Weinbergschneckes Blog

Aus dem Leben einer laufenden Weinbergschnecke


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Ganz unverhofft

Wenn du denkst,
was für’n blöder Tag,
verschwendet, unproduktiv,
und jetzt auch noch laufen
bei dem fiesen Wind,
kalt, eisig, eklig,
ist doch Quatsch,

dann läufst du doch los,
biegst um’s Eck,
geschützt vor der winterlichen Brise,
und plötzlich – ganz unverhofft -
badest du in der Frühlingsabendsonne,
saugst tief den Duft von Kirschlorbeer ein,
riechst den ersten Flieder,
bestaunst leuchtenden Ginster,
entdeckst neue Wege,
trabst runter
und wieder hoch
und runter,
die Beine laufen wie von selbst,
als wär’s gar nix.
Leben kann so leicht sein.
Ganz unverhofft.


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Gegen das Morgen-Grauen

Bei der Zubereitung des sonntäglichen Frühstückskaffees gähnt mir die fast leere Kaffeedose entgegen – „Morgen-Grauen“ in seiner reinsten und unverfälschtesten Form! :roll: Ich wusste die ganze Zeit, ich habe gestern beim Einkaufen was Wichtiges vergessen! Und Sonntags sind die Läden in Deutschland zu.2014-04-13_Igel14Nachschub muss her! Bewegung auch. Wenn der Vormittag so sonnig ist, erst recht. Also ab ins Ländchen! Die kümmerlichen Reste in der Dose werden zu zwei Tassen stärkenden Flüssig-Koffeins verarbeitet, dann geht’s los.2014-04-13_Igel11Entspannt ausradeln bis zur Löwener Mühle zwischen Igel und Wasserbillig. Dort wird unter den Augen einiger trunksüchtiger, erwartungsfroh der nachmittäglichen Weinprobe harrender Osterhasen das Rad angekettet.2014-04-13_Igel012014-04-13_Igel18Startpunkt für eine kleine Lauftour in den Weinbergen. Schmetterlinge tanzen vor mir her, kleine Eidechsen sprinten aufgeschreckt quer über die Wege und verstecken sich in den Mauerritzen. 2014-04-13_Igel17Die Rinder sind da schon dickfelliger. Wiederkäuend heben sie nur etwas missbilligend die dicht bewimperten Augenlider und lassen sich ansonsten nicht bei der vormittäglichen Verdauungspause stören.2014-04-13_Igel13Menschen gibt es zum Glück nur wenige, sieht man von einem Gassigängerpaar mit seinem Waschbären an der Leine ab. Aber der neue Fernwanderweg „Moselsteig“, der von Perl bis Koblenz führt und den alten Moselhöhenweg ergänzt, wird wohl künftig den einen oder anderen Touristen mehr anziehen.2014-04-13_Igel03So kalkulieren zumindest die Tourismusmanager – und die lokale Gastronomie und die Übernachtungsbetriebe träumen von einem reichen Geldsegen. Das Land Rheinland-Pfalz und die Anliegergemeinden haben sich die Einrichtung des schon vor seiner Eröffnung ausgezeichneten “Premium-Fernwanderwegs” einiges kosten lassen: Allein 680.000 € Investitionskosten mussten aufgebracht werden. Hinzu kommen 62 € pro Kilometer und Jahr für den Erhalt und die Pflege, so zu lesen im “Trierischen Volksfreund” vom Samstag. Angesichts einer Gesamtstrecke von 365 km – die Zuwege von den Ortschaften aus noch nicht eingerechnet! – wahrlich kein billiges Vergnügen. Man kann nur hoffen, dass 200.000 prognostizierte zusätzliche Gäste, die die Region jährlich auf Schusters Rappen erobern sollen, keine überzogene Wunschvorstellung sind. Andererseits: Angesichts der über 500 Millionen Euro an Steuergeldern, die das Land in dem überdimensionierten Projekt “Nürburgring” versenkt hat, kommt es auf die paar hunderttausend Euro auch nicht mehr an. ;-)Laufen 13.04.2014Wie dem auch sei: Noch sind die Wandererhorden nicht da. Und dank der Baustelle kurz vor Igel ist auch der Strom der Tanktouristen etwas dünner als sonst am Sonntagmorgen. So kann ich das Idyll halbwegs friedlich und unbeschwert genießen: Wellige Weinbergswege entlang hoppeln, mich steile Serpentinen hinauf mühen, um zur Belohnung die Aussicht von der oberen Steinbruchkante aus zu bewundern, bevor ich mich über einen zuerst flachen, dann aber unebenen und kaum gefahrlos belaufbaren Trail wieder steil in die Tiefe stürze.2014-04-13_Igel06 2014-04-13_Igel08 2014-04-13_Igel09 2014-04-13_Igel10Das Grutenhäuschen, der Nachbau einer römischen Begräbnisstätte, die sich einst an dieser Stelle befand, ist natürlich auch einen Fotostopp wert.2014-04-13_Igel152014-04-13_Igel02 2014-04-13_Igel12 2014-04-13_Igel048 Kilometer, 170 Höhenmeter, das langt zum Auslaufen nach den 270 HM von gestern. Kommen ja noch knapp 30 lockere Radkilometer oben drauf. Was tut man nicht alles, damit das Morgen-Grauen ein Ende hat? ;-)Laufen 13.04.2014, Höhe


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Im grünen Bereich – 6. Bendersbachtallauf 2014

708 kcal hab ich bei diesem Lauf verbraucht. Sagt Garminchen. Ob das den Konsum von einem Stück Mandarinen-Schmand-Kuchen, einem Stück Kirschstreusel, einem Kaffee und zwei kleinen alkoholfreien Weißbieren rechtfertigt, um das Energiedefizit wieder aufzufüllen? Ich fürchte nein! :roll:2014-04-12_Bendersbachtallauf19Aber halt! Ich hab ja auch noch 2 Stunden in der Föhrener Sporthalle gestanden. Und mich lebhaft unterhalten. Wie das eben so ist, wenn man nach einem entspannten Lauf ohne Zeitnahme mit lauter entspannten anderen Läuferinnen und Läufern zusammentrifft, die bei bestem Frühlingslaufwetter durch den grünen Meulenwald getrabt sind: Keiner ärgert sich über eine verpasste Zielzeit, keiner ist mit seiner Platzierung unzufrieden, alle sind wohl gelaunt … na ja, einige sind verständlicherweise ein bisschen angefressen, weil ihnen ein Stau auf der Autobahn eine Verspätung beschert hat und sie ihre Laufpläne ändern mussten: Umschwenken von der 25 km-Langstrecke auf die kurze Runde. Oder die Kurzstrecke von 11 km einfach zweimal laufen.Laufen 12.04.2014Genug Höhenmeter bekommen aber alle noch ab. Ganz besonders Wolframs niederländische Lauffreunde, für die jegliche Anstiege von mehr als 7 Höhenmetern (= typische Deichhöhe) eine neue Herausforderung darstellen. Mit ihnen liefern wir uns eine heiße Schlacht um die rote Laterne. Mal liegen die vier hinten, mal wir. Aber irgendwann setzen wir uns durch und reservieren – gegen alle Regeln der Gastfreundschaft – die letzten Plätze für uns!

Wir – das sind Harald, sein Vereinskollege Christian und ich. Dass Harald und ich den Meulenwald 2014 wieder gemeinsam erobern, war schon seit 2013 abgemacht, nach einem eisigen Lauf auf winterlich anmutender Strecke. Geplant war damals für dieses Jahr die große Runde. Aber gut, manchmal kommt es anders … und wir finden uns doch auf der kurzen Tour wieder.

Die ist aber alles andere als langweilig, denn sie sieht ganz anders aus als im letzten Jahr! Da die LG Meulenwald dankenswerterweise schon seit Wochen den Wald geheizt hat, präsentiert er sich dieses Jahr – passend zu den Vereinstrikots der Veranstalter – in frischem Frühlingskleid mit sprießendem Buchengrün.

Mitten in diesem Grün trotten wir bergauf. Und bergauf. Ganz kurz flach und dann zur Abwechslung wieder bergauf. Knapp 5 Kilometer lang. Anfangs viel zu schnell, dann bewusst piano. Harald gleichmäßig wie ein guter alter Mercedes-Diesel. Christian treu an seiner Seite. Dagegen tolle ich mit meiner Kamera wie ein junger Hund durch den Wald: Hier mal gucken, da mal stehen bleiben und knipsen – und dann wieder loswetzen, um ja den Anschluss nicht zu verlieren und mit den beiden munter weiterzuplaudern. Vor dem Verlaufen muss angesichts der idiotensicheren Ausschilderung zum Glück niemand Angst haben.2014-04-12_Bendersbachtallauf22Mitten im Wald am Ende der Steigung gibt’s eine Erfrischung mit Wasser, Cola und leckeren Obststückchen. 2014-04-12_Bendersbachtallauf11Dann geht es bergab, völlig unnütz eigentlich, stellen wir übereinstimmend fest! Denn gleich müssen wir eh wieder hoch. Zum Schluss schöööön lange wieder runter, Ausblicke über die Föhrener Frühlingswelt inklusive. Und so sind die 11 Kilometer fast zu schnell vorbei.

Laufen 12.04.2014, HöheEin paar Drinks nehmen wir direkt an der Kelter, dann geht es ab unter die Dusche in der Sporthalle. Wenn man schon den Wald aufwärmt, kann man auch gleich mit den Umkleidekabinen weiter machen, haben sich die Föhrener Lauffreunde wohl gedacht. Kuschelige Dusche, mollig warme Kabine – Läuferinnenherz, was willst du mehr?2014-04-12_Bendersbachtallauf28Die Antwort lautet: Nette Läuferkolleginnen und -kollegen treffen. Quasseln. Kuchen. Bleifreies Bier. Da Rainer noch auf der Langstrecke unterwegs ist, habe ich dafür genug Zeit. Und als er dann da ist, sich auch endlich stärken kann und wir uns mit diesem und jenem fest quatschen, noch mehr.

Womit wir bei der Legitimation der eingangs gestandenen kulinarisch-hochkalorischen Entgleisungen wären. „2 Stunden stehend reden oder telefonieren“ – dafür gibt der Kalorienrechner  218 kcal aus. 708 + 218 – das sind ja fast 1.000 kcal (ein bisschen Aufrunden muss erlaubt sein). Damit sieht die Bilanz doch gleich viel freundlicher aus! Für den Bendersbachtallauf 2014 gilt daher: Alles im grünen Bereich … ;-)2014-04-12_Bendersbachtallauf07

 


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Dümmer als ein Walross?

Ich glaube, ich habe mich verliebt. Auf Facebook habe ich das Video schon geteilt, aber ich muss ihm auch noch einen Blogbeitrag widmen – dieses sportliche Walross ist einfach zu entzückend: http://www.youtube.com/watch?v=iXJl1fuFAKU .

2014-04-08_WalrusVor allem aber hat es mir – peinlicherweise – etwas voraus: Es macht regelmäßig seine Rumpfstabi-Übungen! Man beachte insbesondere die überzeugende Ausführung der Situps ab 1:05!

Nun kann ich zwar zu meiner Verteidigung anführen, dass ich niemanden habe, der mich nach jeweils drei oder vier Liegestützen mit einem Leckerli belohnt – zur Not würde ich auch ein Stückchen rohen Fisch akzeptieren, obwohl ich kein Sushi-Fan bin.

Aber wenn ich ehrlich bin: So ganz überzeugt diese Ausrede selbst mich nicht! Ich sollte doch als rational denkender Mensch eigentlich genug Selbstdisziplin für die regelmäßigen Turnereien aufbringen, die mir erfahrungsgemäß gut tun! Oder bin ich am Ende dümmer als ein Walross? Zumindest figürlich möchte ich mich ihm jedenfalls nicht weiter annähern. Also heißt es wohl: Ab auf die Matte!

Immerhin habe ich mein Laufpensum bereits heute gegenüber der Vorwoche um mehr als 100% gesteigert – und wir haben gerade erst Dienstag. Also: Da geht noch was! ;-)


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Andere Prioritäten

Da waren

  • eine anstrengende zweitägige Dienstreise,
  • angespannte Stimmung im Büro,
  • eine sehr schöne Freitagabend-Verabredung zum Essen und Klönen (die gegrillte Dorade im „Olivenbaum“ war übrigens köstlich, ebenso der griechische Joghurt mit Honig und Früchten! 8-) )
  • und ein leichter Infekt.

Schwupps, es ist Sonntagmorgen und ich bin in der ganzen Woche nur ein einziges Mal in die Laufschuhe geschlüpft – und das auch nur um festzustellen, dass ich wohl wirklich einen Infekt in den Knochen habe und den nicht durch Laufen kurieren kann.

Bliebe rein theoretisch noch der Sonntag. Aber so ganz fit fühle ich mich noch immer nicht wieder. Und aus dem leisen Flüstern des Gartens ist ein lautes Rufen geworden:

  • Der reife Kompost verlangt nach Durchgesiebt-Werden.
  • Der Strauchschnitt will zerkleinert und mit halbreifem Kompost und Grünschnitt zu einem neuen Komposthaufen aufgesetzt werden.
  • Die Brombeeren verlangen nach einem neuen Spalier, weil die Pfähle des alten abgefault sind – neue Pfähle setzen, Drähte spannen, Ranken aufbinden.
  • Das Gemüsebeet fordert gründliche Bearbeitung mit Grabegabel, Dreizack und Harke.
  • Das schon gepflanzte Gemüse im Gewächshaus und Freiland braucht dringend Wasser, weil der versprochene Regen ausbleibt und weil sich sonst die Katzen wieder in den frisch geharkten Beeten wälzen und die Steckzwiebeln ausbuddeln.
  • Der frisch gesetzte Kohl bekommt in diesem Jahr erstmals einen Schneckenzaun, weil der gefräßigen Bande mit Absammeln und Schneckenkorn nicht beizukommen ist.
  • Ein paar neue sommerblühende Stauden müssen dringend ins Beet.
  • Und das Unkraut … :roll:

Tja, so kann es gehen: Laufkilometer in dieser Woche = 3 :roll: . Fortschritte im Garten = sehr annehmbar. Manchmal muss man eben andere Prioritäten setzen. :-)


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Petrisberg-Frühling

Das Auslaufen nach dem vorsommerlichen Samstags-Zehner hätte etwas weniger hubbelig ausfallen dürfen. Aber ich musste eh was aus dem Büro holen, da kann man das Nützliche auch mit dem Genussvollen verbinden und durch Blütenmeere und frisches Grün am Petrisberg auf und wieder ab joggen. Den Sonntagnachmittag also voll ausgekostet und nochmal Sonne getankt. Vermutlich komme ich vor Donnerstag nicht wieder zum Laufen – eine Schande bei dem schönen Wetter! :-(

Was ich noch gern erfahren würde:

- Wie blöd  muss man eigentlich sein, um einen alten Kühlschrank zweihundert Meter bergauf durch’s Gebüsch zu schleppen und ihn dort in die Natur zu werfen, statt ihn einfach schnell zum Abfallhof zu fahren und dort für ein paar Euro zu entsorgen?:-(

- Was kann ich tun, damit ein Vanille-Eiweiß-Shake mit Schwarzen Johannisbeeren und Banane nicht nur spektakulär aussieht, sondern auch intensiv schmeckt? ;-)

- Wer hat die beiden Kois in den Teich am Campus II gesetzt? Und wie können sie dort schon seit mehreren Jahren überleben, ohne dass die Fischreiher zuschlagen oder jemand sie rausangelt, um sie in den eigenen Teich zu setzen oder zu Sushi oder Karpfen blau zu verarbeiten? 8-)


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DNF is no option! – 3. Schweicher Fährturmlauf 2014

DNF is no option … aber gegen eine kleine Gehpause unterwegs ist nichts einzuwenden. Finde ich. Wenn man Gänsehaut kriegt und zu zittern anfängt, isses auch mal gut mit der Rennerei. Es gibt Tage, da können die Beine nicht, was sie können. Isso. Kann ich akzeptieren.

Das Einlaufen im Schweicher Stadion fühlt sich an, als wäre die Bahn uns Läufern zu Ehren mit frischem, noch weichem Bitumen aufgefüllt worden. Der Kreislauf fährt schon vor dem Start Karussell. Das Großhirn meldet, dass es eine Schnapsidee ist, am ersten warmen Tag des Jahres bei über 20 Grad auf schattenloser Strecke laufen zu wollen. Und es ermahnt mich, dass ich besser gründlich nach der weißen Laufkappe gesucht hätte, statt nun ausgerechnet die schwarze auf dem Kopf zu tragen.

Nicht zu ändern. Jetzt steht ich da mit knapp 600 anderen und weiß genau, dass wir gleich gegrillt werden. Manche mögen das – Linda Betzler zum Beispiel, die Siegerin bei den Frauen. Andere mögen es nicht. Birthe zum Beispiel, mit der ich auf der Hinfahrt (danke, liebe Birthe, für den Chauffeurservice) um die Wette über die Wärme jammere. Harald, der sich bei seinem ersten 10er-Wettkampf nach schwerer Krankheit Sorgen macht, ob er mit dieser Belastung klar kommt. Und ich.

Ein Zehner kann lang sein. Verd###t lang. Auch wenn er amtlich vermessene 10 Kilometer lang ist. Es gibt nämlich bei jedem Lauf sowas wie “Real-Kilometer” und “gefühlte Kilometer”. Die Realkilometer sind durch Schilder und Sprühfarbe auf dem Asphalt des Leinpfads markiert. Daran müssen sich die gefühlten messen lassen. Der erste Kilometer fühlt sich noch an wie ein Kilometer. Wie ein anstrengender Kilometer allerdings.Er führt etwas verwinkelt vom Sportplatz um ein paar Ecken und eine Unterführung hindurch an die Mosel und zum Hafen. Der zweite Kilometer ist gefühlt schon zu lang, sicherlich 1.070, 1.080 Meter – und diese Schere zwischen „gefühlt“ und „real“ geht von Kilometer zu Kilometer weiter auseinander.

Um zu merken, dass das Herz nicht schneller schlagen kann und die Beinmuskulatur trotzdem nicht genug Energie bekommt, um ihr normales Tempo zu laufen, brauch ich keine Pulsanzeige. Das „Tempo“gefühl täuscht allerdings. Ich habe den Eindruck von Kilometer zu Kilometer deutlich langsamer zu werden, was allerdings für die Kilometer 3 bis 6 gar nicht stimmt – die laufe ich zwar langsamer als erhofft, aber ziemlich konstant.

Der Körper zeigt mir trotzdem kurzzeitig dunkelgelb: Schwindelgefühl und Frösteln. Außerdem hab ich Durst, weil ich am Getränkestand bei km 2,5 nicht schnell genug zugegriffen habe – falscher Fehler #2 (Fehler #1 war der mit der dunklen Mütze). Leider gibt’s dann erst einmal längere Zeit nichts zu trinken, auch am Wendepunkt nicht – der nächste Stand kommt erst kurz vor km 7.

Nee, DNF is no option – Aus-den-Latschen-Kippen aber auch nicht. Also den Joker „Gehpause“ ziehen, wieder ein Stück laufen, am endlich erreichten Getränkestand einen Becher Wasser trinken. Und dann im GA2-Tempo weiterlaufen, das heute dem 10er Renntempo entspricht.

Auf dem letzten Kilometer klafft die Schere zwischen „gefühlt“ und „real“ nicht mehr so weit auseinander. Die winkelige Strecke erlaubt es sich mental von Kurve zu Kurve zu retten. Und Aufmunterungen der Zuschauer verfehlen ihre Wirkung auch nicht. Kurz vom Stadion noch ein kurzer „Kreislauf-an-Hirn: Ich-kipp-gleich-um!“-Flash, der aber zum Glück in die Kategorie „Fehlalarme aus nörgeligen Körperregionen“ fällt. Und dass mich kurz vor der Ziellinie Leute überlaufen, mag ich dann doch nicht – für einen kleinen Konter reicht’s noch. Nachtrag: Holger Teusch vom Trierischen Volksfreund hat das Elend bildlich festgehalten: Meine Güte, sehe ich sch### aus! :roll:

2014-03-29_Geschwindigkeit 29.03.2014, TempoBääääh! Wenigstens gibt’s jetzt das Malzbier, auf das ich mich gefreut habe. Kurzer Plausch mit Marion und Wolfram, dann muss ich mich ein bisschen bewegen, weil mir sonst die Beine wegsacken.

Außerdem hab ich Harald im Ziel ein Pils versprochen (bleifrei natürlich). Also Malzbier in die eine, Pils in die andere Hand – und dann mal gucken. Schon kommt er um die Ecke … gleichmäßig und flüssig trabend, der nötigen Vorsicht wegen mit kleinen Schritten, trotzdem gut 5 Minuten früher, als er es sich vorab zugetraut hatte. 300 Meter laufen wir gemeinsam, dann nehme ich mitsamt der Flaschen den „Seitenausgang“ und empfange Harald hinter dem blauen Zielbogen mit seinem wohlverdienten Finisherbierchen.

Fazit: Alle gesund geblieben, trotz des zähen Rennverlaufs Spaß gehabt, Lauffreunde gesehen und Verabredungen getroffen – passt! :-) Schnell gerannt wird dann in Schweich nächstes Jahr bei hoffentlich etwas frischeren Temperaturen. Die Strecke gibt das auf jeden Fall her, selbst bei einer so großen Teilnehmerzahl – erstaunlich angesichts des schmalen Leinpfads, dass es (soweit ich mitbekam) kein Gedrängel gab. Und auf einen vom LT Schweich so liebevoll und engagiert vorbereiteten Lauf verzichten? Auf warme Duschen, ein riesiges Kuchen- und Salatbuffet, den gemütlichen Klönschnack in der Turnhalle? Never ever! DNF is no option – DNS aber erst recht nicht. 8-)

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