Einfach mal rennen

Einfach mal rennen.

Weil’s gegen Frieren hilft.

Weil’s Laune macht.

Weil’s aufweckt.

Weil’s entspannt.

Weil’s spät ist und ich heim will.

Weil’s so lange her ist seit dem letzten Mal.

Weil’s bergab so leicht fällt.

Weil’s sich einfach klasse anfühlt!

Nicht, weil’s schnell macht. 8-)

Frierende Fühler

Hätte mir ja auch ruhig mal jemand sagen können, dass sich die Frühlingsluft in etwas ungemütlich Kaltes verwandelt, sobald die Sonne verschwindet. Dann hätte ich meine Handschuhe nicht daheim in der Schublade gelassen, sondern – ganz vorsorgliche Schnecke – in den Rucksack gepackt. Und nun ist’s dunkel und ungemütlich und ich steh hier vorm Büro und hab keine Handschuhe und friere mir die Fühler ab und überhaupt mag ich nicht und so …

Gegen derartige Nöligkeit und Miesepetrigkeit hilft, einfach was anderes als sonst zu machen! Mal was Neues: Nicht direkt bergab und heim, sondern erst einmal in die „falsche“ Richtung, eine Strecke entlang, die ich so noch nie gelaufen bin. Über den Campus und ein Stück Richtung Filsch, dann nach Irsch und auf dem Radweg zurück. Die Fühler werden eklig kalt, ich friere und schalte einen Gang rauf, um die körpereigene Heizung zu aktivieren. Kein Problem auf der leicht abfallenden Strecke. In Olewig ist mir wieder warm genug. Entspannt das letzte Stückchen Richtung Stadt, spontan doch noch eine Weiherrunde drangehängt, weil’s so schön ist. Geht doch – alles wieder gut! Und die Moral von der Geschicht’: Wenn du schon Handschuhe hast, vergiss sie nicht. 8-)

 

Durchlüften

Nass ist es. Von oben – hier wechseln sich feines Gesprühe aus der großen Blumenspritze und dicke Regentropfen ab. Und von unten – der Anstieg vom Tiergarten hoch zum Mariahof besteht aus olivgrüner Schmierseife, die dafür sorgt, dass die türkisfarbigen Pegasus endgültig nicht mehr als solche zu erkennen sind. Kraftraubend, der weiche Untergrund. Ohne ein kurzes Stückchen Gehpause auf der asphaltierten Rampe geht’s noch nicht wieder. Immerhin: Das Stadtpanorama belohnt für den Aufstieg, auch wenn das Nieselgrau den Weitblick trübt.

Vorbei am Gutshof und dem Forsthaus, dann die steile Straße hinunter zurück in die Stadt. Zum „Rollen-Lassen“ ist der Asphalt zu uneben, ich würde in der Dämmerung die Schlaglöcher zu spät sehen. Also kontrollierter Tiefflug hinunter zum Altenheim an der Härenwies. Eine Spaß-Runde um den winzigen Fischteich, dann quer durch Weismark und Feyen runter an die Mosel.

An der Staustufe braust und brodelt der Fluss wie ein gigantischer Topf mit kochendem Wasser. Wenn das so weitergeht, hat sich das Thema „Laufen auf dem Leinpfad“ demnächst wieder mal für einige Tage erledigt. Aber noch hat der Fluss Platz in seinem Bettchen.

Im beschleunigten „Duracell-Häschen-Schritt“ gönne ich mir die knapp drei Kilometer bis zur Römerbrücke. Dann die Wende und noch einmal kräftig durchlüften: Wind und Regen peitschen ins Gesicht, die Haut beginnt zu brennen, die nackischen Beine werden frisch gekühlt. Einfach nur klasse!

Knapp anderthalb Stunden, dann ist leider die Maximaldosis „Laufen“ erreicht, die ich mir für diese Woche zugestanden habe. Schade! Aber Vorsicht ist besser … 8-)

Keine Alternativen

Makrameeknüpfen ist sicher auch ein nettes Hobby. Ebenso Bierdeckelsammeln. Oder Marcel Prousts „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ im französischen Original lesen. Vielleicht auch Walther von der Vogelweide aus dem Mittelhochdeutschen ins Rätoromanische übersetzen – man will ja ein gewisses Niveau wahren. ;) So viele Möglichkeiten, so viele Alternativen!

Aber nein, ich hab mir ausgerechnet das Laufen ausgesucht! Wenn dann wie heute der Wind durch’s Haus pfeift und Türen zuschlägt, der Regen gegen die Scheiben peitscht und die Jalousien bei jeder Bö heftig klappern, mag so mancher Zweifel an meinem Geisteszustand bekommen. Und ehrlich gesagt: Einen Moment lang zweifle auch ich an diesem, als ich abends gegen halb sieben in voller Laufmontur treppab hoppele.

Aber erstens ist es draußen nicht halb so schlimm, wie es von drinnen den Anschein hat. Zweitens klärt nach einem langen Arbeitstag nichts besser und nachhaltiger den Kopf als der frische Wind, der jede Gehirnzelle durchpustet. Und drittens kann nur derjenige das Lichtermeer der kleinen Großstadt unmittelbar erleben, der sich zu Fuß über den Panoramaweg am Petrisberg macht. Nur drei Argumente von vielen – aber die reichen mir schon. Zum Laufen gibt’s keine Alternativen! 8-)

Vorwitzig

Der Sonntagsspaziergang in den Garten zeigt, dass dort einige vorwitzige Blümchen frech ihre Spitzen hervorgereckt haben. Na, wenn die sich mal nicht zu früh rausgetraut haben!

Schon am Sonntag war es ziemlich frostig. In den letzten zwei Nächten ebenfalls. Und auch heute wäre ein Lauf bei klarer, heller Luft wie am Sonntag möglich gewesen.

Aber da der Broterwerb mich bis gegen halb fünf an den Schreibtisch bindet, wird’s ein ausgedehnter langsamer Feierabendlauf im Dunkel des Moselufers – leider auch am tosenden Feierabendverkehr vorbei. Da war wohl noch jemand vorwitzig und hätte besser zwei weitere Stunden am Schreibtisch verbracht, um diesem Krawall zu entgehen. ;) Allerdings wäre er dann auch nicht mehr knapp zwei Stunden durch die Gegend geschneckt. Und was raus muss, muss raus – jetzt geht’s wieder! 8-)

Sonntagmorgen in Schweich

Ein wenig frisch ist es schon heute früh. Ziemlich frisch sogar.

Ungewohnt frisch für diesen Winter.

Aber schön! Reif auf Wiesen und Blättern, die ersten Sonnenstrahlen zeigen sich über den Höhen – nur um im Moseltal von einer Nebelsuppe gebremst zu werden. Als Rainer und ich über die Autobahn gen Schweich rollen, bleibt der Himmel grau. Früh, fast zu früh dran sind wir zu diesem gemeinsamen Trainingslauf, der – organisiert vom Lauftreff Schweich – zur Besichtigung der neuen 10 km-Strecke des 1. Schweicher Fährturmlaufs dienen soll.


Entsprechend leer ist erst einmal der Parkplatz. Doch peu à peu trudeln sie ein: Die Lauftreff-Läufer und -Walkerinnen in ihren roten Jacken – und viele, viele auswärtige Gäste, unter anderem auch Dirk, den ich bislang nur aus Blog-Kommentaren und dem RunnersWorld-Forum im WWW kenne. Und rein virtuell ist wie versprochen natürlich auch Margitta dabei! ;)

Insgesamt etwa 70 Läuferinnen und Läufer machen sich gegen 10 Uhr erst einmal auf den Weg zum Sportplatz, auf dem am 17. März um 15:30 Uhr der Startschuss fallen wird. Ein paar einführende Worte von Dirk, dem Organisator des Trainingslaufs und Trainer des Lauftreffs. Dann geht’s los über die superflache Strecke, durch eine Unterführung auf den Moselleinpfad und erst einmal flussaufwärts Richtung Trier.

Gemütlich laufen und möglichst zusammenbleiben, so die Ansage. Und das klappt sehr gut! Mit „WWW-Dirk“ und Rainer laufe ich zusammen, es wird munter gequasselt bei einem Tempo, das für die beiden sehr entspannt, für mich locker bis zügig ist. Gelegentlich schweift der Blick über den Nebel, der noch immer über dem Wasser hängt, und die in der Ferne leuchtenden roten Sandsteinfelsen. Ein wenig Aufmerksamkeit braucht aber auch der Weg, auf dem matschige Spuren des Hochwassers, wenige Unebenheiten durch Wurzeln (die bis zum Lauf aber noch mit Sprühfarbe gekennzeichnet werden) und vereiste Pfützen kleine Hindernisse bilden.

Der Weg ist nicht sehr breit, aber trotzdem können auch drei bis vier Personen bequem nebeneinander laufen. Wenn im März alle Mitstreiter einigermaßen diszipliniert rechts bleiben, wird es also keinerlei Probleme geben, wenn sich Schnelle und Langsamere auf der Wendepunktstrecke begegnen. Am Wendepunkt bei etwa 4,5 km wird kurz gewartet, um die Truppe wieder zusammenzubekommen. Für die leichter bekleideten Herrschaften möglicherweise etwas lästig …

Zurück geht’s zügig weiter, andere Quasselpartner finden sich, „Trainer-Dirk“, ein paar Herren, ein Stückchen laufe ich auch mal allein vor mich hin und genieße den Blick auf die Sonnenstrahlen, die sich nun doch vereinzelt sehen lassen. Am zweiten Wendepunkt wieder ein kurzer Stopp, bis alle beieinander sind, dann die letzten knapp 1,5 km zurück ins Stadion.

10,03 km zeigt die Uhr im Ziel – es geht doch nichts über eine exakte Vermessung. ;) Mit 1:02:24 war’s für mich ein lockerer bis fordernder, aber nicht übermäßig anstrengender Trainingslauf. Und richtig Spaß hat’s gemacht auf einem schönen, leicht zu laufenden Kurs! Wenn ich gesund bleibe (und kein Hochwasser kommt!), heißt es also am 17. März: 1. Schweicher Fährturmlauf – ich bin dabei! 8-)

Jute statt Plastik?

Das gestrige Abendläufchen mutierte aus verschiedenen Gründen zu einer Kurztour von 5 Kilometern. Tut mir Leid, liebe Margitta, du bist nicht einmal warm geworden bei unserer (virtuell) gemeinsamen Runde! Aber mein vegetatives Nervensystem spielte verrückt und beeinflusste mein … äääh … Innenleben derart, dass es gerade noch so für den direkten Heimweg reichte.

Gut ausgeruht war dann wenigstens heute früh noch  Zeit und Energie zum Laufen da – und damit die Gelegenheit, vorsichtig mein zweites Weihnachtsgeschenk zu testen. Aus der aktuellen Sonderaktion eines bekannten Trainingsplanerstellers und Laufkleidungsversands gab’s sehr günstig ein paar neue Schläppchen: Den Brooks Green Silence.

Zum Glück war das dezente blaurote Herrenmodell in meiner Größe zu haben – das schrille Damenmodell in Violett-Gelb ist doch eine ziemliche Belastung für die Geschmacksnerven. Und ich schleppe mit meinem K-Swiss schon eine solche Scheußlichkeit mit mir herum.

Der erste Eindruck beim Öffnen des Kartons: Die Dinger sehen irgendwie aus wie meine Schulturnschuhe in den 70er Jahren! Wer die üblichen Hochglanz-Plastik-Treter gewöhnt ist, macht angesichts der matten Optik erst einmal große Augen. Der Recycling-Kunststoff wirkt irgendwie „billig“ auf mich, so „Jute-statt-Plastik-mäßig“.

Beim In-die-Hand-Nehmen verfliegt ein Teil der Skepsis: Leicht, angenehm, flexibel – und eben recht flach. Der Test auf der Waage: 188 g – erstaunlich!

Die Anprobe: Starkes Gefühl. Wie ein Nichts am Fuß! Trotzdem beim Herumgehen in der Wohnung nicht unangenehm hart. Einfach gut.

Das Testläufchen mutiert wegen der stellenweisen Reifglätte zum Intervalltraining. Auf den leicht überfrorenen Passagen habe ich mit dem Schuh kaum Halt (das wäre bei anderen Nicht-Trailschuhen aber wohl kaum besser gewesen) und muss beinahe gehen – oder mir einen Rasenstreifen neben der Straße suchen. Aber dort, wo ich frei laufen kann: Klasse! Am besten ist ein Laufschuh, wenn man gar nicht merkt, dass man ihn trägt – und das ist bei mir und dem Neuen der Fall!

Ein probeweise schnell gelaufener Kilometer – auch hier gilt: Wie Sie spüren, spüren Sie nichts! 6 Kilometerchen müssen reichen, weil die Schuhe so ungewohnt flach sind und ich es nicht gleich übertreiben will. Aber ich glaube, da haben sich drei gefunden! ;)

Noch’n Schlenkerchen

Zäher Tag am Schreibtisch. Zu wenig Schlaf in der Nacht zuvor. Und dann auch noch Sport treiben? Na gut, lauf ich erst mal vom Büro aus los in die spätabendliche Dunkelheit – das wird schon werden! Wenigstens die vier Kilometer vom Büro nach Hause. Schließlich will ich heute erstmals den neuen „Flakscheinwerfer“  zum Einsatz bringen, den der Weihnachtsmann spendiert hat.

Durch den Uni-Park, entspannt den Kleeburger Weg runter nach Olewig und durch’s Dorf. Die neue Lampe: Superhell, aber auch auf minimale Lichtstärke dimmbar, leicht zu verstellen, mit dünnen Akademikerfingerchen bequem ein- und auszuschalten und – sehr wichtig – angenehm zu tragen. Ein völlig neues nächtliches Laufgefühl!

Wenn ich jetzt direkt heimlaufe, bin ich ja schon gleich da. Nöö, mag ich nicht! Noch der kleine Schlenker durch den Tiergarten, den Vollmond anhimmeln und mit ihm im Rücken wieder zurück. Wie das jetzt wohl an den Weihern aussieht? Noch’n Schlenkerchen also einmal rund um den ersten Teich.

Wenn ich jetzt runter zum zweiten laufe, bin ich ja auch gleich daheim. Nöö, will ich nicht. Und oben auf der Weismark war ich länger nicht mehr. Noch’n Schlenkerchen, das sich als ausgewachsener Schlenker entpuppt – die etwas vergammelte, unebene Straße zieht sich doch in die Länge.

Wenn ich schon mal hier bin, kann ich auch kurz in Feyen „nach dem Rechten sehen“. Auf das Schlenkerchen kommt es auch nicht mehr an. Und dann auf dem altvertrauten Weg an der Bahn zurück, rechtzeitig, bevor der Laden schließt und damit der Zugang zu einem Obstteller versperrt wird, nach dem es mich jetzt gelüstet.

Die Summe der Schlenkerchen: Ein 12,5 km-Lauf nach Feierabend – früher normal, heute doch schon eine kleine Welt! 8-)

Einfach so

Alles Schöne geht vorbei – die freien Tage auch. Den letzten von ihnen nutze ich noch einmal für ein Tageslicht-Läufchen, um zu gucken, was Frau Mosel so macht. Das Hochwasser ist zurückgegangen. Nur der Dreck auf dem Leinpfad zeugt davon, dass hier bis vor kurzem das Wasser stand: Äste, Baumrinde, Blätter, Gräser – und natürlich jede Menge Wohlstandsmüll, der sich im Geäst der Bäume und Sträucher verfangen hat.

Meine Beine sind leichter als bei den letzten Läufen, die Anstrengungen des Silvesterlaufs endgültig vergessen. Eine entspannte 10 km-Runde reicht mir trotzdem. Nach der recht aktiven Woche will ich es nicht übertreiben. Denn auch wenn morgen der normale Arbeitsalltag wieder beginnt: Es gibt ja die Abend- und Morgenstunden mit ihren Nach- und Vor-der-Arbeit-Läufchen. Und das Wochenende für lange Läufe, die ich gesund absolvieren will. Laufen – ohne besondere Ansprüche, ohne Wettkampfziele. Einfach so.

Aprilwetter

Dreikönig ist in Rheinland-Pfalz kein gesetzlicher Feiertag. Stört mich nicht – ich hab schließlich noch Urlaub. Und den freien Tag erkläre ich kurzerhand zum Feiertag und feiere ihn mit einem kleinen Hügelläufchen am Petrisberg. Mitten durch einen Aprilwettermix aus Sonnenschein und intensiven Sprühregenschauern mit kaltem Wind. Durch den Matsch, über grasbewachsene Wege und den Schlamm, den der Regen der letzten Tage auf die Straßen gespült hat. Schöne Ausblicke von hie und da belohnen für die erkraxelten Höhenmeterchen – seht selbst!

Den Versuch, die violetten Schuhe umzufärben, gebe ich auf, als ich feststellen muss, dass das Wasser von unten (!) durch die Sohle kommt. Der Blade Light Run ist dann wohl doch nur ein Schuh für Asphalt und trockenes Wetter! ;) Trotzdem fühlt er sich sehr gut an und ich mag ihn nicht mehr missen!

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.