gute Erreichbarkeit mit Rad oder Bus, prima Organisation, großzügiges Salat- und Kuchenbüffet – und vor allem die Möglichkeit, im Anschluss an den Lauf die Freibadsaison zu eröffnen und in dem wirklich schön gelegenen Bad genüsslich die Müdigkeit aus den Beinen zu schwimmen.

2013-05-04_Ruwer-Riesling-Lauf04Also lauf ich in Mertesdorf. 5 Kilometer müssen reichen, für 10 bin ich momentan nicht fit genug. Unter den gegebenen Bedingungen schon gar nicht. Von wegen „bedeckt“ und „Schauer möglich“ … es herrschen strahlender Sonnenschein und Wind, wobei von letzterem auf der Strecke wenig zu spüren ist, auf der Heimfahrt mit dem Rad dafür um so mehr. Auf jeden Fall ist es mir zu warm, mein Körper hat sich in diesem Jahr noch nicht an Temperaturen jenseits der 20 Grad gewöhnt.2013-05-04_Ruwer-Riesling-Lauf06Trotzdem sollte ich mich eigentlich heute zur Abwechslung mal wieder quälen, obwohl ich mir das ja – zumindest was Quälerei durch hohes Tempo angeht – seit meiner Dauerverletzungsmisere abgewöhnt habe. „Maximalpulsermittlung“ – welch garstig Wort, welch unschöne Prozedur. Dieses Rennen am Anschlag ist irgendwie … bäääh! :roll:

Nun gut, sehen wir mal. Die kleine Radtour ins Ruwertal tat schon mal gut. Das Einlaufen mit ein paar Steigerungen fühlt sich ok an … aber viel zu warm eben. Im Startbereich treffe ich die Ladies vom Tridreamteam, Karina und Helge, die zuerst Karinas Tochter auf ihrem Premieren-Volkslauf begleiten und dann noch den 10er dranhängen wollen. Auch Birthe ist schon da, sie läuft später den 10er im lockeren Marathontempo.2013-05-04_Ruwer-Riesling-Lauf05Der Volkslauf ist zahlenmäßig – und wie sich zeigen wird, auch tempomäßig – stärker besetzt als in den Vorjahren. Im vorderen Mittelfeld sortiere ich mich in die Startaufstellung ein. Passt. Ein bisschen zu schnell laufe ich zwar an, aber schon nach ein paar hundert Metern habe ich ein Tempo gefunden, das sich richtig anfühlt. 5 km-Tempo eben. Eklig, anstrengend, man denkt, man würde am liebsten aufhören oder wenigstens Gehpause machen, aber läuft trotzdem weiter, weil man weiß (oder wenigstens zu wissen glaubt), dass man das durchlaufen kann.2013-05-04_Ruwer-Riesling-Lauf07Mit vielen Zuschauern an der Strecke darf man nicht rechnen bei dem Lauf. Die Feuerwehr sperrt uns in Kasel die Straße zum Überqueren frei, in Gärten sitzen ein paar freundliche Anwohner und klatschen. Ansonsten ist man ziemlich allein mit sich und der Landluft, die notorisch knapp wird, wenn man schnell zu rennen versucht. Für ein „Alles ok?“ an die Läuferin, die sich wohl mit ihrem Anfangstempo übernommen hat, kurz am Rand stehen bleibt und hechelt, reicht es doch noch – zum Glück sehe ich sie hinterher heil im Ziel.

Eine Zeitlang versuche ich, den männlichen Kleiderschrank vor mir als Zugläufer zu nutzen. Es macht die Anstrengung einfacher, wenn man stupide hinter jemandem hertrottet. Aber so ganz kann ich das Tempo nicht mitgehen, also gönne ich ihm ein paar Meter Vorsprung, der stetig zunimmt.2013-05-04_Ruwer-Riesling-Lauf01Kurz vor dem Wendepunkt gibt’s Wasser und Schwämme. Ein Becher Wasser über den Kopf gegossen, zu warm ist mir trotzdem. Ich versuche, die Frauen zu zählen, die mir entgegen kommen. Bis Platz 5 wird prämiert. In anderen Jahren hätte meine Zeit für die Top 5 gereicht, in diesem Jahr wird das nichts. Eine sehr flotte Laufkollegin von auswärts taucht bereits an dritter Stelle im Gesamtfeld auf, dann schon sehr bald eine der hiesigen schnellen Frauen, in ihrem Schlepptau noch einige mehr. Gut, also nicht Top 5, sondern einfach gegen die Uhr.

Nach dem Wendepunkt läuft es sich leichter. Die ersten drei Kilometer bin ich in 5:20 / 5:33 / 5:30 gelaufen. Geht da noch was? Da ist eine kermit-grüne Laufkollegin so 30 Meter vor mir. Ihr Grün zieht mich magnetisch an. Kurz vor dem Straßenübergang in Kasel hab ich sie. Kilometer 4 wieder in 5:20. Noch etwa 1 Kilometer. Da ist eine Frau vor mir, hellblaues Shirt, sicher 30, 40 Meter. Da geht auch noch was, oder?2013-05-04_Ruwer-Riesling-Lauf03Die Beine wollen nicht mehr. Wenn ich jetzt schon beschleunige, droht die Schmach, vor dem Ziel wieder überspurtet zu werden, oder? Egal – versuchen. Den laufenden Kleiderschrank bekomme ich nicht mehr, der zieht nochmal das Tempo an und sieht einfach zu locker aus dabei. Aber die Frau dieselt gleichmäßig dem blauen Bogen entgegen. Und ich bolze, bin vorbei, die Zuschauer im Zielbereich feuern uns an – kann die Kollegin kontern? Umgucken ist Quatsch, ich muss einfach noch eine Schippe drauflegen. Das Herz könnte schon noch, aber die Beine wollen nicht mehr. Trotzdem: Es reicht, um vorn zu bleiben.

2013-05-04_Ruwer-Riesling-Lauf08Letzter Kilometer in 5:00, dazu ein paar Extra-Meter, insgesamt eine 26:49. Mehr geht momentan nicht. Puls 182, aber der ist definitiv nicht das Maximum. Da kam ich heute nicht dran. Also nehme ich den Wert aus einem Intervalltraining vom Februar. 186 sind zwar vermutlich auch noch zu niedrig (der Wert lag vor 3 Jahren bei 191), aber sicher eine bessere Schätzung. Und im Grunde weiß ich, dass ich eh nicht streng orientiert an der Herzfrequenz trainieren mag. Man kennt sich ja … ;-) 2013-05-04_Ruwer-Riesling-Lauf09


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Rituale

Kleine Rituale braucht der Mensch. Die kurze Joggingrunde mit ein paar Steigerungsläufen am Tag vor dem Wettkampf zum Beispiel. Ob das Anschwitzen tatsächlich leistungsfördernd ist, weiß ich nicht. Vielleicht ist’s vorwiegend Aberglaube. Trotzdem schwör’ ich drauf.

Am Samstagnachmittag will ich einen Wettkampf laufen. Nur 5 km, um am Ende noch so viel Kraft in den Beinen zu haben, dass ich durchziehen und meinen Maximalpuls testen kann. Der Maximalpulstest mit meiner Trainingsgruppe vom “TV bewegt” ist ja leider der Dienstreise am Donnerstag zum Opfer gefallen.

2013-05-03_Abend 005

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag sehe ich mein Ritual aber schon den Bach runtergehen. Die Dienstreise hat nämlich Spuren hinterlassen. Genauer: Die Rückreise hat mich fertig gemacht. Verspätete und ausgefallene Züge, übermüdete und quengelige Kleinkinder mit voller Hose, verpasste Anschlüsse, Schneckentempo wegen angeblicher Unwetterwarnung. Zu allem Überfluss scheinbar was Falsches gegessen. Mir ist jedenfalls in der Nacht und am Morgen gräßlich schlecht! Daher nicht – wie dringend nötig – ab an den Schreibtisch, sondern auf’s Sofa. Viel trinken, entspannen, ausruhen.

2013-05-03_Abend 008

Am Spätnachmittag geht’s besser, am Abend wieder einigermaßen gut. Also wird das kleine Ritual doch gepflegt. Laue Abendluft, die auch von vielen Spaziergängern genossen wird. Die wundern sich, dass ich an ihnen vorbei hoppele und ihnen fünf Minuten später wieder entgegen komme. „Faule Socke!“ mag mancher gedacht haben. Einer spricht es so zwar nicht aus, aber sein Kommentar „Na, das war aber ein kurzer Ausflug!“ lässt vermuten, dass er Ähnliches gedacht hat. ;-) 2013-05-03_Abend 00925 Minuten locker mit vier Steigerungen gegen Ende. Doch, die Beine können noch zügig. Besser als erwartet. Ob das heute auch so sein wird? Vorgenommen hab ich mir nix. Außer laufen.

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