Auftanken

Freitag = freier Tag. Der war auch bitter, bitter nötig. Zum Auftanken, Rumtrödeln, Kraft schöpfen. Die Kraft fehlte vor allem körperlich – ein zaghafter Laufversuch endete nach 3.5 Kilometern kläglich mit dem Sammeln von Walnüssen und einem Spaziergang gen Heimat.

2014-09-14_Mariahof-Panorama Samstag Rumfaulenzen, wenige Erledigungen in der Stadt, ein schnell gebackener Kuchen, Besuch von Freundinnen. Und siehe da: Schlaf fehlt mir immer noch, kaputt fühle ich mich nach wie vor – aber heute früh ist wieder so was wie Lauflust da! 2014-09-14_PferdeAlso einfach mal los, die kleine Tiergartenrunde reicht ja. Obwohl: Das fühlt sich ok an, ich kann auch noch ein Stück bergauf laufen und dann umkehren. Ach, wenn ich schon halb oben bin, kann ich auch ganz hoch. Und nee, durch’s Dorf laufen mag ich nicht – lieber runter ins Tal und dann wieder hoch, um rüber nach Mariahof auf den Panoramaweg zu kommen. 11,5 Kilometer Auf und Ab … und all das gar nicht sooo angestrengt. :-)

2014-09-14_RebeIn der Luft vielerorts der Geruch vergorener Früchte – die Natur hat uns in diesem Jahr so reichlich beschenkt, dass (leider) viel Obst verdirbt, das niemand ernten kann oder will. Nur die Quitten nicht, wenigstens nicht alle, denn von denen konnte ich dann doch nicht meine Finger lassen. Nur ein kleiner Rucksack voll. Aus denen wurden per Dampfentsafter 4 Liter Saft. Mach 12 Gläser Quittengelee. Plus – mit gutem deutschem Doppelkorn gestreckt, mit Kandis gesüßt und mit Nelken und Zimtstange gewürzt – knapp 2,5 Liter Quittenlikör. In vier bis sechs Wochen heißt es dann: Prost! Auftanken der anderen Art … 8-)

 

Nothing seems impossible

2014-09-10_Running

Ich bin froh über jeden gelaufenen Meter, zu dem ich mich aufraffen konnte. 6.910 waren es immerhin gestern abend. Das Blöde ist ja, dass ich genau weiß, das mir das Laufen gerade jetzt besser tut als alles andere, selbst wenn’s unterwegs zäh und quälend ist. Aber auch wenn ich mal Zeit zum Laufen habe, fällt es mir momentan unglaublich schwer, den Sirenengesängen meines Sofas zu widerstehen oder den Computer runterzufahren und einfach loszurennen. Kennt ihr solche Phasen auch? :roll:

Guess where

Mal wieder beruflich auf Reisen – guess where! Kleiner Tipp: Schlechtes Essen, spartanische Unterkunft, schöner Campus, noch schönerer Landschaftspark nebenan. So hab ich doch wenigstens meine Laufsachen nicht umsonst mitgeschleppt.

2014-08-04_Leeds02

Aber dieser Mix aus mittelprächtigen Vorträgen in teils grauenhaftem Englisch, gepaart mit Geschleime und garniert mit verspäteten Flügen, der auf solchen Touren geboten wird, geht mir zunehmend auf den Wecker. Ich brauche immer länger, um mich davon zu erholen.

Entsprechend träge war ich am Wochenende. Nix mit langem Lauf, gerade mal zu ein bisschen Gartenarbeit und einer kleinen Joggingrunde hat’s gereicht. Und nein, auch wenn die Quitten noch so appetitlich aussehen, in diesem Jahr koch ich keine Marmelade mehr.

Ich hab auch so genug zu tun! Nicht wundern also, wenn es hier in den kommenden Wochen recht ruhig zugehen sollte.

Felsenpfad

Zeit zum Bildermachen und -einstellen muss sein. Zum Texten hab ich gerade keine Lust. Nur so viel: 13.5 km und 260 HM im Weißhauswald, erst auf der Forstautobahn, dann auf dem Felsenpfad mit Panoramablick und den Treppen hinunter nach Pallien.

2014-08-30_Weißhauswald09Die letzten anderthalb Kilometer Schlussspaziergang mit Bleibeinen. Akku leer. Zu wenig geschlafen, zu wenig gefrühstückt und nix zu trinken mitgehabt. Dafür aber viiiiel Grün erlebt. Wie August sieht das wirklich nicht aus. Und etliche Wanderer – der neue Moselsteig zieht sie an. Er ist ja nun auch wirklich schön.

Wasser

Es regnet. Kräftig. In Zeiten, als das Wasser in unseren Breiten noch kostbar war, hätten sparsame Eltern ihre Kinder mit den Worten raus geschickt: „Vergesst das Shampoo nicht! Und hinter den Ohren gründlich schrubben, sonst setzt’s was!“

Heute wird einerseits in deutschen Haushalten enthusiastisch Wasser gespart – WC-Spartasten, Perlatoraufsätzen und Quasi-Trockenwaschgängen sei Dank!

Andererseits hat sich in den letzten Tagen eine sonderbare Sitte im Umgang mit Wasser verbreitet. Erwachsene Menschen lassen sich – in der Regel vollständig bekleidet – mit etlichen Litern Nass aus Plastikkübeln übergießen, das durch Beigabe von Eiswürfeln auf Erfrischungstemperatur gebracht wird. Well … :roll:

Ich will nicht die Moralkeule schwingen. Jeder auch nur halbwegs gebildete Mensch sollte wissen, dass die Wasserknappheit eines der vordringlichsten Probleme unseres Planeten darstellt. Was ich aber eigentlich noch schlimmer finde, ist, dass mittlerweile in zahlreichen Videos, die durch’s Netz geistern, die Selbstdarstellung gegenüber dem Engagement für die gute Sache dominiert.

Spätestens wenn eine Möchtegern-Oberbürgermeisterin mitten in der Trierer Fußgängerzone ihre Eiseimer-Show abzieht, hat das mit einem aufrichtig gemeinten Spendenaufruf nichts mehr zu tun. „Populistisches Ranwanzen“ wäre wohl die treffendere Bezeichnung. Zusammen mit „Trend verpennt“, weil diese Inszenierungen inzwischen vielen Menschen nur noch auf den Zeiger gehen!

Mit “Trend verpennt” ist Madame nicht allein. Einer ihrer Gegenkandidaten hat sich und der Welt wenigstens die Nummer mit dem Eiskübel erspart. Da er sich aktuell in Ruanda befindet, wäre die auch mehr als zynisch gewesen! Stattdessen hat er sein Fußvolk durch die Innenstadt geschickt: Weil Schablonen-Graffiti ja so wahnsinnig hip und cool sind, wurde mit Kreidefarbe allerorten der Name des werten Herrn auf’s Straßenpflaster gesprüht. Tja, hip und cool war diese Form von Street Art in den 90ern – heute ist sie einfach ein verunglücktes Rumgeschmiere, das hoffentlich schnell vom Regen weggespült wird.

Bleibt die Frage, womit der dritte OB-Kandidat sich zum Affen machen wird. Mit dem Eiskübel nicht, dass hat er immerhin schon kund getan. Aber dem fällt bestimmt auch noch was ein. Wen um alles in der Welt man dann bloß wählen soll? So richtig “vom Hocker gehauen” hat mich mit den in den TV-Interviews kundgetanen Positionen bislang keine/r … :-(

Aber darüber denke ich ein andermal nach. Heute geh ich lieber laufen. Im Regen. Ohne Shampoo. Dafür ein bisschen schneller. Auf Dauer ist nämlich selbst das eiswürfelfreie Wasser von oben einfach zu kalt. DSC00005

Metamorphosen

Ich kann Marathon! Allerdings nicht „am Stück“. Sondern nur auf vier Trainingseinheiten in einer Woche verteilt. Am Stück kann ich im Moment nicht mal Halbmarathon, jedenfalls nicht so entspannt und locker, dass es mir Spaß machen würde.2014-08-23_ApfelBlumen02Egal. Ich bin schon froh, dass es in all den beruflichen Marathon-Wochen endlich mal wieder zu einer läuferischen Marathon-Woche gereicht hat. Ansonsten dümpele ich in den letzten Monaten bei müden 30 bis 35 Kilometern rum. Zum Halbwegs-Fit-Halten vollkommen in Ordnung, insofern bin ich damit auch sehr zufrieden. Aber wenn’s auf längere Strecken gehen soll, ist damit ist natürlich kein Staat zu machen.2014-08-23_ApfelBlumen03Und wenn ich es weiterhin nicht lassen kann, Obst aus dem eigenen Garten oder von fremden Bäumen einer Metamorphose mit wohlschmeckendem Endzustand zu unterwerfen, reichen 30 bis 35 Wochenkilometer auch nicht aus, um das Gewicht auf konstantem Niveau zu halten, geschweige denn etwas zu senken. Um die Metamorphose der Weinbergschnecke zur Dampfwalze zu verhindern, gibt es wohl nur zwei Weg: Weniger essen. Oder mehr laufen. :roll:2014-08-16_SHS_Uni082014-08-24_Kuchen